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Donnerstag, 4. April 2024

Neolithischer Bergbau auf der Schwäbischen Alb - neue Publikationen

Langsam aber stetig gehen die Forschungen zum neolithischen Silexabbau und der neolithischen Siedlungslandschaft bei Blaubeuren voran. Nun sind kurz nacheinander zwei neue Publikationen erschienen::

  • L. Fisher/C. Knipper/S. K. Harris u. a., Neolithic Chert Extraction and Processing on the Southeastern Swabian Alb (Asch-Borgerhau, Germany). In: F. Bostyn/J. Lech/A. Saville u. a. (Hrsg.), Prehistoric Flint Mines in Europe (Oxford 2023) 269–284. -
  •  L. Fisher/E./S. K. Harris/R. Schreg/C. Knipper, Neolithic Cultural Landscapes in Southwestern Germany: Exploring Contributions of Regional Surveys. In: E. Robinson/S. K. Harris/B. F. Codding (Hrsg.), Cultural Landscapes and Long-Term Human Ecology. Interdisciplinary contributions to archaeology1 (Cham 2023) 243–276. - https://doi.org/10.1007/978-3-031-49699-8_11

Während der erste Aufsatz die Silexabbaustelle im Wald Borgerhau bei Asch vorstellt, blickt der zweite - erschienen in der Festschrift für Michael Jochim, dessen Forschungen zum Mesolithikum im Federseegebiet wichtige Impulse gegeben hatten -  in die neolithische Siedlungslandschaft der Bkaubeurener Alb.


Asch, Borgerhau: neolithische Abbautelle:
Halden unter Wald Borgerhau
(Foto: R. Schreg)

Asch Borgerhau,
neolithische Abbaustelle: Verfüllung einer Pinge
(Foto: R. Schreg)
 

 

Die Schwäbische Alb ist seit langem als eine wichtige regionale Rohstoffquelle für die Herstellung von Steinschlagwerkzeugen bekannt. Die prähistorische Gewinnung und Nutzung der knollenförmigen Jurahornsteine aus den Kalksteinen und Verwitterungsablagerungen ist jedoch kaum untersucht worden. Unser Beitrag stellt die bisherigen Ergebnisse eines langjährigen regionalen Forschungsprojekts erstmals genauer vor. Dabei wurden sstematische Feldbegehungen und die Auswertung gut dokumentierter Privatsammlungen mit geomagnetischen Prospektionen und kleinen, gezielten Probegrabungen kombiniert, um Fundorte und Untergrundmerkmale zu identifizieren und datierbares Material für den Vergleich zwischen den Fundorten zu gewinnen. Insbesondere werden die Ergebnisse der Ausgrabungen in Asch-Borgerhau präsentiert,  einem neolithischen Silexabbau mit sichtbaren Oberflächenstrukturen in Form von Pingen und Halden. Borgerhau ist der erste dokumentierte Hornsteinabbau auf der Schwäbischen Alb. Außerdem werden Methoden und Ergebnisse der Untersuchung neolithischer Siedlungen in der unmittelbaren Umgebung des Steinbruchs kurz vorgestellt. 

Eingebettet waren diese Untersuchungen auf der Blaubeurer Alb in eine flächengreifendere Betrachtung neolithischer Fundstellen. Der zweite Beitrag zeigt das Potential regionaler archäologischer Surveys für das Verständnis neolithischer Landnutzung außerhalb und zwischen intensiv untersuchten Siedlungsgebieten. Der Artikel vergleicht dazu Survey-Daten aus zwei langjährigen regionalen Projekten im Oberschwäbischen Tiefland und auf der südöstlichen Schwäbischen Alb. Berücksichtigt werden die natürlichen Gegebenheiten, die Forschungsgeschichte und die Verteilung der Fundstellen. In beiden Gebieten gibt es intensiv untersuchte Fundstellencluster, die mit charakteristischen Landformen verbunden sind, und Gebiete, in denen Siedlungsnachweise nur spärlich oder gar nicht vorhanden sind. Auf der Schwäbischen Alb dominieren neolithische Aktivitäten wie Besiedlung und Hornsteingewinnung in geringer bis hoher Dichte. Im Tiefland sind neolithische Oberflächenfunde spärlich und verstreut, aber ihre Verteilung deutet auf Kontakte und Reisen zwischen dem Tiefland und dem Untersuchungsgebiet auf der Schwäbischen Alb hin. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass die Differenzierung  von besiedelten und "leeren" Gebieten doch recht komplex war. Obwohl sie durch chronologische Unsicherheiten eingeschränkt sind, bieten Oberflächenfunde vielversprechende Möglichkeiten für weitere Forschungen zur neolithischen Besiedlung in der Region.

