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Mittwoch, 12. August 2026

GDKE - Direktion Landesarchäologie auf museum-digital

Gut, wenn archäologische Museen bei Museum-digital mitmachen!

Nur: die Bilanz der rheinland-pfälzischen Landesarchäologie ist etwas dürftig, zumal die Seite offenbar schon seit Dezember 2023 existiert. Mit der Summe von 0 Einträgen ist das schon eher Projektsabotage. Aber nicht untypisch für die vielen Geo- und Datenportale in Rheinland-Pfalz, die fast alle nichts Halbes und nichts Ganzes sind. 

 

Interne Links

 

 

Dienstag, 16. April 2019

Eine Gute Wahl: Der Deutsche Archäologiepreis 2019 für Open Access

Dr. Maria Effinger und Dr. Katrin Bemmann (Heidelberg) erhalten den Deutschen Archäologiepreis 2019 für ihre Verdienste um die Einführung und den Ausbau eines modernen offenen Publikationswesens in der deutschsprachigen Archäologie:

Donnerstag, 4. Januar 2018

Paläoanthropologie: Durch fehlenden Open Access zur Fake Science?

In den Kommentaren auf facebook zu einem Presseartikel zu zwergwüchsigen Menschenfunden von Palau hat deren Entdecker, der südafrikanische Anthropologe Lee Berger einen längeren, sichtlich verärgerten Kommentar geschrieben, nachdem Donald Johanson, bekannt als Entdecker von Lucy vor fake science gewarnt hat.




Small-Bodied Humans from Palau, Micronesia
(aus der OpenAccess-Publikation
L.R. Berger - S.E. Churchill - B. De Klerk - R.L. Quinn:
Small-Bodied Humans from Palau, Micronesia.
PLoS ONE 3(3), 2008: e1780.
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0001780
unter CC BY 4.0)
Jenseits früherer persönlicher Auseinandersetzungen der beiden, die hier sicher eine Rolle spielen, verdient die knappe, schnell auf dem Handy runtergeschriebene Darstellung Bergers durchaus Beachtung. Mangelnde Zugänglichkeit von Fossildaten sowie schlechte konventionelle Abbildungen, wie sie die Forschergeneration von Johanson zu verantworten habe, mache die Paläoanthropologie zur Fake Science. 

Berger stellt Open Access und digitale 3D-Modelle als grundlegend für den modernen Wissenschaftsbetrieb heraus.

Dienstag, 26. September 2017

Verlage gehen gegen ResearchGate vor

Zwar scheinen Archäologen und Historiker noch immer das Netzwerk Academia.edu zu bevorzugen, doch sind viele auch auf ResearchGate unterwegs, das eher in den Naturwissenschaften beliebt ist. Die Verlage, die ja eigentlich der Publikation von wissenschaftlicher Forschung dienen sollen, stellen heute im Gegenteil das größte Hindernis für die Verbreitung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse dar. Grade in der Archäologie ist das ein Problem, arbeitet doch die Mehrzahl der Kollegen in der Denkmalpflege und hat keine Anbindung an Universitätsbibliotheken. Sie können sich aus ihrem Haushalt die schweineteuren Aufsätze gar nicht leisten und sind damit von den vermeintlich prestigeträchtigen, weil - von den Verlagen selbst - gerankten Publikationen abgehängt. 
Gut, dass immer mehr archäologische Zeitschriften auf Open Access setzen...

Mittwoch, 6. September 2017

Wiki loves Monuments 2017

ein Fundus von OA-Bildmaterial zu Kultrdenkmalen - Der jährliche Wettbewerb im September rund um den Tag des offenen Denkmals soll den Bestand erweitern.

(Lusitana/ M. Kraft [CC BY SA 3.0]
via WikimediaCommons)

 

Dienstag, 11. April 2017

Mittelalterarchäologie im Mittelalterblog

ein Beitrag von Maxi Maria Platz

Interdisziplinarität ist das Schlagwort in allen Wissenschaften, da sich alle auf die Fahnen schreiben, die sich als Forschende verstehen. Ohne interdisziplinäre Kooperationen kommt so gut wie kein drittmittelfinanziertes Forschungsprojekt mehr auf den Weg und wer hat schon was gegen die spannende Zusammenarbeit mit Kolleg*innen benachbarter oder auch scheinbar nicht verwandter Fächer?

