Samstag, 12. September 2026

Antiken und das doppelte Gesicht von ICE

In der Region Tampa im US-Bundesstaat Florida wurde ein illegales Schmuggel-Depot mit mehr als 22.000 antiken Objekten ausgehoben.  
 

Die Rolle von ICE 

Die offizielle Bekanntgabe der Beschlagnahmung erfolgte Ende August 2026. durch ICE (Immigration and Customs Enforcement), jener US-Bundestruppe, die in den letzten Monaten auf Weisung von POTUS Don. Trump mit Terrormethoden gegen Immigranten vorgeht und nun schon mehrere Tote zu verantworten hat, von denen Renée Nicole Good nur diejenige ist, die am meisten Aufmerksamkeit gefunden hat, weil ihre Ermordung im Video dokumentiert ist. Aktuell gibt es in den USA Ankündigungen, dass ICE in den Wahllokalen der Midtermwahlen im November Festnahmen durchführen würde (dazu hier) - ein angekündigter Rechtsbruch, der aber genug Angst verbreiten könnte, um die Wahlen zu beeinflussen. ICE entwickelt sich zu einer hochgerüsteten paramilitärischen Truppe, wie sie für faschistische Systeme charakteristisch ist (dazu schon Arendt 1955) und die vor allem der Einschüchterung der eigenen Bevölkerung dient (dazu hier; Samaras 2026). Ihre unkontrollierte Gewalt gegen Zivilisten schwebt auch hierzulande einigen Rechtspopulisten der AfD vor Augen. Wenn hier die Rüstungsindustrie als relevant für Remigration angesehen wird, so muss man sich auf geplante Gewalt einrichten (dazu hier und hier)

Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE ist neben dem Migrationsrecht auch für die Bekämpfung von grenzüberschreitender Kriminalität wie Schmuggel, Menschenhandel und Geldwäsche zuständig. Über ihre spezialisierte Ermittlungseinheit Homeland Security Investigations (HSI) ist sie für Antiken zuständig, da der illegale Handel mit geraubten Kulturgütern über internationale Grenzen hinweg gegen US-Zollgesetze verstößt und da kriminelle und terroristische Netzwerke den Schmuggel von Antiken häufig zur Geldwäsche oder Finanzierung nutzen.
[5]
ICE sieht sich in den USA inzwischen mit einem zivilgesellschaftlichen Ungehorsam konfrontiert, der Nachbarn zu schützen sucht. In seiner PR-Arbeit versucht ICE sein Image aufzubessern und seine Legitimität unter Beweis zu stellen.
Leider kommt hier nun der prinzipiell zu begrüßende Kampf gegen die internationale Antikenhehlerei ins Spiel. Medienwirksam inszenierte Rückgabe-Zeremonien mit Botschaftern, Kuratoren und antiken Schätzen bringen ICE positive Schlagzeilen.  Das Narrativ einer "Retterin der Weltkultur", lenkt von Internierungslagern, Familientrennungen und Gewalt ab. Das ist dasselbe Propagandamuster, das wir in vielen Situationen etwa in Syrien kennen gelernt haben, wo sich Russland in Palmyra als Kulturretter inszeniert hat (Archaeologik 1.10.2015).
ICE verfügt mit der spezialisierten Ermittlungsabteilung HSI (Homeland Security Investigations) über das Programm für Kulturgüter, Kunst und Antiquitäten (Cultural Property, Art and Antiquities, CPAA), die im Kampf gegen die weltweite Antikenhehlerei in letzter Zeit einige Erfolge aufweisen kann.

Das Antikenlager in Florida 

Der aktuelle Fund in Florida stellt zwar einen der größten Schläge von ICE/ HSI dar, ist aber bei weitem nicht der einzige Fall. In Tampa, Florida wurden nach Medienberichten über 22.000 antike Artefakte sichergestellt, die aus Europa, Afrika und dem Mittelmeerraum stammen. Unter den Stücken befanden sich nach Medienangaben antike griechische und römische Münzen, byzantinisches Glas, Schmuck, Keilschrifttäfelchen und -zylinder, Terrakottafiguren, Gefäße, Statuen und Mosaike. Laut ICE stammen die Funde aus illegalen Grabungen und Museumsdiebstählen in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Aktuell arbeiten Archäologen der University of South Florida und der University of Pennsylvania unter Hochdruck daran, jedes einzelne Stück zu zertifizieren.
Glas- und Keramikfunde aus der Sicherstellung in Tampa
(Foto: ICE, PD, via ICE)

 
Die veröffentlichten Bilder lassen in der Tat ein großes Spektrum unterschiedlichster Fundobjekte erkennen, darunter auch solche, die nach meiner Einschätzung aus Syrien oder der Ukraine stammen könnten. Das stützt die These, dass Raubgrabungsfunde verzögert auf den Markt kommen und zunächst, entweder nahe ihrer Herkunftsgebiete oder aber schon in Händen der Hehler und Schmuggler über Jahren eingelagert werden, bevor Gras über die Konflikte gewachsen ist - oder die Politik ältere Funde mal wieder durch Anpassung der gesetzlichen Fristen legalisiert. 