Sonderbuch, Grund:
Grabungen


Die detaillierte Vorlage der Funde und Befunde ist noch in Arbeit, obgleich die Feldforschungen inzwischen schon einige Jahre zurück liegen. Die kleinen Grabungsschnitte von wenigen Quadratmetern haben überraschend viele Fund erbracht und die Auswertungsarbeiten beschränken sich auf wenige Wochen im Jahr,  

Link

weitere Literatur

Samstag, 26. Juni 2021

Eine marode Albsteige

Der 101. DGUF-Newsletter macht mich auf eine Diskussion in Blaubeuren aufmerksam, in der auch einige Fundstellen eine Rolle spielen, in denen wir in einem deutsch-amerikanischen Projekt vor einigen Jahren Grabungen durchgeführt haben (und an deren Publikation wir nach wie vor arbeiten).

Es geht um einen  wohl nicht untypischen Vorgang. Ein Straßenbauwerk ist marode - die Sonderbucher Steige, die als Kreisstraße von Blaubeuren auf die Albhochfläche mit den Ortsteilen Sonderbuch und Asch führt. Sie wurde wie viele andere Steigen, die die Albhochfläche erklimmen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und hat nun erhebliche Probleme. Aktuell muss sie aus Sicherheitgründen für LKW und Busse gesperrt werden. Stadtrat und Landkreis denken daher über eine Aufgabe und Neutrassierung nach. Das ganze scheint in einem sehr frühen Planungsstadium und dementsprechend dürfte die Denkmalpflege noch gar nicht involviert sein. Auch der Blaubeurer Gemeinderat will sich noch nicht positionieren.

Nur vage wird eine Alternativtrasse genannt, bei der der bestehende Albaufstieg der Bundesstraße 28 genutzt und dann eine völlig neue Straßentrasse von den Hessenhöfen nach Osten nach Sonderbuch geführt werden soll.



Größere Karte anzeigen


Das stößt nun auf Widerstand aus der Bürgerschaft, so dass am 20.6. eine Petition auf open petition eingerichtet wurde, die binnen kurzer Zeit über 2000 Unterstützer gefunden hat. Die Argumente gehen um den entstehenden Umweg und die  daraus resultierende Abwanderung der Kaufkraft wie auch die längeren Anfahrtswege bei Rettungseinsätzen.

Robert Bollow, langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter der Denkmalpflege und ganz besonders an steinzeitlichen Funden interessiert, weisst nun auf den archäologischen/ denkmalpflegerischen Aspekt hin. Blaubeuren zählt immerhin zum UNESCO-Welterbe Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Seiner Einschätzung, wonach eine Überplanung der Feldflur zwischen den Hessenhöfen und Sonderbuch eine bis heute weitgehend ungestörte, archäologische Fundlandschaft durchschneidet, kann ich nur zustimmen. Hier liegt neben potentiellenm Silexabbaustellen eine Siedlung der Stichbandkeramik, die durch Kolluvien überdeckt recht gut erhalten ist, durch eine Straßentrasse aber dennoch zerstört würde. Ausschlaggebend für die Testgrabungen 2006 war eine Fundstreuung an der Oberfläche, bei der sich aber herausgestellt hat, dass es sich hier um verlagerte Funde aus diesem Kolluvium handelt, was darauf hinweist, dass in der Umgebung weitere Siedlungsstellen liegen (Harris u.a. 2006).

 

Blick auf die Albhochfläche nördlich von Blaubeuren in Richtung Westen. Links im Bild Sonderbuch und der Hang mit der Sonderbucher Steige hinab nach Blaubeuren. Rechts oberhalb der Bildmitte die neolithische Fundstelle Sonderbuch, Grund und weiter im Hintergrund die Hessenhöfe. Die angedachten Straßentrassen würde hier durchziehen.
(Foto: R. Schreg, 26.8.2006)



 

An diesem alltäglichen Vorgang einer Diskussion um einen Straßenbau scheint mir bemerkenswert, wie schnell man tatsächlich noch immer dabei ist, weitere Landschaftseingriffe für den Straßenbau in Kauf zu nehmen. Es sind ja bei weitem nicht nur archäologische Gründe, die einen skeptisch auf den Flächenverbrauch und Autoverkehr schauen lassen sollten.  Im Lauf der Zeit sind die Bodeneingriffe für Straßenbauten auch immer massiver geworden - dazu brauchen wir nicht in die Zeit des Baus der Sonderbucher Steige zurückblicken, die einmal für Pferdefuhrwerke konzipiert worden war.  Geradlinige Straßenführungen nehmen immer weniger Rücksicht auf gewachsene Parzellenstrukturen und Geländeformationen. Auch für Kreisstraßen entstehen heute mal gerne massive Geländeeinschnitte und Brückenbauwerke (die irgendwann auch wieder marode sind). Ein nachhaltiger Umgang mit Landschaft sieht anders aus. Wahrscheinlich muss sich die Archäologie mehr Verbündete im Bereich des Umweltschutzes und der ökologischen Landwirtschaft suchen. 

