Archaeologik

Archaeologik ist ein Wissenschaftsblog zu Themen der Archäologie und des Kulturgutschutzes. Er zielt auf eine kritische Archäologie, die sich mit methodisch-theoretischen, wissenschaftspolitischen und gesellschaftlichen Aspekten der Archäologie auseinandersetzt und die alltägliche Forschungspraxis reflektiert.

Archaeologik is a science blog contributing to various aspects of critical archaeology and cultural heritage including methodology, theory and daily archaeological practice.

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Donnerstag, 7. Januar 2021

Globale Sicherung kolonialer Expansion

Posted by Rainer Schreg _ , um 14:07:00

Olaf Wagener

Forts in den Kolonien. See-Expeditionen der Niederlande und Schwedens im 17. und 18.  Jahrhundert

Oppenheim am Rhein: Nünnerich-Asmus Verlag & Media 2019

128 Seiten, 84 Abbildungen

ISBN 9783961760718

20,- €

 

Die Niederlande waren eine der großen europäischen Kolonialmächte mit Besitzungen in der Karibik, vor allem aber in Südostasien. Lange Seefahrtsrouten machten zahlreiche Stützpunkte erforderlich, in Südafrika beispielsweise. Für diese Phase des europäischen Kolonialismus im 17 und 18 Jahrhundert stehen zahlreiche Forts und Festungsanlagen entlang der Küsten von Atlantik und Pazifik.

Olaf Wagener unternimmt es in vorliegendem Band diese globale Denkmälergattung am Beispiel der Anlagen von Niederländern und Schweden darzustellen. Seine zentralen Fragestellungen sind “wie liefen die Entdeckungsreisen im 17. und 18. Jahrhundert wirklich ab? Was wissen wir über die Teilnehmer dieser Expeditionen, über ihren Umgang mit den Einheimischen? Und vor allen Dingen: wie sicherten sie ihre Handelsstützpunkte? Wie sah ein solches Kolonialfort aus, welche Mühe musste man auf sich nehmen, um überhaupt fern der Heimat eine solche Befestigung zu errichten?“ (S. 6). - Fragestellungen also, die vielfach auch ein Thema für die Archäologie sind.

Der Kunsthistoriker Wagener erzählt die Geschichte als eine Geschichte von Abenteurern und stützt sich dabei in erster Linie auf schriftliche Quellen und kartographische Darstellungen. Ruinen und archäologische Funde also das Denkmal selbst, spielen hingegen fast keine Rolle. Das ist sicher bereits das größte Manko dieses sehr schön gestalteten Buchs. Zwar ist die Kolonialarchäologie nicht überall besonders gut aufgestellt, aber es gibt doch einige archäologische Untersuchungen an Forts, so beispielsweise in Fort Oranje bei Albani im US-Bundesstaat New York, in New York selbst oder in Elmina.
Wagener erwähnt nur die Ausgrabungen in Fort Oranje, und relativiert dabei auch noch ihre Bedeutung (S. 23). Dabei zeigt beispielsweise der Blick auf das Fundmaterial die Schwierigkeiten in der Versorgung solche Anlagen in großer Ferne zum Heimatland.
 
Fort Elmina, 1637 übernahen die Niederländer den portugiesischen Stützpunkt
(Foto: Anita Loshmanova, [CCBY SA 4.0] via WikimediaCommons)
 

Diese Funde und Befunde sind sicher nicht so eindrucksvoll wie das 1963 entdeckte Wrack der Batavia. 1628 war dieses Schiff von der Zugersee nach Indonesien ausgelaufen. Vor der westaustralischen Küste lief es auf dem Morning Reef auf Grund. Geladen hatte es die Bausteine für ein Portal in Batavia dem heutigen Jakarta. Die Niederlande sind indes auch kein Land mit geeigneten Bausteinen und so wurde Wesersandstein um die Welt geschickt.
 
Das Wrack der Batavia und das geladene Tor für Fort Batavia,
Shipwreck Galleries, Fremantle, WA
(Foto: Vunz [CC BY SA 4.0] via WikimediaCommons)


 
 
Nun rege ich mich als Archäologe nicht darüber auf, dass ein Kunsthistoriker, das Thema nicht archäologisch angeht. Wagener liefert ein spannendes und lesenswertes Buch. Gleichwohl: Ein Blick auf die Anlagen selbst, eine nüchterne Betrachtung ihrer Überreste und der Alltagsrelikte, wie sie die Archäologie liefern kann, hätte vielleicht auch geholfen, diese Epoche der europäischen Expansion kritischer zu sehen. 



Inhalt

  • Einleitung
  • Historischer Hintergrund - Vereinigte Ostindische Kompanie und Niederländisch-Westindische Kompanie
  • Forts und Festungsbau - die militärischen Aspekte
  • Nordamerika / Nieuw-Nederland - die niederländischen Wurzeln der USA
  • Karibik
  • Südamerika
  • Atlantikküste Afrikas
  • Südafrika
  • Asien
  • Literaturauswahl


 Literaturhinweise und Links

  • DeCorse 2001
    C. R. DeCorse, An archaeology of Elmina. Africans and Europeans on the Gold Coast, 1400-1900 (Washington, DC, London 2001). 
  • Huey 1991
    P. R. Huey, The Dutch at Fort Orange. In: L. Falk (Hrsg.), Historical archaeology in global perspective (Washington, DC 1991) 21–68.
  • Green 1989
    J. N. Green, The loss of the Verenigde Oostindische Compagnie retourschip BATAVIA, Western Australia 1629. An excavation report and catalogue of the artefacts. British Arch. Rep., Internat. Ser. 489 (Oxford 1989).
  • https://museum.wa.gov.au/maritime-archaeology-db/wrecks/batavia
  • http://archaeology.cityofnewyork.us/ 

 

 

Labels: Archäologie der Neuzeit, Kolonialgeschichte, Rezension
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Samstag, 2. Januar 2021

Aus den Augen aus dem Sinn (Kulturgut in Syrien und Irak - 2. -4. Quartal 2020)

Posted by Rainer Schreg _ , um 21:00:00
Eigentlich war geplant, nun vierteljährlich aus Syrien und Irak bzw. aus dem Vorderen Orient aktuelle Entwicklungen zum Themenkreis der Kulturgutzerstörung und der internationalen Maßnahmen auf Archaeologik zu posten. Aus verschiedenen Gründen hat das so nicht geklappt. Der letzte Post zum Thema deckt gerade das erste Quartal 2020 ab. Einerseits hat Covid19 meine eigene Aufmerksamkeit und Zeit anderweitig in Anspruch genommen, andererseits sind die Meldungen aus Syrien und Irak noch spärlicher geworden. 
 

