Neu bei der Uni Heidelberg und via Propylaeum:
Bislang zwar nur 8 Bände aus dem ersten Jahrzehnt der Zeitschrift, aber ein verheißungsvoller Anfang.
Archaeologik ist ein Wissenschaftsblog zu Themen der Archäologie und des Kulturgutschutzes. Er zielt auf eine kritische Archäologie, die sich mit methodisch-theoretischen, wissenschaftspolitischen und gesellschaftlichen Aspekten der Archäologie auseinandersetzt und die alltägliche Forschungspraxis reflektiert.
Archaeologik is a science blog contributing to various aspects of critical archaeology and cultural heritage including methodology, theory and daily archaeological practice.
Neu bei der Uni Heidelberg und via Propylaeum:
Bislang zwar nur 8 Bände aus dem ersten Jahrzehnt der Zeitschrift, aber ein verheißungsvoller Anfang.
Google KI "weiß" am 6.12.2025:
Die DGUF führt aktuell eine anonyme Umfrage zu Praktika im Archäologie-Studium durch. Sie möchte die studentischen Erfahrungen ausloten. Wer sind die typischen Praktikums-Anbieter? Wo liegen die Stärken, wo liegen die Schwächen der bestehenden Angebote?
Die Umfrage richtet sich an Studierende archäologischer Fächer im BA-, MA-, MSc- oder Diplom-Studium; angesprochen sind auch Absolventìnnen, deren Abschluss erst max. 2 Jahre zurück liegt.

Kartenset der DGUF zur Umfrage (Daniela Heller, Comic und Illustration)
Da vom Studium der Archäologie aktuell verschiedentlich eine stärkere Praxisorientierung eingefordert wird, kommt Praktika eine steigende Bedeutung zu, zumal spezialisierte Ausbildungs- und Studiengänge aktuell von Sparmaßnahmen betroffen sind. Da "Archäologe/Archäologin" kein kohärentes Berufsfeld darstellt, sondern Wissenschaftler*innen bezeichnet, die aber in unterschiedlichen Berufsfeldern, wie der Denkmalpflege, der kommerziellen Archäologie, der Museen und Wissenschaftskommunikation und schließlich auch der Forschung tätig sind, können die klassischen Archäologie-Studiengänge die eingeforderte Praxis am ehesten über Praktika ins Studium einbinden. Wurden sie früher zusätzlich zum Studium abgeleistet, so werden sie heute in das ects-Punktesystem eingebunden und nehmen der wissenschaftlichen Ausbildung auch Kapazitäten weg. Diese muss aber das Rückgrat jeder Tätigkeit in der Archäologie sein, denn ansonsten sind gesellschaftliche Ausgaben und ist der ganze Betrieb der Denkmalpflege kaum zu rechtfertigen.
Eine Bestandsaufnahme der Praktika bezüglich der Anbieter, Inhalte und Tätigkeitsfelder , wie sei die DGUF vor hat, ist wichtig, um mit den aktuellen Entwicklungen umgehen zu können und eine fundierte wissenschaftliche und berufspraktische Ausbildung in Zukunft sicher stellen zu können, ist daher wichtig.
Es steht zu wünschen, dass die Umfrage möglichst viele Studierende erreicht und möglichst viele auch mitmachen. Darum folge ich mit diesem Post auch gerne dem Wunsch der DGUF, die Umfrage auf Archaeologik aufzugreifen.
Alljährlich findet auf Wikipedia und WikimediaCommons der Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments statt. Ziel ist es, CC-lizenzierte Bilder von Kultur- und Baudenkmälern zu erhalten.
Dieses Jahr gibt es einen Sonderpreis Bauernhöfe und Bauernhäuser.
Voraussetzung ist, dass die betreffenden Häuser denkmalgeschützt sind. Wikipedia stellt Listen der Kulturdenmale bereit., die jeweils auch ein Foto einbinden sollen. Vielfach fehlen noch Fotos, gerade von Bauernhöfen.
Wiki loves Monuments wird in verschiedenen Ländern durchgeführt, Anderswo gibt es zum Fotographieren und Hochladen spezielle Apps fürs Smartphone. In Deutschland kann man auf https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wiki_Loves_Monuments_2025 hochladen.
