Sonntag, 15. November 2020

10 Jahre Archaeologik - Jubiläum Nr. 2

Jetzt sind es wirklich 10 Jahre Archaeologik - jedenfalls von der Idee her... Heute vor 10 Jahren erschien:
 später unter der neuen Adresse:
Thoma hatte Glück: die archäologische Community reagierte ungeschickt, regte zwar eine Rückgabe des Reliefs an Syrien an, stellte aber kein Ultimatum, das eine mediale Öffentlichkeit geschaffen hätte. So reagierte Thoma einfach gar nicht. Als 2011 der Bürgerkrieg in Syrien losging, stand außer Frage, dass eine Rückgabe an das Assad-Regime nicht in Frage kommt. Insofern hat Thoma das Relief noch heute in seinem Wohnzimmer, vielleicht mittlerweile auch im Keller - oder er hat es weiter verkauft. Nach dem neuen Kulturgutschutzgesetz wäre das noch nicht mal illegal, trotz der eingestandenen Raubgeschichte, denn Funde die vor dem 26.4.2007 nach Deutschland gekommen sind, benötigen keine weiteren Provenienznachweise mehr.  Die ganze Geschichte sei laut Thoma vor 30 Jahren, also um 1980 geschehen. Letztlich handelt es sich allerdings um ein sittenwidriges Rechtsgeschäft (§138 BGB) und so ist der rechtmäßige Erwerb durch Thoma zumindest fraglich. Moralisch und vielleicht eben auch juristisch gehört das Relief nach Palmyra.


Donnerstag, 5. November 2020

EU-Parlamentarier beklagen das mangelnde Engagement Deutschlands im Kampf gegen Antikenhehlerei

Ausgehend vom Fall eines in Ägypten 2011 geplünderten goldenen Sarkophags zeichnet der Beitrag die exemplarische Geschichte eines Objektes im Kunsthandel nach, das es bis ins Metropolitan Museum of Art in New York geschafft hat: gefälschte Papiere, ein Weg über Dubai, Deutschland (wo er restauriert wurde) und Frankreich in die USA mit einer enormen Preissteigerung. Weniger typisch ist die Beschlagnahme und Rückgabe. Heute ist der Sasrkophag im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Wie üblich wird die Zerstörung der wissenschaftlichen Information in dem Bericht nur nebenbei erwähnt.

EU-Parlamentarier beklagen eine mangelnde Kooperation zwischen BKA und Interpol, die insbesondere im Kampf gegen den internationalen Terrorismus bedeutend sei.

Der goldene Sarkophag des Priesters
Nedjemankh aus ptolemäischer Zeit
(The Metropolitan Museum of Arts [PD]
via WikimediaCommons)



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Donnerstag, 29. Oktober 2020

CfP - Ruralia-Konferenz XIV, 2021 in Visieu - “Haushaltsgüter auf dem Lande im europäischen Mittelalter und in der frühen Neuzeit”

 Haushaltsgüter auf dem Lande im europäischen Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Obwohl das Thema Haushaltsgüter in der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit längst etabliert ist, bieten neuere Forschungen umfassendere Ansätze, mit denen einfache typologische und technologische Aspekte überwunden werden. Dies gilt insbesondere für neue archäometrische analytische Methoden und theoretische Perspektiven. 'Material culture studies' dienen als Grundlage für das Verständnis von Menschen, Gruppen und Gesellschaften.

 

Hütte in Zentral-Portugal
(Oliveira, .V.;Galhano, F; Pereira, B.; Constru
ções primitivas em Portugal.
Centro de Estudos de Etnologia, Lisbon, 1969).


Durch die Analyse von Hausstrukturen und -inventaren kann viel über Alltagsgüter (Keramik, Metall, Holz, Korbwaren ...), Produktions- und Konsumstrategien, andere wirtschaftliche Aktivitäten, aber auch Strukturen der sozialen Organisation und Beziehungen zwischen Haushaltsmitgliedern gelernt werden. Das Verständnis vergangener Gesellschaften und Kulturen hängt daher stark von der Untersuchung ihrer Haushaltsgegenstände ab. In diesem Zusammenhang ist es das Ziel der 14. Ruralia Konferenz, die Bedeutung der Haushaltsarchäologie für die Erforschung des ländlichen Raumesim Mittelalter und in der Neuzeit unter einem interkulturellen Ansatz herauszuarbeiten. Dabei sollen schriftliche und bildliche Quellen und Daten ebenso wie Daten aus interdisziplinären Analysen berücksichtigt werden.