Syrien

In den Mittelpunkt rücken nur Berichte von Restaurierungen, bei denen natürlich ebenso wie bei den Berichten zu Zerstörungen es auch immer gilt, kritisch zu hinterfragen, welche politischen Intentionen dahinter stecken könnten.
  • How Syria's blasted landmarks are starting to rise from the ruins. The Guardian (29.8.2020). - https://www.theguardian.com/artanddesign/2020/aug/29/how-syrias-blasted-cities-are-rising-from-the-ruins
  • https://www.al-fanarmedia.org/2020/02/devastated-middle-eastern-heritage-sites-recreated-digitally/
Damaskus 
  • Syrian archives images of Damascus homes to preserve them. Borneo Bulletin (8.12.2929). - https://borneobulletin.com.bn/2020/12/syrian-archives-images-of-damascus-homes-to-preserve-them/
Eine Ausstellung im Nationalmuseum in Damaskus zeigt sichergestellte Funde mit dank an die syrische Armee:
  • Syrian archaeological treasures decorate the halls of Damascus National Museum. SANA (25.11.2020). - https://sana.sy/en/?p=211444
Rakka
  • https://english.enabbaladi.net/archives/2020/12/al-raqqas-monuments-a-historical-heritage-neglected-by-authorities-and-infringed-upon-by-people/
  • http://www.rehabimed.net/es/2020/11/consolidacion-de-urgencia-del-patrimonio-de-raqqa-siria/ 
Krak-des-Chevaliers
  • Syrians Spruce Up Famed Crusader Castle After Years Of War. Barron's (24.10.2020). - https://www.barrons.com/news/syrians-spruce-up-famed-crusader-castle-after-years-of-war-01603528810
Homs
  • No services, no hope, just destruction in Syria's Homs. TRT World (8.12.2020). - https://www.trtworld.com/magazine/no-services-no-hope-just-destruction-in-syria-s-homs-42159
Idlib
  • Syria war: Forgotten amid the bombs: Idlib's ancient, ruined riches. BBC (8.2.2020). - https://www.bbc.com/news/world-middle-east-51177433
Russland hat mit Syrien eine Vereinbarung zur russischen Beteiligung an der Restaurierung von Palmyra geschlossen:
  • Syria and Russia sign memo to restore Arc De Triomphe in Palmyra. SANA (13.11.2020). - https://sana.sy/en/?p=209963
  • Syrian Russian proposal to the UNESCO to form scientific committee to renovate cultural sites in Palmyra. Syria Times (3.12.2020). - http://syriatimes.sy/index.php/syria-past-present/archaeology/52505-syrian-russian-proposal-to-the-unesco-to-form-scientific-committee-to-renovate-cultural-sites-in-palmyra
  • https://www.aliph-foundation.org/en/projects?country=204
Die Restaurierungsarbeiten gehen mit Anstrengungen einher, den Tourismus wieder anzukurbeln:
  • Syria’s tourism situation in 2020. SANA (20.12.2020). - http://syriatimes.sy/index.php/syria-past-present/tourism/52764-syria-s-tourism-situation-in-2020  
Dabei werden auch touristische Trips zur Besichtigung der IS_Zerstörungen organisiert.
  • A documentary tourist trip to the historic city of Palmyra – video. SANA (15.6.2020). - https://sana.sy/en/?p=194288
Die Altertumsbehörde DGAM signalisiert business as usual. Sie hat ihre Website neu gestaltet und noch scheinen die Inhalte nicht vollständig zu sein. Zumindest vorerst sind damit auch alle Nachrichten über die Zerstörungen in den letzten Jahren verschwunden. Einige wenige Bilder sind unter http://dgam.gov.sy/heritage-amid-crises/?lang=en eingestellt, darunter beispielsweise aus Apameia. Sie zeigen auf Luftbildern Raubgrabungsschächte, die auffallend regelmäßig und sauber, wohl mit einem Bagger angelegt sind.
DGAM berichtet  über 3D-Dokumentationen in Ebla und Mari:
  • Documenting damage at Mari site using 3D technology. DGAM (9.12.2020)
  • 3D damage documentation at EBLA site completed. DGAM (24.12.2020)

Es ist schwer einzuschätzen, wie es derzeit mit Raubgrabungen in Syrien aussteht. Noch immer sind viele Gebiete Krisengebiet, in denen man davon ausgehen kann, dass die Kontrolle von archäologischen Stätten keinen besonderen Stellenwert hat. Im Norden Syriens dauern die gegenseitigen Beschuldigung der Kulturgutzerstörungen zwischen Syrien und der Besatzungsmacht Türkei an:

  • Girê Spî: Besatzungstruppen planieren antiken Siedlungshügel. ANF (1.9.2020). - https://anfdeutsch.com/kultur/gire-spi-besatzungstruppen-planieren-antiken-siedlungshuegel-21333
  • http://syriatimes.sy/index.php/syria-past-present/archaeology/52504-turkish-occupation-its-mercenary-terrorists-are-partners-in-plundering-looting-and-destroying-syrian-archaeological-sites
Neue Schadensmeldungen durch Raubgrabungen sind  auf den Seiten des DGAM aktuell nicht zu finden. Wahrscheinlich wäre das derzeit politisch auch nicht gern gesehen, muss es dem Assad-Regime nach dem mit russischer Hilfe gewonnenen Bürgerkrieg darum gehen, Normalität und Stabilität zu demonstrieren. 
Die Damage Newsletters der Gruppe Heritage for Peace
  • Damage newsletter (11.12.2020)
  • Damage newsletter (14.11.2020)
  • Damage newsletter (12.10.2020)
  • Damage newsletter (3.9.2020)
  • Damage newsletter (13.7.2020)
  • Damage newsletter (2.6.2020)
  • Damage newsletter (6.5.2020)
  • Damage newsletter (6.4.2020)
  • Damage newsletter (9.3.2020)
  • Damage newsletter (3.2.2020)
  • Damage newsletter (13.1.2020) 
 

rückblickende Schadensberichte

Cheikmous Ali legt auf academia.edu einen Bericht über die Museen in Syrien von 2011 bis 2020 vor. 
  • Cheikmous Ali: Rapport détaillé sur tous les dégâts que les musées syriens ont subis depuis 2011 jusqu’à 2020. APSA 2011 (undat., 2020). - https://www.academia.edu/43428817/Special_Report_Current_Status_of_the_syrians_museums_2011_2020
 Der Bericht wurde mit Unterstützung der Gerda-Henkel-Stiftung und der Association pour la protection de l'archéologie syrienne  (Apsa2011) geschrieben. APSA war früher eine sehr wichtige und aktive Gruppe, der viele Informationen aus Syrien zu verdanken sind. Die facebook-Seite war seit  2018 nicht mehr aktiv und die Website funktioniert seit längerem nicht mehr (Auf der fb- Seite wird auf die Website www.apsa2011.com verwiesen, im Bericht auf www.apsa2011.org  - beide führen zu nichts). Im aktuellen facebook-Post ist der Link zu dem Bericht auf academia.edu obendrein defekt (https://www.facebook.com/apsa2011/posts/3569114543195631), so dass der aktuelle Bericht nur schwer zu finden ist und soweit ich sehe nur noch relativ wenig Resonanz gefunden hat, während Cheikmous Ali früher ein häufiger Pressegesprächspartner war.
Der Bericht stellt fest, dass 29 von 55 Museen (dazu zählen auch Depots und einzelne musealisierte Gotteshäuser) in Syrien seit 2011 durch militärische Operationen - Luftangriffe und Atilleriebeschuss - beschädigt wurden. Stark beschäädigt wurden etwa das Maarat Al-Numan Museum, das Tadre Museum, das Raqqa Museum, während andere Museen wie das Daraa Museum und das Deir Ezzor Museum mit geringen Schäden davon kamen.
Ebenfalls 29 Museen wurden seit 2011 geplündert. Mindestens 40635 Objekte wurden dabei gestohlen, wobei bei 10 Museen keine Übersicht über die Verluste besteht und auch sonst viele noch nicht inventarisierte archäologische Funde hier unberücksichtigt bleiben müssen. Natürlich können auch die Funde nicht beziffert werden, die bei Raubgrabungen beispielsweise in Apameia, Ebla, Dura Europos oder Palmyra (um nur prominente Ort zu nennen) geplündert worden sind. Ihre Zahl wird auf mehrere Zehntausend geschätzt.
Der Bericht behandelt jedes einzelne Museum und umfasst eine umfangreiche bildliche Dokumentation.
Zwei Punkte des Berichts seien noch hervorgehoben: 
Schon 2014 wurden in Deutschland Fundobjekte lokalisiert, die aus dem Museum in Rakka stammten (dazu Abb. 73 des Berichts).
Dubios ist die Geschichte eines Transports von archäologischen Funden aus syrischen Museen in die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Punkt scheint nicht im Bericht zu stehen, findet sich aber in dem Summary auf facebook und ist Aufhänger des Berichts von Aljazeera: Demnach hat der frühere, inzwischen verstorbene  syrische Verteidigungsminister General Oul Mustafa Tlass 2011 405 Kisten nach Dubai schaffen lassen.

