Neu bei der Uni Heidelberg und via Propylaeum:
Bislang zwar nur 8 Bände aus dem ersten Jahrzehnt der Zeitschrift, aber ein verheißungsvoller Anfang.
Archaeologik ist ein Wissenschaftsblog zu Themen der Archäologie und des Kulturgutschutzes. Er zielt auf eine kritische Archäologie, die sich mit methodisch-theoretischen, wissenschaftspolitischen und gesellschaftlichen Aspekten der Archäologie auseinandersetzt und die alltägliche Forschungspraxis reflektiert.
Archaeologik is a science blog contributing to various aspects of critical archaeology and cultural heritage including methodology, theory and daily archaeological practice.
Neu bei der Uni Heidelberg und via Propylaeum:
Bislang zwar nur 8 Bände aus dem ersten Jahrzehnt der Zeitschrift, aber ein verheißungsvoller Anfang.
CHRONIQUES online weisen den einzelnen Fundmeldungen aus den Jahrbüchern der Archäologie Schweiz eine ID sowie Kategorien und Koordinaten zu, so dass der Datenbestand vielfältig durchsuchbar ist.
Als Beispiel verlinke ich hier einen Fundbericht von 2024, der einen Spitalfriedhof des 19. Jahrhunderts in Zürich betrifft. Ruft man den Bericht über die Suchmaske und nicht über den Direktlink auf, so erscheint ein überblendetes Fenster, in dem mit meinem aktuell bevorzugten Browser (Firefox) das Navigieren ohne Scrollbalken etwas umständlich ist und man, einmal ganz nach unten gescrollt, zwar die verwandten Fundberichte, angezeigt bekommt, aber es nun kein Zurück mehr gibt.
Zu dem Bericht gehört eine Karte, ein Bild sowie eine Tabelle mit "Details des Fundberichts", in denen sich systematische Angaben zur Lage (mit Koordinaten im schweizerischen Koordinatensystem CH1903+ und nicht in dem von Ariadne präferierten WGS84), zu der Grabung (inkl. der Fläche der Grabung), diversen Inventarnummern (hier nicht ausgefüllt - es belibt unklar, ob das bei Vergabe später nachgetragen wird) und schließlich noch einige Stichworte zur Grabung selbst. Letztere sind jedoch nicht über die Suchmaske direkt abfragbar, sondern hier stehen insbesondere die Kategorien als Filtermöglichkeit zur Verfügung, das sind bei diesem Beispiel nur drei Angaben: "(Frühe) Neuzeit Zeitgenössisch Bestattung".
Dem Bericht ist ein Foto beigegeben, das in einem eigenen Frame zu öffnen ist, der auch die Bildlegende anzeigt, die jedoch nicht zu kopieren ist und auch nicht die Lizenz angibt, die sich in den Metadaten zum Fundbericht findet.
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Zürich ZH, Fluntern, USZ Campus Mitte 1|2: Bestattungen des Spitalfriedhofs. Die Schädel wurden bei der Autopsie aufgeschnitten. Foto KA ZH(CC BY SA) |
Die Umsetzung erfolgt in zwei Phasen, deren erste nun abgeschlossen ist, umfasste die Chroniken aus dem Zeitraum 1987 bis 2024 (6933 Aufzeichnungen), die zweite wird die Berichte aus dem Zeitraum 1909 bis 1987 (>14.000 Berichte) digitalisieren und in die Plattform integrieren. Ab 2025 werden neue Entdeckungen über die ArcheoBase-Plattform (ArcheoPublication-Modul) direkt in die Datenbank eingegeben.
Der Schweizer Föderalismus hat in der Archäologie zu einer heterogenen Aufgabenverteilung zwischen kantonalen Diensten, Universitäten und Museen geführt. Diese Dezentralisierung hat die Entstehung einer nationalen Plattform für einen einfachen Zugang zu den in den Kantonen produzierten archäologischen Informationen verhindert. In den 1970er-Jahren scheiterte der Versuch, die AS als Dokumentationszentrum für die nationale Archäologie zu entwickeln, da dieses auf politischer Ebene einen Bundesbeschluss erfordert hätte ( Brem 2007, 24). Der Verein AS führte die bereits 1909 begonnene Zusammenstellung jährlicher Fundchroniken jedoch fort, so dass damit in Zusammenarbeit zwischen einem Verein und zahlreichen Institutionen eine in ihrer Regelmäßigkeit, Qualität und Vielfalt einzigartige Dokumentationssammlung entstanden ist. Hier sind natürlich einige Einschränkungen zu bedenken. Pro Kanton wurden in der Vergangenheit pro Jahr maximal 25 Berichte aufgenommen, so dass hier eine Auswahl getroffen werden musste. Die Kriterien sind in fundreichen Kantonen sicherlich andere als in kleinen Kantonen, die vielfach über keine speziellen archäologischen Fachämter verfügten. Sensible Fundstellen wurden vielfach auch nicht aufgenommen, um Raubgrabungen vorzubeugen.