In Baden-Württemberg besteht noch generell erheblicher Nachholbedarf, da hier Listen der Kulturdenkmale erst ganz neu Wikipedia verfügbar sind - basierend auf der neuen Denkmalkarte (Archaeologik 20.9.2025). Eine Möglichkeit Fotos zu Kulurdenkmälern unter CC-Lizenz beizusteuern bietet auch LEO-BW mit einer eigenen App „Landauf, LandApp BW.
CHRONIQUES online weisen den einzelnen Fundmeldungen aus den Jahrbüchern der Archäologie Schweiz eine ID sowie Kategorien und Koordinaten zu, so dass der Datenbestand vielfältig durchsuchbar ist.
Als Beispiel verlinke ich hier einen Fundbericht von 2024, der einen Spitalfriedhof des 19. Jahrhunderts in Zürich betrifft. Ruft man den Bericht über die Suchmaske und nicht über den Direktlink auf, so erscheint ein überblendetes Fenster, in dem mit meinem aktuell bevorzugten Browser (Firefox) das Navigieren ohne Scrollbalken etwas umständlich ist und man, einmal ganz nach unten gescrollt, zwar die verwandten Fundberichte, angezeigt bekommt, aber es nun kein Zurück mehr gibt.
Zu dem Bericht gehört eine Karte, ein Bild sowie eine Tabelle mit "Details des Fundberichts", in denen sich systematische Angaben zur Lage (mit Koordinaten im schweizerischen Koordinatensystem CH1903+ und nicht in dem von Ariadne präferierten WGS84), zu der Grabung (inkl. der Fläche der Grabung), diversen Inventarnummern (hier nicht ausgefüllt - es belibt unklar, ob das bei Vergabe später nachgetragen wird) und schließlich noch einige Stichworte zur Grabung selbst. Letztere sind jedoch nicht über die Suchmaske direkt abfragbar, sondern hier stehen insbesondere die Kategorien als Filtermöglichkeit zur Verfügung, das sind bei diesem Beispiel nur drei Angaben: "(Frühe) Neuzeit Zeitgenössisch Bestattung".
Dem Bericht ist ein Foto beigegeben, das in einem eigenen Frame zu öffnen ist, der auch die Bildlegende anzeigt, die jedoch nicht zu kopieren ist und auch nicht die Lizenz angibt, die sich in den Metadaten zum Fundbericht findet.
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Zürich ZH, Fluntern, USZ Campus Mitte 1|2: Bestattungen des Spitalfriedhofs. Die Schädel wurden bei der Autopsie aufgeschnitten. Foto KA ZH(CC BY SA) |
Die Umsetzung erfolgt in zwei Phasen, deren erste nun abgeschlossen ist, umfasste die Chroniken aus dem Zeitraum 1987 bis 2024 (6933 Aufzeichnungen), die zweite wird die Berichte aus dem Zeitraum 1909 bis 1987 (>14.000 Berichte) digitalisieren und in die Plattform integrieren. Ab 2025 werden neue Entdeckungen über die ArcheoBase-Plattform (ArcheoPublication-Modul) direkt in die Datenbank eingegeben.
Der Schweizer Föderalismus hat in der Archäologie zu einer heterogenen Aufgabenverteilung zwischen kantonalen Diensten, Universitäten und Museen geführt. Diese Dezentralisierung hat die Entstehung einer nationalen Plattform für einen einfachen Zugang zu den in den Kantonen produzierten archäologischen Informationen verhindert. In den 1970er-Jahren scheiterte der Versuch, die AS als Dokumentationszentrum für die nationale Archäologie zu entwickeln, da dieses auf politischer Ebene einen Bundesbeschluss erfordert hätte ( Brem 2007, 24). Der Verein AS führte die bereits 1909 begonnene Zusammenstellung jährlicher Fundchroniken jedoch fort, so dass damit in Zusammenarbeit zwischen einem Verein und zahlreichen Institutionen eine in ihrer Regelmäßigkeit, Qualität und Vielfalt einzigartige Dokumentationssammlung entstanden ist. Hier sind natürlich einige Einschränkungen zu bedenken. Pro Kanton wurden in der Vergangenheit pro Jahr maximal 25 Berichte aufgenommen, so dass hier eine Auswahl getroffen werden musste. Die Kriterien sind in fundreichen Kantonen sicherlich andere als in kleinen Kantonen, die vielfach über keine speziellen archäologischen Fachämter verfügten. Sensible Fundstellen wurden vielfach auch nicht aufgenommen, um Raubgrabungen vorzubeugen.