 
Dazu die Medienberichte
  • https://www.aljazeera.com/features/2020/6/8/report-documents-severe-damage-to-syrian-heritage-and-museums 
  • https://theowp.org/reports/destruction-of-cultural-heritage-is-not-only-a-war-crime-but-an-attack-on-humankinds-shared-memory/
  • Die schon tot geglaubte facebook-Seite von APSA2011 postet einen Link zu academia.edu, der indes ins Leere führt: https://www.facebook.com/apsa2011/posts/3569114543195631 (auf der fb- Seite wird auf die Website www.apsa2011.com verwiesen, im Bericht auf www.apsa2011.org  - beide führen zu nichts)

Ein umfassender Schadensbericht soll in Tschechien von Helena Prchibilova erarbeitet worden sein und  online stehen. Leider wird kein Link angegeben und ich konnte ihn nicht ausfindig machen
  • http://syriatimes.sy/index.php/syria-past-present/archaeology/52793-a-czech-website-publishes-an-extensive-photo-report-on-the-tourist-and-archaeological-sites-in-syria

Zu einzelnen Fundstellen:

  • Documenting the Current Condition of Saint Simeon Castle Damages and Violations. SIMAT/ Syrians for Heritage (21.12.2020) - Ein Update zu einem Bericht von 2015 zeigt unter anderem zahlreiche Raubgrabungslöcher, die wahrscheinlich mit Metalldetektoren durchsucht worden sind. Eisennägel wurden jedenfalls gezielt zurück gelassen.
  • Documentation of the Current State of the Archaeological Sites Registered on the World Heritage List. Park /5/ – Mount Al-Zawiyah. SIMAT/ Syrians for Heritage (2.9.2020)
  • Documentation of the Current State of the Archaeological Sites Registered on the World Heritage List. Park /4/ – Mount Al-Zawiyah. SIMAT /Syrians for Heritage (29.7.2020)
  • Documenting the Current State of the Archaeological Parks Registered on the World Heritage List Park No. /6/ – Mount Aʻlā Park. SIMAT/ Syrians for Heritage (13.7.2020)

Im April 2020 ging das https://syrian-heritage.org/de/ online, das mit Hilfe des DAI und der Gerda-Henkel-Stiftung aufgebaut wurde. Das Syrian Heritage Archive Project arbeitet an der Digitalisierung und Archivierung von Fotosammlungen und Forschungsdaten zu Syrien und hatte seinen Ausgangspunkt in verschiedenen Projekten des Museums für Islamische Kunst/ Staatliche Museen zu Berlin, die sich mit verschiedenen Themen des syrischen Erbes befassen. 2013 wurde das Projekt mit dem DAI als Reaktion auf die Zerstörungen im Bürgerkrieg begonnen. Es enthält u.a. einen Zugang mittels einer Karte, über den sich zu einzelnen Orten " Beschreibungen, Fotos, Erinnerungen und andere verwandte Medien" finden lassen sollten. Bei mir funktioniert dies aktuell (3.1.2021) mit verschiedenen Browsern aber nicht. Ebenso wenig scheint die Bildergalerie zu funktionieren, die nur sonderbares Ladeverhalten zeigt. Sorry - aber so ist das Murks.

  • Blicke ins Bienenkorbdorf und in die Aleppiner Häuser. Tagesspiegel (29.4.2020). - https://www.tagesspiegel.de/wissen/syriens-kulturerbe-blicke-ins-bienenkorbdorf-und-in-die-aleppiner-haeuser/25778168.html

Irak

Noch knapper fallen die Medienberichte aus dem Irak aus. Vor allem ein Ereignis hat den Weg in die internationalen und auch die deutschen Medien gefunden: Die Entdeckung eines assyrischen Palastkomplexes in Mosul, der durch Raubgrabungstunnel des IS angeschnitte wurde.
  • Archäologie: Riesiger Palast des assyrischen Welteroberers entdeckt. WELT (14.4.2020). - https://www.welt.de/geschichte/article207253019/Archaeologie-Riesiger-Palast-des-assyrischen-Welteroberers-entdeckt.html
  • Deutsche Forscher können uralten Palast dank Terrorgruppe IS untersuchen. t-online.de (14.4.2020). -  https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/archaeologie/id_87704776/deutsche-forscher-koennen-uralten-palast-dank-terrorgruppe-is-untersuchen.html
  • IS-Tunnelsystem ermöglicht Heidelberger Archäologen im Irak wichtige Entdeckung SWR Aktuell Baden-Württemberg (14.4.2020). - https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/heidelberger-forscher-ausgrabungen-irak-100.html
  • „Eine beispiellose Raubgrabung“. FAZ (16.4.2020). - https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/archaeologe-peter-miglus-erforschte-einen-palast-in-mossul-16726620.html
  • Heilsbotschaft aus dem Alten Orient. Tagesspiegel (9.4.2020). - https://www.tagesspiegel.de/wissen/ausgrabung-in-ninive-heilsbotschaft-aus-dem-alten-orient/25727444.html 



Raubgrabungen und internationaler Antikenhandel

Wenn es auch vordergründig ruhig geworden ist in Syrien und dem Nordirak, so wird uns das Thema der Raubgrabungen und des Antikenhandels noch auf Jahre beschäftigen müssen, denn die geplünderten Funde brauchen einige Zeit, bis sie einigermaßen unauffällig in den Markt geschleust werden können. So sehr es der Antikenhandel auch dementieren mag, die Finanzierung des IS-Terrorismus u.a. durch Antikenhandel ist durch zahlreiche Beobachtungen gesichert.