Im lokalen Rahmen ist jedoch Geschichte noch immer eher Teil einer konservativen Gesinnung, wo sie der Abgrenzung von Identitäten, Legitimierungen und Glorifizierungen dient. Im Alltag geht es dabei gar nicht um große Geschichte, sondern um Ortsjubiläen, Straßenfeste und Heimatpatriotismus, wird aber nicht genauer reflektiert. Tatsächlich zeigt uns die Auseinandersetzung mit der Geschichte, welche Verantwortung wir für die Zukunft tragen und liefert aus sich heraus Argumente für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Landschaft. Leider spielt ein historisches Bewusstsein im Umweltschutz oft eine geringe Rolle, obgleich doch erst die Geschichte Kriterien der Nachhaltigkeit liefern kann. 

Es ist ein Potential von Geschichte und Archäologie, für die Dimension der zeit und für unsere verantwortung zu sesiblisieren. Dies gelingt aber nur mit einem wissenschaftlichen Geschichtsbild,  das Zusammenhänge erforscht und nicht primär unterhalten oder Identität stiften will.  Ganz richtig ist daher auch Bollows Aufforderung an die Stadt, "nicht zuzulassen, dass beim Schutz von Archäologischen Stätten Abstriche gemacht werden und nur die als schützenswert eingestuft werden, die sich für den Tourismus eignen und Verantwortung für alle Denkmale beweisen. Nicht nur das Unesco .Welterbe ist von Bedeutung."

 

Links

Zu den Forschungen bei Sonderbuch:

 

Literaturhinweis

  • S. Harris/C. Knipper/L. Fisher u. a., Sondagegrabungen zur neolithischen Hornsteinnutzung in Blaubeuren-Sonderbuch. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2006, 33–37.

 

Montag, 25. Januar 2021

Forschungen zur Umweltgeschichte der Ulmer Alb

Noch eine neue Publikation: ein Überblick über verschiedene Forschungen zur Umweltgeschichte der Ulmer Alb, die auf den Abendvortrages bei der gemeinsamen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (DGAMN), der Österreichischen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters (ÖGM) und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit(SAM) am Juni 2019 in Ulm basiert:


Der Beitrag sollte den Tagungsteilnehmern die Region des Tagungsortes näher bringen und zugleich zum Tagungsthema "Konstruierte Landschaften" etwas beitragen. Er fasst die Forschungen auf der Blaubeurener und Stubersheimer Alb sowie die Arbeiten mit der Sammlung Kley zusammen.
 



Der Geislinger Talkessel, Blick von der Schildwacht im Süden
(Foto: R. Schreg, 2011)


Freitag, 9. Mai 2014

Rohmaterialuntersuchungen auf der Schwäbischen Alb

Im Kontext unserer Arbeiten zur neolithischen Hornsteingewinnung und -distribution auf der Schwäbischen Alb wurde das Rohmaterial mit verschiedenen Methoden analysiert.
Mikroskopaufnahme einer Silexknolle
aus Asch, Borgerhau
(Foto R. Schreg)
Optischer Vergleich, Schätzung des Schwammnadelgehaltes, Bestimmung des Gehaltes an stabilen Sauerstoffisotopen einiger Hornstoffe sowie chemische Analysen der Hornstoffe mittels WDRFA (wellenlängendispersive Röntgenfluoreszenzanalyse) waren Gegenstand einer Dissertation von Anne Marie Bertsch, die das Projekt von Anfang an in vielfacher Weise unterstützt hat.
Um die Aussagekraft der Bestimmungen abzuschätzen, wurden neben den Rohmaterialien von der Blaubeurer Alb weitere Hornsteinvorkommen aus Wittlingen, Arnhofen sowie in größerer Distanz von zwei Fundstellen in Ungarn zum Vergleich herangezogen.

Die Arbeit ist online publiziert:

"Beim optischen Vergleich der einzelnen Hornsteine störte vor allem die Patinierung. Frisch gesägtes Material war dagegen zu ca. 74% dem richtigen Fundort zuzuordnen. - Mit dem geschätzten Schwammnadelgehalt der Hornsteine konnten zwei der Fundorte mit einer Wahrscheinlichkeit von geschätzten 79% und 87% von den übrigen abgetrennt werden. - Aufgrund des stabilen Sauerstoffisotopiegehaltes der untersuchten Hornsteine wurde eine der Fundstellen sicher von den übrigen getrennt. - Eine sehr gute Trennung aller Fundorte erfolgte mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 85% und 94% aufgrund der mit der WDRFA bestimmten elementaren Zusammensetzung der Hornsteine mittels multivariater statistischer Methoden, der Clusteranalyse und insbesondere der Diskriminanzanalyse. Einblicke in die Hornsteinentstehung vermittelten die mittels stabiler Sauerstoffisotopie gewonnenen Werte von 30 Hornsteinen." (aus dem abstract der Arbeit)

Silexrohmaterial von der Abbaustelle
im Borgerhau bei Asch
(Foto R. Schreg)
Weitere Untersuchungen zum Rohmaterial werden durch Jehanne Affolter durchgeführt (vergl. Archaeologik).