Die Plattform spiegelt bereits einige denkmalpflegerische Trends der letzten Jahre, wie Autobahn- und Eisenbahnprojekte. In den letzten Jahre erkennt man eine Abschwächung der Intensität der archäologischen Aktivitäten im Schweizer Mittelland und der Nordschweiz, aber eine Zunahme in den alpinen Landschaften, wo vermehrt Baumaßnahmen, vor allem aber auch Schutzmaßnahmen stattfinden.
Die Schweizer Kollegen bewerten die neue Plattform als “eine kleine Revolution in der Welt der Schweizer Archäologie” (Blumer/Clivaz 2024), von der man sich auch erhofft, dass sie zur “Offenheit und Verbindung der Schweiz mit der sie umgebenden Welt” beitragen. Interessant sind die Perspektiven, die hier formuliert werden, nämlich, “die zahlreichen vorhandenen archäologischen Publikationen durch intelligente Verknüpfungen miteinander zu verbinden.”. Verwiesen wird hier speziell auf die internationale Diskussionen zur Datenbankinteroperabilität im Rahmen des ARIADNEplus-Projekts, der europäischen archäologischen Datenplattform” (Blumer/Clivaz 2024, 15). Das ist ein etwas modernerer Ansatz der Digitalisierung in der Archäologie, als es derzeit in verschiedenen deutschen Bundesländern verfolgt wird (vgl. Archaeologik 28.10.2024; Archaeologik 13,1,2025). Aber auch hier ist noch ein Reifeprozess erforderlich.
Heft 4/2024 der Zeitschrift der AS, arCHaeo Suisse bringt einige Artikel zur Perspektive der Digital Archaeology, die etwa die Bedeutung der Virtaul Reality, aber auch die aus digitalen Dokumentationen resultierende Oberflächlichkeit des Befundverständnisses behandeln. Der Beitrag von ChatGPT, illustriert mit KI-Bildern strotzt vor den üblichen KI-Plattitüden und hat eher Unterhaltungswert als dass er tatsächliche Poteentiale aufweist. Dabei ist aber sicher richtig, dass uns KI künftig dabei helfen kann, Muster zu erkennen und Daten automatisiert zu strukturieren. Archäologen hätten dann mehr Zeit, sich interpretativ mit den Daten auseinanderzu setzen - wenn vorher niemand auf die falsche Idee kommt, dass man es hier vor allem auch mit Sparpotentialen zu tun hat.
Als eine Art Rezension konnten im Oktober Grabungsberichte aus Bayern und BaWü kritisch gewürdigt werden. Tabellarisch habe ich versucht, die nun existierenden verschiedenen Reihen einander gegenüber zu stellen, wobei die Materialien zur Archäologie in Baden-Württemberg noch offen geblieben sind. Nun ist auch in dieser Reihe der erste Band erschienen.
Er enthält mehrere Grabungsberichte, die wenig inneren Zusammenhang erkennen lassen, außer, dass sich einige auf dasselbe Areal bei Cleebronn beziehen, andere aber aus Sindelfingen stammen. Hinzu kommen zwei eher programmatische Beiträge.
Ein grundlegendes Dilemma besteht darin, dass der Prozess der Inwertsetzung – er macht, wie gesagt, oft mehr Arbeit als die eigentliche Feldforschung – in der Konzeption von Forschungs- und vor allem von Rettungsgrabungen systematisch zu kurz kommt. Während für Ausgrabungen oft Mittel und Personal zur Verfügung stehen, sei es im Rahmen investorenfinanzierter Rettungsmaßnahmen oder durch Drittmittel, sind für die Auswertung und Veröffentlichung meist keine ausreichenden Ressourcen mehr vorhanden. So werden zwar immer mehr Archivbestände an Dokumenten und Funden generiert – da ihre Auswertung aber zusehends hinterherhinkt und sie somit nicht in Wert gesetzt werden, ist der Nutzen für Fachwelt und Öffentlichkeit stark eingeschränkt.
PIA soll daher Methoden und Standards für die effiziente Aufbereitung und zeitnahe Publikation von Rettungsgrabungen entwickeln. Der einführende Artikel gibt einige wichtige Erläuterungen, die übrigen Beiträge in dem Band müssen dann wohl als Muster oder gar Standard zu sehen sein.