  • Treasures looted in War. Council of Foreign Relations (25.8.2020). - https://www.cfr.org/podcasts/treasures-looted-war - Audio, ca 31 min

Außerdem ist im Irak im Schatten von Covid19 schon die nächste Plünderungswelle zu beobachten:

  • Coronavirus: Iraq's heritage sites suffer renewed wave of looting amid pandemic. Middle East Eye (12.10.2020). - https://www.middleeasteye.net/news/iraq-looting-heritage-culture-coronavirus
  • Pandemic harms efforts to rein in antiquities theft. via afp (9.11.2020). - https://news.yahoo.com/pandemic-harms-efforts-rein-antiquities-152953366.html
Auch jetzt noch werden bei IS-Anhängern gestohlene Kulturgüter gefunden:
  • https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/09/iraq-manuscripts-mosul-islamic-state-isis-assyrian-syriac.html
  • https://www.plenglish.com/index.php?o=rn&id=61498&SEO=syrian-authorities-prevent-smuggling-of-archaeological-pieces 
  • https://syriansforheritage.org/2020/06/11/a-report-on-the-confiscation-of-looted-palmyrene-funerary-reliefs-in-idlib/
Berichte über neue Auktionen mit Funden aus Irak und Syrien nehmen nicht ab. Einige Fälle von byzantinischen Goldmünzen und sumerischen Keilschrifttäfelchen dokumentiert Neill Brodie auf seinem Blog  Market of Mass Destruction.  Zum Beispiel:
  • Ongoing trade in cuneiform tablets. Market of Mass Destruction (2.9.2020)
 
Zum Antikenhandel in Syrien:
  • Report: Salafists and antiquities trafficking in Syria. Religioscope (11.2.2020). - https://english.religion.info/2020/02/11/antiquities-trafficking-in-syria/
    • O. Moos, Antiquities Trafficking in Syria. Salafists, tomb raiders and 'buried treasures' (Februar 2020). -  https://www.religion.info/pdf/2020_02_Moos_Antiquities_Syria.pdf
  • California man is charged with illegally importing an ancient mosaic, possibly from Syria. The Art Newspaper (27.7.2020). - https://www.theartnewspaper.com/news/california-man-is-charged-in-the-import-on-an-ancient-mosaic-possibly-from-syria -  ein Urteil zu dem Fall eines bereits 2016 sicher gestellten Herkules-Moasiks, das wohl aus  Raubgrabungen während des Bürgerkriegs stammt
Daher ist es zu begrüßen, dass auch während der Corona-Krise einige Journalisten sich des Themas angenommen haben und einige Berichte in die Medien gebracht haben:
  • Terrorfinanzierung durch illegalen Antikenhandel. ARD PlusMinus (4.11.2020). - https://www.ardmediathek.de/ard/video/plusminus/terrorfinanzierung-durch-illegalen-antikenhandel/das-erste/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy85NDViNDlkNC0wYzc2LTQ2NzAtYjZiOS03Y2FkYjc1OTgyODg/
  • https://www.theregreview.org/2020/04/13/kees-isis-art-dealer/
  •  https://www.npr.org/2020/08/20/886540260/in-iraq-authorities-continue-to-fight-uphill-battle-against-antiquities-plunder
Politico berichtet über die Bedeutung, die der unterregulierte Kunstmarkt derzeit gewinnt, wenn es darum geht, internationale Sanktionen zu umgehen. Russische Oligarchen sollen so die nach der Besetzung der Krim verhängten Sanktionen umgehen. Die Beschuldigten dementieren.
  • Congressional probe: Russian oligarchs using art to evade sanctions. Politico (29.8.2020). - https://www.politico.com/news/2020/07/29/probe-russian-oligarchs-evade-art-sanctions-386154


 Aktionen/ Statements etc.

  • Destruction Of Cultural Heritage Is Not Only A War Crime, But An Attack On Humankind’s Shared Memory. The Organisation for World Peace (15.6.2020). - https://theowp.org/reports/destruction-of-cultural-heritage-is-not-only-a-war-crime-but-an-attack-on-humankinds-shared-memory/
  • Online technical meeting for Syrian properties on the List of World Heritage in Danger. UNESCO (19.11.2020). - https://whc.unesco.org/en/events/1563/ 
  • https://www.aljazeera.com/features/2020/6/8/report-documents-severe-damage-to-syrian-heritage-and-museums 

Hintergrundberichte

Einige Berichte beleuchten die politische Dimension von Zerstörung und Restaurierung.
  • Russia’s Next Target in Syria? Its Heritage. OZY (10.2.2020). - https://www.ozy.com/the-new-and-the-next/russias-next-target-in-syria-its-heritage/264181/
  • How Western Nations Use the Arch of Palmyra and Other Symbols of Islamic Heritage as Political Tools. The ArtNetNEws (22.7.2020). - https://news.artnet.com/art-world/david-joselit-heritage-and-debt-1895594
  • Non-State Actors and the Preservation of Threatened Heritage in Syria. The Medialine (11.11.2020). - https://themedialine.org/mideast-streets/non-state-actors-and-the-preservation-of-threatened-heritage-in-syria/ 

jüdische Stätten in Irak und Syrien 

im Juni 2020 Thema in Israel:
  • Iraq’s Jewish sites almost all ruined beyond repair, new heritage report finds. The Times of Israel (5.6.2020). - https://www.timesofisrael.com/iraqs-jewish-sites-almost-all-ruined-beyond-repair-new-heritage-report-finds/
  • New report urges 'urgent' action to preserve remaining Jewish sites in Syria and Iraq. The JC (4.6.2020). - https://www.thejc.com/news/world/new-report-urges-urgent-action-to-preserve-remaining-jewish-sites-in-syria-and-iraq-1.500280
  • https://jewishnews.timesofisrael.com/iraq-and-syria-synagogues-are-earmarked-for-urgent-repair/ 
  • http://www.asor.org/chi/updates/2020/06/jewish-heritage-iraq-syria

Links

frühere Posts zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak:
  • Die Archaeologik-Beiträge zu Syrien und Irak. Archaeologik (20.5.2019) - Stand Mai 2019
Wie immer geht mein Dank an diverse Kolleg*innen für ihre Hinweise. Die Übersetzungen arabischer Texte gehen meist auf Google Translator zurück und sind daher bisweilen Fehler-anfällig.
 
Labels: Antikenhehlerei, Archäologie und Politik, Irak, Raubgrabung, Syrien - Bürgerkrieg
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Freitag, 1. Januar 2021

Archaeologik im Coronajahr 2020

Posted by Rainer Schreg _ , um 12:00:00
Wie immer versuche ich auch dieses Jahr eine kleine Bilanz des vergangenen Archaeologik-Jahres. Eine gesamtbilanz zu 10 Jahre Archaeologik erspare ich mir und allen Lesern, zumal es dazu bereits zwei Blogposts gab:.
  • 10 Jahre Archaeologik - Jubiläum Nr. 1. Archaeologik (19.5.2020)
  • 10 Jahre Archaeologik - Jubiläum Nr. 2. Archaeologik (15.11.2020)

Zahlen

Insgesamt habe ich 2020 auf Archaeologik 102 Posts eingestellt, deutlich mehr als in den beiden Vorjahren (2019: 76, 2018: 79), aber immer noch deutlich weniger als in den Jahren zuvor (zwischen 127 [2017] und 210 [2011]). Wieder wurde nur ein einziger Post auf Englisch eingestellt - das war mal anders geplant. Gastbeiträge gab es immerhin 15 (Vorjahr: 5), darunter viele Autoren, die von sich aus um eine Publikation auf Archaeologik gebeten haben. Spitzenreiter unter den Autor*Innen waren aber wieder bewährte Kräfte: Jutta Zerres (4 Beiträge - darunter ihr 50. Archaeologikbeitrag [ich gratuliere und danke hier nachträglich]) - sowie Detlef Gronenborn (5 Beiträge). 

