Der mittelalterliche Landesausbau in Mittelgebirgs- und
Sumpflandschaften wird insbesondere in der Archäologie häufig noch als
organisierte Zivilisierung zuvor unbesiedelter Wildnis verstanden. Dies
gilt etwa für frühmittelalterliche Aufsiedlung in Süddeutschland, wo aus
der Chronologie der Reihengräberfelder, aus Ortsnamen, Flur- und
Dorfformen mehrfach auf eine herrschaftliche Lenkung der Aufsiedlung
geschlossen wurde. Abgesehen davon, dass hier oft spätere
Umstrukturierungen des ländlichen Siedlungsgefüges unterschätzt wurden,
ist vor allem zu hinterfragen, inwiefern das dahinter stehende
theoretische Konzept von Kolonisation zu bewerten ist.
Eine 'post-koloniale' Perspektive dazu in einem neuen Artikel
Eine 'post-koloniale' Perspektive dazu in einem neuen Artikel
- R. Schreg, Uncultivated landscapes or wilderness? Early medieval land use in low mountain ranges and flood plains of Southern Germany. European Journal of Post-Classical Archaeologies 4, 2014, 69-98 oder http://www.postclassical.it/vol.4_files/PCA%204_Schreg.pdf (open access)
