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Samstag, 18. Oktober 2025

Wrackfunde doch unverkäuflich - ein Gerichtsurteil 10 Jahre nach der Entdeckung der San José vor der kolumbianischen Küste

Vor 10 Jahren sorgte die Entdeckung des Wracks der 1708 mit 55 t Gold und Silber gesunkenen Galeone San José für große mediale Aufmerksamkeit - und für Proteste da die Regierung Kolumbiens beschloss, die Bergung gegen 50% Gewinnbeteiligung an eine private Firma zu übertragen. International wurde dagegen protestiert - auch durch die UN. Dazu gab es auch mehrere Blogposts auf Archaeologik.

Inzwischen hat man in Kolumbien an den Verträgen mit verschiedenen Firmen gearbeitet und diese auch gerichtlich ausgehandelt. 2018 war das Wtack aber als nationale Kulturerbe registriert worden und nun untersagte ein Gericht, Kulturerbe zu Geld zu machen.

 

Diese Meldung hat kaum Resonanz gefunden - ganz anders als die Unterwasserfotos, die Kanonen und Goldmünzen des Wracks zeigen. 2024 wurde eine genauere Erkundung des in 600 m Tiefe liegenden Wracks begonnen.

 

Seeschlacht vor Cartagena 8. Mai 1708: 
Die San José wird von britischen Kriegsschiffen versenkt.
Gemälde von Samuel Scott vor 1772
(National Maritime Museum in Greenwich, Public Domain 
via Wikimedia Commons)

 

Freitag, 10. Februar 2017

Die frühe spanische Kolonisation - eine globale Perspektive



Sandra Montón-Subías/ María Cruz Berrocal/ Apen Ruiz Martínez (Hrsg.)

Archaeologies of Early Modern Spanish Colonialism

Contributions to Global Historical Archaeology

(Cham, Heidelberg: Springer 2016)

ISBN 978-3-319-21884-7
106,99€


Die spanische Kolonisation der Neuen Welt war ein entscheidender Schritt hin auf unsere moderne Welt der Gegenwart.

12 Beiträge liefern in drei Kapiteln Fallstudien zu spezifischen Fragen der spanischen Kolonisation des 15. bis 17. Jahrhunderts in Amerika, Afrika und dem Pazifik. Damit stellt sich die Frage, wie ein komparatistischer Ansatz umzusetzen ist. Das erste einleitende Kapitel greift diese grundlegende Frage auf. Die drei Herausgeberinnen betonen, dass es in der spanisch-sprachigen Archäologie erst in den letzten Jahren zu einer Auseinandersetzung mit der 'historical archaeology' gekommen sei. Ziel des Buches sei es, durch eine globale vergleichende Perspektive gerade auch "bislang (un)beachtete Peripherien (abgelegene Fallstudien, Regionen, methodische Ansätze und Forschungstraditionen außerhalb der dominierenden Forschungszentren) zu integrieren. So ging es darum, jenseits der transatantischen Verbindungen auch bislang wenig beachtete Regionen in Afrika und im asiatischen Pazifikraum in die Diskussion einzubringen und so den globalen Charakter der spanischen Kolonisation deutlich zu machen. Dementsprechend stammen die meisten Fallstudien nicht aus den Kernbereichen des spanischen Kolonialreichs in Mittel- und Südamerika. Die Berücksichtigung dieser peripheren Beispiele ermögliche ein höheres Niveau an Erkenntnis und Verstehens des gesamten Prozesses (S. 4).
Obgleich der einführende Beitrag den komparatistischen Ansatz nicht genauer erklärt, nennt er einige methodisch bedeutende Punkte, teils allgemeiner, teils konkreter, auf die spanische Kolonissation bezogener Art.  
Als besondere Schwierigkeiten des Vergleichs wird die Notwendigkeit benannt, die lokale, regionale und globale Ebene gleichermaßen zu berücksichtigen. Gängige Narrative der Kolonialgeschichte beachten deren materiellen Aspekte nur in geringem Maße. Zudem seien die konkreten sozioökonomischen Ausgangsbedingungen der kolonisierten Gebiete sehr unterschiedlich, da sie sowohl einfache Fischergemeinschaften als auch hochkomplexe Staatsgebilde umfassen.
Deshalb verfolgen die herausgeber einen Vergleich unter den verschiedenen Aspekten der  Strategien und Taktiken kolonialer Interventionen, ihrer Veränderungen in der Zeit, des lokalen Handelns und der langfristigen Entwicklungen. Daraus ergeben sich für den komparatistischen Ansatz wenigstens ein paar Richtlinien.  Die Herausgeberinnen verweisen darauf, dass materielle Kultur hier nicht per se, sondern in ihren verschiedenen kulturellen Gebrauchskontexten betrachtet werden muss. Sie verweisen dabei auf die Bedeutung einer Haushalts-Perspektive, die globale und lokale Prozesse durch alltäglichen Konsum und Wissenstransfer mit einander verknüpfen könne. "When the local is explored in all its dimensions, global comparisons are enriched and codetermination between the different scales is better understood."