Die zehn meist gelesenen Beiträge 2020:
  1. D. Gronenborn: Die COVID-19 Pandemie aus einer archäologischen Langfristperspektive - Teil 1: der Schock. Archaeologik (30.3.2020)  (988 Seitenaufrufe)
  2. Die Maske fällt: Der kommerzielle Hintergrund von academia.edu. Archaeologik (30.8.2017)  (971 Seitenaufrufe) Dieser Post hat viele Spamkommentare eingesammelt, die Zugriffe sind wohl zu einem guten Teil durch Bots generiert.
  3. Archäologie der Erreger. Archaeologik (28.3.2020) (845 Seitenaufrufe)
  4. Trump droht dem Iran mit der Zerstörung von Kulturgut - mit einem Kriegsverbrechen. Archaeologik (5.1.2020) (825 Seitenaufrufe)
  5. J. Zerres: „Das nennt sich Fieldwork, ihr Schnarchzapfen“ – Der Rülzheimer „Barbarenschatz“ und die öffentliche Wahrnehmung von Denkmalpflege und Archäologen. Archaeologik (27.2.2014) (784 Seitenaufrufe)
  6. Ein Räuber im Zauberwald - die Vernichtung einer Quelle zur Völkerwanderungszeit. Archaeologik (21.2.2014) (738 Seitenaurufe)
  7. J. Zerres: Evolution ist überall - außer im Westerwald. Archaeologik (25.10.2020) (737 Seitenaufrufe)
  8. Die Bombenopfer von Dresden - Historische Archäologie gegen ihren Missbrauch. Archaeologik (13.2.2020) (692 Seitenaufrufe)
  9. Covid19 - die Keule des Neandertalers? Archaeologik (4.10.2020) (669 Seitenaufrufe)
  10. Das letzte Sklavenschiff . Archaeologik (16.6.2019) (614 Seitenaufrufe)


Mit den Blogposts zu Rülzheim hat ein altes Thema nochmals Interesse gefunden - soweit ich nachvollziehen konnte, waren die Posts in Sondengänger-Foren verlinkt. Blogger hat nun die Zählung von Google Analytics übernommen, so dass sich das Problem der unterschiedlichen Zählungen zu erledigt haben scheint. Die monatlichen Zugriffszahlen blieben im Jahr 2020 auf relativ niedrigerem Niveau einigermaßen konstant. Nach der Statistik von GoogleAnalytics sind 2020 immerhin 134.220 Seitenaufrufe (Stand 31.12.) zu verzeichnen, gegenüber rund 102.200 im Jahr 2019. Die Verlinkungen von andern Seiten, ebenso wie Kommentare zu den Blogposts sind im Vergleich zu den Boom-Jahren 2014-17 auf niedrigem Niveau.


Entwicklung der Zugriffe seit Beginn von Archaeologik auf der Plattform Blogger, Januar 2020 mit Punkt markiert
(Quelle: Blogger Statistik via GoogleAnalytics)


 
Zugriffe auf den Blog kamen wiederum zumeist von Google, offenbar via Suchanfragen, gefolgt von facebook. Google Analytics verzeichnet in diesem Jahr aber den Hauptanteil an Zugriffen.
Die begleitende facebook-Gruppe Archaeologik ist 2019 von ca 1300 Mitgliedern Anfang des Jahres auf nun 2068 erhöht.  Seit langem funktioniert das automatische Teilen in diese Gruppe nicht mehr, so dass hier manuell eingestellt werden muss. Habe ich die Archaeologik-Post früher noch in viele andere Gruppen gestellt, so hat sich dies erheblich reduziert. Vielen Gruppen folge ich nicht mehr aktiv, da sie zunehmend oberflächlich geworden sind. Das gilt im übrigen auch für die von mir mitbetreute Gruppe Historische Archäologie (insbes. Neuzeit und Zeitgeschichte), die  enormen Zuwachs an Mitgliedern hat, die aber größtenteils keinen fachlichen Hintergrund besitzen und so das Spektrum an Beiträgen verändert haben. Fachlich Neues geht hier nun in Beiträgen mit Unterhaltungscharakter unter (und viele Posts zeigen, dass Vielen überhaupt nicht vertraut ist, worum es bei Archäologie geht).  Diese Entwicklung ist einerseits gut, gewinnt man damit doch eine interessante Kommunikationschance und eine Mögllichkeit die Öffentlichkeit einzubinden; andererseits aber geht der eigene Nutzen  für den kollegialen fachlichen Austausch verloren.