Die Mittelalterarchäologie musste in den 1970er und 80er Jahren ihre Daseinsberechtigung als Fach vor allem gegenüber der mittelalterlichen Geschichte erst beweisen. Laut waren die Vorbehalte zu Methoden, die man für vorgeschichtliche Zeiträume kannte und für historische Epochen als unnötig betrachtete.

Günter Fehring widmete in seiner Einführung in die Mittelalterarchäologie ein ganzes Kapitel der Abgrenzung des Fachs gegenüber seiner Nachbardisziplinen (Fehring 2003, 13-17). In einem kürzlich von Barbara Scholkmann, Hauke Kenzler und Rainer Schreg herausgegebenen Handbuch dagegenfehlt ein solches Kapitel (Scholkmann - Kenzler - Schreg 2016). Das kann man als Manko betrachten, ist aber auch ein Zeichendafür, dass eine Rechtfertigung der Mittelalterarchäologie nicht mehr von Nöten ist. Sie hat sich zu einem vollständig anerkannten Mitglied der mediävistischen Fächerfamilie entwickelt.

(Foto: M.M. Platz)
Für ernsthaft arbeitende Historiker ist die Kommunikation mit Archäologen selbstverständlich geworden. Gelegentlich wünscht man sich zwar, dass archäologische Beiträge insbesondere in historischen Sammelbänden nicht ganz so isoliert wirken, doch hat sich das Verhältnis in den letzten Jahren deutlich positiv entwickelt.

Für viele Fragestellungen in der mittelalterlichen Geschichte ist das Heranziehen von materiellen Quellen nicht immer notwendig, der Umgang mit Schriftquellen ist für den Archäologen jedoch unabdingbar. In der deutschsprachigen mittelalterarchäologischen Forschung werden von manchen Fachkollegen nach wie vor schriftliche Überlieferungen und deren Interpretation teilweise als Konkurrenz zu den „eigentlichen“ Quellen der Archäologie ‒ nämlich die Artefakte und ihre Stratigrafie ‒ betrachtet, wohingegen die englischsprachige Forschung das Verhältnis seit den 1970er Jahren eher entspannt kontextuell sieht. Ein Umstand, der sich langsam ändert, aber noch immer zu beobachten ist (Schreg 2007, 12-13; s.a. Scholkmann 2003).

Das interdisziplinär publizierende Mittelalterblog ist eine der wenigen Plattformen in der wissenschaftlichen Online-Landschaft, das alle mediävistischen Disziplinen, insbesondere Geschichte, Historische Hilfswissenschaften, Sprach- und Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte, Theologie und Religionswissenschaften, Skandinavistik und Theaterwissenschaften zusammenbringt. Die Redaktion ist mit Fachwissenschaftlern besetzt, welche die Beiträge betreuen, im Vorfeld prüfen und damit die Qualität der Blogposts sichern.

Die Artikel erscheinen exklusiv online im Open Access, sind zitierbar und können als Online-Publikationen bei der VG-Wort angemeldet werden. Wissenschaftliche Artikel im engen Sinne (Miszellen, Aufsätze, Editionen) werden in den Regesta Imperii Opac (RI-Opac) aufgenommen.

Gerade in der Mittelalterarchäologie sind Online-Beiträge noch keine Selbstverständlichkeit, obwohl die Vorteile für sich sprechen: Hohe Sichtbarkeit bei Fachkollegen der eigenen und der Nachbarwissenschaften, konstruktiver Austausch in der moderierten Kommentarfunktion und sehr zeitnahe Publikation. Dabei versteht sich das Blog nicht als Werbeplattform für neu erschienene Monographien und Sammelbände, sondern als vollwertige Alternative zu Printmedien.