Rückgaben

Sobald die strafrechtlichen Ermittlungen und Eigentumsprüfungen abgeschlossen sind, übergibt die US-Regierung die Raubkunst im Rahmen formeller Zeremonien an die Herkunftsländer. Zu den bedeutendsten Rückgaben der letzten Jahre gehören:
In Zusammenarbeit mit dem US-Außenministerium gab HSI im Mai 2026 26 antike Artefakte an die Republik Griechenland zurück. Das Prunkstück der Rückgabe war ein rund 250 Kilo schwerer Marmortorso von Asklepios, dem griechischen Gott der Heilkunst. Zudem wurden 25 seltene antike Münzen übergeben, die bis in die griechische, römische und byzantinische Epoche zurückreichen. 
 
Asklepios-Statue
(Foto: ICE, PD via WikimediaCommons)


Ebenfalls im Mai übergab die HSI-Dienststelle in El Paso in einer feierlichen Restitution eine Vielzahl präkolumbianischer Artefakte und Kolonialgüter an die mexikanische Regierung. 
In Washington wurden im Januar 2026 sieben wertvolle Artefakte an die ägyptische Botschaft restituiert. Darunter befanden sich zwei mumifizierte Fische sowie ein Falkenkopf aus der Ptolemäerzeit (304–30 v. Chr.) sowie ein Amulett des Gottes Set und ein Herzskarabäus aus Basalt. 
HSI New York gab im Februar 2025 gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Manhattan 133 antike Kunstschätze an Pakistan zurück. Die Stücke stammten größtenteils aus Beschlagnahmungen rund um illegale Kunsthändlerringe. 

Rückgaben gab es bereits vor Trumps zweiter Präsidentschaft, unter anderem an Indien, den Jemen, Zypern, Italien und Frankreich. Insgesamt hat das HSI-Kulturgüterschutzprogramm seit seiner Gründung im Jahr 2007 weit über 20.000 Objekte in mehr als 40 Länder weltweit zurückgebracht. 

Es ist schade, dass die notwendige Verfolgung der Antikenhehler nun einen Beigeschmack bekommt und diese Arbeit auch dazu dient, die dunkle Seite von ICE zu relativieren.


Quellen

  • Offizielle Pressemitteilungen ICE/HSI

Literatur

  • H. Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft (Frankfurt 1955). 
  • G. Samaras, ICE as domestic state terror: operation Metro Surge and the production of fear in Minneapolis. Critical Studies on Terrorism 19/3, 2026, 811–828. - doi: https://doi.org/10.1080/17539153.2026.2686525

Sonntag, 6. September 2026

Wissenschaft schließt - Parawissenschaft kassiert (und verdummt)

Ja, ich weiß, Archäolog*innen beschäftigen sich normalerweise nicht mit Dinosauriern. Trotzdem lohnt es sich, zu registrieren, was aktuell in Philadelphia mit jenem Museum passiert, das 1868 erstmals wissenschaftlich ein Dinosaurierskelett der Öffentlichkeit präsentiert hat.

Im Museum der Academy of Natural Sciences in Philadelphia (USA) wurde 1868 das Skelett des Hadrosaurus foulkii enthüllt. Dieses Fossil ist 10 Jahre zuvor in New Jersey gefunden worden. Der Paläontologe Joseph Leidy und ‚Paläokünstler’ Waterhouse Hawkins montierten das Skelett erstmals in aufrechter Haltung. Diese Ausstellung löste den ersten kolossalen, weltweiten Massenansturm („Dinomanie“) in einem Museum aus.

Ende September 2026 schließt in den USA das älteste Naturkundemuseum in den Amerikas (gegr. 1812, für Publikum geöffnet 1828) seine Pforten.

Die Schließung des Publikumsbetriebs des Museums der Philadelphia Academy of Natural Sciences  ist primär auf lokale wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen – insbesondere auf das hohe strukturelle Defizit der Trägeruniversität, gestiegene Betriebskosten und den anhaltenden Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie. Die Sammlung soll erhalten bleiben, wird aber nicht mehr öffentlich zugänglich sein. 


 Saurierskelett im bald ehemaligen Museum in Philadelphia
(Foto: Daderot - Public Domain, via WikimediaCommons)


Förderung antiwissenschaftlicher Institutionen

Die Schließung in Philadelphia ist keine direkte politische Zensurmaßnahme der Republikaner. Unter den weißen evangelikalen Christen, die die Basis der Trump'schen MAGA-Bewegung bilden, sind kreationistische Ansichten zwar weit verbreitet, aber entgegen einem populären Klischee leugnen die meisten modernen Kreationisten die Existenz von Dinosauriern aber nicht. Stattdessen argumentieren sie, dass Dinosaurier zeitgleich mit den Menschen erschaffen wurden und während der Sintflut ausstarben. Die Erde sei insgesamt  nur erst etwa 6.000 bis 10.000 Jahre alt. Institutionen wie das bekannte Creation Museum in Kentucky stellen diese Koexistenz explizit dar. Ein Diorama dort zeigt neben Dinosauriern spielende Menschenkinder (Link zu Abb.). Die Evolution  des Menschen von gemeinsamen Vorfahren mit anderen Primaten wird strikt abgelehnt, da sie dem Glauben an eine göttliche Schöpfung nach Gottes Ebenbild widerspräche. 