Themen 2020

Die Themen generierten sich aus eigenen Forschungen und Medienberichten sowie wissenschaftlichen Publikationen - und im Sommersemester 2020 auch aus meiner Vorlesung am Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit zur Forschungsgeschichte. 
  • AMANZ Bamberg Sommersemester 2020
Im Rahmen der Corona-bedingten digitalen Lehre habe ich die Vorlesung in Videosequenzen mit verschiedenen ergänzenden Materialien gestaltet. Diese Posts haben gute Zugriffszahlen, da sie im Digitalen Kurs unseres Virtuellen Campus verlinkt waren und von meinen Studierenden offenbar auch fleissig rezipiert worden sind. Darüber hinaus hat das Thema der Forschungsgeschichte aber offenbar keine besondere Resonanz gefunden. Kein einziger dieser Posts hat es in die Liste der 10 meistgelesenen geschafft.
  • Das Nachwirken des Historismus. Archaeologik (25.7.2020)
  • Die Rolle der Frauen - ein Perspektivwechsel. Archaeologik (22.7.2020). - Dieser Blogpost bezog sich auf eine Sendung in ZDF TerraX und hat deswegen etwas weitere Aufmerksamkeit gefunden und in facebook einige dümmliche Kommentare hervorgebracht.
  • Mittelalterarchäologie im Nationalsozialismus. Archaeologik (2.7.2020)
  • Frühe archäologische Forschungen im Filstal. Archaeologik (29.6.2020)
  • Zwischen Nazis und Sowjets: Die Krimgoten in den 1930er und 40er Jahren. Archaeologik (28.6.2020)
  • Vergessene Pioniere der Mittelalterarchäologie: Das RGZM in der Weimarer Republik. Archaeologik (15.6.2020)
  • Kulturgeschichte und Archäologie im 19. Jahrhundert. Archaeologik (8.6.2020)
  • Wüstungsarchäologie in der Oberpfalz 1858. Archaeologik (26.5.2020)
  • Der Erfinder des Burgstalls? - Johannes Aventinus. Archaeologik (11.5.2020)
  • Humanist - Diplomat - Spion - Archäologe: Marcin Broniewski. Archaeologik (9.5.2020)
  • Forschungsgeschichte als Teil der archäologischen Quellenkritik. Archaeologik (4.5.2020)
  • Felix Fabri - ein Archäologe des Mittelalters. Archaeologik (29.4.2020)
Zusätzlich zu diesen neuen Blogposts habe ich einige alte in Vorlesung und Seminar eingebaut, so z.B.:
  • Gefängnisstrafe für den Ankauf von Raubgrabungsgut. Archaeologik (18.7.2011)
  • Schliemann und sein Erbe - Die Inszenierung als Schatzsucher und Abenteurer. Archaeologik (30.4.2019)
  • Migrationen und Völker - eine schwierige Geschichte. Archaeologik (15.11.2015)
  • "Insoweit erfährt man eben nichts, was durch Neuheit oder Besonderheit überraschen könnte" - Ein Grabfund 1828 und seine historische Würdigung. Archaeologik (12.9.2013)
  • Die württembergische Landesaufnahme - Vaterlandsliebe als Wurzel der Landschaftsarchäologie. Archaeologik (20.5.2013)
Weitere Aktivitäten auf Archaeologik spiegeln den Bamberger Lehrbetrieb. Eine kleine Blogpostserie von A. Sasso und H. Gräbner formuliert aus den Erfahrungen der Studentischen Archäologiesymposien in Bamberg (SABA) eine kleine Anleitung, "wie man eine Tagung organisiert (Teil 1, Teil 2 und Teil 3). 
Zudem ist eine Seminararbeit auf Archaeologik erschienen, die im Rahmen eines Seminars zur Archäologie der Globalisierung im Wintersemester 2019/20 entstanden ist:
  • T. Röder: Krankheitserreger als „Global Player“ - Vom Austausch tödlicher Erreger mit der Entdeckung der Neuen Welt. Archaeologik (8.4.2020)
Es ist vorgesehen, künftig weitere studentische Arbeiten auf einem neuen Wissenschaftsblog der Bamberger AMANZ vorzulegen. Das Schreiben von Texten gehört zum Handwerkszeug aller Archäolog*innen, egal ob sie eher bei der grabenden Zunft landen wollen und Grabungsberichte schreiben müssen, oder ob sie auf exzellente Forschung und hochrangige Publikationen zielen. Meist aber reichen hier die Schulkenntnisse nicht aus.  Im Rahmen einer Übung "Archäologisches Publizieren" haben wir im vergangenen Sommersemester 2020 studentische Hausarbeiten für eine kleine Publikation in Blog und ggf. auch in Print aufbereitet.  Da sich der Start dieses AMANZblogs noch verzögert, haben ich die studentischen Arbeiten auf Archaeologik aufgenommen, die gerade eine gewisse Aktualität haben.
 
Im ersten Lock-Down wurde eine Serie unter dem Label Corona begonnen, in die Ti Röders Hausarbeit genau passte. Vor allem aber hat Detlef Gronenborn zur Serie beigetragen. Sie wurde verschiedentlich rezipiert. Beiträge haben es nicht nur in die Jahres-TopTen geschafft, sondern waren auch Anlass, dass von Detlef und mir ein kurzer Beitrag in der Zeitschrift "Archäologie in Deutschland" erschienen ist:
  • D. Gronenborn/R. Schreg: Archäologie und Seuchen. Archäologie in Deutschland 2020/4, 48-49.
Die langjährige Post-Serie zur  Kulturgutzerstörung in Syrien und Irak ist 2020 mehr oder weniger ausgelaufen. Im April ist noch eine Übersicht für das erste Quartal erschienen und erst jetzt zum Jahresende konnte noch einmal ein Post zusammengestellt werden.
  • Eine neue Phase im syrischen Bürgerkrieg (Kulturgut in Syrien und Irak, September/ Oktober 2019). Archaeologik (1.11.2019)
Stattdessen ging es im Spätsommer in Berg-Karabach los. Auch hier wird Kulturgut zur Waffe von Fanatikern:
  • Krieg und Kulturgutzerstörung - Berg Karabach. Archaeologik (11.12.2020)
Überhaupt blieb das Thema Antikenhehlerei und Raubgrabungen für Archaeologik sehr wichtig. Exemplarisch genannt seien:
  • Provenienzen erstunken und erlogen - bestenfalls geschönt... Archaeologik (12.1.2020)
  • J. Zerres: Falsche Evangelisten? Diebische Gelehrte? Bigotte Evangelikale - ein Krimi aus Oxford. Archaeologik (24.1.2020)
  • Der Abschlussbericht von ILLICID nun in den klassischen Medien. Archaeologik (9.3.2020)
  • Antikenhandel an die Blockchain? Archaeologik (25.4.2020)
  • Viele Restitutionen. Archaeologik (19.10.2020)
  • EU-Parlamentarier beklagen das mangelnde Engagement Deutschlands im Kampf gegen Antikenhehlerei. Archaeologik (5.11.2020)
  • Petition gegen Antikenhehlerei. Archaeologik (30.12.2020)


Das Thema Archäologie & Politik spielte gleich zu Beginn des Jahres eine wesentliche Rolle, als POTUS D. Trump damit drohte, das Kulturgut des Iran gezielt zu vernichten. Dass das als Kriegsverbrechen gilt, wusste er wohl nicht - oder noch schlimmer: war ihm egal.
  • Trump droht dem Iran mit der Zerstörung von Kulturgut - mit einem Kriegsverbrechen. Archaeologik (5.1.2020)
  • #IranianCulturalSites - Reaktionen auf Trumps angedrohtes Kriegsverbrechen. Archaeologik (7.1.2020)

Vielleicht spielt die Politisierung von historischem Kulturgut auch beim Berliner Kunst- und Antikenattentat (Archaeologik 22.10.2020) eine Rolle. Sie ist sicher präsent beim Umgang mit Statuen im öffentlichen Raum (H. Baitinger, Archaeologik 13.10.2020),  die im Kontext von Black Lives matter zur Stürzung einiger Statuen von Sklavenhaltern und Rassisten geführt hat. So sehr ich persönlich deren Anliegen schätze, so wird hier doch auch historisches Kulturgut zerstört . Kulturgut ist nicht nur gut, es ist eben auch ein Zeugnis für problematische Kapitel der Geschichte, die nicht dadurch besser werden, dass man ihre Erinnerung auslöscht - im Gegenteil: Ohne die sichtbaren Spuren im öffentlichen Raum steigt auch das Risiko des Rückfalls. Erinnert sei hier an die Diskussion um die antisemitischen Darstellungen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit (J. Zerres: Weg mit der Sau ? - Vom Umgang mit schwierigem Kulturgut. Archaeologik (3.9.2016); Bayern lässt sämtliche »Judensau«-Skulpturen hängen. Spiegel (8.12.2020)).   

