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Samstag, 29. Februar 2020

Digitale Grabungsfotos - 15 Jahre später

Eine Sichtung älterer digitaler Grabungsfotos erbrachte jüngst einige bemerkenswerte Schadensbilder.

Die erste Serie beschädigter Bilder betrifft Grabungsfotos der Grabungskampagne 2005 des Panama-Projektes (DFG, 2001-2005). Die Bilder wurden auf DVD sowie einer externen Arbeitsfestplatte gespeichert. Dank der Sicherungskopien ist hier kein reeller Datenverlust entstanden, so dass sich hier auch die beschädigten und die originalen Bilder (hier auf dem Blog in reduzierter Größe) vergleichen lassen. Die Fotos wurden damals als jpg aufgenommen, was nicht den heute gültigen Standards entspricht, die raw oder tif vorsehen. Die eigentlichen Dokumentationsfotos sind durch die Dateischäden nicht betroffen. Parallel wurden dazu damals noch in kleinerer Serie Dias gemacht.











Weitere Beispiele (ohne die Vergleiche):









Diesselben Schadensbilder musste in einem weiteren Ordner feststellen, der ebenfalls 2005 aufgenommene Fundfotos einer Grabung in einer völkerwanderungszeitlichen Siedlung bei Oberstetten (Lkr. Reutlingen) enthielt. Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren in diesem Ordner beschädigte Bilder bereits durch Sicherungskopien ersetzt hatte - dennoch traten die Schadensbilder jetzt erneut und in weit größerem Ausmaß auf. 
Hier handelt es sich nicht um die eigentliche Grabungsdokumentation, die als Dias beim Landesamt für Denkmalpflege liegt, sondern lediglich um Arbeitsfotos der Funde, die prinzipiell wiederholt werden können. Die Bilder waren auf mehreren Festplatten gesichert, indes wurde vermutlich eine frühere Sicherung irgendwann bei einem abgleichenden Backup mit den schadhaften Bildern überschrieben.














Ich spekuliere hier nicht über die Ursachen. Das ganze möge nur noch einmal ein Appell sein, Datensicherung die nötige Aufmerksamkeit und Planung zu geben...

Mittwoch, 3. April 2013

Formationsprozesse und ihre Faktoren (Archäologische Quellenkritik IV)

Die Blogposts der kleinen Serie 'Archäologische Quellenkritik' gehen auf ein Manuskript zurück, das 1998 für ein Oberseminar am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters in Tübingen entstanden ist, das ich gemeinsam mit Frau Prof. Scholkmann angeboten hatte. Eine immer wieder angedachte Publikation ist aufgrund anderer Projekte nie zustande gekommen. Ich stelle sie hier als Blogposts ein, wobei nur minimale Bearbeitungen und Aktualisierungen erfolgen. In vorliegendem Teil wurde der Abschnitt zur Archäologie als Geschichtswissenschaft überarbeitet, da ich diesen Aspekt in jüngeren Publikationen vertieft habe. Eine pdf-Fassung folgt.


Der Blick in die Forschungsgeschichte hat uns bereits wesentliche Elemente des Formationsprozesses gezeigt. Im folgenden sollen die einzelnen Faktoren systematisch, aber in aller Kürze betrachtet werden. Ausführliche Zusammenstellungen und Besprechungen finden sich in den genannten Arbeiten von Schiffer (1983, 1987) und Sommer (1991).

Einfache und komplexe Formation


Wir unterscheiden im folgenden einfache und komplexe Formationsprozesse. Als einfache Formationsprozesse möchte ich etwa die offensichtliche, konkrete Befundgenese, wie das Ausheben einer Grube oder die Fälschung eines Fundes betrachten. Das Auffüllen, Abgraben oder Abtragen von Erdmaterial, das Ausheben einer Grube, das Setzen eines Pfostens durch Einrammen oder Eingraben, das Aufmauern, Zumauern, das Einplanieren, Pflastern sind ebenso einfache Formationsprozesse wie die natürliche Erosion oder Sedimentation. Diese Prozesse sind die wesentlichen Vorgänge der Befundbildung, an deren Ende der konkrete Grabungsbefund mit seinen stratigraphischen Beziehungen oder das einzelne Fundstück steht.

Dem möchte ich die komplexen Formationsprozesse gegenüberstellen, die weniger konkret erscheinen und deren Hintergründe schwieriger zu rekonstruieren sind. Es geht hier nun weni­ger um die Bildung eines einzelnen evidenten Befundes, als vielmehr um die latenten Befunde, um die Frage ihrer Repräsentativität. Menschliches Handeln und Denken stellen hier einen kaum abzuschätzenden Faktor dar.

 

Stufen der Formation


Im folgenden werden mehrere Stufen der Formation (Abb. 4.1) unterschieden, in deren Verlauf die in einem systemic context abgelagerten Funde zu dem transformiert werden, was uns als archäologische Datenbasis zu einer historischen Interpretation zur Verfügung steht:

Sonntag, 23. Oktober 2011

Throwable Panorama Ball Camera

Throwable Panorama Ball Camera - Wär das nicht was für die rasche Grabungsdokumentation? Bisher gibt es nur einen Proto-Typen. Aber ob das mit der richtigen Senkrechtaufnahme so klappt?