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Samstag, 1. August 2020

Verkohltes Erbe - Die ausstehende Bilanz der Folgen der Wildfeuer in Australien

Der Deutschlandfunk berichtet in der Sendung "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" über die Schäden am Kulturerbe der Aboriginees, die durch die Buschbrände 2019/20 entstanden sind.

Viele Bereiche waren bislang gar nicht für eine Bestandsaufnahme zugänglich, wegen der Bruchgefahr in den verbrannten Wäldern und wegen Covid19. Klar ist: Die Schäden sind enorm. Die  Neuentdeckungen können das nicht aufwiegen, so sensationell etwa die Entdeckung eines 6600 Jahre alten Wassermanagementsystems ist, das offenbar der Haltung von Aalen diente.

 

Heritage-Schutzgebiete im Südwesten Australiens und Brandherde am 12.1.2020
(Graphik R. Schreg)

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Montag, 13. Januar 2020

Apokalyptisches Wildfeuer in Australien - Bedrohung für Felsbilder der Aboriginees?

Die aktuellen Wildfeuer in Australien sind in ihrer heutigen apokalyptischen Gestalt eine Folge menschengemachten Umweltwandels. Das umfasst einerseits die Praxis der Landnutzung, andererseits die aktuelle Erderwärmung.
Für das europäische Modell der Landnutzung sind Wildfeuer eine Bedrohung, weshalb die Brände gelöscht und eingedämmt werden müssen. Das führt indes dazu, dass sich in den geretteten Areale Brennmaterial ansammelt - und die Feuer beim nächsten Mal um so heftiger werden. Die Aboriginees gingen mit dem Feuer anders um. Für ihre Form der Landnutzung war es ein positiver Faktor: Es brannten begrenzte Flächen, in denen die nachwachsende Vegetation unter anderem gute Jagdgründe bot.
Jetzt kommt der Klimawandel hinzu. Alles wird trockener, das Risko einer Entzündung und eines raschen Abbrennens steigt. Flächenbrände werden größer.

Satellitenaufnahmen derCopernicus Sentinel-3 mission 12. November 2019 erfasst die Rauchwolken an Australiens Ostküste.
(Foto: European Space Agency [CC BY SA 2.0] via WikimediaCommons)

Auswirkungen auf Felsbilder?

Über zwanzig Menschen und Millionen von Tieren sind in der Wildfeuer-Saison 2019/20 bereits umgekommen, noch bevor sie ihren zu erwarteten Höhepunkt erreicht hat. Natürlich hat da ein Aspekt keinen besonders hohen Stellenwert, nämlich die Frage, welche Auswirkungen das Feuer auf archäologische Stätten, insbesondere auf die Felskunst der Aboriginees hat. Wildfeuer gelten neben der Erosion (und moderner Baueingriffe) als einer der wichtigtsen Faktoren ihrer Zerstörung. Durch die Hitze platzen die Gesteinsoberflächen ab, es kommt zu Rußablagerungen, die die z.T. mit Kohle gemalten Bilder überdecken.

Ganz nebenbei erfährt man in einem Artikel des Guardian, dass das Feuer schon über Welterbestätten der Felskunst in den Blue Mountains hinweg gegangen sei ("The fire has already burned through world heritage rock art sites"). So erzählt eine Aboriginee-Frau.
Bislang sind dazu keine weiteren Medienberichte zu finden. Auch bei der UNESCO, zu deren Welterbe das Greater Blue Mountain Area gehört, wie auf der Website des Nationalparks gibt es bisher keinen Hinweis auf die Feuer. Man hat angesichts des Flammeninfernos sicher drängendere Probleme.