Europäische Kolonisation und materielle Kultur sind aber keineswegs immer eng miteinander verbunden. So findet sich im pazifischen Raum nur ein geringer Teil spanischer Sachkultur. In Äquatorial-Guinea hingegen haben europäische Güter die einheimischen Objekte weitgehend ersetzt, was Archäologen zu dem Fehlschluß verleiten könnte, dass dort Europäische Siedler ansässig waren.

Es folgen die Fallstudien in geographischer Anordnung, von Amerika über die spanischen Besitzungen in Afrika bis zu jenen im Pazifikraum. Sie behandeln höchst unterschiedliche Gemeinschaften: ein Jesuitenkonvent ebenso wie Fischerdörfer oder Städte.

Nur ein Beitrag sei hier exemplarisch herausgegriffen, der mir  persönlich deshalb aufgefallen ist, weil er für meine eigenen Forschungen unmittelbar relevant ist. Der Beitrag von Monika Therrien zu Kolumbien (S. 11 ff.) skizziert die problematische Forschungssituation der Historischen Archäologie in Lateinamerika: Während einerseits die präcolumbische Vergangenheit und andererseits die rezenten indigenen Stämme relativ viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit gefunden haben, fehlte lange Zeit eine historische Archäologie, die sich mit der Kolonialzeit befasst hätte. Für die Kulturkontakte greifen die meisten Studien auf Keramikfunde zurück - gerade so, wie ich das für Panama auch getan habe. Dabei zeigte sich auch in Panama, dass sehr häufig kolonialzeitliche indigene Fundstellen übersehen und präcolumbisch datiert wurden. Therrien beklagt die starre Trennung zwischen präcolumbischer und historischer Archäologie, die dazu führe, dass wir nur ein begrenztes Verständnis davon haben, wie Kulturkontakte erfahren wurden und in den unterschiedlichen Kontexten praktisch gelebt wurde. So fällt es auch in Kolumbien bisher schwer, die kolonialzeitliche Sachkultur der dort ansässigen Muisca-Indianer zu bestimmen. In einem Forschungsprogramm wurden daher sowohl kolonialzeitliche Indiosiedlungen und insbesondere deren Keramikproduktion als auch eine spanische Ansiedlung untersucht. Während in den Indio-Siedlungen die präcolumbischen Traditionen in der Keramik bis ins 18. Jahrhundert ungebrochen durchlaufen, entsteht in der spanischen Siedlung eine Keramik, die europäische und indigene Traditionen mischt. Insgesamt erweisen sich die Brüche für die Indios als weniger stark als in der Forschung bislang angenommen. Organisiert in neuen Siedlungen blieben viele Traditionen und Netzwerke vorerst bestehen.
Ein Programm zur historischen Archäologie in Bogotá untersucht deshalb die Art der Urbanisierung und des Alltags. "Contact spaces" und "common practice" sind zwei Begriffe, die dazu dienen sollen, den klassischen, von Gesetzen und Anordnungen der spanischen Krone bestimmten Blickwinkel aufzubrechen und einen stärker auf den Alltag orientierten Blick gegenüber zu stellen. Therrien ordnet diesen Ansatz in die "grounded theory" ein, einem Ansatz, der als "quellebasierte Theoriebildung" ins Deutsche übersetzt werden könnte. "Grounded Theory" stammt aus der Soziologie und  möchte soziale Phänomene sichtbar machen und soziale Prozesse erklären. Sie bedient sich dazu einer pragmatischen Handlungstheorie und durchläuft wiederholt Datenerhebung, - analyse und - interpretation. 
Mit diesem theoretischen Anspruch beleuchtet Therrien sodann die Gestaltung des städtischen Raumes wie die Handwerksproduktion, wobei die Keramik im Mittelpukt steht. Am Beispiel von Bogotá schildert sie die Entwicklung von Stadt und Keramikproduktion. Sie kommt zu dem wenig überraschenden Schluss, dass in Bogotá  Keramik bei der Darstellung von Wohlstand und Einfluß nur eine untergeordnete Rolle spielte, dass es vielmehr der öffentliche Raum - wie zum Beispiel die öffentlichen Brunnen -,  die Küchentische und Tafeln der privaten Haushalte, die Werkstätten und Läden sind, in denen Verhaltensweisen, Moden und  Ansichten ausgetauscht und populär wurden.
In der Entwicklung der historischen Archäologie beobachtet Therrien, dass Fragen von "discourse and domination", von "practice and resistance" durch solche nach sozialen Trennungslinien abgelöstt worden seien, die mit Themen wie 'gender' oder 'Identität' einhergehen. Zwischenzeitlich sei aber eine Hinwendung zu einem Verständnis Verstehen komplexer sozialer Dynamiken zu beobachten. Im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft ("crossculturalscenario") seien  Alltagshandlungen und agency grundlegend für die Konstruktion und Aushandlung von Bedeutungen.