Die Herausgeber schildern völlig richtig, dass das bisherige Modell der Auswertung nicht mehr greift. Sie machen die steigende Zahl der Ausgrabungen durch das Verursacherprinzip und die Einbindung kommerzieller Grabungsfirmen, aber auch den Strukturwandel in der universitären Ausbildung verantwortlich. Das alte System sah vor, dass
"wissenschaftliche Auswertungen von Materialkomplexen aus der Denkmalpflege zu einem großen Teil im Rahmen universitärer Abschlussarbeiten erfolgten. Es waren meist ausgesprochen umfangreiche Doktor- und ab den 1980er Jahren vermehrt Magisterarbeiten, deren Erstellung sich oft über Jahre hinzog. Zwischen 1971 und 2015 entstanden auf diese Weise mehr als 600 Examensarbeiten über archäologische Fundkomplexe aus Baden-Württemberg. Um die Finanzierung hatten die Studierenden sich in der Regel selbst zu kümmern, sie erfolgte durch Stipendien, eigene Erwerbstätigkeit oder familiäre Unterstützung. Die Denkmalpflegebehörden traten ihre wissenschaftlichen Publikationsrechte an die Studierenden ab und unterstützten in vielen Fällen das Zeichnen der Funde und den Druck der Examensarbeiten." (S. 12)
Mit anderen Worten beruhte das alte System darauf, dass man Verantwortung und Kosten an Studierende privatisiert hat. Übernommen wurden vielfach die damals noch wesentlich höheren Publikationskosten. Man darf sich also nicht wundern, dass das aus heutiger Sicht als Ausbeutung wahrgenommen wird und für Studierende auch ein gewichtiges Argument sein kann, ein anderes Studienfach zu wählen, wo Abschlußarbeiten finanziert sind. Indes gibt es inzwischen auch in der Archäologie genügend bezahlte Qualifikationsstellen, aber sie beruhen auf Drittmittelprojekten der Universitäten, die heute kaum noch bewilligt werden, wenn anstelle zielgerichteter wissenschafticher Fragestellungen nur eine Ausgrabung nach dem Motto "schau'n wir mal" ausgewertet werden soll. Inzwischen sind es auch nur noch wenige herausragende Ausgrabungen, die per se einen Erkenntnisfortschritt ergeben. Das gilt etwa für landesgeschichtlich bedeutende Stätten oder für solche Fundstätten, die von ihren Erhaltungsbedingungen sonst nicht zu erfassende Details aufzeigen können. Für die Mehrzahl der Fundstellen und Themen ist die Grundlagenarbeit jedoch bereits andernorts geleistet und die Auswertung kann sich an etablierten Vorbildern orientieren. Die Leistung der Auswertung ist nun weniger die wissenschaftlich-intellektuelle Durchdringung des Themas, sondern der Fleiß und die Materialkenntnis. Das spricht den Auswertungen keineswegs den wissenschaftlichen Wert und
die wissenschaftliche Qualität ab, sondern verweist auf das Problem,
dass für eine Projektförderung die Innovation meist ein zentrales
Kriterium darstellt. Eine klassische Auswertung hat heute aber – wenn wir sie nicht immer den Unerfahrensten im Fach, den Studierenden anvertrauen würden – eine Routinemäßigkeit.
Fragestellungen haben heute zumeist eine größere Detailtiefe, was etwa bei Chronologiefragen mit neuen Methoden, aber auch neuen theoretischen Perspektiven
wie etwa aus der Sozial- und Umweltarchäologie zusammen hängt. Dennoch können wir auf die Auswertung einzelner Grabungen nicht verzichten, denn aus lokal- und landesgeschichtlicher Persoektive sind sie immer neu und einzigartig und in all den Befunden und Funden stecken mit Sicherheit auch immer wieder neue Einsichten, die es zu identifizieren gilt. Heute spielen auch statistische Verfahren und big data eine immer größere Rolle, was eine vernünftige Quellenerschließung und –zugänglichkeit voraus setzt.
Insofern ist der Gedanke richtig, Auswertungen im speziellen Team mit einem optimierten Ablauf durchzuführen und eben jene Routinen so zu entwickeln, dass sie auch effektiv sind. Letztendlich muss sich das Ergebnis jedoch daran messen lassen, dass die erarbeiteten Informationen aus den Ausgrabungen für die weitere Forschung – und auch für die Gesellschaft – Relevanz besitzen und wissenschaftlich nachvollziehbar sind. Vor allem muss es möglich sein, aus den einzelnen Grabungen serielle Daten zu gewinnen, die einen regionalen und überregionalen Vergleich ermöglichen, mit dem chronologische und räumliche Muster zu erkennen sind, oder mit denen historische Prozesse definiert und beschrieben werden können. Vergleichbarkeit ist also ein Kriterium, das nur gegeben ist, wenn im Sinne der Quellenkritik auch deutlich wird, wie die Daten einzuschätzen sind. Dazu benötigen wir Informationen etwa zur Grabungstechnik aber auch zu den die Ausgrabung leitenden Hypothesen.