Das 2007 eröffnete Creation Museum in Petersburg, Kentucky, steht im Gegensatz zur Academy finanziell auf einer sehr stabilen Basis. Betreiber ist die Non-Profit-Organisation Answers in Genesis. Sie ist Teil eines schuldenfrei expandierenden religiösen Unternehmens mit einer bundesweit mobilisierbaren, spendenstarken Anhängerschaft. Die finanzielle Basis speist sich aus zwei Quellen: einem anhaltend starken Ticket- und Merchandise-Verkauf sowie einem enormen Aufkommen an privaten Großspenden. Die Mutterorganisation generiert jedes Jahr zweistellige Millionenbeträge.[AiG].

Der eigentliche Unterschied zu Philadelphia liegt weniger in der Gemeinnützigkeit – wie die Academy ist auch das Creation Museum von der Bundes-Einkommensteuer befreit, das ist für Museen in den USA normal – sondern im Zwillingsprojekt Ark Encounter in Williamstown, Kentucky. Der Themenpark mit der überdimensionalen Arche Noah wird über eine gewinnorientierte LLC (so was ähnliches wie eine GmbH) betrieben. Kentucky hatte ihm die ursprünglich zugesagte Tourismusförderung zunächst entzogen, mit der Begründung, staatliche Anreize dürften nicht zur Finanzierung religiöser Indoktrination dienen. Dagegen klagte AiG und bekam Recht. Vertreten wurde die Organisation damals pro bono von Mike Johnson, heute Sprecher des US-Repräsentantenhauses und enger Verbündeter von POTUS Don. Trump.

Als anerkannte Tourismusattraktion wurde der Ark Encounter für bis zu 18,25 Mio. Dollar an Förderung zugelassen – nicht als direkter Zuschuss, sondern als leistungsabhängige Rückerstattung der von Besuchern vor Ort gezahlten Umsatzsteuer auf Eintritt, Gastronomie, Souvenirs und Übernachtung. Das MAGA-Lager, die religiöse Rechte und die konservativen Republikaner in Kentucky, haben diese Förderung politisch stets massiv verteidigt, indem sie die Parks nicht als religiöse Indoktrination, sondern als reine „wirtschaftliche Jobmotoren“ für den lokalen Tourismus deklarierten. Kentucky hat aktuell zwar mit Andy Beshear einen demokratischen Gouverneur, aber eine überwältigende republikanische Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus, die dieses Modell stützt.

 

Antiwissenschaftsklima und Kulturförderung 

Obwohl die Museumsschließung in Philadelphia nicht unter direktem politischem Druck geschieht, ist sie Ausdruck der zunehmend prekären wirtschaftlichen Lage von Bildungseinrichtungen in einem politischen Klima, in dem die öffentliche Finanzierung von Wissenschaft und Kultur unter dem Druck der ideologischen und budgetären Polarisation der USA steht. Im März 2025 hat das Bildungsministerium unter Trump der Drexel University (zusammen mit der Temple University) offiziell damit gedroht, Bundesmittel zu streichen. Grund dafür waren vornehmlich Untersuchungen im Nachgang der pro-palästinensischen Proteste und Campus-Camps, die die Trump-Administration vielerorts instrumentalisiert hat, um die Universitäten auf ihre DEI-Linie zu zwingen.

Themen, die MAGA nicht passen, geraten in den USA vermehrt in den Fokus politischer Budgetdebatten. Das gilt insbesondere auch für öffentlich geförderte Universitäten und mit ihnen verknüpfte wissenschaftliche und kulturelle Institutionen. 

Konservative Plattformen und Politiker argumentieren häufig, dass sich Institutionen durch Ticketverkäufe oder private Spenden selbst tragen müsdten, sich andernfalls neu ausrichten, sich verkleinern oder schließen müssten. Aus Kreisen der MAGA-Bewegung wird die staatliche Subventionierung von Bildungs- und Forschungseinrichtungen oft kritisch hinterfragt, da diese als Teil eines „liberalen akademischen Establishments“ wahrgenommen werden. Im Zuge der Schließung in Philadelphia warnten Kritiker und Wissenschaftsaktivisten in lokalen Foren, dass der Rückzug aus der öffentlichen Wissenschaftskommunikation genau in eine Zeit passe, in der Bundesmittel für Forschung und öffentliche Gesundheit zur Disposition stehen. 
Das ist keine ganz neue Entwicklung unter Don. Trump, wie etwa die Vorgänge um das Illinois State Museum 2015 oder republikanische Einmischung in Förderungen der NSF 2014 zeigen.