Eine detaillierte Analyse einzelner Kontexte, kleiner Teile von archäologischen Stätten, archäozoologische, archäobotanische und geoarchäologische Untersuchungen ermöglichen es uns, die Aktivitäten und Interaktionen der Menschen in ihren Häusern zu rekonstruieren. Funktionale Aspekte der Häuser können anhand spezifischer Einrichtungsgegenstände, aber auch anhand von Inventaren und der räumlichen Verteilung der Funde, analytischer Nachweise für bestimmte Aktivitäten erkannt werden. Hier ist an Kochen und Essen, Lagerung, Weben, Abfallentsorgung, Ruhen zu denken. Hinweise können sich aber auch aus Umfeldanalysen ergeben. Neben das Funktionale treten Informationen über den Rang und den Wohlstand der Bewohner*innen, ihr tägliches Leben, ihre Haushaltszusammensetzung, ihre Familienkonzepte und sogar ihren Geschlechterrollen. Strukturanalysen können Hinweise auf Interaktionsbereiche und strukturierte Verhaltensweisen innerhalb eines Hauses geben.

 

Tagungsbeiträge gesucht!

Die 14. Ruralia Konferenz soll - soweit es Corona zulassen wird - vom 13. bis 19. September 2021 in Visieu in Portugal stattfinden. Das Organisationsteam sucht jetzt nach Tagungsbeiträgen, die einige der oben beschriebenen archäologischen Fragen behandeln. Die Sitzungen können sich auf bestimmte Themen im Zusammenhang mit Haushaltgütern aufgreifen (abgesehen von rein typologischen Klassifikationen oder der Behandlung landwirtschaftlicher Geräte, die Thema einer früheren Ruralia-Tagung waren). Besonders willkommen sind Arbeiten, die interdisziplinäre Ansätze beinhalten, nämlich solche, die archäologische, ethno-archäologische, soziologische, historische, chemische, archäozoologische, archäobotanische und geoarchäologische Befunde oder die Auswertung bildlicher und schriftlicher Quellen einbeziehen.
Die Beiträge sollten einige der folgenden Fragen beantworten:

  • Wie war das Haus organisiert?  
  • Welche Aktivitäten fanden im Haus statt?  
  • Wie und welche Produkte wurden im Haus gekocht und konsumiert?  
  • Können wir die Familienorganisation und ihre Mitglieder anhand von Haushaltsgüten identifizieren?  
  • Welche wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen kommen in den Funden zum Ausdruck?
  • Welche Beziehung wurde zwischen dem Inneren des Hauses und dem Freien hergestellt?  
  • Welche Rolle spielte das Haus innerhalb der sozialen Organisation der Gemeinde?  
  • Was können Haushaltswaren über den sozialen Status und den Wohlstand ihrer Besitzer aussagen?  
  • Können wir die Interaktion zwischen Haushalten und Gemeinschaften identifizieren?  
  • Können wir lokalen, regionalen, überregionalen oder sogar globalen Austausch identifizieren?

 

RURALIA - the Jean-Marie Pesez Conferences on Medieval Rural Archaeology

RURALIA ist eine internationale Vereinigung für die Archäologie mittelalterlicher (und neuzeitlicher) Siedlungslandschaften und des ländlichen Lebens. Es bietet eine europaweite Plattform für den wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Probleme der ländlichen Archäologie, um vergleichende und interdisziplinäre Studien zu stärken. Die Konferenz umfasst die Zeit vom frühen Mittelalter bis zur frühen Neuzeit. Die Konferenzsprache ist Englisch.  
 
RURALIA XIV soll in Viseu stattfinden, einer Stadt im zentralen Norden Portugals. Zusätzlich zu den Vorträgen werden eineinhalb Tage Exkursion und eine optionale zweitägige Studienreise in die Regionen Beira Alta und Douro angeboten. Die Konferenz wird gemeinsam von Catarina Tente, Sara Prata, Piers Dixon, Mark Gardiner und Claudia Theune organisiert. Unterstützt wird die Tagung durch die Stadt Viseu, Direção Geral do Património Cultural, Direção Regional de Cultura do Centro, Direção Regional de Turismo do Centro und das Institut für Mittelalterstudien der NOVA Universität. 