Im Hinblick auf meine eigenen fachlichen Interessen habe ich mir nur die beiden Beiträge zu dem frühmittelalterlichen Gräberfeld von Cleebronn (Daniel Anton/ Hauke Kenzler, S. 147-202) und der nahe gelegenen Wüstung Niederramsbach (Robin Dürr, S. 203-227) genauer angeschaut, wobei es mir hier nicht um den Inhalt geht. Die Autoren haben hier jeweils hervorragende Arbeit geleistet. Funde und Befunde sind klar beschrieben. Ein eigener Abschnitt gilt der chronologischen Einordnung des Gräberfelds von Cleebronn, die im wesentlichen nach den Bearbeitungen von Schretzheim und Pleidelsheim (Koch 2001) erfolgt. Dem Sinn der Publikation folgend, findet keine ausführliche Diskussion der Funde statt, die Einordnungen sind aber gut und nachvollziehbar begründet. Eine detaillierte Beschreibung der Funde erfolgt im Kontext der Grabbeschreibungen.
Es geht mir vielmehr um das Konzeptionelle der neuen Reihe, die eine möglichst zeitnahe Bereitstellung von Katalogwerken und Materialeditionen bieten soll. Der Beitrag zu dem Gräberfeld versteht sich ausdrücklich als Katalog. "Die Befund- und Fundvorlage erfolgt in Form eines Katalogs, eines Tafelteils mit ausgewählten Inventaren sowie digitaler Daten (Planumsfotos und Röntgenaufnahmen der Funde)." Letztere finden sich unter https://doi.org/10.11588/data/QOUMAB. Der Link ist sehr unscheinbar im Text angegeben, dafür findet sich in der Randspalte groß gedruckt, aber unbeschriftet ein QR-Code. Das sieht modern aus, ist aber unsinnig, da der normale Nutzer das Dokument wohl am PC liest und für gewöhnlich kaum einen Handscanner angeschlossen hat, um dem Link zu folgen. Unter dem gegebenen Link finden sich zip-Dateien zu mehreren der Beiträge aus PIA 1. Jedes Grab ist als Verzeichnis angelegt, in dem Grabungsfotos als *.tif, noch einmal der Grabungsplan als pdf sowie in einem Unterverzeichnis die Röntgenbilder der Funde als *.tiff enthalten sind. Die Fotos der Befunde sind mit Grabungsnummer und Fotonummer benannt (z.B. 2019_0225_B_2120_0003.tif), die Röntgenbilder sind hingegen mit einer RPS-Nummer bezeichnet, also z.B. 366_2_RPS.tiff. Auf dem Foto sind Fund- und Befundnummern, aber nicht die Grabnummer zu finden. exif-Daten zu den Fotos sind nicht verwendet. Von der Fotobezeichnung allein ist nicht in den Katalog zu finden. Weder im pdf des PIA 1 noch in den Begleitdaten findet sich ein Lageplan. Der Übersichtsplan des Gräberfeldes auf Taf. 12 gibt ebenfalls keine Koordinaten an. Überhaupt fehlen alle relevanten Angaben zu den Ausgrabungen, wie sie in den Berichten der Parallelreihe der eigentlich mit geringerer Priorität ausgewiesenen "Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg" recht ausführlich gegeben werden. Für die Ausgrabungen im Gräberfeld Niederramsbach gibt es einige Angaben in den Vorbemerkungen, ansonsten wird lediglich über das Literaturverzeichnis auf die Publikation Kenzler/ Neth 2019 in den Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg verwiesen. Das ist aber nach seinem Selbstverständnis nur ein populärwissenscftlicher Vorbericht, der selbstverständlich keine technischen Daten zu den Grabungen gibt – und der auch nicht einfach online verfügbar ist.
Als Beispiel für eine Siedlungsgrabung dient hier der Beitrag von Robin Dürr zu den westlichen Grabungsflächen der Wüstung Niederramsbach. Ging man ursprünglich davon aus, dass die 2013-15 ergrabene Siedlung ihren Westabschluß durch den Fürtlesbach fand, ergaben die Ausgrabungen 2019 im Industriegebiet Langwiesen IV neben vorgeschichtlichen Siedlungspuren (Beitrag D. Knoll) und dem eben bereits angeführten spätmerowingerzeitlichen Gräberfeld weitere Siedlungsspuren der Wüstung. Abb. 2 gibt einen Gesamtplan der Grabungsbefunde 2013–2015, Abb. 3 die mittelalterlichen Befunde im Bereich der Untersuchungen 2019_0024 (oben) und 2019_0025 (unten) wieder. Dabei erkennt man auch die Gräber aus dem gesonderten Artikel, so dass der Lagebezug des Gräberfeldes zum Westteil der Siedlung deutlich wird, wo allerdings nur ein Fragment merowingerzeitlicher Keramik vorliegt. Die Besiedlung befand sich wohl eher östlich des Fürtlesbachs. Leider gibt es keine Abbildung, die die alten Grabungsflächen 2013-15 zu denen von 2019 in Relation setzt.