Die Politisierung archäologischen Erbes kann indes auch dazu führen, dass Konzernen ihre Verantwortung bewusst wird und gegebenenfalls auch mal personelle Konsequenzen gezogen werden:

  • Rücktritt der Bergbau-Chefs: Verantwortung für Kulturgutzerstörung. Archaeologik (11.9.2020)
Die Hoffnung, dass auch in anderen Fällen eine größere Sensibilität von Bergbaukonzernen gegenüber dem Kulturerbe entsteht, darf realistischerweise nicht allzu groß sein, den letztlich geht es wohl auch den Investoren nicht um die Moral, sondern um den Imageschaden, der entstanden ist. Die spezifische Konstellation in Australien, dass eine archäologische Fundstelle als heilige Stätte zu gelten hat und auch symbolisch für die Indigenen-Rechte steht, haben wir in Mitteleuropa für gewöhnlich nicht. Kulturgüter sind heute nicht mehr so identitätsstiftend, dass sie per se eine gesellschaftliche Relevanz und damit eine starke Lobby hätten - derzeit sehr schön zu beobachten im Rheinischen Braunkohlerevier.  
Die Auswirkungen des Klimawandels auf archäologische Bodendenkmäler war ein Thema, das ich 2020 gerne noch aufgegriffen hätte, das ich dann aber zeitbedingt nicht aufgegriffen habe. Lediglich zu den Wildfeuern aus Australien sind zwei Blogposts entstanden:
  • Apokalyptisches Wildfeuer in Australien - Bedrohung für Felsbilder der Aboriginees?.  Archaeologik (13.1.2020)
  • Verkohltes Erbe - Die ausstehende Bilanz der Folgen der Wildfeuer in Australien. Archaeologik (1.8.2020)


Corona-Entwicklungen

Die Covid19-Pandemie hat mich als Hochschullehrer persönlich nicht so hart getroffen - von viel HomeOffice, ausgefallenen Tagungen und einer spontanen Umstellung auf digitale Lehre mal abgesehen. Andere - auch manche der freischaffenden Kolleg*innen im Fach - hat sie hingegen vor einige Probleme gestellt. Wie die langfristigen Wirkungen auf die Archäologie ausfallen werden, wird wohl vor allem von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen (etwa durch Abbau von Investitionshemmnissen wie der Denkmalpflege, Mittelkürzungen oder Umschichtungen der Forschungsförderung), aber auch inhaltlich ist abzusehen, dass entsprechende Themenan Bedeutung gewinnen werden.
 
Ich habe auf Archaeologik diese Thematik der Corona-Folgen bisher nur am Rande aufgegriffen. Abgesehen von der bereits genannten Corona-Serie hat die Pandemie doch auch Spuren auf Archaeologik hinterlassen. Viele Planungen für 2020 mussten aufgeschoben werden, so ist der eigentlich für 2020 angedachte Wissenschaftsblog am Lehrstuhl AMANZ in Bamberg zwar voran getrieben worden - u.a. mit einer Lehrveranstaltung "Archäologisches Publizieren" - , aber die Online-Stellung wird sich noch verzögern. 
 

Die Blogger-Plattform 

Archaeologik nutzt seit 2011 die Plattform Blogger von Google. In letzter Zeit gab es  hier einige Neuerungen, die jedoch keineswegs eine Verbesserung darstellen. Die Karte der georeferenzierten Blogposts funktioniert seit einige Zeit nicht mehr richtig. Einen Ersatz habe ich bislang nicht finden (und mit meinen beschränkten Programmierkenntnissen auch nicht basteln) können.  Die neue Oberfläche ist deutlich schlechter handhabbar und hat eine Menge Bugs (z.B. über den Rand ausgreifende Schaltflächen), die das Arbeiten mit Blogger schwieriger machen.
Der neue AMANZnotizBlog wird daher auf WordPress aufbauen und via hypothese.org laufen.

Interne Links

  • Archaeologik 2019
  • Archaeologik 2018
  • Archaeologik 2017- Rückblick und Ausblick
  • Archaeologik 2016
  • Archaeologik 2015
  • Archaeologik 2014
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  • Archaeologik 2012
  • Archaeologik 2011
  • 2 Jahre Archaeologik (15.11.2012)
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Mittwoch, 30. Dezember 2020

Petition gegen Antikenhehlerei

Posted by Rainer Schreg _ , um 23:00:00

Eine Initiative "STOP Cultural genocide !" hat eine Petition auf change.org gestartet:

  •  http://chng.it/jcWVNWS7rM

Die Initiative GEC ACT (Geneva Collective Against Cultural Trade)  wurde von Studierenden und Absolventen  der klassischen Altertumswissenschaften der Universität Genf ins Leben gerufen. Sie zielt darauf ab, ein Bewusstsein für das Problem des Antikenhandels in Europa und der Schweiz zu schaffen.  

  • GEC ACT auf facebook: https://www.facebook.com/gecact2020
  • unter  @ActGeC auf twitter
  • als stopculturalgenocide auf instagram

Anlaß für die Petition war der Erste "International Day against Illicit Trafficking in Cultural Property", der von der UNESCO organisiert wurde, soweit ich sehe in Deutschland aber kaum Resonanz gefunden hat (bemerkenswerterweise ist auch die Begleitpublikation nicht auf deutsch erschienen, obwohl wir doch immer wieder Drehscheibe im Antikenhandel sind...). Dieser Tag bezieht sich auf das 50. Jubiläum des Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut der UNESCO. Dennoch haben die Anliegen des Kulturgüterschutzes in der Politik bis heute einen recht geringen Stellenwert (Brodie/ Yates 2019, 159) und zugleich war der Handel nie so umfangreich. 

Dieses fehlende Bewußtsein erlaubt es Kriminellen und Terroristen, ungestraft zu agieren - so die Ausführungen zur Petition. Extremistische Ideologie werden durchgesetzt, indem die Geschichte der "Feinde" ausgelöscht und gleichzeitig Geld durch den Verkauf von Antiken geplünderter Fundstellen eingenommen wird. Daesh/ IS  in Libyen, Syrien, im Irak und auch in Afrika ist noch immer ein Beispiel dafür. Gestohlene Gegenstände erscheinen mit falschen Papieren auf dem europäischen Markt, Transparenz und Rückverfolgbarkeit bleibenungenügend.. Die Anonymität der Transaktion begünstigt Antikenhehlerei, Geldwäsche und Steuerhinterziehung.
 

Die Petition richtet sich an die Europäische Kommission, von der sie fordert:

  1. Handeln Sie JETZT, um eine globale und umfassende Lösung für das Problem des Antikenhandels zu finden, um die großen Schlupflöcher in den europäischen Rechtsvorschriften zu schließen, die das Waschen von gestohlenem Eigentum geplünderter Länder ermöglichen.
  2. Regulieren Sie den Kunst- und Antiquitätenmarkt, auch im Internet, und zwingen Sie den Verkäufer, transparenter über die Herkunft von Objekten Rechenschaft zu geben. Jeder einzelne anerkannte Kunsthändler in Europa muss mindestens so transparent wie eine Bank sein und aktuelle Aufzeichnungen über Transaktionen führen.
  3. Finanzieren Sie Projekte für diejenigen, die helfen können, die gestohlenen Artefakte sicherzustellen - die Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Zoll, Grenzschutz, Staatsanwaltschaft) mit Hilfe der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der neuen verfügbaren digitalen Werkzeuge.
  4. Überwachen Sie aktiv die Freihafensysteme, die zur Steuerhinterziehung, Lagerung und internationalen Verbringung gestohlener Gegenstände eingesetzt werden.
  5. Sensibilisieren Sie Sammler für die Infiltration gefälschter und gestohlener Antiken in den Markt. Der Kauf von Fälschungen ist eine schlechte Investition, mit der kriminelle und terroristische Netzwerke finanziert werden können.
 