Die Plattform spiegelt bereits einige denkmalpflegerische Trends der letzten Jahre, wie Autobahn- und Eisenbahnprojekte. In den letzten Jahre erkennt man eine Abschwächung der Intensität der archäologischen Aktivitäten im Schweizer Mittelland und der Nordschweiz, aber eine Zunahme in den alpinen Landschaften, wo vermehrt Baumaßnahmen, vor allem aber auch Schutzmaßnahmen stattfinden.
Die Schweizer Kollegen bewerten die neue Plattform als “eine kleine Revolution in der Welt der Schweizer Archäologie” (Blumer/Clivaz 2024), von der man sich auch erhofft, dass sie zur “Offenheit und Verbindung der Schweiz mit der sie umgebenden Welt” beitragen. Interessant sind die Perspektiven, die hier formuliert werden, nämlich, “die zahlreichen vorhandenen archäologischen Publikationen durch intelligente Verknüpfungen miteinander zu verbinden.”. Verwiesen wird hier speziell auf die internationale Diskussionen zur Datenbankinteroperabilität im Rahmen des ARIADNEplus-Projekts, der europäischen archäologischen Datenplattform” (Blumer/Clivaz 2024, 15). Das ist ein etwas modernerer Ansatz der Digitalisierung in der Archäologie, als es derzeit in verschiedenen deutschen Bundesländern verfolgt wird (vgl. Archaeologik 28.10.2024; Archaeologik 13,1,2025). Aber auch hier ist noch ein Reifeprozess erforderlich.
Heft 4/2024 der Zeitschrift der AS, arCHaeo Suisse bringt einige Artikel zur Perspektive der Digital Archaeology, die etwa die Bedeutung der Virtaul Reality, aber auch die aus digitalen Dokumentationen resultierende Oberflächlichkeit des Befundverständnisses behandeln. Der Beitrag von ChatGPT, illustriert mit KI-Bildern strotzt vor den üblichen KI-Plattitüden und hat eher Unterhaltungswert als dass er tatsächliche Poteentiale aufweist. Dabei ist aber sicher richtig, dass uns KI künftig dabei helfen kann, Muster zu erkennen und Daten automatisiert zu strukturieren. Archäologen hätten dann mehr Zeit, sich interpretativ mit den Daten auseinanderzu setzen - wenn vorher niemand auf die falsche Idee kommt, dass man es hier vor allem auch mit Sparpotentialen zu tun hat.
BaLISminK ist das Bamberger Lehr- und Informationssystem zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik, das derzeit im Probe- und Experimentierbetrieb läuft. Ziel ist es zunächst für Süddeutschland - perspektivisch aber auch darüber hinaus - in kooperativer Arbeit zu den wesentlchen Fundorten, Waren und Formen kurze Charakterisierungen zu geben, die mit bildlichen Darstellungen (Zeichnungen, Fotos, perspektivisch auch 3D-Scans) ergänzt werden können. Vorgesehen sind dazu beispielsweise auch Fundortlisten, die fortschreibbar jeweils aktuelle Verbreitungskarten liefern können.
Es ist großartig, dass in den letzten Jahren viele archäologische Museen Teile ihrer Sammlungen online gestellt haben, wenn auch meist kleine Teile und fast nie Archäologie des Mittelalters.