Weitere Informationen:

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Ruralia at Archaeologik 

CfP - Ruralia XIV Conference 2021 - “Household goods in the European Medieval and Early Modern countryside”

Household goods in the European Medieval and Early Modern countryside

Although household goods are a well established topic in Medieval and Modern archaeology, more recent research is overcoming simple typological and technological aspects and pointing to broader, more encompassing approaches. This is particularly the case of newly-introduced analytical methodologies and theoretical perspectives. The material culture studies act as base to understand people, groups and societies.

 

Cabin in central Portugal
(Oliveira, .V.;Galhano, F; Pereira, B.; Constru
ções primitivas em Portugal.
Centro de Estudos de Etnologia, Lisbon, 1969).


By analyzing house structures and its contents, much can be learned about artefactual assemblages (ceramic, metal, wood, basketry...), goods’ production and consumption strategies, other economic activities, structures of social organization and relations among household members. Thus, the understanding of past societies and cultures relies heavily in the study of their household goods. In this context, the aim of the Ruralia XIV Conference is to emphasize the significance of household archaeology to the study of the European countryside in Medieval and Modern times under a cross-cultural approach, with attention also paid to written and pictorial sources and data obtained in interdisciplinary analyses.


Detailed analysis of single contexts, small parts of sites, faunal, botanical and soil studies enables us to reconstruct common peoples’ activities and interactions within their homes. House functions can be detected by means of specific installations but also by inventories and location of goods, evidence for particular activities inside - such as cooking and eating, storage, weaving, refuse disposal, resting, etc. - or by a comprehensive overview of outdoor surroundings. All this is evidence of functional purposes but it can also tell us about the rank and wealth of their owners, their daily lives, household compositions, family concepts and even gender statuses. Structural analysis can give evidence about spheres of interaction and patterned behaviours within a house. 

 

Conference Papers

The 14th Conference  of the Ruralia Association on medieval rural archaeology is planned to be helt at 13th – 19th September 2021 in Visieu in Portugal. The organization team is seeking papers that address some of the archaeological questions outlined above. Sessions may be focused on particular topics on household goods (not agricultural and not typological classifications). Papers which incorporate interdisciplinary approaches are particularly welcomed, namely those combining archaeological, ethno-archaeological, sociological, historical, chemical, faunal, botanic, geo-archaeological evidence or documentary analysis.
Papers should address some of the following questions:

  • How was the house organized?
  • What activities took place in the house?
  • How and what products were cooked and consumed in the house?
  • Can we identify family organization and its members using household goods?
  • What economic and social relations can be express by the household goods?
  • What relation was established between the interior of the house and the outdoors?
  • What role was played by the house within the community’s social organization?
  • What can household goods tell us about social statuses and wealth of their owners?
  • Can we identify interaction between households and communities?
  • Can we identify local, regional, trans-regional or even global exchange?

 

RURALIA - the Jean-Marie Pesez Conferences on Medieval Rural Archaeology

RURALIA is an international association for the archaeology of medieval settlement and rural life. It provides a European-wide platform for the scientific exchange on current problems in rural archaeology in order to strengthen comparative and interdisciplinary studies. The conference covers the period from the Early Medieval to the Early Modern periods. The conference language is English. RURALIA XIV will take place in Viseu, a city located in the central-north of Portugal. 

In addition to the papers, one day and half excursion and an optional two-day study trip to Beira Alta and Douro regions will be offered.

The conference is jointly organized by Catarina Tente, Sara Prata, Piers Dixon, Mark Gardiner and Claudia Theune, with the support of the Viseu Municipality, Direção Geral do Património Cultural, Direção Regional de Cultura do Centro, Direção Regional de Turismo do Centro, and Institute of Medieval Studies of the NOVA University. 


