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Dienstag, 10. September 2024

Archäologie als Kunst (12): Varus kämpft noch immer

 Jutta Zerres

 

Dennis Oppenheim: Battle Drums
in Osnabrück
(Foto: J. Zerres 2024,
CCBY 4.0)


Dennis Oppenheim: Battle Drums
in Osnabrück
(Foto: J. Zerres 2024,
CCBY 4.0)


 

Dennis Oppenheim: Battle Drums
in Osnabrück
(Foto: J. Zerres 2024,
CCBY 4.0)

Zum 2000jährigen Jubiläum der Varusschlacht schuf der New Yorker Künstler Dennis Oppenheim (1938–2011) die Kunstinstallation„Battle Drums“, die auf dem Theodor-Heuss-Platz (vor dem Hauptbahnhof) in Osnabrück zu sehen ist. Die beiden Trommeln können von Innen beleuchtet werden. Wenn sie sich drehen, wird ein Lichtspiel in Form von kämpfenden Legionären und fliegenden Speeren auf den Boden geworfen.

 

Links

„Battle drums“ beleuchtet:: 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Archäologie als Kunst: Kreiselkunst als Hinweis auf einen historischen Töpferort

Biggi Schroeder 

 

Ein überdimensionaler Keramik-Krug, welcher prominent in der Mitte des Verteilerkreisels platziert wurde, gibt östlich von Surbourg einen ersten Hinweis auf den ca. 6 km entfernten historischen Töpferort Betschdorf  im Elsass. 

Kreisel bei Surbourg
(Foto: B. Schroeder)
 



Kreisel bei Surbourg
(Foto: B. Schroeder)


Seit mehr als 300 Jahren wurde (und wird) dort in den zahlreichen Töpfereien das sogenannte blau-graue salzglasierte Steinzeug hergestellt. Fährt man in den Ort hinein, so sieht man weitere Kunstwerke auf den Verkehrsinseln an der Straße.

Verkehrsinsel in Betschdorf
(Foto: B. Schroaeder)

 

Verkehrsinsel in Betschdorf
(Foto: B. Schroaeder)

Wer sich für Keramik interessiert, dem kann ich einen Besuch im Musée de la Poterie in Betschdorf empfehlen. Hier wird der Herstellungsprozess in einem Film veranschaulicht. Im Anschluss kann man sich die Exponate dann in der gut gemachten Ausstellung anschauen. 

 

Links: 

Montag, 16. August 2021

Archäologie als Kunst (11) - Eiszeitliche Kunst als Wegweiser

Monika Decoster
 
Nachbildungen von Mammutfiguren am Ortseingang von Bissingen ob Lontal zeigen den Weg zum Archäopark und zur Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen, dem Fund- und Ausstellungsort des Originals aus Mammutelfenbein. 
 
Weißes (am Kreisel) und braunes Mammut als Wegweiser
(Foto: M. Decoster, 31.10.2020)



Das „Mammut vom Vogelherd“, 3,5 cm lang und 7,5 Gramm schwer und ca. 40.000 Jahre alt, wurde im Rahmen einer Nachgrabung in den Jahren 2005 bis 2012 geborgen und gehört zur „ältesten figürlichen Kunst der Menschheit weltweit“. 
Alt bekannt ist das berühmte Vogelherd-Pferdchen aus den Grabungen der 1930er Jahre, das sich heute im MUT Tübingen befindet

Am Skulpturenpfad am Archäopark bei Niederstotzingen stehen weitere Kunst-Mammuts.

Links


Montag, 14. Juni 2021

Archäologie als Kunst (10)

Elena Reus

Die in den Archaeologik-Beiträgen zum Thema „Archäologie als Kunst“ vorgestellten Beispiele für eher naiv daherkommende Kunstwerke im öffentlichen Raum befriedigen die Bedürfnisse von Lokalpatriotinnen und -patrioten oder weisen auf ein (vermarktungsfähiges) Lokalkolorit hin. Wieder andere Objekte müssen Passanten auf den ersten Blick vollkommen undechiffrierbar erscheinen.

Sosehr diese von archäologischen Funden und Befunden inspirierten Kunstwerke die Fachwelt auch erheitern mögen, so sehr muss es im Interesse des Fachs liegen, wenn Verkehrskreisel und Grünflächen mit volkspoetischen und (prä-)historischen Inhalten stärker bespielt werden denn je.

Angesichts gegenwärtiger existenzieller Bedrohungen des Fachs (international wie national), muss verstärkt daran gearbeitet werden die Aufmerksamkeit und Gunst der Öffentlichkeit zu gewinnen. Aus diesem Grund sollten hier auch die raffinierteren Schöpfungen die meist eher informierende Installationen als Kunst darstellen ebenfalls Beachtung finden. Sie halten das Wissen um örtliche Bodendenkmale in der Öffentlichkeit.

Im hessischen Erlensee (Ortsteil Rückingen) befindet sich auf einem Kreisel eine Installation, die eine räumliche Illusion erzeugt, so dass der Betrachter in das dargestellte, historische Landschaftsbild einbezogen wird und die Grenzen zwischen Installation und real umgebender Landschaft verschwimmen.