Die Mittelalterarchäologie, mit ihrer Offenheit gegenüber interdisziplinären Ansätzen von klassischer Arbeit mit Schriftquellen, Bauforschung, naturwissenschaftlichen Prospektions- und Datierungsmethoden bis hin zur Archäoinformatik, soll nun stärker in den Fokus der breiten Leserschaft des Mittelalterblogs rücken.

Somit ist dieser Beitrag als Aufforderung zu verstehen, Artikel zu laufenden Forschungsprojekten, Dissertationen und auch Grabungen mit außergewöhnlich guten mittelalterlichen Befunden und Funden im Mittelalterblog zu veröffentlichen. Es lohnt sich!


Social Media-Präsenzen


Twitter: @mittelalterblog

Facebook: https://www.facebook.com/mittelalter.hypotheses

Google+: https://plus.google.com/118077281480905412781

Literaturhinweise

Fehring 2003
G. P. Fehring, Die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Eine Einführung (Darmstadt³ 2003).

Scholkmann 2003
B. Scholkmann, Tyrannei der Schriftquellen? Überlegungen zum Verhältnis materieller und schriftlicher Überlieferung in der Mittelalterarchäologie, in: M. Heinz/ M.K. Eggert/ U. Veit (Hrsg.), Zwischen Erklären und Verstehen? Tübinger Archäologisches Taschenbuch 2 (Münster/ NewYork/ Berlin/ München 2003) 239-257.

Scholkmann - Kenzler - Schreg 2016
B. Scholkmann/ H. Kenzler/ R. Schreg, Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Grundwissen (Darmstadt 2016).

Schreg 2007
R. Schreg, Archäologie der frühen Neuzeit. Der Beitrag der Archäologie angesichts zunehmender Schriftquellen, in: Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 18, 2007, 9-20







Maxi Maria Platz ist Mittelalterarchäologin und lebt mit ihrem Mann in Duisburg. In ihrer im Februar an der Universität Bamberg angenommene Dissertation beschäftigte sie sich Ausgrabungen im Umfeld der Elisabethkirche in Marburg.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Jetzt in Public Domain: Die Olifanten des Met

Am 7.2.2017 hat das Metropolitan Museum in New York alle seine Bilder in Public Domain gestellt.
Beispielsweise sind nun auch Bilder der früh- und hochmittelalterlichen Olifanten frei online, die das Met besitzt (vergl. Träumende Wächter - Lärmende Pilger).

Olifant, wohl aus Süditalien, um 1200, Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)


Bruchstück eines Olifanten, Ägypten oder Palästina, 720-970 [14C], Höhe noch 19,7 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Bruchstück eines Olifanten, Sizilien, 11./12. Jh., Höhe noch 22,2 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)



Olifanten, Süditalien, 11./12. Jh., Länge 58,6 cm mit Behältnis des 16. Jh.
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Amalfi in Süditalien, 13. Jh., Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Süditalien, 12./13.  Jh., Länge 43.5 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Mittwoch, 23. März 2016

Zweifel an Nofretete

Im Dezember 2015 sind die Künstler Nora al Badri und Jan Nikolai Nelles mit einer Aktion an die Öffentlichkeit getreten, mit der sie auf die andauernde kolonialistischen Ansprüche des Kulturbetriebs und den illegalen Handel mit Antiken aufmerksam machen wollte. Sie hätten heimlich im Neuen Museum in Berlin die originale Büste der Nofretete gescannt und die Daten im open access als Public Domain online gestellt. Am 4.1. habe ich auch auf Archaeologik über den Raub-Scan der Berliner Nofretete-Büste gepostet.

Inzwischen werden Stimmen laut, die die Scan-Geschichte anzweifeln:
Fraglich ist, ob die Angaben, wie der Scan entstanden ist, richtig sein können. Das sei nicht möglich, vielmehr sollen die Daten wohl von einem im Netz verfügbaren professionellen Scan der Büster geklaut.
Eine Stellungnahme der Stiftung Preussischer Kulturbesitz betont, dass noch nicht definitiv geklärt sei, ob die durch Nelles / Al-Badri zur Verfügung gestellten Daten tatsächlich durch einen Scan des Originals im Museum entstanden seien. Die Stellungnahme begründet das Fotografierverbot in dem betreffenden Ausstellungsraum und stellt den Umgang mit Digitalisaten und die Bedeutung des Open Access dar. Im Augenblick sehe die SPK keinen Anlass, juristisch zu reagieren.
Unabhängig vom konkreten Fall und seinen fragwürdigen Umständen wirft die Aktion aber ein Licht darauf, wie sensibel der Umgang mit Forschungsdaten auch für die Öffentlichkeit ist.