Gerade jetzt, wo es gilt Bildungsangebote zu fördern, um gegen antiwissenschaftlichen Unsinn anzugehen, kommt solch eine Schließung zur Unzeit und so wird sie in der US-Öffentlichkeit und in akademischen Kreisen zurecht politisiert. 


Neue Perspektiven für die Saurier?

Philadelphias Bürger, Wissenschaftler und lokale Politiker reagierten schockiert über den Verlust dieses über 200 Jahre alten Kulturguts. Kritiker warfen Drexel Missmanagement vor und warnten davor, das öffentliche Gut einfach „aufzugeben“. 
Um eine Eskalation abzuwenden, schalteten sich der Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, und Philadelphias Bürgermeisterin, Cherelle Parker, ein. Sie setzten einen unabhängigen Vermittler (den Diplomaten David L. Cohen) ein, um eine neue Vereinbarung zwischen Drexel und dem Museumsvorstand zu verhandeln. Dadurch wurde kurz vor der Schließung dahingehend ein Kompromiss vorgeschlagen, dass das öffentliche Gebäude am Parkway zwar wie geplant Ende September 2026 geräumt wird, aber der Museumsvorstand das vertragliche Recht erhält, sich komplett von Drexel zu lösen, falls er neue Partner oder Geldgeber findet, um die Sammlung in Zukunft an einem anderen (kleineren) Ort wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

Paradox!

Die Schließung ist keine kulturpolitische Hinrichtung durch MAGA, sondern ein schleichender Tod aus Unterfinanzierung, Besucherschwund und Universitätskrise. Gerade deshalb ist sie politisch. Während eine 213 Jahre alte Institution, die das erste freistehende Dinosaurierskelett der Welt zeigte und damit Wissenschaft sinnlich machte, ihre Pforten nicht mehr offen halten kann, expandiert wenige Bundesstaaten weiter ein religiöses Freizeitunternehmen schuldenfrei – getragen von Großspenden, Merch und gezielt erkämpften Steuervorteilen.

Was in Philadelphia verloren geht, ist nicht nur ein Haus mit Dinosauriern, sondern das Prinzip des authentischen Objekts – das Jefferson-Fossil, das Lewis-und-Clark-Herbarium, das Hadrosaurus-Original, an dem man Fragen lernen konnte. Archäologie und Paläontologie teilen dieses Pfund: Wir erklären die Welt nicht mit Dioramen von spielenden Kindern neben Triceratops, sondern mit Befunden, die wirklich da waren, die wir kontextualisieren und mit denen wir rekonstruieren. Wenn die öffentliche Hand diese Orte nicht mehr finanziert, überlässt sie das Deutungsmonopol jenen, die es sich leisten können und deren Interesse primär nicht der Bildung und dem Wohlergehen Aller ist. Kommerzialisierung von Museen und Bildungseinrichtungen  macht Bildung zur Ware, deren Preis andere festsetzen. Freies Phantasieren ist auch kostengünstiger als faktenorientierte wissenschaftliche Forschung. 

Alter Ruhm schützt nicht. Öffentliche Relevanz muss immer wieder erkämpft werden – und gerade dafür sind Museen wichtig. Das Problem ist, dass das Geld der Milliardäre und Populisten eher in lukrative Geschäfte wie kommerzielle Freízeitangebote anstatt in Bildung fließt, die ja auch kritisches Nachfragen provozieren könnte. Das Creation Museum verfügt über ganz andere finanzielle Ressourcen um eine Ausstellung zu inszenieren - und hat auch weniger Skrupel, konkrete Bilder zu präsentieren, als das seriöse Wissenschaftler*innen haben, die stets abwägen, welches Bild auch belegbar oder zumindest plausibel ist. 

Es ist paradox: Das Museum, das schon 1868 zum Pionier moderner Wissenschaft wurde und nebenbei die Dinomanie erfand, muss schließen, weil zu wenige kommen. Das 'Museum', das Wissenschaft mit Füßen tritt und Dinos als Gefährten des Menschen zeigt, boomt bei den Besuchern. 

Das ist ein Fall aus der USA, aber auch in Deutschland sind die Wissenschaftsverweigerer im Kommen.  Stabil bleiben und zumindest mit seriöser, transparenter Forschung gegenhalten!


Quellen

Academy of Natural Sciences in Philadelphia 

Kreationismus-Museum Kentucky

 Wissenschaftsklima in den USA

 Interne Links


Montag, 31. August 2026

Denkmalschutzgesetze unter Druck

Unter dem Mantra „Einfacher. Schneller. Günstiger“ und mit Verweis auf den dringend nötigen Wohnungsbau novellieren die Bundesländer derzeit fast zeitgleich ihre Bau- und Denkmalschutzgesetze – mit massiven Kollateralschäden für die Bodendenkmalpflege. Was als Bürokratieabbau verkauft wird, bedeutet in der Praxis: Zustimmungsfiktionen in Hessen, 15%-Schutz nur für eingetragene Fundstellen in Niedersachsen, weitreichende Ausnahmen in Berlin und NRW, Auflösung der Fachämter in Sachsen.  Weit weg von einem Anspruch auf Vollständigkeit Medienberichte aus den vergangenen Wochen.