Diese digitale Präsentation von Museen und Sammlungen hat gute Chancen sich zu einem zentralen Element archäologischer Wissenschaftskommunikation zu entwickeln. Insofern sollte man sich die bisherigen Projekte in Bezug auf ihre Technik, aber auch im Hinblick auf ihre Bedeutung in der Wissenschaftskommunikation künftig genauer ansehen. Hier können nur einige Eindrücke wiedergegeben werden, da ich bei der aktuellen Entwicklung auch ein großes Risiko sehe, dass die Museen mit ihrer digitalen Vermittlung ein falsches Bild der Archäologie zementieren.
Viele deutsche Museen nutzen die Plattform museum-digital, ein Projekt von Museen zur gemeinsamen
digitalen Publikation und zunehmend auch zur Inventarisierung von Museumsdaten. Mittlerweile sind über 600.000 Objekte aus deutschen Museen so auf museum-digital erschlossen, das indes oft nur eines von mehreren Portal darstellt, in das lokale Daten einfliesen.
Museum-digital steht auch kleinen Museen offen, die damit in manchen Fällen sehr viel besser als manch großes Museum ihre Bestände darstellen können. Aus archäologischer Sicht seien nur einige Museen exemplarisch genannt:
Das
Badische Landesmuseum ist auf museum-digital mit 6 Objekten eher
symbolisch vertreten, unterhält aber einen eigenen, umfangreichen digitalen Katalog, der auch die Archäologie gut abbildet (mal wieder ohne Archäologie des Mittelalters). Ebenso unterhält das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart eine eigene Online-Sammlung, ist aber auch auf museum-digital und anderen Plattformen präsent. Das
Niedersächsische Landesmuseum Hannover hat auf seiner Website eine
eigene digitale Sammlung, die unter anderem 3200 archäologische Objekte
umfasst: https://kulturerbe.niedersachsen.de/sammlung/slg0018/ Es ist nicht über museum-digital durchsuchbar und in der Nutzerfreundlichkeit etwas eingeschränkt.
Einige der großen Museen tun sich bisher eher schwer, ihre Bestände digital zu erschließen. Die Archäologische Staatssammlung München verwendet bavarikon, das sinnvolles Arbeten mit den Beständen erfolgreich erschwert, da Bilder trotz angeblichen Open Access (mit CC BY NC ND-Lizenz) nicht weiter genutzt werden können, denn Downloadmöglichkeiten werden offenbar bewusst unterdrückt. Das wirkt nicht sehr vertrauensbildend.
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| Au, Aquamanile (Archäologische Staatssammlung München (CC BY-NC-ND 4.0) via https://bavarikon.de/object/bav:ASM-OBJ-0000000000002966) |
Die Abbildungen haben prinzipiell eine brauchbare Auflösung (was nicht viel hilft, wenn die erlaubte Nachnutzung auf Screenshots angewiesen ist), aber es fehlt ein Maßstab. Bemerkenswert ist, dass die ASM auch historische Grabungsfotos eingestellt hat. Bislang habe ich aber keine Querbezüge zwischen Funden und Befunden erkennen können. Generell gilt, dass die Objekte in bavarikon schwer zu überblicken und zu sortieren sind. Bayern ist stolz auf Digitalisierung und High-Tech - überzeugt so aber leider kein bischen. Auf museum-digital ist Bayern denn auch deutlich unterrepräsentiert.
Frühere archäologische Grabungspublikationen haben beispielsweise bei Keramikfunden nur Zeichnungen oder bestenfalls s/w-Fotos geboten. Für Forschung und Lehre wäre es aber oft wünschenswert, die Objekte in Farbaufnahmen zu sehen. Die bisherigen Bildpräsentationen bewegen sich zwischen zwei Extremen:
einerseits wenig professionelle
Fotos, insbesondere bei kleineren Museen, die auf
ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen sind,
andererseits professionelle "schöne" Fotos, häufiger bei renommierten Museen.
Erstere sind oft schlecht in der Vitrine oder auf fleckigem Hintergrund geknipst und häufig nicht besonders gut ausgeleuchtet. Letztere sind zwar schöner, aber letztlich auch nicht besser, denn sie ordnen leider meist die Nutzbarkeit einer vermeintlich besseren Ästhetik unter, denn beiden gemeinsam ist zumeist der Verzicht auf einen Maßstabsbalken.