Weitere Links zur Kunstaktion

Interner Link


Montag, 4. Januar 2016

Die digitale Entführung der Nofretete

Derzeit gibt es viel Verwirrung und Spekulation um Königin Nofretete. Liegt ihr Grab unerkannt hinter dem des Tut-Anch-Amun? Ist seine Maske nicht vielmehr die ihre?

Das mag ich als Nicht-Fachmann nicht kommentieren. Da kann man auch einfach abwarten, was die laufenden Untersuchungen bringen.

Viel interessanter erscheint mir indes eine Aktion zweier Berliner Künstler.
Die Büste der Nofretete aus Kalkstein und Gips befindet sich seit 1913 in Deutschland. Sie war 1912 bei deutschen Grabungen von Ludwig Borchardt in einem Werkstattkomplex in Tell-el-Amarna gefunden.
Nora al Badri und Jan Nikolai Nelles haben erst in Ägypten für Verwirrung gesorgt, indem Meldungen über den Neufund einer zweiten Nofretete-Büste lanciert wurden - zuammen mit einem Video, das den angeblichen Fund dokumentieren sollte. Dann haben sie in Berlin heimlich im Neuen Museum die originale Büste der Nofretete gescannt und die Daten im open access als Public Domain online gestellt (in einem FAZ-Artikel Ende November war noch eine Creative-Commons-Lizenz, welche eine kommerzielle Nutzung ausschließt, angekündigt). 
Ziel dieser Aktionen sei es gewesen, auf die andauernde kolonialistischen Ansprüche des Kulturbetriebs und den illegalen Handel mit Antiken aufmerksam zu machen. „Das Berliner Museum monopolisiert die Büste und führt damit eine imperiale Praxis fort, statt der Öffentlichkeit und gerade den Ägyptern Zugang zur Nofretete zu gewähren“ sagt Nelles in einem FAZ-Interview. In ihrer Pressemeldung vom 27.12.2015 formulieren sie: "The artists intention is to make cultural objects publicly accessible and to promote a contemporary and critical approach on how the Global North deals with heritage and the representation of “the other”.




Installation "Die andere Nofretete", Kairo 27.12.2015
(Foto: Jan Nikolai Nelles, zugesandtes Pressematerial)
Die Aktion berührt das Problem des Eigentums an Kulturgut gleich auf mehreren Ebenen: Es wirft erstens die Frage nach der ethischen Rechtfertigung des Exports antiker Fund- und Kunstobjekte aus ihren Herkunftsländern in den Westen auf - auch wenn die formale Legalität des Besitzes der Nofretete-Büste im vorliegenden Fall wegen entsprechender Ausfuhrgenehmigungen außer Frage steht (wenn auch laut Zahi Havass der Verdacht bestehe, dass die Deutschen bei der Fundteilung über den wahren Wert des Objekts getäuscht hätten).
Zweitens ergibt sich die Frage nach den Nutzungsrechten öffentlicher Museen. Können sie der Öffentlichkeit die Objekte vorenthalten, indem sie Bilder und andere Daten unter Copyright stellen und teuer verkaufen?  

Ein Artikel in Le Monde wundert sich über ausstehende deutsche Reaktionen. In der Tat können die von dem Fall thematisierten Probleme nicht ausgesessen werden, da sie viel mit der Glaubwürdigkeit des Faches zu tun haben.
Eine juristische Klärung, welche Nutzungsrechte ein öffentliches Museum an archäologischen Objekten tatsächlich besitzt, ist sicherlich überfällig. Sinnvoll für Wissenschaft wie für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit wäre ein freier Zugang zu den konservatorisch ja nun völlig unproblematischen Daten allemal.