Illustration Meta-KI


Berlin

Das Landesdenkmalamt hat Ende August 2026 ein Infoblatt veröffentlicht, das die wesentlichen denkmalrechtlichen Änderungen durch das Berliner Schneller-Bauen-Gesetz (2024) und das Gesetz für einfaches Bauen (2026) zusammenfasst. Die Gesetze sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, um den Wohnungsbau voranzubringen, tangieren dabei jedoch auch massiv das Handeln der Denkmalschutzbehörden.

Hessen

Der Hessische Landtag hat das neue Gesetz im Sommer final verabschiedet. Das Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur versucht seitdem, die Wogen mittels einer offiziellen „Fakten- und FAQ-Offensive“ zu glätten. Das Land verteidigt die „Zustimmungsfiktion“ (gilt nach 3 Monaten automatisch als genehmigt) und betont, dass der materielle Schutzstandard hoch bleibe, während das Verfahren bürgernäher werde. Kritiker und die Opposition bezweifeln weiterhin massiv, dass die Landkreise die fachliche Kompetenz und das Personal für die nun alleinige Entscheidungsfindung aufbringen können.

Niedersachsen

Durch die Neufassung von § 13 NDSchG wären künftig nur noch jene 15 Prozent der Fundstellen geschützt, die bereits offiziell im Denkmalverzeichnis eingetragen sind. Für alle anderen Flächen könnten Bauherren Erdarbeiten ohne vorherige Prüfung vornehmen.

Stellungnahmen 

Es gab Demos. Es wurde eine Petition mit enormem Zulauf gestartet. Bis Ende August 2026 haben bereits über 12.000 Bürger eine Petition gegen die geplante Aufweichung unterzeichnet. Die Medienberichterstattung konzentriert sich vor allem auf eine zentrale Protestaktion vor dem Landtag in Hannover: Die Archäologinnen und Archäologen sind direkt vor das Parlament gezogen. Vor dem Niedersächsischen Landtag demonstrierten sie gegen die Reformpläne von Kulturminister Falko Mohrs.Der Initiator der Petition, Ingo Eichfeld, sowie der Vorsitzende der Archäologischen Kommission für Niedersachsen, Jan F. Kegler, übergaben die gesammelten Stimmen direkt an Eva Viehoff, die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Kultur. 

 

Die Braunschweiger Zeitung berichtete, dass der lautstarke Protest Eindruck hinterlässt. Angesichts der massiven Kritik in der nun abgelaufenen Verbändebeteiligung (Frist war der 26. August) signalisiere die Politik Gesprächsbereitschaft bei der Frage, wie künftig mit Erdarbeiten umgegangen werden soll. Tatsächlich geriet das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) unter Falko Mohrs durch den massiven Protest so stark unter Druck, dass es eine eigene Gegen-Kampagne in den sozialen Medien startete (u.a. via Instagram-Reels). Das Ministerium behauptet dort, dass in der Öffentlichkeit „verkürzte oder falsche Informationen“ geteilt würden.  Die Position des Landes: Das Ministerium argumentiert, dass Erdarbeiten keineswegs pauschal unkontrolliert ablaufen. Es solle lediglich die Bürokratie für private Häuslebauer und Kommunen gesenkt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege (NLD) solle sich auf die „tatsächlich bedeutenden“ Fundstellen konzentrieren.

Wichtig in der Arbeit gegen die Schwächung des Denkmalschutzes ist es auch, an die Abgeordneten heranzutreten, etwa über Abgeordneten Watch:

Medienecho 

Die Petition erlangte innerhalb weniger Wochen europäische Aufmerksamkeit. Selbst die European Association of Archaeologists (EAA) schaltete sich ein und rief ihre Mitglieder international zur Unterstützung auf, da Niedersachsen mit diesem Gesetz im europäischen Vergleich im Denkmalschutz „auf den letzten Platz zurückfallen“ würde.

Bereits im September 2026 soll der Entwurf im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur beraten werden; im Herbst folgt die Debatte im Landtag.

Das Bündnis Achäologie Niedersachsen sammelt Fakten, Argumente und Stimmen für eine bessere Novelle. Es  lehnt eine Reform des Gesetzes nicht grundlegend ab, sondern sucht den konstruktiven Dialog mit dem Landesamt, den Unteren Denkmalschutzbehörden und Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft suchen.

Nordrhein-Westfalen

Am 15. Juli 2026 hat der Landtag eine Novelle der Landes­bauordnung verabschiedet, die auch gravierende Änderungen am Denkmal­schutz­gesetz mit sich bringt. 