Heritage-Schutzgebiete im Südwesten Australiens und aktuelle Brandherde
(Graphik R. Schreg)
Ein Vergleich der aktuellen Feuerherde mit den eingetragenen Schutzgebieten für kulturelles Erbe (die nötigen Daten [leider allerdings keine Kartierung der Felsbildstätten] stehen frei unter einer CC-Lizenz auf australischen Regierungsseiten) zeigt, dass nicht nur die Blue Mountains betroffen sind. Im Namadgi National Park aber gibt es Felsbilder und hier zeigen die Satellitendaten eine fast geschlossene Feuerfront von rund 70 km Länge.
Vergl. auch: https://hotspots.dea.ga.gov.au/

Yankee Hat Felsbilder im Namagdi National Park
(Foto: Martyman [CC BY SA 3.0] via WikimediaCommons)
Die Hauptverbreitungsgebiete der Aboriginee-Felskunst liegen offenbar im Northern Territory und im nördlichen Queensland, die auch regelmäßig von Wildfeuern betroffen sind, augenblicklich aber nicht Teil der Katastrophe sind. 

Mehrere aktuelle Artikel setzen sich mit einem Feuer von 2018 in Queensland auseinander. Hier kam es zu schweren Beschädigungen an einer Felsbildstätte aufgrund einer eigentlich zu deren Schutz gedachten Besucherplattform aus Kunststoff. Sie ist bei einem Wildfeuer 2018 geradezu explodiert. Inzwischen werden diese Plattformen beseitigt.
Die Bedrohung von Felsbildern durch Waldbrände stellt sich derzeit auch in einer ganz anderen Region, nämlich am Amazonas in Bolivien:
Museen und Gallerien in Canberra bringen ihre Kunstwerke in Sicherheit, da die ruß-haltige Luft zu Ablagerungen und Verschmutzungen führt.
Von Seiten der Aboriginee wird auch der Verlust der Kulturlandschaft beklagt. Zwar gehörte Feuermanagement zur Landnutzungspraxis, aber die Kenntnisse sind weitgehend verloren gegangen.

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Sonntag, 16. August 2015

Kulturgut der Aboriginees? - Das kann dann mal weg!

Auf der stark industrialisierten Burrup-Halbinsel im Norden Australiens wurden Feldsbilder aus der Denkmalliste gestrichen. Der Fall steht nicht nur für den Interessenskonflikt von Wirtschaft und Kulturerbe, sondern berührt auch die Rolle des Kulturerbes indigener Bevölkerungen.   
"When ISIS wrecked the temples in Iraq recently the world seethed in anger. An important Australian heritage site is now in danger from being destroyed by government-sanctioned mining which will be every bit as bad as the ISIS-sponsored vandalism."
Burrup Halbinsel
(Foto: Tradimus [CC BY SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Grabungen
"It can be hard for European Australians to conceptualise that Aboriginal occupancy of the Pilbara is over five times more ancient than the Egyptian pyramids."

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Freitag, 23. Mai 2014

Industrieanlagen, Luftverschmutzung und Rassisten

Seit Jahren ist die Erhaltung der Felsbilder im Nordwesten Australiens ein Problem:
Burrup Halbinsel
(Foto: Tradimus [CC BY SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Geschätzt über eine Million Felsbilder im Murujuga National Park auf der Burrup-Halbinsel bei Dampier, Western Australia, teilweise angeblich 30.000 Jahre alt, teilweise wohl erst aus der Neuzeit, sind heute unterschiedlichen Bedrohungen ausgesetzt:
  • Überbauung durch Industrieanlagen - einige der Felsen liegen heute zertrümmert auf Deponien (beschönigend ist von "Verlagerung" die Rede)
  • Verwitterung - die chemischen Industrieanlagen haben zu einer erheblichen Beschleunigung der Verwitterung der Felsoberflächen geführt
  • Vandalismus - Ritzungen und Schmierereien
Nach Protesten wurde die Burrup-Halbinsel 2013 Teil des neuen Murujuga National Park, der gemeinsam vom Department of Environment and Conservation und dem Verband der  Aborigines von Murujuga. Die Felsbilder stehen seitdem unter Beobachtung, doch gibt es keinen wirkungsvollen Schutz gegen Vandalismus. Dabei scheint es sich nicht nur um dummes Touristengekritzel zu handeln, sondern teilweise auch um noch dümmere rassistische Ausfälle gegen die Aborigines.


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