Zu den Forschungen zur neolithischen Besiedlung und Rohmaterialnutzung auf der Blaubeurer Alb siehe Archaeologik





Mittwoch, 16. Oktober 2013

Abbaustellen und Siedlungen

Ein aktueller Bericht zu den Arbeiten auf der Blaubeurer Alb ist soeben erschienen:

Asch Borgerhau,
neolithische Abbaustelle
Seit dem Frühneolithikum und zunehmend während des Mittel- und Jungneolithikums wurde in Europa ein erheblicher Arbeitsaufwand betrieben, um mit Pingen- und Bergbau Silex für die Geräteproduktion zu gewinnen. Rohmaterial wurde aus lokalen Vorkommen gewonnen, aber auch über weitere Strecken transportiert. Da Silex für alltägliches Gebrauchsgerät, aber auch für exquisite Stücke genutzt wurde, die innerhalb der sozialen Netzwerke eine besondere Bedeutung besaßen, kann eine Analyse der Beziehungen zwischen Siedlungen und Rohmaterialquellen Einblicke in Kommunikationsräume, Arbeitsprozesse und lokalen wie regionalen Handel bieten. Das ist mit der nötigen Präzision bisher nur selten möglich:

Der Artikel berichtet über ein langfristiges Projekt, das in regionalem Rahmen die Silexversorgung und Geräteproduktion auf der Grundlage von Abbaustellen und Siedlungen auf der Schwäbischen Alb in Süddeutschland untersucht.
Die Forschungen kombinieren die Auswertung von Oberflächenfunden aus verschiedenen Privatsammlungen mit eigenen archäologischen und geophysikalischen Surveys sowie gezielten Testgrabungen zur Dokumentation von Siedlungen und Abbaustellen. Konkrekt werden dann mittels eines einheitlichen Aufnahmesystems Silexinventare aus einer Abbaustelle (Asch, Borgerhau) mit Siedlungen in unterschiedlicher Entfernung verglichen. Systematische, zerstörungsfreie petrographische Bestimmungen des Rohmaterials, erlauben es, das Material der zentralen Abbaustelle sowie solches aus anderen Quellen in den Siedlungen zu identifizieren. Diese Datenbasis bietet die Grundlage, chronologische wie räumliche Eigenheiten der Rohmaterialgewinnung und der Geräteproduktion innerhalb einer neolithischen Siedlungslandschaft herauszuarbeiten.
(Übersetzung des abstract)

Montag, 8. Juli 2013

Wüstungen im Blaubeurer Lagerbuch von 1457

Nach der Reform des Klosters Blaubeuren 1452 ließ Abt Ulrich Kundig 1457 und mit Nachträgen in den folgenden Jahren die Güter und Ansprüche des Klosters neu verzeichnen. Das Lagerbuch liegt heute im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (H102/12, Bd. 1) und wurde 2005 gedruckt herausgegeben (Lagerbuch 1457).

Für die Siedlungsgeschichte des Spätmittelalters auf der Schwäbischen Alb, insbesondere in der Region um Blaubeuren stellt es eine wichtige Quelle dar. Es gibt Einblicke in die Besitzstrukturen der Blaubeurer Grundherrschaft, informiert über die Ausstattung einzelner Höfe und gibt zudem  zahlreiche Hinweise auf abgegangene Siedlungen.

Die verzeichneten Orte geben nicht den vollständigen Klosterbesitz wieder, sondern beschränken sich im Wesentlichen auf die Alb nördlich des Klosters. Andere Besitzungen, wie sie etwa in der Klosterchronik des Christian Tubingius aufgeführt werden, fehlen im Lagerbuch von 1457. Dieses war auch nicht das erste seiner Art und hatte auch verschiedene Nachfolger. Die älteren sind nicht erhalten, die jüngeren nicht ediert, so dass eine Momentaufnahme Mitte des 15. Jahrhunderts vorliegt, also nach der postulierten Hauptphase des Wüstungsgeschehens, die im wesentlichen mit dem 14. Jahrhundert in Verbindung gebracht wird.
Ort für Ort werden die Besitztümer aufgeführt, die Äcker in der Regel nach den Zelgen ("Esche") der regulierten Dreifelderwirtschaft getrennt. Flurnamen bieten grobe Lageangaben der betreffenden Flächen, oft auch die Angabe der Nachbarn.

Die Auflistung ergibt zahlreiche Hinweise auf abgegangene Siedlungsstellen. Alle Orte jedoch, nach denen das Lagerbuch gegliedert ist, sind auch heute noch existent. Die Hinweise auf Wüstungen finden sich in den Besitzbeschreibungen. Bisweilen liegen eindeutige Ortsnamen vor. Hinzu kommen einige Flurnamen, bei denen nicht deutlich wird, ob sie auf eine Siedlung zurückgehen. Mehrheitlich sind die sicheren Wüstungsbezeichnungen mit einer Landnutzung als Mähder verbunden und sie liegen außerhalb der Zelgeinteilung, so dass daraus ein sekundäres Kriterium für eine Wüstung zu gewinnen ist. Ein weiteres Indiz für Wüstungen können Unregelmäßigkeiten in der Zelgeinteilung der Dorfflur sein. Im Falle von Berghülen ist vom Oberwyler Esch die Rede. Hier scheinen auch Flächen der Wüstung Oberweiler in der Zelg aufgegangen zu sein.