Die sehr heterogenen Beispiele werden leider nicht in einer Synthese zusammengeführt. Sie wäre wichtig gewesen im Hinblick auf die eingangs formulierte methodische Frage des komparatistischen Ansatzes. Was lernen wir denn nun in der Zusammenschau über die Globalisierung? Dass sie in verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich verläuft - auch unter einer gemeinsamen politischen Vormacht? Ein weiterer Ansatz für eine Synthese wäre auch die Tatsache gewesen, dass die spanische Kolonialvergangenheit  für viele Staaten und Individuen bis heute von großer Bedeutung ist. Wie geht man in den verschiedenen Regionen mit diesem - häufig ja nicht unproblematischen Erbe - heute um? Zwar werden einige dieser Aspekte in der Einführung angesprochen, aber das Potential der Fallstudien scheint ohne Synthese am Ende nicht ausreichend genutzt. So bleibt leider unklar, wie ein komparatistischer Ansatz tatsächlich wissenschaftlich fruchtbar gemacht werden kann. Genaus dies ist aber das Spannende an dem Band, das ihn auch über die Expertenkreise für die angesprochenen abgelegenen Regionen interessant macht.




Inhaltsverzeichnis
  • Montón-Subías, Sandra (et al.): Towards a Comparative Approach to Archaeologies of Early Modern Spanish Colonialism, S. 1-8
Part I - Amerika
  • Therrien, Monika: Displacing Dominant Meanings in the Archaeology of Urban Policies and Emergence of Santafé de Bogotá (Colombia), S. 11-38
  • Rodríguez-Alegría, Enrique: The Material Worlds of Colonizers in New Spain, S. 39-59
  • Tarble de Scaramelli, Kay: Historical Archaeology and the Politics of Empowerment in Venezuela, S. 61-91
  • Azkarate, Agustín (et al.): Thoughts on Early Spanish Colonialism Through Two American Case Studies: Basque Fisheries (Canada) and Sancti Spiritus Settlement (Argentina), S. 93-115 
Part II- Afrika
  • Onrubia Pintado, Jorge (et al.): The Archaeology of the Early Castilian Colonialism in Atlantic Africa. The Canary Islands and Western Barbary (1478–1526), S. 119-151
  • Fernández, Victor M.: The Jesuit Mission to Ethiopia (1557–1632) and the Origins of Gondärine Architecture (Seventeenth–Eighteenth Centuries), S. 153-173
  • González-Ruibal, Alfredo (et al.): Colonial Encounters in Spanish Equatorial Africa (Eighteenth–Twentieth Centuries), S. 175-202
Part III- Pazfik
  • Flexner, James (et al.): Beginning Historical Archaeology in Vanuatu: Recent Projects on the Archaeology of Spanish, French, and Anglophone Colonialism, S. 205-227
  • Bayman, James M. (et al.): Spanish Colonial History and Archaeology in the Mariana Islands: Echoes from the Western Pacific, S. 229-252
  • Gibbs, Martin: The Failed Sixteenth Century Spanish Colonizing Expeditions to the Solomon Islands, Southwest Pacific: The Archaeologies of Settlement Process and Indigenous Agency, S. 253-279
  • Cruz Berrocal, María: Ilha Formosa, Seventeenth Century: Archaeology in Small Islands, History of Global Processes, S. 281-302