Archäologisch inspirierte Kreiselkunst hat einen nicht zu unterschätzenden Nutzen auch wenn es zugegebenermaßen zusätzlich noch eine kleine gedankliche Transferleistung erfordert, um vom angezeigten Bodendenkmal auf die Notwendigkeit von Personen zu schließen, die dieses erforschen. Aber dafür sollte es ja konkrete Öffentlichkeitsarbeit geben!

 

Limeskreisel Rückingen-Erlensee
Eine zweispurig ausgebaute Bundesstraße führt auf einen Kreisel in Erlensee zu. Der Kreisel bildet an dieser Stelle „das Tor“ in den Ortsteil für Autofahrer. Um die auf dem Kreisel befindliche Installation eingehend studieren zu können, ist allerdings eine Exkursion auf dem umlaufenden Fußweg zu empfehlen. Durch Erlensee verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes. Außerdem befinden sich im Bereich des Ortsteiles Rückingen die Reste eines Kastells
(Foto: E. Reus)


 



Elena Reus ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der AMANZ in Bamberg. Sie absolvierte ihren Master in Tübingen und bringt Erfahrungen aus der praktischen Grabungs-Archäologie mit.

 

Dienstag, 2. März 2021

Archäologie als Kunst (9)

Jutta Zerres

(Foto: J. Zerres)

 

Idyllisch im Schnee: Die Kopien zweier der berühmten T-förmigen Pfeiler der steinzeitlichen Kreisanlage von Göbekli Tepe (Südosttürkei) vor der Geschäftsstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Bonner Stadtteil Plittersdorf. Genau gesagt handelt es sich um Repliken der beiden zentralen Pfeiler der Anlage D (frühneolithisch). Die DFG fördert (unter anderen) die dortigen Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts seit 2004.


Links:

Montag, 1. März 2021

Archäologie als Kunst - Wer hat Bilder?

Unter dem Label Kunst hat sich über die Jahre hier auf Archaeologik eine Handvoll Beiträge angesammelt, in denen ich Kunstobjekte aus dem öffentlichen Straßenraum gepostet habe - mehr oder weniger (un)sinnige Erinnerungen an archäologische Fundstellen - oft an solche, die vollständig durch Überbauung zerstört worden sind.

Es würde mich nun interessieren, was für Blüten es da sonst noch gibt.

Wer hat Bilder (und die Rechte daran), die sie/er für einen Blogpost (gerne im Rahmen eines kurzen Gasttbeitrags mit einer CC-Lizenz) zur Verfügung stellen würde?

Es geht explizit nicht um (einigermaßen gute oder schlechte) wissenschaftliche Rekonstruktionen.

Kreisverkehr am Donnersberg mit latènezeitlichem Achsnagel
(Foto: R. Schreg, 2019)

Aschheim bei München
(Foto: Donaulustig [freigegeben]
via WikimediaCommons)




Goldbach, Lkr. Aschaffenburg
(Foto: R. Schreg, 2019)


Metalldenkmal für Steinzeitsiedlung in Vaihingen/Enz, errichtet 2004
(Foto R.Schreg)

Kreisverkehr in Niederstimm
(Foto R. Schreg)


schachspielende Rittersleut, Knetzgau-Zell
(Foto: M. Decoster)

protoneolithische Stele vor der DFG
(Foto: J. Zerres)


weitere: https://archaeologik.blogspot.com/search/label/Kunst

Mittwoch, 30. September 2020

Archäologie als Kunst (8) - schachspielende Rittersleut

Monika Decoster

Das Kunstdenkmal aus Sandstein zeigt Schachspieler auf einem Turm einer mittelalterlichen Burg und erinnert an den archäologischen Fund von Schachfiguren (Bauer, Springer, Läufer) aus geschnitztem Hirschgeweih in arabisch-abstrakter Darstellung. Das Denkmal wurde 1990 anlässlich des Neubaus einer Brücke in Zell a. Ebersberg errichtet. Die Spielsteine werden ins 12. Jh. datiert (GNM Nünberg) und sind im Bereich einer abgegangenen mittelalterlichen Burg, im Volksmund „Heidenschloß“ genannt, oberhalb des Böhlgrundes gefunden worden.

Schachspielende Rittersleut auf mittelalterlichem Wachturm - Älteste Schachfiguren Europas?
Zell a. Ebersberg, Gemeinde Knetzgau, Lkr. Haßberge, Unterfranken, Bayern
(Foto: Monika Decoster)


 

Fundverbleib: GNM Nürnberg, Inventarnummern HG10820, HG10821, HG10822.

 

Interner Link



Monika Decoster studiert als Gaststudentin Archäologische Wissenschaften an der Universität Bamberg 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Archäologie als Kunst (7)

An die Grabung einer bajuwarischen Fundstätte wird mit einem "römischen" Bogen erinnert. - Sieht dann wenigstens nach Ruinenstätte aus.