  • NRW state parliament discusses changes to monument protection law (19.5.2026),  Dombert Rechtsanwälte . - https://dombert.de/en/nrw-state-parliament-discusses-changes-to-monument-protection-law/
    Dieser englischsprachige Bericht beleuchtet die weitreichenden Ausnahmen im novellierten Gesetz, die insbesondere Bauvorhaben für die Landesverteidigung und den Katastrophenschutz von klassischen denkmalrechtlichen Erlaubnispflichten befreien.

Sachsen 

Deutschlandweite Aspekte

Die Bundesländer - sonst immer auf ihre Kultuurhoheit pochend - nutzen die Bundesvorgaben zur Beschleunigung von Wohnungsbau und Infrastruktur (wie den Abbau von Bürokratie im Baurecht), um den Denkmalschutz pauschal als „Bremsklotz“ zu deklarieren. 
  • Verwaltungsvereinbarung Städtebauförderung 2026/2027. - https://www.staedtebaufoerderung.info/SharedDocs/downloads/DE/Grundlagen/VV2026_27.html
  • Änderungen des Denkmalschutzgesetzes im Zuge des Bundeswehrfördergesetzes (August 2026), Kanzlei Kleine-Tebbe (Aug. 2026. – https://kleinetebbe.de/die-themen/aenderungen-des-denkmalschutzgesetzes/
    Hinweis auf den Gesetzentwurf zum Bundeswehrfördergesetz  

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) zog im August 2026 in ihrem zweiten „Schwarzbuch der Denkmalpflege“ eine besorgniserregende Bilanz: Bundesweit gingen in den Jahren 2024/25 über 1.000 Denkmale unwiederbringlich verloren. Die DSD kritisiert, dass viele der aktuellen Länder-Novellen reiner „politischer Durchgriff“ seien, der zu einem massiven Verlust unabhängiger Fachexpertise in den Behörden führe. 

Das Schwarzbuch der Denkmalpflege ( 324 Seiten) ist online im pdf-Format als Download verfügbar oder als gedruckte Broschüre kostenlos bestellbar unter: www.schwarzbuch-der-denkmalpflege.de


Interne Links


Samstag, 29. August 2026

Hitler entsorgen - Dachboden- und Kellerfunde und das Erinnern

Noch ein Jahr lang ist im vorarlberg museum in Bregenz unter dem Titel „Baustelle Erinnerung | Hitler entsorgen“ eine vom Haus der Geschichte Österreichs hdgö übernommene Ausstellung zum Umgang mit NS-Objekten zu sehen. Sie lädt den Besucher ein, sich mit Familienerbstücken bewusst auseinanderzusetzen - ausgehend von der Frage „aufbewahren, verkaufen, zerstören?“

Die Ausstellung „Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum“ wurde schon ab 2018 konzipiert und zunächst 2021-2023 im Hdgö in Wien, dann in Innsbruck und Klagenfurt sowie zuletzt auf der Franzensfeste präsentiert. In der Festung Franzensfeste im italienischen Südtirol wurde die Ausstellung um eine regionale Perspektive „Mussolini entsorgen“ erweitert, die Südtirols Geschichte im Kontext von Faschismus und Nationalsozialismus beleuchtet. 

In Österreich, aber auch in Deutschland hat die Ausstellung einige Aufmerksamkeit und in der Regel positive Resonanz gefunden.


Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen.


  • M. Sommer (Hrsg.), Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum = Disposing of Hitler : out of the cellar, into the museum (Wien 2021). ISBN 9783010000505


Mit einer Alpen-Exkursion der Bamberger AMANZ 2025, die einen Schwerpunkt auf der Neuzeitarchäologie hatte, haben wir die Ausstellung in der Franzens-Feste besucht. Zu Beginn und am Ende wurden die Besucher gebeten, auf Papierkärtchen ihre Meinung festzuhalten. Als wir da waren, hat sich das Meinungsbild zum Ende der Ausstellung sehr eindeutig zum Aufbewahren und kritischem Erinnern verschoben. Neben Computerstationen sind in der Ausstellung vor allem die analog gestalteten Informationen und Interaktionen positiv hervorzuheben. Die Besucherinnen und Besucher werden damit dazu angehalten, nicht nur passiv zu konsumieren, sondern sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Es geht vorrangig um die Frage nach dem Umgang mit Relikten der NS-Zeit in Privatbesitz. Vieles taucht im Nachlass von Eltern und Großeltern auf. Geht es nicht um schriftliche Zeugnisse, sondern um Objekte, fehlt oft ein Kontext. Das gilt insbesondere für die NS-Objekte, die angeblich als historische Zeugnisse im Internet gehandelt werden - vielfach, aber genau diesen Zeugniswert durch eine Entkontextualisierung verloren haben und nun doch eher als gruselige Nazi-Devotionalien erscheinen.