Further information:

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Sonntag, 25. Oktober 2020

Evolution ist überall - außer im Westerwald

 Jutta Zerres




Wissenschaftsfeindlichkeit von verschiedenen Akteuren und mit unterschiedlichen Motivationen wurde in diesem Blog schon öfter thematisiert. Auch der derzeitige Konflikt um den Bau eines Lehrpfades über Evolution, der sich gerade in der kleinen Gemeinde Hellenhahn-Schellenberg (Westerwaldkreis) abspielt, gehört in diese Kategorie.


(José-Manuel Benitos [CC BY SA 3.0] via WikimediaCommons)





Was ist dort passiert? Die Oberbürgermeisterin Birgit Schmidt wollte als Beitrag zu Bildung, Kultur und Tourismus in ihrer Gemeinde einen Evolutionsweg installieren. Genau gesagt handelt es sich bei diesem Lehrpfad um 20 Schilder, die den Prozess der Entstehung der Erde bis zum Homo sapiens schrittweise erläutern. Dabei werden die Schilder auf einer Strecke von 1000 m so platziert, dass die Entfernungen zueinander die zeitlichen Abstände zwischen den Ereignissen repräsentieren, um den schwer vorstellbaren Zeitraum auf einem Kilometer Wegstrecke zu verdeutlichen. Ein Meter des Weges entspricht rund 4 Millionen Jahren der evolutionären Entwicklung und ein Millimeter steht dementsprechend für ca. 4000 Jahre. Das wäre der Zeitrahmen, der seit dem Bau der ägyptischen Pyramiden bis heute vergangen ist. Der Weg wäre kostenlos für jedermann zugänglich. Diese Evollutionswege gibt es bereits an mehreren Orten: Leimen-Gauangelloch (Rhein-Neckar-Kreis), Kyritz an der Knatter (Lkr. Ostprignitz-Ruppin), Templin (Lkr. Uckermark), Düsseldorf und Plön (Kr. Plön).

Erdacht und realisiert wurden das Konzept und die Beschilderung des Evolutionsweges von Mitgliedern der Regionalgruppe Rhein-Neckar der Giordano-Bruno-Stiftung (GBS). Die Stiftung versteht sich als Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. Sie tritt u. a. für ein evidenzbasiertes Weltbild und für die Trennung von Staat und Kirche ein. Sie ist religionskritisch, aber nicht religionsfeindlich, wie einige ihrer Kritiker gerne behaupten. Bekannt wurde die Stiftung vor allem mit einer Reihe von öffentlichkeitswirksamen Aktionen.

Im Gemeinderat stieß Schmidts Initiative auf positive Resonanz – nicht aber bei einigen Bürgern mit katholischem Glaubensbekenntnis. Hier regte sich Widerstand in einem für die Bürgermeisterin und den Gemeinderat ungeahnten Ausmaß. Es wurden Unterschriften gegen den Bau gesammelt. In einer Abstimmung entschied die Mehrheit im Rat an dem Projekt festzuhalten. Nun sind die Einwohner aufgerufen am 25. Oktober an einem Bürgerentscheid über den Bau des Evolutionsweges teilzunehmen.

Die Kritikpunkte der Gegner lassen sich wie folgt zusammenfassen:
  • Zu hohe Kosten.
  • Die Gemeinde unterliege dem Neutralitätsgebot, das durch den Bezug zu den Urhebern des Evolutionsweges, der GBS als Organisation mit klarer weltanschaulicher Verortung, verletzt würde.
  • Der Unmut richtet sich weiterhin gegen die Tatsache, dass in dieser Darstellung des Evolutionsgeschehens basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen die biblische Schöpfungslehre keine Berücksichtigung fände. Dieses sei religionsfeindlich und würde die religiösen Gefühle der Gläubigen verletzten.