Der erste Band der Reihe kann leider nicht überzeugen, da er zwar detaillierte und gut aufgearbeitete Grabungsvorlagen und -kataloge bietet, aber ein Gesamtkonzept und eine Koordination zu fehlen scheint. Im Gegensatz zu den Dokumenten zur Archäologie in Baden-Württemberg, die die unbearbeiteten Grabungsberichte der Ausgräber präsentiert, wird hier die Grabung in mehrere Einzelbeiträge zerstückelt, ohne dass ein einführender Beitrag vorhanden wäre. Die Vorberichte aus den Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg können das nicht ersetzen. Es fehlen zudem brauchbare topographische Karten. So steht nirgendwo, ob nun tatsächlich alle Funde und Befunde von Cleebronn, Langwiesen IV auch vorgelegt sind. Letztlich zeigt sich auch bei diesem Band, dass man noch immer nicht digital denkt, sondern immer noch in Papier und einzelnen Dateien, die zum Download bereit gestellt werden, die aber keine digtalen Schnittstellen oder Metadaten bieten. Hier wäre es heute sinnvoller anstelle eines pdf primär an ein Datenportal zu denken, das Funde und Befunde mit linekd data strukturiert und Bilder und Pläne integriert. Das klassische pdf/Papier ist hier sekundär und lediglich ein Service für all jene, die schon lange genug am Bildschirm sitzen.
Es bestehen nun verschiedene mehr oder weniger digitale Reihen nebeneinander. Die Tabelle aus Archaeologik v. 26.10.2024 kann nun vervollständigt werden:
| Reihe | Publikationsweise | Inhalt | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg |
Buchpublikation mit Festeinband Moving Wall von 2 Jahren digital im "Open Access" (unterschiedlich lizenziert: Freier Zugang – alle Rechte vorbehalten oder auch mal CC BY SA 4.0) |
umfassende wissenschaftliche Auswertungen | die versprochene Bereitstellung nach zwei Jahren ist nicht gegeben |
| Materialien zur Archäologie in Baden-Württemberg |
“frei und ohne Karenzzeit zugängliches Online-Format” bislang alle CC BY SA 4.0 |
möglichst zeitnahe Bereitstellung von Katalogwerken und Materialeditionen | |
| Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg |
digital, "Open Access" bislang alle CC BY SA 4.0 |
Grabungsberichte | |
| Fundberichte aus Baden-Württemberg |
Buchpublikation mit Moving Wall von 1 Jahr digital im "Open Access" (ist jedoch nur Freier Zugang – alle Rechte vorbehalten) |
wissenschaftliche Aufsätze | in unregelmäßiger Folge mit sehr zufälliger Fundchronik |
| Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg |
kartonierte Buchpublikation Jahrbuch |
populärwiss. Vorberichte | |
| Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg |
kleinformatige kartonierte Buchpublikation irgendwann digital im "Open Access" (unterschiedlich lizenziert: Freier Zugang – alle Rechte vorbehalten oder auch mal CC BY SA 4.0) |
regionale Themen der archäologischen Denkmalpflege vorwiegend populärwiss. ausgerichtet. Begleitbände zu Ausstellungen, stärker fachlich orientierte Veröffentlichungen wie Berichte zu wissenschaftlichen Tagungen |
"Die von Deutschland unterzeichnete Konvention von Malta besage, dass eine (einfache) Abschlusspublikation Pflichtteil jeder Ausgrabung sei - weshalb die Grabungsgenehmigungen auch entsprechende Auflagen machen könnten und sollten. Solchermaßen finanziert, hätten Firmen wie Landesdenkmalämter ganz andere Möglichkeiten, das aktuelle Publikationsdesiderat anzugehen" (DGUF 2024). Doch dies sei derzeit "politisch nicht durchsetzbar", meinten bedauernd die Vertreter der Amtsarchäologie bei einer Tagung bzw. einem World Café von Propylaeum & NFDI4Objects "Zeitgemäßes Publizieren" (Informationen/CfP der Veranstaltung), das Ende November 2024 in Heidelberg stattfand. Es muss hier um die digitalen Formate ebenso gehen, wie um die fachlichen Strukturen. Schon 1989 kritisierte der britische Archäologe Christopher Tilley (1989) die heute übliche Rettungsarchäologie, die immer neue Grabungsdokumentationen liefere, ohne dass die Strukturen geschaffen würden, diese auch auszuwerten und zu nutzen, um die Vergangenheit zu verstehen.
Ändeurngshinweis 21.1.2025: redaktionelle Nacharbeit: Absatz Fragestellungen war korrumpiert
Endlich gibt es in Bayern und Baden-Württemberg die digitalen Grabungsberichte online!