Die Lokalisierung der Wüstungen kann oft nur ungenau erfolgen. Meist ermöglichen noch heute gebräuchliche und in den topographischen Karten verzeichnete Flurnamen eine grobe Lokalisierung.
Orte im Blaubeurer Lagerbuch: weiß - Wüstungen, rot - bestehende Ortschaften
(Kartengrundlage aufgrund SRTM-Daten)

Archäologische Wüstungsbelege

Archäologisch sind bislang die wenigsten der Wüstungen bekannt. Am besten ist die Situation im Umland von Treffensbuch, wo Helmut Mollenkopf als Ehrenamtlicher der Bodendenkmalpflege die Arbeiten während der Flurbereinigung beobachtet hat und langjährig Feldbegehungen durchgeführt hat. Hinzu kommen einzelne ältere Fundnotizen. Moderne Forschungen fehlen.
 

Die Wüstungen

Im folgenden seien die Wüstungen grob von Süden nach Norden vorgestellt.

Montag, 13. August 2012

Gebrauchsspuren an Keramik

Es gibt auffallend wenige Studien zu Gebrauchsspuren an Keramikfunden. Inhaltsreste werden in der Literatur selten genannt, obwohl sie erfahrungsgemäß gar nicht so selten sind. Auch die meisten Leitfäden zur Beschreibung von Keramik übergehen diesen Punkt.

Kesselstein an hochmittelalterlicher Keramik aus Merdingen
(Foto R. Schreg)
Häufig sind
  • Schwarze anhaftende Krusten. Sie finden sich häufig auf der Innenseite, bisweilen aber auch außen am Rand.
  • Verrußung. Häufig auf der Außenwand.
  • Kesselstein. Kalkablagerungen im Innern, bisweilen ist ein geschichteter Aufbau zu erkennen.
  • Abschabungen und Ritzungen.

Problematisch bei diesen Gebrauchsspuren ist es, dass sie beim Waschen der Scherben verloren gehen können. Beanspruchungen der Oberfläche sind häufig durch "Bürstenstrich" vom Sauberschrubben überprägt.


Hochmittelalterliche Keramik aus
Merdingen FR (1-2) und Altdorf BB (3-5)
(Graphik R. Schreg, aus Schreg 2012)
Sehr häufig weisen die Gefäße der hochmittelalterlichen nachgedrehten Waren (Abb. Nr. 1-2)  in Südwestdeutschland Gebrauchsspuren auf. In der beistehenden Abbildung finden sich auf der Innenseite der Scherbe Nr. 1 anhaftende Kalkreste. Auf Nr. 2 sind im Randknick schwarze organische Reste erkennbar.
Nach meinen empirischen Beobachtungen sind Kesselstein wie auch anhaftende organische Reste bei der nachgedrehten Keramik weit häufiger als bei der Älteren gelben Drehscheibenware (Nr. 3-5). Derzeit kann allerdings wohl nicht ausgeschlossen werden, dass dies damit zusammenhängt, dass die nachgedrehte Keramik vorsichtiger gewaschen wird, während die härter gebrannte, helle gelbe Drehscheibenware zu stärkerem Schrubben animiert.
Ausgesprochen häufig treten bei der nachgedrehten Ware auch Reparaturlöcher auf (Nr. 2).

Entsprechend sind bei der Bearbeitung handgemachter Keramik in Panama (vgl. Archaeologik) nur an Scherben dieser Warenart dicke schwarze Krusten aufgefallen. Sie lässt sich dadurch eindeutig funktional als das Kochgeschirr gegenüber anderen Waren wie der Majolica und der Hafnerware absetzen. Bei einigen Scherben der handgemachten Keramik wurden an der Innenseite Abnutzungsspuren beobachtet, teilweise offenbar auch durch die Nutzung von Messern.

Phytolith
(Foto: H.G. Naton [CC BY-SA 3.0]
via WikimediaCommons)
Im Rahmen unserer Untersuchungen zur frühneolithischen Besiedlung der Schwäbischen Alb (siehe Archaeologik) wurden testweise in den USA einige Proben von Inhaltsresten der Grabung Sonderbuch Schaghau 2008 auf Phytolithen untersucht. Dabei zeigte sich, dass sich diese Silikatablagerungen aus Pflanzenzellen gut nachweisen lassen. Da die Phytolithen mehrheitlich kaum artspezifisch sind, sind Rückschlüsse auf den Inhalt schwierig und bedürfen einer relativ großen Probe. Trotzdem scheint es lohnend, diesen methodischen Weg weiter zu verfolgen.