Weitere Links 


 Zur Vermarktung der Büste durch das Berliner Museum: die bemalte Kopie für 8900,-€/Stück

Interner Link


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Freies Fotografieren von Kulturgut

Ein italienisches Blog fordert freie und kostenlose Reproduktionserlaubnis für historische Quellen und Kulturgut - auch für die Archäologie.
via http://archivalia.hypotheses.org/237

In Deutschland hat das Reiss-Engelhorn-Museums in Mannheim eine Abmahnwelle gegen Nutzer von CC-Bildern gestartet, die in Wikipedia präsentiert wurden. Es handelt sich um Bilder in öffentlichem Besitz, was die Frage aufwirft, inwiefern ein Museum de facto den öffentlichen Zugang zu diesen Werken unterbinden darf. Ein Verbot der freien Nutzung von dokumentarischen Fotos von Kulturgut und ein konservatorisch nicht begründetes Fotografierverbot verhindert einen freien Zugang der Gesellschaft zu Kulturgut und ihre Auseinandersetzung mit ihm.
In Mannheim geht es um Fotos von Gemälden, also um 2D-Reproduktionen von 2D-Werken. Eine solche Reproduktion gemeinfreier Werke begründet kein Urheberrecht. Bei archäologischen Funden ist die Situation noch einmal schwieriger. Auch hier ist das Urheberrecht längst erloschen, doch stellt sich die Frage, ob in der Dokumentationsfotographie die 2D-Inszenierung eines 3D-Objektes eine urheberrechtsrelevante Schöpfungshöhe begründet? Wie sieht es mit 3D-Modellen von 3D-Objekten aus (vergl. Das Urheberrecht der Eiszeitmenschen. Archaeologik 8.1.2013)? Und wie ist die Situation, wenn der archäologische Fund nur in einer modernen Kopie vorliegt? Inwieweit können hier andere Leistungsschutzrechte im Spiel sein?


Link

Nachtrag (12.12.2015):
 

Freitag, 24. Oktober 2014

Hohe Gebühren sollen vor Open Access abschrecken

Angaben über hohe Gebühren für eine OpenAccess-Publikation sollen ganz offensichtlich abschrecken:


Bei http://www.openaccessarchaeology.org/ findet sich eine Suchmaske für OpenAccess-Zeitschriften in der Archäologie (eine ältere Zusammenstellung auf Archaeologik - Hinweise auf Ergänzungen sind willkommen.

Samstag, 24. Mai 2014

weitere archäologische OA-Zeitschriften

Die Zahl der OA verfügbaren deutschen archäologischen Zeitschriften wächst langsam und die Liste unter http://archaeologik.blogspot.de/2013/10/open-access-in-der-archaologie.html hat Nachträge aufzuweisen:
  • Denkmalpflege in Baden-Württemberg - war allerdings auf den Seiten der Denkmalpflege schon seit einiger Zeit online zugänglich, nun über UB Heidelberg incl. der alten Hefte verfügbar
Nicht deutsch, aber ebenfalls bei der UB Heidelberg:
Die neuen Zeitschriften nutzen das Angebot von Propylaeum-DOK – Publikationsplattform Altertumswissenschaften für e-publishing.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Habitus - vom Blog zur 'echten' Publikation

Als Arbeitspapier war im Sommer 2012 am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz ein knapper Überblick über den Habitus - ein soziologisches Konzept in der Archäologie entstanden, das im Dezember 2012 auf Archaeologik publiziert wurde.
Wenig später erreichte uns die Anfrage, ob wir uns den Beitrag nicht als Artikel in den Archäologischen Informationen der DGUF vorstellen könnten. Nach einer ersten Überarbeitung ging er in das dort übliche review-Verfahren und wurde dann entsprechend der Hinweise der anonymen Reviewer erneut überarbeitet. Gegenüber der ersten Blog-Fassung gibt es einige inhaltliche Ergänzungen.
Jetzt steht der Beitrag im early view als open access Artikel online: http://www.dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Schreg-etal.pdf unter http://www.dguf.de/index.php?id=9. Die endgültige Bandzählung und Paginierung folgt mit der Druckversion der AI.
Der Beitrag wurde speziell mit einer CC BY-SA 3-Lizenz versehen, da er bereits auf dem Blog mit share alike, allerdings derzeit noch mit stärkeren Einschränkungen publiziert war.