Die neuen Reihen erscheinen auf Propylaeum, dem von der UB Heidelberg und der BSB München betriebenen Fachinformationsdienst für die Altertumswissenschaften. Hier gibt es neben den Online-Zeitschriften, den e-books auch Propylaeum-Dok, wo die hier besprochenen Reihen bisher allerdings die einzigen sind.
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| Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg 2 (Umschlag: LfD Bad.-Württ, CC BY-ND 4.0) |
| Titel | Baden-Württemberg | Bayern |
|---|---|---|
| Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Stuttgart-Feuerbach | Die Ausgrabungen in Arnstein im Bereich des Kreisverkehrs an der B 26 | |
| Erscheinungsjahr | 2024 | 2024 |
| Grabungsjahr | 2022 | 2018 |
| Layout | Layout der Grabungsfirma, einspaltig |
einfaches zweispaltiges, wahrscheinlich einheitliches Layout |
| Rechte | CC BY SA | Alle Rechte vorbehalten, frei zugänglich |
| Inhalt |
1. Auf einen Blick 2. Inhalt 3. Zusatzinformationen • Anlass der Grabung • Veranlassung durch • Durchführende Firma • Fachaufsichtführende Behörde • Vorangegangene Maßnahmen • Absprachen mit Dritten 4. Vorbereitende Maßnahmen • Prospektionen • Vorbereitung der Grabungsfläche • Einrichtung der Grabung • Kontaktdaten der beteiligten Firmen 5. Quellenauswertung • Archiv- und/oder Prospektionsunterlagen • Karten (Urkataster), DGK • andere relevante Karten • Mündliche Überlieferungen • Plan mit Darstellung historischer und aktueller Grundstücksgrenzen 6. Vermessung • Übersichtspläne • Angaben zum Umfang der Fläche • Vermessungssystem und dessen Einbindung • Angaben zu weiteren Vermessungen 7. Erläuterung des Maßnahmenablaufs • Zeitraum • Grabungstechnik • Personal der Maßnahme • Methoden, Bedingungen • Ablauf der Maßnahme • Rekultivierungsmaßnahmen der Fläche 8. Dokumentation • Ablauf der Dokumentationsmaßnahme • Angewendete Dokumentationstechnik 9. Naturwissenschaftliche Maßnahmen • Beschreibung des Probenprogramms • Nennung des Analyselabors sowie Beschreibung der Analysemethoden • Beschreibung der Behandlung der Proben 10. Maßnahmen am Fundmaterial • Blockbergungen • Verwendung chemischer Mittel • Bearbeitung 11. Ergebnisse • Geografische Beschreibung • Geologische/geomorphologische Beschreibung • Zusammenfassende Beschreibung der wichtigsten Befunde und Funde • Grab 01 • Grab 02 • Grab 03 • Grab 04 • Grab 05 • Grab 06 • Grab 07 • Große Grube • Pfostengrube • Moderne Befunde? • Phasenpläne mit Befundnummern • Erste zeitliche und räumliche Interpretation der Befunde und Funde • Übersichtsplan mit den wichtigsten Befunden • Rekonstruktionen • Einarbeitung weiterer Berichte 12. Zusammenfassung der Ergebnisse • Grabräubern auf der Spur |
Information zur Einordnung der Grabungsergebnisse Inhalt Grabungsanlass Wissenschaftlicher Vorbericht • Topographie, Bodenverhältnisse • Befunde und Funde • Neolithikum • Urnenfelderzeitliche Siedlung • Eisenzeitliche Befunde • Das merowingerzeitliche Gräberfeld Fazit Literatur Zusammenfassung |
| Angaben zu einzelnen Gräbern | Befundbeschreibung, Funde kursorisch ohne Beschreibung und Fotos im Fließtext erwähnt |
den Grabungsablauf beschreibend, Funde im Fließtext erwähnt,selten abgebildet |
| Anhang |
• Übersichtsplan des Gesamtprojekts • Gesamtplan der Grabung • Übersichtsplan der wichtigsten Befunde • Phasenplan • Fundliste |
keiner Pan einspaltig im Text |
| Graphikausführung |
Plan als eingebundene Vektorgraphik |
Plan als unscharfe, einspaltige Bildgraphik irgendwo im Text |
| Reihe | Publikationsweise | Inhalt | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg |
Buchpublikation mit Festeinband Moving Wall von 2 Jahren digital im "Open Access" (unterschiedlich lizenziert: Freier Zugang – alle Rechte vorbehalten oder auch mal CC BY SA 4.0) |
umfassende wissenschaftliche Auswertungen |
die versprochene Bereitstellung nach zwei Jahren ist nicht gegeben |
| Materialien zur Archäologie in Baden-Württemberg |
“frei und ohne Karenzzeit zugängliches Online-Format” (Lizenzierung bisher unklar) |
möglichst zeitnahe Bereitstellung von Katalogwerken und Materialeditionen | noch kein Band erschienen |
| Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg |
digital, "Open Access" bislang alle CC BY SA 4.0 |
Grabungsberichte | |