Letztlich fordert die Petition nur ein, was eine Studie, die von der Europäischen Kommission selbst in Auftrag gegeben wurde, auch an Empfehlungen gegeben hat.
  • N. Brodie/D. Yates, Illicit trade in cultural goods in Europe. Characteristics, criminal justice responses and an analysis of the applicability of technologies in the combat against the trade : final report (Luxembourg 2019). - <ISBN 978-92-79-99359-6>, <https://op.europa.eu/de/publication-detail/-/publication/d79a105a-a6aa-11e9-9d01-01aa75ed71a1> 

Bitte unterschreiben!

Archäologische Fundstellen sind wichtige Ressourcen für moderne Gesellschaften und unverzichtbare Quellen für ein Verständnis der Vergangenheit, unserer Gegenwart und auch der Zukunft.
Das Problem der Antikenhehlerei und vor allem der dahinter stehenden Raubgrabungen ist zwar nur eines von vielen Problemen, aber eines, bei dem wichtige Handlungsmöglichkeiten bei der EU liegen.
 
 

Interne Links

  • Archaeologik zur Antikenhehlerei
Labels: Antikenhehlerei, Archäologie und Politik, Petition, Raubgrabung
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Montag, 21. Dezember 2020

Wahl des Wissenschaftsblogs des Jahres 2020

Posted by Rainer Schreg _ , um 06:00:00

Schon zum zehnten Mal ruft Reiner Korbmann (Wissenschaft kommuniziert) zur Wahl des Wissenschaftsblog des Jahres durch das Netz-Publikum auf. 

  • Wählen Sie den „Wissenschafts-Blog des Jahres 2020“. Wissenschaft kommuniziert (15.12.2020). - https://wissenschaftkommuniziert.wordpress.com/2020/12/15/wahlen-sie-die-wissenschafts-blogs-des-jahres-2020/

 
Er benennt dabei zwei Ziele:
  1. die besten und populärsten Blogs herausstellen,
  2. interessante Beispiele zeigen, wie jeder Forscher, jedes Institut, jeder Verantwortliche seine Informationen in die Öffentlichkeit des Internets bringen, seine Perspektive darstellen kann.
2020 ist ein besonderes Jahr, in dem digitale Medien und gerade Podcasts (wie Coronavirus-Update oder maiLab) auf YouTube), aber auch Wissenschaftsblogs enorm an Bedeutung gewonnen haben. Wissenschaftler haben hier rund um die SarsCov2-Epidemie Zusammenhänge erklärt und auch Wissenschaft gegen allerhand Leugner und Spinner verteidigt, sich aber auch mit ernster Kritik und Sorgen auseinander gesetzt. Dazu gibt es dieses Jahr gesondert die Wahl des Corona-Blogs.
Der regulären zweiten Kategorie der Wahl - der des  Blogteufelchens - kommt dieses Jahr auch besondere Bedeutung zu. Hier geht es nicht eigentlich um eine Auszeichnung bzw. einen Negativ-Preis, denn hier treten Parawissenschaften gegen echte kritische Wissenschaften an. Ziel ist es, auf die Problematik aufmerksam zu machen. 
"Die Verleugnung der Realität ist heute eines der großen gesellschaftlichen Probleme. Wir alle müssen Zeiten fürchten, da Fakten nicht mehr erwünscht sind. Wissenschaftskommunikation muss diese Strömungen ernst nehmen. Darauf soll die Wahl des „Blog-Teufelchens der Wissenschaftskritik“ aufmerksam machen. "

 


Archäologie hat immer spannende Geschichten zu erzählen, auch wenn das meist keine Sensationen sind. Gerade in Krisenzeiten kann Geschichte (und Archäologie) Orientierung liefern - nicht als Problemlösung, aber als Grundlage für einen fundiert kritische Auseinandersetzung mit Ereignissen und Strategien. Dabei geht es nicht um die klassische Identitätsstiftung oder Legitimierung, für die Geschichte gerne herangezogen wird, sondern um das exemplarische Verständnis von Zusammenhängen, den wissenschaftlichen und demokratischen Diskurs langfristiger Risiken oder auch die Erfahrung der Zeit (vgl. z.B. Label Corona. hier auf Archaeologik)

2016 hat Archaeologik die Auszeichnung zum Blog des Jahres 2015 gewonnen und seitdem sind weitere Archäologie-Blogs in die Vorschlagsliste gekommen und haben auch Auszeichnungen gewonnen: „Miss Jones“  Geesche Wilts hat des Wissenschaftsblock in Silber 2019 gewonnen. 2017 hat der  Pfahlbauten-Blog Platz 3 belegt. Mit im Rennen ist aber auch der Stiegen-Blog. Und eigentlich gibt es noch viele mehr (vgl. Archäologische Blogs / Archaeological Blogs International).

Es wäre also nicht unangemessen, wenn es wieder ein Archäologie-Blog (oder ein anderer historischer) unter die Sieger schaffen würde - wenn auch die Konkurrenz dieses Jahr durch zahlreiche neue Corona-Blogs sicher sehr stark sein wird.

 
Also bitte: Wählen!
(Gerne für Archaeologik...)

Dieses Jahr geht die Wahl bis zum 10. Januar.

Labels: Archaeologik in eigener Sache, Wissenschaftskommunikation
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Archaeologik - ISSN 2197-7283

Archaeologik - ISSN 2197-7283
Rainer Schreg
Ich bin Wissenschaftler mit einem Schwerpunkt in der Umwelt- und Sozialarchäologie. Meine Forschungen zielen auf ein besseres Verständnis kulturellen Wandels und insbesondere der Rolle, die Umwelt und Gesellschaft dabei spielen. Die langjährige Arbeit an einem archäologischen Forschungsinstitut (RGZM in Mainz) gab Gelegenheit zu Projekten in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten. An der Otto-Friedrich-Universität Bamberg habe ich seit 2018 den Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit inne. Als eine historische Archäologie, gekennzeichnet durch eine reiche Parallelüberlieferung von Schrift- und Bildquellen sowie häufig noch stehender Bauten und mündlicher Traditionen bietet diese archäologische Disziplin besonders detaillierte Einblicke sowohl in vergangene Gesellschaften als auch in die Fallen und Chancen archäologischer Praxis und Theorie.

I am a researcher in archaeology mainly focusing on environmental and social aspects of cultural change. Since 2018 I hold the chair of medieval and postmedieval archaeology at Bamberg university.
Mein Profil vollständig anzeigen
In der Archäologie geht es nicht darum, etwas zu finden, sondern darum, etwas herauszufinden - über unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und über uns selbst. Das erfordert akribische Arbeit im Detail und zugleich den Mut (und die nötige Methodenreflektion) zur großen Synthese.

Working in archaeology is not to discover treasures and to disclose secrets! It's rather to learn about our past, our present and ourselves. This requires meticulous work in detail and the courage (and adequate methodology) to draw overall conclusions.

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Beispiel
M. Surek, Die Parabel vom „Fluch des Teufelsbergs“. Blog Archaeologik (28.12.2012). - http://archaeologik.blogspot.de/2012/12/die-parabel-vom-fluch-des-teufelsbergs.html

Archaeologik - ISSN 2197-7283

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