Hier setzt die Ausstellung an. „Was tun mit Überbleibseln des Nationalsozialismus? Bewahren, entsorgen oder verkaufen? Die vom Haus der Geschichte Österreich (hdgö) konzipierte Ausstellung beleuchtet den Umgang mit NS-Relikten und fragt nach der gesellschaftlichen Verantwortung im Umgang mit diesen Objekten.“

Die Ausstellung zeigt exemplarisch Objekte der NS-Zeit, von denen die meisten beim hdgö in Wien abgegeben wurden. Dabei präsentiert die Ausstellung auch genau diese Abgabe, indem die Verpackungen, in denen die Objekte eingeliefert wurden, ebenso präsentiert werden wie die Begleitschreiben. Sie verraten viel über den unsicheren Umgang mit diesem Erbe. Eine dieser Verpackungen ist zum Symbolbild der Ausstellung geworden: das Filmschächtelchen beschriftet mit „Nazi Dreck“

An zahlreichen Objekten wurden Leitfragen entwickelt und beantwortet.Stets wird deutlich, dass die Objekte im Kontext zu sehen sind (was bei vielen archäologischen Ausstellungen bis heute nicht passiert). Zu jedem einzelnen Objekt wird gefragt:

  • Was ist dieses Objekt?
  • Wofür steht dieses Objekt?
  • Wer verwendete dieses Objekt auf welche Art und Weise?
  • Was wird über dieses Objekt erzählt?
  • Wie kann dieses Objekt im Museum verwendet werden?

Die gezeigten Objekte sind mehr als historische Relikte - sie regen zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Ideologie, Politik und persönlichen Erinnerungen an.

In Österreich hat die Thematik noch mal eine besondere Brisanz, da seit 2023 verschärfte Bestimmungen im Verbotsgesetz zu Verharmlosung des Holocaust gelten. Sie sehen vor, dass NS-Devotionalien - Originale oder moderne Schöpfungen - eingezogen und vernichtet werden können. Sammler und Konservative beklagen diese Regelungen als Enteignung oder Geschichtsvernichtung. Sie kolportieren, der Besitz von NS-Objekten sei generell verboten und Opas Fotoalbum müsse abgegeben und vernichtet werden.

Tatsächlich reagiert die gesetzliche Regelungen “vor allem auf Fälle, in denen Personen "ganze Keller voll" an NS-Devotionalien gehortet hätten, ohne dass ihnen diese bislang entzogen werden konnte.” Es geht lediglich um solche Fälle, bei denen nicht gewährleistet ist, dass “der Verfügungsberechtigte (…) Gewähr dafür (bietet), dass die Gegenstände nicht zur Begehung strafbarer Handlungen verwendet werden.” Strafbare Handlungen sind in diesem Kontext irgendwie geartete Betätigungen “für die NSDAP oder ihre Ziele”. Das Gesetz richtet sich gegen Alt- und Neonazis, wobei eine Einziehung der Objekte auch dann möglich ist, wenn es diesbezüglich nicht zu einer Verurteilung kommt. Gerichtlich kann dann auch bei einem Freispruch eine Einziehung bestimmt werden. Sammler, die in den Verdacht geraten, rechte Positionen zu vertreten (oder die der Faszination des Bösen verfallen sind und keine Distanzierung erkennen lassen) laufen Gefahr, dass ihre Sammlung eingezogen werden könnte. 

In Deutschland geht solches derzeit nicht, wie der Fall des AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Halemba zeigt. Die Staatsanwaltschaft hat Klage wegen Volksverhetzung, Geldwäsche, Sachbeschädigung, Nötigung und versuchter Nötigung erhoben. Eine Anklage wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen wurde vom Gericht aber nicht zugelassen. In seinem Zimmer in einer Würzburger Studentenverbindung soll er einen von Heinrich Himmler aus dem Jahr 1939 stammenden SS-Befehl zur Schau gestellt haben. Da er den SS-Befehl nicht öffentlich gezeigt habe, ist keine Strafbarkeit gegeben. Mit der österreichischen Regelung wäre hier nun - trotz Unschuldsvermutung, ausbleibender Anklage und ggf. auch Freispruch in den Anklagepunkten - gerichtlich eine Einziehung des SS-Befehls möglich. Eine automatische Vernichtung scheint nicht vorgesehen, denn richtig kontextualisiert kann Nazi-Dreck eben auch wichtige Quelle oder Erinnerungsmal sein.

Die Ausstellung thematisierte jedenfalls auf der Franzensfeste diese eher juristischen Aspekte nur am Rande, beschäftigt aber die Sammler, die wir bei der Exkursion kennen gelernt haben, sehr. Sie sehen eine tatsächlich eingetretene Verunsicherung im Umgang mit historischen Dokumenten der NS-Zeit in Familienbesitz, sehen das Risiko des Verlustes, aber auch die Bildung eines Schwarzmarktes mit erhöhten Preisen,

Familienalbum aus NS-Zeit, Reichsparteitag Septt. 1935
(Privatbesitz)

 

In Bregenz ist die Ausstellung nun in eine größere Landesausstellung „Baustelle Erinnerung“ eingebettet. Sie präsentiert die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus als eine Baustelle und gemeinsame Verantwortung. Drei weitere Ausstellungsteile betreffen das Trachtenwesen, den NS-Kunst- und Ausstellungsbetrieb sowie die Südtiroler Siedlungen im Zuge des Hitler-Mussolini-Abkommens.