Für eine nähere Bestimmung der Krusten kommen verschiedene Analyseverfahren in Frage. Am einfachsten ist der Einsatz eines digitalen Mikroskops, doch kenne ich bislang keine nutzbaren Referenzbilder, um etwa Reste von Sinterablagerungen (Kesselstein) sicher von Engoberesten zu unterscheiden oder Verrrußungen von eingekokelten 'Suppen'resten zu trennen. 
Chemische Analysen wurden häufig zur Analyse von Inhaltsresten, insbesondere von Fetten eingesetzt. Hier ist daran zu denken, dass die Ethnologie verschiedene Verfahren kennt, die normalerweise poröse Irdenware durch Fette oder das Auskochen mit Milch wasserdicht zu bekommen. Eine Möglichkeit sind Phytolithenanalysen, wie sie anderswo bereits eingesetzt wurden, im Einzelfall könnte evtl. auch C/N-Isotopie in Frage kommen.


Inhaltsreste an einem Scherben der LBK aus Sonderbuch, Schlaghau, Grabung 2008. In dieser dunklen Masse ließen sich mehrere Phytolithen nachweisen. Für die Interpretation der Mikroskopaufnahmen fehlt uns z. Zt. die nötige Expertise. Auffallend sind wiederholt die bläschenartigen Strukturen in den Randbereichen der anhaftenden schwarzen Masse.
(Foto: R. Schreg)

 Voraussetzung für eine Bearbeitung solcher Gebrauchs- und Inhaltsreste scheint mir eine systematische Serie experimenteller Archäologie. Benötigt werden Referenzproben, die mittels einer ersten optisch-mikroskopischen Vergleichs eine Eingrenzung der weiteren geeigneten Analytik ermöglicht. Dazu wird man nicht nur verschiedene Nutzungen, sondern vor allem auch verschiedene Keramik-Qualitäten zu berücksichtigen haben.
Experimentelle Archäologie ist aber vor allem für das Verständnis mechanischer Gebrauchsspuren von Bedeutung. Hier ist eine große Bandbreite zu bedenken - bis hin zum Hundefressnapf.
Vielleicht lässt sich im Idealfall anhand einer Mikrostratigraphie unterschiedlicher Einwirkungen ja die individuelle Nutzungsgeschichte eines Gefäßes rekonstruieren.

Dank

Maria Raviele für die Phytolithenanalysen aus unserem Alb-Projekt.

Literaturhinweise
Interne Links


Nachtrag (13.8.2012)
Als Reaktion auf diesen Post hat Maxi Platz Beispiele aus Marburg auf ihrem Blog vorgestellt, bei denen sich das Problem stellt, ob Engobe oder Verrußung vorliegt:

    Mittwoch, 1. August 2012

    Untersuchungen zur Hornsteinnutzung auf der Blaubeurer Alb


    Regal mit den Silexfunden aus Asch, Borgerhau
    (Foto R. Schreg)
    In den vergangenen vier Wochen wurden die Arbeiten an unserem Forschungsprojekt zur neolithischen Besiedlung und Hornsteinnutzung auf der Blaubeurer Alb fortgeführt. Nachdem in den Jahren 2006 bis 2009 mit Finanzierung durch die US-National Science Foundation Grabungen an zwei Siedlungsplätzen sowie einer Silexabbaustelle durchgeführt wurden, ist die Auswertung des umfangreichen Fundmaterials noch nicht abgeschlossen.
    Die Funde lagern inzwischen bei der Denkmalpflege des RP Tübingen.


    Das diesjährige Arbeitsprogramm umfasste:
    •  Restarbeiten zur Analyse der im Fundbestand häufigen ausgesplitterten Stücke. Dazu wurde eine kleine Serie von Experimenten durchgeführt, die bei der Frage helfen sollte, wofür diese Stücke verwendet worden sind.
    • Mikroskopische Untersuchungen zur Unterscheidung der verschiedenen Silexlagerstätten und zur Provenienzbestimmung der Silices in den ergrabenen Siedlungen. Verschiedene Silexlager auf der Alb wurden aufgesucht und beprobt. Dabei wurde im unmittelbaren Untersuchungsgebiet bei Sonderbuch eine neue Lagerstätte entdeckt.
    • Arbeit an verschiedenen Manuskripten
    • mikroskopische Aufnahmen von Inhaltsresten an Keramikfunden

    Zerlegen einer Silexknolle einer neu entdeckten
    Lagerstätte bei Sonderbuch
    (Foto R. Schreg)

    Mikroskopaufnahme einer Silexknolle aus Asch, Borgerhau
    (Foto R. Schreg)
    Inhaltsreste an Keramikscherben der LBK Siedlung
    Sonderbuch, Schlaghau (Foto R. Schreg)
    Interne Links