Ich halte den Vorgang für interessant im Hinblick auf die Möglichkeiten des Bloggens. Hier hat gewissermaßen ein erstes pre-re-view stattgefunden, mit der ein eher vorläufiger Diskussionsstand einen Impuls zur feineren Ausarbeitung bekommen hat. Mit dem Übergang in eine etablierte Zeitschrift hat ein Verfahren der Qualitätssicherung gegriffen, das es so auf einem eher beiläufig betriebenen Blog nicht geben kann.

(Nachtrag 5.8.2014): Die Printversion ist jetzt erschienen, damit steht der Artikel unter DOI: 10.11588/ai.2013.0.15324 auf http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/article/view/15324

Sonntag, 27. Oktober 2013

Open access in der Archäologie


Open Access gewinnt an Bedeutung und wurde hier auch schon gelegentlich angesprochen. Heute endet die Internationale Open Access Week (23.-27.10.2013), mit der über OA informiert werden soll und entsprechende Publikationen beworben werden sollen.
Anlaß für eine knappe, wenngleich sicher unvollständige Zusammenstellung deutschsprachiger OA-Publikationen aus der Archäologie:


Zeitschriften
Einige Zeitschriften stellen ältere Jahrgänge in OA bereit:

Deutschsprachige Blogs sind gesammelt unter
Es fällt auf, dass gerade die Denkmalpflege, deren Akzeptanz ganz besonders von einer Information der Öffentlichkeit abhängt, bisher kaum auf OA-Publikationen setzt. Besonders hervorgehoben seien daher:
Bislang ist es im Fach nicht möglich, ausschließlich OA zu publizieren (selbst wenn man nicht nach den in der deutschen Archäologie glücklicherweise auch nicht üblichen Rankings schielt), auch green OA wird selten erlaubt und erfordert im Einzelfall erheblichen Aufwand, das durchzusetzen. Es fehlt weitgehend an einem Problembewusstsein...


Die englische Seite OpenAccessArchaeology versucht international OA-Publikationen aus der Archäologie zu erschließen (vergl. Archaeologik). Hier sind auch weitgehend die hier verzeichneten Publikationen erfasst, jeweils noch mit Angaben zu peer review und akzeptierten Sprachen.

An Einzelpublikationen seien nur exemplarisch genannt

Zur Open Access Week

laufende Ergänzungen und Aktualisierungen - Hinweise sind willkommen!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

JungsteinSite - jetzt Journal of Neolithic Archaeology

Die Internetplattform Jungsteinsite, vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel getragen, hat seit 1999 kleinere Forschungsarbeiten zum Neolithikum als pdf publiziert.

Mit dem Jahrgang 2013 gibt es eine wichtige Änderung: JungsteinSite heißt jetzt Journal of Neolithic Archaeology (ISSN 2197-649X). Die Artikel sind peer-reviewed, mit doi versehen und vor allem open access!

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Archäologische Informationen im Open Access

Als eine der ersten Fachzeitschriften haben die Archäologischen Informationen nun die Umstellung auf open access vollzogen. Sie haben dabei eine wichtige Vorreiterrolle, denn angesichts schrumpfender Bibliotheksetats (und steigender Preise für Zeitschriftenabos) koppelt die Archäologie bei einem Festhalten an ausschließlicher Printpublikation (z.B. Germania) oder einem Bezahlmodell (wie bei der Praehistorischen Zeitschrift) die Mehrzahl der im Fach tätigen Wissenschaftler von Neuerscheinungen ab. Außerhalb der Universitäten sind online-Angebote von Verlagen nur gegen häufig horrende Preise zugänglich, die sich eine Denkmalpflege angesichts andauernder Kürzungen kaum leisten kann.
Die AI haben außerdem auf ein peer-review Verfahren umgestellt, das internationalen und politisch eingeforderten Standards entspricht. Open access und Qualitätssicherung sind kein Widerspruch, da auch Verlage, die ihre Produkte teuer verkaufen, die Leistungen der Herausgeber und Reviewer nicht honorieren.
Bezüglich der Lizenzierung der Aufsätze in den AI wurde die Regelung getroffen, dass sie  – gedruckt wie online – unter dem üblichen Copyright erscheinen. Autoren können jedoch für eine CC-Linzensierung optieren und müssen dies vor der Publikation den Herausgebern schriftlich mitteilen.