Die Befürworter haben auf einer Website die Kritikpunkte zusammengestellt und dazu ihre Gegenargumente ausführlich erläutert. Am bemerkenswertesten ist jedoch der religiös motivierte Widerspruch gegen das Projekt. Evolutionskritiker hatte man bisher nur bei fundamentalistischen Christen in den USA vermutet, nicht aber in Mitteleuropa. Bei den Gläubigen von Hellenhahn-Schellenberg scheint zudem Unwissenheit über die Aussagefähigkeit der Evolutionstheorie zu herrschen. Strenggenommen erklärt diese lediglich die Entstehung des Lebens auf diesem Planeten, sagt aber nichts über die Entstehung der Erde oder des Universums. Die Katholische und auch die Evangelische Kirche vertreten daher den Standpunkt der Vereinbarkeit von Evolutionslehre und christlichem Schöpfungsglauben. Zitat der Webseite der Befürworter des Evolutionsweges: „Die Bibel gilt unter Theologen, (…), nicht als Wort Gottes. Der Inhalt der Bibel ist somit nicht wörtlich, sondern stets metaphorisch und als Produkt ihrer vorwissenschaftlichen Entstehungszeit zu deuten. Gott hat die Erde und das Leben nicht wörtlich in sechs Tagen erschaffen. Vielmehr symbolisieren diese die Entwicklung von der Entstehung der Erde über Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen. Die Evolution wäre somit nach christlicher Lehrmeinung Gottes Werkzeug zur Ausformung seiner Ideen.“ Obwohl diese Deutung der Kirchen aus evolutionsbiologischer Sicht auch Probleme aufwirft, kann sie den Gläubigen als Brücke dienen.

Bemerkenswert ist übrigens auch die Radikalität, die einige Gläubige bei der Verteidigung ihres Standpunktes an den Tag legen. Dabei wird vor Diffamierung und sozialer Ächtung der Bürgermeisterin und der Ratsmitglieder nicht zurückgeschreckt. Dieses ist beispielsweise in einem Forum mit dem Titel Arche-Internetz nachzulesen.

Man darf gespannt sein, wie die Bürger sich heute entscheiden.



Das Satireformat „extra3“ des NDR hat die Geschichte in der Sendung am 21.10.2020 aufgegriffen:

 

Nachträge vom 26. Oktober 2020

1. Das Ergebnis des Bürgerentscheides ist inzwischen bekannt: Mit 339 zu 250 Stimmen haben sich die Einwohner*innen von Hellenhahn-Schellenberg gegen die Installation des Evolutionsweges entschieden.

2. In meinem Beitrag habe ich den Link zu der Seite arche-internetz.net angegeben, um auf die Diffamierungen gegenüber der Bürgermeisterin und anderen Befürworter*innen des Evo-Weges hinzuweisen. Ich wusste zum Zeitpunkt der Abfassung des Artikels nicht, dass es sich bei Arche-Internetz.net um eine (offenkundig gut gemachte) Satireseite handelt und sie daher als Beleg für die Aussage nicht herangezogen werden kann. Ich bitte das zu entschuldigen. Nichtsdestotrotz ändert es nichts an der Tatsache, dass der Konflikt nicht nur auf der sachlichen Ebene ausgetragen wurde, sondern auch das zwischenmenschlichen Klima im Dorf stark belastet hat. Diese geht auch aus den Aussagen der Stadtratsmitglieder im Bericht der SWR-Landesschau vom 1.10.2020 deutlich hervor.

Samstag, 24. Oktober 2020

Guten Appetit! Experimentelle historische Archäologie in Bielefeld

Experimentelle Archäologie im eigentlichen Sinn ist das natürlich nicht.

Ob der Fund als solcher - die Kartoffeln und deren Dose - wissenschaftlich interessant ist, müsste wohl eher ein Lebensmittelchemiker als ein Historiker oder Archäologe entscheiden. Aus der historischen oder auch 'archäologischen' Perspektive ist der Befundkontext viel interessanter, denn der könnte vielleicht Aufschluss geben, wie australische Pommes auf eine Bielefelder Bühne kommen - und zumindest lokalgeschichtlich eine spannende Geschichte erzählen oder jedenfalls illustrieren. Die alten Pommes könnten aber auch dazu anregen, sich beispielsweise mit der Frage zu befassen, welche Rolle australische Truppen am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland spielten. 

 

1945 zerstörter Bahnviadukt nordlich von Bielefeld
(Royal Air Force / IMperial War Museum [PD] via Wikimedia Commons)



Die mediale Aufmerksamkeit richtet sich aber natürlich eher auf die Fragen des Geschmacks und des Mindesthaltbarkeitsdatums und regt beispielsweise swr2 dazu an, seine Hörer*innen nach den ältesten Gerichten in Küchen fahnden zu lassen.  ;-)


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