Samstag, 19. November 2016

Kulturgutraub ist auch ein Thema in Kolumbien

Beim Problem der Raubgrabungen und der Antikenhehlerei denkt man für gewöhnlich an den Nahen Osten, den Mittelmeerraum, vielleicht auch noch an viele unserer heimischen Sondler oder Kambodscha. Es trifft auch nicht nur die berühmten präcolumbischen Hochkulturen der Maya, Azteken und Inka, sondern beispielsweise auch Kolumbien:     

Samstag, 19. Dezember 2015

2 mal San José - Zeugnisse früher Globalisierung und Opfer der Kommerzialisierung


Gleich zwei Wracks namens San José gehen derzeit durch die Presse. Beide werden kommerziell ausgebeutet: Einmal in der Karibik in kolumbianischen Gewässern und einmal im Pazifik vor Panama. Beide wären sie eine wichtige Quelle zur frühen Globalisierung. Sie haben eine wissenschaftliche Untersuchung und eine vollständige Präsentation ihrer Funde verdient.

Kolumbien

In einer Seeschlacht vor Cartagena wurde am 8. Mai 1708 die spanische Galeone San José von britischen Kriegsschiffen versenkt. Nachdem das Schiff in Brand geraten war, explodierte seine Pulverkammer. 578 Menschen kamen dabei ums Leben.
Seeschlacht vor Cartagena 8. Mai 1708: Die San José wird von britischen Kriegsschiffen versenkt.
Gemälde von Samuel Scott vor 1772
(National Maritime Museum in Greenwich, Public Domain via Wikimedia Commons)
Da das Schiff mit 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen sowie 116 Kisten mit Smaragden aus Peru beladen war, interessieren sich schon lange Schatzjäger dafür. Nachdem ein Gericht bereits vor Jahren Ansprüche einer Schatzbergefirma verneint hatte, die die Lage des Wracks bereits in den 1980er Jahren grob eingegrenzt hatte, hat vor wenigen Wochen die kolumbianische Regierung die Entdeckung des Schiffs bekannt gegeben.
Nun erheben die Schatzjägerfirma, wie auch die spanische Regierung Anspruch auf die Ladung. Die kolumbianische Regierung, die erst vor kurzem die kommerzielle Ausbeutung der Wracks vor seinen Küsten mehr oder weniger frei gegeben hat, will 50% der archäologischen Funde der nun beauftragten Bergefirma überlassen.

Protest der Kollegen gegen den Verkauf der Funde

San José in Panama

Die San José in den Pazifikgewässern vor Panama wurde bereits 2002 entdeckt. Diese San José ist bereits 1631 gesunken. Sie hatte angeblich 700 t Gold und Silber im Schätzwert von 50 Millionen $ geladen. Entgegen internationaler Vereinbarungen, die Panama im Gegensatz zu Kolumbien unterzeichnet hat, sollen nun 65% der Funde an eine private Bergefirma gehen. Die UNESCO hat bereits im Frühjahr Protest eingelegt.
Die laufenden Bergungen werden nicht regelmäßig fachmännisch begleitet. Ein Expertengutachten zu den inzwischen vorliegenden Funden stellte fest, dass sich darunter auch jüngere Objekte befinden, so dass sich abzeichnet, dass es mangels Dokumentatione nicht einmal möglich sein wird, die genaue Fracht des Schiffes festzustellen.


In beiden Fällen besteht zu befürchten, dass keine wissenschaftliche Dokumentation der Wracks erfolgt und die Ladung ohne zureichende Untersuchung verkauft wird.

Die Globalisierung der frühen Neuzeit

Die beiden Wracks sind Zeugnisse des großen Kapitalflusses aus dem spanischen Kolonialreich nach Europa. Aus dem ehemaligen Inka-Reich wurden Unmengen Gold und Silber nach Panama transportiert. Die San José aus Panama gehört in diesen Teil des Handels. Von Panama aus wurde die Fracht auf dem Landweg über den Isthmus von Panama nach Portobelo gebracht und von dort nach Spanien verschifft. Die in kolumbianischen Gewässern versenkte San José repräsentiert die Atlantikpassage. 
Was dies alles war, wie die Ladung sich genau zusammensetzt, in welcher Form das Gold und Silber transportiert wurde, wie homogen die Ladungen waren, wären wichtige Informationen, um den Transatlantikhandel der Zeit und die Ausplünderung der Kolonien besser kennen zu lernen. Eine genaue Dokumentation der Wracks wäre auch Voraussetzung, um mehr über den Alltag der Seeleute zu erfahren. 