| Fundberichte aus Baden-Württemberg |
Buchpublikation mit Moving Wall von 1 Jahr digital im "Open Access" (ist jedoch nur Freier Zugang – alle Rechte vorbehalten) |
wissenschaftliche Aufsätze | in unregelmäßiger Folge mit sehr zufälliger Fundchronik |
| Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg |
kartonierte Buchpublikation Jahrbuch |
populärwiss. Vorberichte | |
| Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg |
kleinformatige kartonierte Buchpublikation irgendwann digital im "Open Access" (unterschiedlich lizenziert: Freier Zugang – alle Rechte vorbehalten oder auch mal CC BY SA 4.0) |
regionale Themen der archäologischen Denkmalpflege vorwiegend populärwiss. ausgerichtet. Begleitbände zu Ausstellungen, stärker fachlich orientierte Veröffentlichungen wie Berichte zu wissenschaftlichen Tagungen |
Wie sich das Verhältnis der neuen Dokumente-Reihe zu den Berichten in dem Jahrbuch der “Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg” und in den Fundberichten aus Baden-Württemberg gestalten wird, wird wohl abzuwarten sein. Auffallend ist, dass keine der nun in den Dokumenten vorgelegten Ausgrabungen in den “Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg” aufscheint, obwohl dort doch angeblich “zu fast allen Grabungen kurze Aufsätze veröffentlicht” würden (Krausse 2024, 6). Nach dem erschreckenden Ende der WBG werden die Archäologischen Ausgrabungen nun im Selbstverlag direkt von der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern und dem Förderkreis Archäologie in Baden vertrieben. Von einer 2023 mit einer Mitgliederbefragung in der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern ins Spiel gebrachten digitalen Publikation ist allerdings nicht mehr die Rede.
Die Lizenzierung der Einzelbände in den Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg ist nicht einheitlich, da sie teilweise mit CC-Lizenz auftreten, teils aber alle Rechte vorbehalten sind - was kein Open Access ist.
Die neuen Reihen sind zu begrüßen!
Eine rasche Einsicht in aktuelle Grabungen ist für die Forschung aber auch für das Bild der Archäologie in der Öffentlichkeit essentiell. Gerade in Zeiten der kommerziellen Archäologie und des Verursacherprinzips ist es wichtig, den zahlenden Verursachern auch ein öffentlich sichtbares Ergebnis zu präsentieren.
Deutlich ist auch, dass nicht mehr jede Grabung standardmäßig in der klassischen Auswertung vorgelegt werden kann - und dies auch nicht mehr muß. Viele Forschungsfragen sind geklärt und nicht jedes merowingerzeitliche Gräberfeld muss nach dem aus den 1940er Jahren stammenden Muster erneut Typologie und Chronologie der Beigaben untersuchen. Ihre Bedeutung liegt nun vorwiegend in der Landes- und Lokalgeschichte sowie in neuen primär sozialarchäologischen Fragestellungen, wo neue naturwissenschaftliche Methoden ebenso von Bedeutung sind, wie serielle, vergleichende Massenauswertungen, die nicht mehr unbedingt an einzelnen Fundstellen ansetzen.
Auch das bisherige Konzept der Landesarchäologien, die Bearbeitungen über universitäre Abschlußarbeiten vornehmen zu lassen und den Druck und ein Stipendium oder bestenfalls eine befristete Teilzeitstelle zu finanzieren, geht nicht mehr auf. Tausenden von denkmalpflegerischen Maßnahmen in Deutschland pro Jahr stehen gerade mal etwa 200 Abschlußarbeiten gegenüber, die Material und Ausgrabungen bearbeiten. Zudem erscheint gerade die Auswertung und historische Einordnung einer Ausgrabung, die wissenschaftlichen und nicht rein deskriptiven Anspruch hat, als eine der schwierigsten wissenschaftlichen Aufgaben in der Archäologie zu sein, die wir bisher systematisch an die unerfahrensten Kolleg*innen delegiert haben.
Hier wird man an einem System nicht vorbei kommen, das festangestellte Grabungsbearbeiter*innen vorsieht, was am ehesten über eine Einbeziehung in das Verursacherprinzip zu leisten ist - was inhaltlich völlig korrekt wäre, nur juristisch vielleicht schwierig und politisch wohl kaum gewollt sein dürfte.
Hier wird das gestaffelte System in Baden-Württemberg interessant - reine Grabungsberichte, Materialeditionen und schließlich “Forschungen und Berichte”. Vielleicht ist im Titel der letztgenannten Reihe das “Berichte” nun redundant.