    Donnerstag, 19. Juli 2012

    Eine neolithische Haldenlandschaft auf der Schwäbischen Alb

    Halden im Wald Borgerhau (Foto: R. Schreg)
    Im Wald Borgerhau nahe Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb liegt bis heute der Abraum eines neolithischen Bergbaus. In tiefen Pingen hat man dort den begehrten Jurahornstein gewonnen, der ein wichtiges Ausgangsmaterial für Silexartefakte in vielen umliegenden Siedlungen bis ins Neckarland zu sein scheint.  Im dichten Wald waren die Strukturen dort aber lange übersehen worden bzw. wurden als Dolinen oder Bombenkrater abgetan (beides gibt es dort tatsächlich auch in einiger Zahl). Der Verdacht, dass dort eine Abbaustelle liegt, geht auf eine Grabung der 1950er Jahre zurück. Damals wurden die Abfallprodukte der Rohmaterialgewinnung allerdings verkannt und die Fundstelle als "grobgerätiges Mesolithikum" eingestuft. Mehrfach wurden in der Folge Zweifel laut und Vermutungen geäußert, es könne sich um eine Abbaustelle handeln. 

    Im Rahmen eines Forschungsprojektes der NSF haben wir 2006 die Fundstelle in Augenschein genommen und dabei eine ausgedehnte Haldenlandschaft festgestellt. Mit groben Einmessungen der Streuung von Hornsteinfragmenten und einzelnen Grubenbefunden entstand ein erster Übersichtsplan, der inzwischen mittels LiDAR-Daten verfeinert wurde.

    Bereits kurz nach der Entdeckung konnten wir 2007 in kleinen Schnitten Ausgrabungen vornehmen, die erhebliche Mengen an Produktionsabfällen erbracht haben. Die Silexfunde wurden zwischenzeitlich summarisch in einer Datenbank erfasst, Einzelaspekte genauer bearbeitet.
    14C-Daten zeigen eine lange Laufzeit vom ausgehenden Frühneolithikum bis ins Spät- oder Endneolithikum. Die einzigen Keramikfunde sind die Scherben einer Michelsberger Schale.
    Das Silexfundmaterial umfasst zahlreiche angeschlagene Rohstücke, insgesamt wurden aus 12 m² Grabungsfläche mehr als 1 t auswertbare Funde geborgen.

    Anders als in Grimes Graves, wo sich tiefe Abbauschächte nachweisen lassen, ist im Borgerhau bislang nur ein tiefer Pingenbau mit zahlreichen Abraumhalden nachweisbar. Über Jahrtausende hinweg hat man diese Bereiche offenbar keiner anderen intensiven Nutzung - außer Beweidung oder Brennholznutzung - zugeführt, so dass sich die Oberflächenstrukturen erhalten konnten.
    Die neolithische Silex-Abbaustelle von Grimes Graves in England ist in Luftbildern sehr gut erkennbar. Es zeichnen sich zahlreiche Mulden mit Rippen dazwischen ab (siehe hier auf Archaeologik).

    Dia Auswertungsarbeiten sind im Gange, liegen in diesem Jahr jedoch verstärkt auf einer benachbarten Siedlung der Bandkeramik.

    Literaturhinweise
    • G. Weisgerber/R. Slotta/J. Weiner (Hrsg.), 5000 Jahre Feuersteinbergbau. Die Suche nach dem Stahl der Steinzeit³. Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum vom 24. Oktober 1980 bis 31. Januar 1981. Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum 77 (Bochum 1999).
    zur Ausgangslage des Forschungsprojektes

    Grabungen im Borgerhau
       Siedlungen im Umfeld der Abbaustelle
      • L. Fisher/S. Harris/C. Knipper u. a., Fortsetzung der Untersuchungen zur neolithischen Besiedlung und Hornsteinnutzung auf der Blaubeurer Alb, Alb-Donau-Kreis. Arch. Ausgr. Bad.-Württ., 2008, 34–37.
      • Harris, Susan; Knipper, Corina; Fisher, Lynn; Schreg, Rainer, Sondagegrabungen zur neolithischen Hornsteinnutzung in Blaubeuren-Sonderbuch. In: Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 3006, 33–37.
         

      Sonntag, 4. Juli 2010

      Aufarbeitung der Sammlung Albert Kley

      Albert Kley (1907-2001) war Lehrer und Rektor am Gymnasium (heute Helfenstein-Gymnasium) in Geislingen an der Steige. In den 1920er Jahren hatte er in Tübingen Vorgeschichte studiert, ehe er auf das Lehramtsstudium umgesattelt hat. Seitdem hatte er auf der Ulmer Alb, im Langenauer Becken und im Raum Geislingen zahlreiche Begehungen und Notbergungen durchgeführt. Dabei kam eine umfangreiche Sammlung zusammen, für die er ein altes Dorfschulhaus ankaufte. Kleys Biographie als Archäologie spiegelt eindrucksvoll die Entwicklung der Landesarchäologie seit den 1920er Jahre wieder.

      Nachdem ich seit 1991 verschiedentlich mit Albert Kley an der Sammlung gearbeitet hatte, wurde ich nach seinem Tod 2001 von der Familie gebeten, mich der Sammlung anzunehmen.