Mit der im Jahr 1939 gegründeten „Mittelstelle Deutsche Tracht“ in Innsbruck wurde die sogenannte Trachtenerneuerung systematisch organisiert. Tracht wurde im Nationalsozialismus zur Definition verwendet, wer dazugehören durfte - und wer nicht: Bereits ab Mitte 1938 galt ein Trachtenverbot für Juden in Vorarlberg und Tirol.

Das Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit, die mit ihren Millionen Toten das normale Vorstellungsmaß so dermaßen sprengen, gestaltet sich extrem schwierig, kaum da die Zeitzeugen weitgehend weg gestorben sind. Angesichts der aktuellen Wahlergebnisse (oder bisher Prognosen) wird auch deutlich, dass man mit bisherigen Konzepten nicht zufrieden sein kann. Ohne Zeitzeugen wird das noch schwieriger und es wird nötig sein, die Objekte dazu besser heranzuziehen. Dabei gilt es, Anknüpfungspunkte zu schaffen - durch die Familiengeschichte und die Dachbodenfunde, aber auh durch archäologische Ausgrabungen, wo es eine Herausforderung für die Denkmalpflege geben wird, zu begreifen, dass die Ausgrabung hier selbst die entscheidende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sein kann. Schützen für die Zukunft ist hier nicht sehr plausibel, wenn es jetzt heißen mus: Nie wieder!

Literatur

  • Franz-Stefan Meissel, Umgang mit einem schwierigen Erbe Österreichs NS-Zeit und das Recht (Wien 2025). - ISBN 978-3-214-26057-6
  • L. Beckershaus/ M. Fösl/ L. Langeder, “Hitler entsorgen” - oder soll das ins Museum? In: D. Döring/ M. Vöhringer (Hrsg.), Friktionen kuratieren. Für eine politische Wissensgeschichte des Ausstellens (Bielefeld 2025) 267-285. - DOI: https://doi.org/10.14361/9783839468838-018
  • Monika Sommer (Hrsg.), Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum. (Wien 2021). -
  • Louise Beckershaus / Stefan Benedik / Markus Fösl / Laura Langeder /Eva Meran / Monika Sommer, Aura versus Dialogue. Displaying Nazi Objects in the Exhibition. Disposing of Hitler: Out of the Cellar, Into the Museum. OeZG 34, 2023, S. 266-277. - DOI: https://doi.org/10.25365/oezg-2023-34-1-13
  • Chloe Paver, “Wartime” Ephemera from the Family Home in German and Austrian History Museums: A Counterexample to the British Case. Genealogy 2024, 8(2), 70 . - Doi: https://doi.org/10.3390/genealogy8020070

Links


Donnerstag, 27. August 2026

rein - raus - Gold weg: Nächster Goldschatz geklaut

Nach Manching und Vix ist der nächste Goldschatz  weg. 

Der Schatz von Villena war im Museum Alicante [Korrektur 29.8.26: Villena] ausgestellt, bis er am frühen Morgen a, 27.8.2026 gestohlen wurde, nebst einigen anderen Goldobjekten des Museums - und unter Zurücklassung des Silbers und hoffentlich auch der Eisenfunde. Unter den fat 60 Objekten des größten bronzezeitlichen Hortfundes finden sich nämlich auch ein paar Stücke der ältesten Eisenfunde.

Goldschatz von Villena
(Foto: Ángel M. Felicísimo , CC BY 2.0] via Wikimedia Commons]

 

Die Goldobjekte, vor allem Schalen und Miniaturgefäße, aber auch Schmuck gehörten zu den ganz herausragenden Funden der Bronzezeit. Der Hort wurde 1963 bei archäologischen Untersuchungen gefunden, wurde also nicht schon bei der Auffindung von Räubern zerstört. 

2024 wurde der Schatzfunde aus einem Banktresor in das neu gestaltete Museum der Stadt überführt. Die Polizei vermutet eine auf Kulturgut spezialisierte Bande hinter dem Raub. 

Möge man die Typen einkasteln, bevor sie die Objekte eingeschmolzen haben. Aber wahrscheinlich ist das schon zu spät... 

Literatur

  • G. Atiénzar,/ M. Hernandez/ V. Barciela, The Treasures of Villena and Cabezo Redondo. In: H. Meller/ R. Risch/ E. Pernicka (Hrsg.),  Metalle der Macht - frühes Gold und Silber. 6. Mitteldeutscher Archäologentag vom 17. bis 19. Oktober 2013 in Halle (Saale). Tagungen Landesmus. Vorgesch. Halle 11  (Halle 2014) 593–610 . - ISBN 978-3-944507-13-2

Änderungsvermerk 29.8.2026: Ich hatte irrtümlich das Museum in Alicante verortet. Es befindet sich in Vilena am Fundorte, etwa 40 km NW von Alicante.