Seit langem stehen die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (DGAMN) per open access online. Im Unterschied zu den AI verfügen sie aber nicht über ein übersichtliches Einstiegsportal und über einen doi. Sie sind lediglich auf der homepage gehostet und über Bibliothekskataloge schwer zu recherchieren - ein Problem, das die AI durch die Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg gelöst haben. Das Archäologische Korrespondenzblatt toleriert inzwischen einen green open access, das heißt eine Selbstarchivierung der Autoren.

Da Zeitschriftenrankings auch innerhalb der Archäologie eine zunehmende Rolle spielen werden, ist open access ein wichtiger Faktor. Bislang sind für die Rankings zwar noch das Renomée der Verlage mitentscheidend, doch dürfte künftig die Zitier-Häufigkeit eine wichtigere Rolle spielen. Open Access ist dazu gerade in kleinen Fächern eine wichtige Voraussetzung.


Homepage der Archäologischen Informationen mit Early View bei der DGUF:
Die Archäologischen Informationen online:
In einem Aufsatz in den AI erläutert F. Siegmund Zielen, Modalitäten und Randbedingungen der Renovierung:
  • F. Siegmund, Schnell, weltweit frei zugänglich und mit zusätzlichen Daten: Die Zeitschrift Archäologische Informationen erscheint im Open Access mit Early Views. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 14. Okt. 2013: http://www.dguf.de/index.php?id=9


Backlinks (Nachtrag 25.10.2013):
http://archiv.twoday.net/stories/528986987/
http://archiv.twoday.net/stories/516216639/

Donnerstag, 23. Mai 2013

Community Archaeology - Publikum hinter pay wall ausgeschlossen?

Öffentlichkeitsarbeit spielt für die Archäologie mit vielen verschiedenartigen Projekten schon lange eine wichtige Rolle: in Museen und in Kooperation mit Ehrenamtlichen.

Eine neue - englische - Zeitschrift widmet sich ab 2014 diesem Themenfeld, das im englischen als "community archaeology" bezeichnet wird: Journal of Community Archaeology & Heritage  

Die Zeitschrift erscheint bei Maney und wird auch online zugänglich sein - leider aber offenbar nicht open access! Gerade aber bei diesem Themenfeld, das auch Laienarchäologen ansprechen möchte und diese auch mit Beiträgen involvieren möchte, wäre das wichtig. Denn die üblichen pay-walls schließen große Teile des Zielpublikums aus, das eben meist über keinen Uni-Account verfügt (wie übrigens auch die meisten Kollegen der Denkmalpflege). Positiv ist daher der zugehörige Blog zu vermerken, der weit größere Chancen hat, sein Publikum zu erreichen als die Zeitschrift: http://journalcah.blogspot.co.uk/

Bleibt zu hoffen, dass die Zeitschrift trotz dieses Geburtfehlers der bislang kaum geführten Diskussion über eine community archaeology ein Forum gibt. Vor allem in Deutschland wird bislang kaum darüber diskutiert, was die Ziele und die Inhalte der Vermittlung von Wissenschaft sind (Kenntnis von zeittypischen Schwerttypen oder eher eine Sensibilisierung für die historischen Dimensionen unserer Gegenwart?), wie in Zeiten von Web 2.0 mit der sich verändernden, aktiveren Rolle der Öffentlichkeit umgegangen wird, wie man mit dem zunehmenden Anspruch von Laien auf "ihre" Geschichte umgeht und wie man etwa auch die Eigenschaft archäologischer Fundstellen als Gemeingut verständlich macht.