      Sammlungsbestände
      Die Sammlung umfasst überwiegend Siedlungsfunde von der Ulmer Alb, dem Langenauer Becken und dem Raum Geislingen, darüber hinaus aber auch vom Südrand des Nördlinger Rieses und aus dem Raum Straubing. Insgesamt handelt es sich um etwa 600 Fundstellen. Nennenswerte Komplexe:

      (Foto R.Schreg)
      Die zahlreichen Funde aus Geislingen incl. der paläontologischen Fundstelle einer Tierfalle aus der Aufhausener Höhle befinden sich im Heimatmuseum Geislingen.


      Ziele
      • Inventarisierung und Verpackung der Sammlung für die Übergabe an das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg
      • Unterbringung einzelner Sammlungsteile bei geeigneten regionalen Anlaufstellen (z.B. Funde aus dem Raum Straubing)
      • wissenschaftliche Bearbeitung einzelner bedeutender Komplexe
      • Meldung der Fundstellen an die zuständigen Denkmalpflegeämter
      • Aufbereitung des schriftlichen Nachlasses. Er enthält Dokumentationen zu einzelnen Fundstellen.


      Stand der Arbeiten
      Rund zwei Drittel der Sammlungsbestände sind in einer Datenbank erfasst. Eine vorläufige Kartierung wurde allerdings erst begonnen. Die Inventarisationsarbeiten erfolgen neben meinen beruflichen Verpflichtungen und schreiten deswegen nur langsam voran.


      Wissenschaftliche Projekte
      Obwohl die Sammlung allein keine sinnvolle Datengrundlage für eine regionale Siedlungsgeschichte darstellt, bietet sie die Grundlage für verschiedene speziellere Fragestellungen, die in wissenschaftliche Projekte integriert werden konnten.

      1. neolithische Besiedlung und Rohmaterialversorgung
      Eine Bearbeitung ausgewählter neolithischer Fundkomplexe konnte als wesentlicher Bestandteil in das NSF-Projekt "Pastures, Chert Sources, and Upland-Lowland Mobility in Neolithic Southwest Germany" aufgenommen werden. Mehrere Fundkomplexe von der Blaubeurer und Ulmer Alb sowie dem Nordrand des Langenauer Beckens wurden erfasst und dokumentiert (u.a. Heuchlingen, Westerstetten, Mehrstetten, Lehr, Bollingen).
      Sondagegrabungen 2006 bei Sonderbuch
      (Foto R. Schreg)


      2. früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsfunde
      Im Bereich der Ortschaften Schalkstetten, Stubersheim und Bräunisheim konnten die Beobachtungen und Funde von Albert Kley durch eigene Begehungen, geomagnetische Prospektionen, Luftbildarchäologie, mehrere Notbergungen im Auftrag der Denkmalpflege sowie im Jahre 2005 durch eine Lehrgrabung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters zu einer siedlungs- und umweltgeschichtlichen Fallstudie erweitert werden.
      Inzwischen sind die früh- und hochmittelalterlichen Siedlungsfunde der Sammlung Kley aus Türkheim, Schalkstetten, Stubersheim, Bräunisheim und Heuchlingen erfasst. Ergänzend wurden einige kleinere Komplexe aufgenommen, die das regionale Keramikspektrum erweitern oder im Hinblick auf die Siedlungsgeschichte von Bedeutung erscheinen (Westerstetten, Schloßberg Ehrenstein).


      Publikationen zur Sammlung


      Publikationen unter Verwendung von Material der Sammlung Kley
      • R. Schreg/ A. Kley. Scherben schreiben Geschichte. Zur Vor- und Frühgeschichte von Geislingen und Umgebung (Geislingen 1992)
      • R. Schreg, Wasser im Karst: Mittelalterlicher Wasserbau und die Interaktion von Mensch und Umwelt. Mitt. Dt. Ges. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 21, 2009, 11–24.
      • R. Schreg, Die mittelalterliche Siedlungslandschaft um Geislingen - eine umwelthistorische Perspektive. In: H. Gruber (Hrsg.), "in oppido Giselingen…" 1108 - 2008. Acht Vorträge zum 900jährigen Jubiläum von Geislingen. Veröff. Stadtarchiv Geislingen 26 (Geislingen 2009) 9–96. (online)
      • R. Schreg, Das ländliche Umfeld des mittelalterlichen Ulm – eine umwelthistorisch-archäologische Perspektive. In: U. Gross/A. Kottmann/J. Scheschkewitz (Hrsg.), Frühe Städte – Frühe Pfalzen. Neue Forschungen zu zentralen Orten des Früh- und Hochmittelalters in Süddeutschland und der Nordschweiz. Ergebnisse eines Kolloquiums am 28. und 29. April 2009 im Rathaus zu Ulm. Arch. Inf. Bad.-Württ. 58 (Stuttgart 2009) 74–92.

      Interner Link



      Dank
      Unterstützung erfuhren die Arbeiten vom Rotary Club Geislingen, dem Geschichts- und Kunstverein Geislingen sowie vom damaligen Landesdenkmalamt bzw. nun Ref. 26, Regierungspräsidium Tübingen.

      (academia.edu)