Die neuen digitalen Grabungsberichte machen aber auch klar, dass die Digitalisierung für die Ämter eine Aufgabe ist, in die wenig konzeptionelles und strategisches Denken investiert wurde. Diese These begründe ich damit, dass ganz offensichtlich weiterhin in klassischen Papierformaten gedacht wird, die nun eben als pdf statt auf Papier erscheinen.
In einer rein digitalen Publikation ist es völlig unnötig wie in dem bayerischen Dokument zwischen linken und rechten Seiten zu unterscheiden oder gar Leerseiten einzufügen. Auch Pläne einspaltig als Pixelgraphik einzufügen, denkt hier die digitalen Möglichkeiten in keiner Weise mit. War früher das Papierformat eine Entschuldigung, Pläne lieber klein als gar nicht abzudrucken (wobei man bei guter Druckqualität wenigstens eine Lupe benutzen konnte), führt das im digitalen Format zur Unbrauchbarkeit der Abbildung. Mit einer vektorbasierten Graphik wäre das Problem behoben. Die Pläne im baden-württembergischen Dokument sind diesbezüglich vorbildlich. Hier lässt sich gut heranzoomen.
Indes stellt sich auch die Frage, wie man mit Tabellen umzugehen hat. Die Fundliste im baden-württembergischen Bericht lässt sich relativ leicht mit copy&paste exportieren, das ist aber nicht spaltenhaltig und erschwert eine Weiterbearbeitung der Daten. Wäre es nicht sinnvoller hier anstelle eines pdf gleich die Tabelle zu publizieren? Die Zukunft liegt vielleicht nicht allein in pdfs, sondern in einer Forschungsdateninfrastruktur, die auch Pläne, Listen und Fotos in passenden, offenen digitalen Formaten bereit hält.
Zuletzt wäre zu begrüßen, wenn durchgängig CC BY SA-Lizenzen benutzt würden. Nur das verdient den Begriff OpenAccess.
Die durchaus schöne, aber bislang wenig erfolgreiche Zeitschrift Blickpunkt Archäologie des Deutschen Verbands für Archäologie (DVA) erscheint nun digital - via Propylaeum-ejournals.
Das ist gut, denn die Beiträge zu aktuellen Themen waren in der Totholz-Variante weitgehend ohne Resonanz. Das ändert sich nun hoffentlich, da die Zeitschrift regelmäßig wichtige Themen behandelt, die oft wissenschafts- und fachpolitisch von Bedeutung sind, und über den kleinen Abonnentenkreis hinaus wahrgenommen werden sollten.
Genannt sei hier aus dem ersten und aktuellen Heft neben dem Themenschwerpunkt Archäologische Landesaufnahme vor allem der Beitrag von Harald Meller zu den Streichungen archäologischer Studiengänge:
Es zeichnet sich ab, dass die Streichungsrunde auch nach Leipzig und Frankfurt weiter gehen wird. Dazu ist es wichtig, solche Positionierungen gerade auch von nicht primär universitären Kolleg*innen greifbar zu haben - und zwar leicht teilbar und verlinkbar, nicht versteckt in Buchregalen und Bibliotheksmagazinen.
Die Online-Publikation ermöglicht es, auch digitale Quellen direkt zu verlinken. So kommt man von Harald Mellers Artikel auch gleich zu den aktuellen Studierendenzahlen bei der DGUF (wenn auch mit dem nur temporären funktionierenden Link auf das EarlyView).
Dennoch scheint im neuen Blickpunkt die Digitalisierung nicht ganz mitgedacht. Das zeigt sich vor allem darin, dass die pdfs der einzelnen Artikel auf deren ersten Seite gar keinen Hinweis auf Zeitschrift und Band haben, in denen sie erschienen sind. Das war eigentlich schon seit Erfindung des Xerox-Kopierers in den 1960er Jahren gute (wenn auch nicht immer ästhetisch gestaltete) Praxis. Die Vorgängerzeitschrift des alten Blickpunkt Archäologie, das "Archäologische Nachrichtenblatt" und dessen Vorgänger, die in der DDR erschienenen "Ausgrabungen und Funde" waren da bereits fortschrittlicher...
Obwohl die Herausgeber mit einer Rücksetzung der Jahrgangszählung auf 1 eine Zäsur
markieren, bleibt der Name der Zeitschrift genau gleich (und die Website der Zeitschrift beim DVA
ist auch eins). Es gibt nun also die Zeitschrift Blickpunkt Archäologie
1, 2024 und Blickpunkt Archäologie 1, 2013. Verwirrung wird in Kauf
genommen und eine wünschenswerte Retro-Digitalisierung wird damit auch
nicht einfacher. Eine Zeitschrift, die von vorn herein online erscheint, könnte auch die doi auf das pdf bringen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Erhöhung der Reichweite der Zeitschrift und ihrer Inhalte - und genau das wünscht man sich doch für den Blickpunkt Archäologie...