Aschheim bei München
(Foto: Donaulustig [freigegeben] via WikimediaCommons)

Interner Link

Donnerstag, 25. Juli 2019

Archäologie als Kunst (6)

dieses Mal kein Kreisverkehr, sondern nur eine Wendeschleife mit Phantasie-Burg

Goldbach, Lkr. Aschaffenburg
(Foto: R. Schreg, 2019)


Interne Links

Dienstag, 11. Juni 2019

Archäologie als Kunst (5)

besonders beliebt im Kreisverkehr

Kreisverkehr am Donnersberg mit latènezeitlichem Achsnagel
(Foto: R. Schreg, 2019)

Interne Links


 

Montag, 4. Januar 2016

Die digitale Entführung der Nofretete

Derzeit gibt es viel Verwirrung und Spekulation um Königin Nofretete. Liegt ihr Grab unerkannt hinter dem des Tut-Anch-Amun? Ist seine Maske nicht vielmehr die ihre?

Das mag ich als Nicht-Fachmann nicht kommentieren. Da kann man auch einfach abwarten, was die laufenden Untersuchungen bringen.

Viel interessanter erscheint mir indes eine Aktion zweier Berliner Künstler.
Die Büste der Nofretete aus Kalkstein und Gips befindet sich seit 1913 in Deutschland. Sie war 1912 bei deutschen Grabungen von Ludwig Borchardt in einem Werkstattkomplex in Tell-el-Amarna gefunden.
Nora al Badri und Jan Nikolai Nelles haben erst in Ägypten für Verwirrung gesorgt, indem Meldungen über den Neufund einer zweiten Nofretete-Büste lanciert wurden - zuammen mit einem Video, das den angeblichen Fund dokumentieren sollte. Dann haben sie in Berlin heimlich im Neuen Museum die originale Büste der Nofretete gescannt und die Daten im open access als Public Domain online gestellt (in einem FAZ-Artikel Ende November war noch eine Creative-Commons-Lizenz, welche eine kommerzielle Nutzung ausschließt, angekündigt). 
Ziel dieser Aktionen sei es gewesen, auf die andauernde kolonialistischen Ansprüche des Kulturbetriebs und den illegalen Handel mit Antiken aufmerksam zu machen. „Das Berliner Museum monopolisiert die Büste und führt damit eine imperiale Praxis fort, statt der Öffentlichkeit und gerade den Ägyptern Zugang zur Nofretete zu gewähren“ sagt Nelles in einem FAZ-Interview. In ihrer Pressemeldung vom 27.12.2015 formulieren sie: "The artists intention is to make cultural objects publicly accessible and to promote a contemporary and critical approach on how the Global North deals with heritage and the representation of “the other”.




Installation "Die andere Nofretete", Kairo 27.12.2015
(Foto: Jan Nikolai Nelles, zugesandtes Pressematerial)
Die Aktion berührt das Problem des Eigentums an Kulturgut gleich auf mehreren Ebenen: Es wirft erstens die Frage nach der ethischen Rechtfertigung des Exports antiker Fund- und Kunstobjekte aus ihren Herkunftsländern in den Westen auf - auch wenn die formale Legalität des Besitzes der Nofretete-Büste im vorliegenden Fall wegen entsprechender Ausfuhrgenehmigungen außer Frage steht (wenn auch laut Zahi Havass der Verdacht bestehe, dass die Deutschen bei der Fundteilung über den wahren Wert des Objekts getäuscht hätten).
Zweitens ergibt sich die Frage nach den Nutzungsrechten öffentlicher Museen. Können sie der Öffentlichkeit die Objekte vorenthalten, indem sie Bilder und andere Daten unter Copyright stellen und teuer verkaufen?  

Ein Artikel in Le Monde wundert sich über ausstehende deutsche Reaktionen. In der Tat können die von dem Fall thematisierten Probleme nicht ausgesessen werden, da sie viel mit der Glaubwürdigkeit des Faches zu tun haben.
Eine juristische Klärung, welche Nutzungsrechte ein öffentliches Museum an archäologischen Objekten tatsächlich besitzt, ist sicherlich überfällig. Sinnvoll für Wissenschaft wie für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit wäre ein freier Zugang zu den konservatorisch ja nun völlig unproblematischen Daten allemal.


Weitere Links 


 Zur Vermarktung der Büste durch das Berliner Museum: die bemalte Kopie für 8900,-€/Stück

Interner Link


Sonntag, 28. August 2011

Archäologie als Kunst (2)

Metall als Denkmal für eine steinzeitliche Siedlung!
An der Fundstelle einer bandkeramischen Siedlung bei Vaihingen/Enz:
Metalldenkmal in Vaihingen, errichtet 2004
(Foto R.Schreg)
Das Denkmal wurde im Rahmen eines WVR-Projektes (Wirtschaften - Verwalten - Recht) in einer 8. Klasse an der Ottmar-Mergenthaler Realschule Vaihingen-Kleinglattbach gestaltet.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Archäologie als Kunst

Kreisverkehr in Niederstimm
(Foto R. Schreg)

in Anlehnung an die Ausgrabung eines im Quadrantensystem untersuchten Grabhügels, in den Profilen stilisierte Funde. - Hallstatt- und Latèneelemente in wilder Mischung




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