Die Geschichte des 17. Jahrhunderts in Panama ist ein wesentlicher Teil der modernen Geschichte der Globalisierung. Bisher wurde sie immer aus spanischem Blickwinkel betrachtet, aus dem das 17. Jahrhundert als Krisenzeit erscheint. Immer mehr verlor Spanien die Kontrolle über sein Kolonialreich, nicht zuletzt durch steigendes Interesse anderer europäischer Mächte. Der Wrackfund der San José von 1708 dokumentiert das einträglich.
Die Fragen, die mit diesem Abschnitt der Globalisierung zusammen hängen, werden ab 2016 in einem neuen EU-Projekt untersucht, das an der Universität Sevilla in Spanien angesiedelt ist ("An ARTery of EMPIRE. Conquest, Commerce, Crisis, Culture and the Panamanian Junction (1513-1671)".  Hier fließen auch Erfahrungen und Vorarbeiten des Tübinger Panama-Projektes ein, das 2003-2009 mit überwiegender Finanzierung durch die DFG durchgeführt wurde (vergl. Archaeologik). Eine der Hypothesen des Projektes ist es, dass die Krise des spanischen Kolonialreiches vor Ort eher eine Phase des regionalen Aufblühens war, das der kolonialen Gesellschaft neue Möglichkeiten eröffnet hat. Archäologisch gibt es da verschiedene Zugriffe über die Analyse der Baukonjunktur in der Stadt, aber auch über eine Analyse der Importfunde aus China, die damals zunahmen. Die vergleichende Analyse von Schiffsladungen - aus schriftlichen Quellen, aber vor allem auch aus archäologischem Kontext mit den Möglichkeiten der archäometrischen Herkunftsbestimmung der Ladung - ist ein wichtiger Baustein für das Verständnis der wirtschaftlichen Veränderungen im Lauf der Zeit.


Es íst falsch, solche Wracks als Schätze zu sehen, sie sind in erster Linie historische Dokumente, von denen wir alle über unsere Welt lernen können.

Freitag, 21. Juni 2013

Legal looting - Columbia's dissipation of its submarine cultural heritage

On monday 17th of june 2013 Colombia sold its cultural submarine heritage to treasure hunters. There are many shipwracks in the Caribbean sea as well as at Colombia's Pacific coast. They represent unique testimonials to World history. Remains of the ships as well as their cargo provide important historical information, providing a careful archaeological excavation.
Sir Francis Drake in Cartagena 1585,
hand-colored engraving, by Baptista Boazio, 1589
(PD, library of Congress, via Wikimedia Commons)

Colombia now pass a law which allows treasure hunter the looting of these wracks, if they give half of the finds to the Colombian state. This will without any doubt lead to the destruction of many archaeological sites. Most treasure hunter companies speculate for monetary revenue and have little interest in an archaeological documentation.
The law already passed the House of Representatives last december with 78 / 11 votes. The Senate with 102 representants accepted the disastrous law with only 8 votes against.

The argumentation of the politicians refers to the retrieval of otherwise unreachable objects.
"The spirit of this bill was to create mechanisms to access some heritage objects that would otherwise be unattainable" explained Colombian minister of culture Mariana Garcés. Furthermore, they see no problem in selling 'repetitive finds'. There is no understanding, that in archaeology the context of finds is the basis for every historical interpretation. Repetition of finds (assumed this is a concept suitable for preindustrial handicraft production at all) is an important archaeological fact, which has profound consequences on chronology as well as on the understanding of trading routes. 'Repetition' of finds is in itself an valuable archaeological fact, which must not be disturbed.

Colombian gouvernment rather followed the recommendation of commercial treasure hunting companies than their own archaeological experts. In several experts' report state archaeologists argued against passing the law. By political pressure several archaeologists resigned from their posts in the Antiquities Commission as well as from the ICANH (Instituto Colombiano de Antropología e Historia).

Contacted by Spanish ABC News UNESCO declared "enormous concern about the destruction of underwater cultural heritage sites worldwide through commercial exploitation and plunder. The situation is alarming and the threat is growing every day in many countries of our planet. "
There are several doubts whether the bill is in accordance with national and international laws. The UNESCO Convention for the Protection of Submerged Heritage states that any submarine archaeological remains should not be sold on antiquities market.


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