Vielfach ist das besser als nichts, denn in den wissenschaftlichen Publikationen gibt es oft nur Zeichnungen oder bestenfalls Schwarz-Weiß-Fotos.
Konkrete, aus der Literatur bekannte Objekte zu identifizieren, ist indes fast nicht möglich, da selten genaue Kontextangaben zur Fundstelle gegeben werden, Bestenfalls erfährt man den Fundort, aber selten die Fundstelle oder gar den Befund aus dem das Objekt stammt. Auch konkrete Literaturreferenzen sind nur selten zu finden.
Oft lässt die Qualität der Daten-Einträge zu wünschen übrig, so dass auch die Suche unvollständige und falsche Treffer liefert. Typisches spätmittelalterliches Steinzeug kann da auch mal als frühmittelalterlich ausgewiesen sein.
Die Spärlichkeit der Angaben sei an wenigen Beispielen illustriert.
Herausgegriffen sei ein bauchiger Krug mit Ausguss und Henkel aus dem Landesmuseum Württemberg: https://www.landesmuseum-stuttgart.de/sammlung/sammlung-online/dk-details?dk_object_id=39947 .
Hier gibt es keinerlei brauchbaren Angaben zum Fundort oder auch nur einer Provenienz. sondern im Feld "gefunden" nur die Angabe "Vorderasien" (vergl. Objektblatt). Insofern ist wohl auch der Punkt in der digitalen Karte rein willkürlich in Kuwait gesetzt. Das Schlagwort "Landesgewerbemuseum" ist das einzige Provenienz-Indiz. Man weiß es nicht. Wichtig erscheint dem Museum hingegen die Information, dass die Erfassung dieses Objekts durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR ermöglicht wurde. Wo aktuell die Provenienzforschung eine so wichtige Rolle spielt, ist es doch verwunderlich, dass das Thema einfach übergangen wird. Schon eine grobe Schätzung, wann das Objekt inventarisiert wurde, würde signalisieren, dass man die Thematik nicht einfach zu ignorieren versucht - oder eben eine Angabe zur Provenienz wie "bei der Inventarisierung nicht augewiesen" oder einfach "Klärungsbedarf".
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Die Wissenschaft - die diese Daten tatsächlich dringend braucht - scheint hier jedenfalls oft
nicht im Blickfeld zu stehen, sonst würde man sich mehr Mühe mit den
bereit gestellten Informationen und einer guten Dokumentation geben. Das
wäre oft Routine und nicht unbedingt ein großer Mehraufwand. Man müsste
einen Maßstab aufs Foto bringen und konsequent dafür sorgen, dass die
Fundortangaben auch aus den originalen Inventarbüchern übernommen werden, damit 1.) eine Identifikation der Objekte mit
Grabungspublikationen und -dokumentationen möglich ist, 2.) auch der
"Laienforscher" oder Interessierte eine Vorstellung bekommt, wo genau
die Funde gemacht worden sind, denn oft ist es ja ein wichtiger,
Interesse weckender Anknüpfungspunkt, die Funde aus der eigenen
Nachbarschaft im Museum wiederzufinden. und 3.) die Provenienzforschung kein Lippenbekenntnis bleibt.
Auch bei tollen Museums-Objekten ist es erst der Kontext der ihnen eine historische Bedeutung verleiht. Die Archäologie ist unglaubwürdig, wenn sie Sondengängern - zu Recht - vorhält, sie würden Kontexte vernichten, diese aber letztlich in einem so großen Schaufenster wie den digitalen Sammlungen dann selbst einfach weglässt.
Es spricht nichts dagegen, erst mal klein zu beginnen und die Datensätze später zu ergänzen, so dass manche Informationen künftig vielleicht noch folgen. Gut wäre es aber, wenn hier transparent wäre, wo Lücken pragmatisch begründet sind.
Sie sind hier - PERSONAVINO – Grundregeln für digitale Projekte. Archivalia (12.4.2019). - https://archivalia.hypotheses.org/98939 - erläutert.
Die Qualitätskriterien von museum-digital finden sich unter PuQi – Verführung zu Qualität. museum-digital: blog (22.1.2021), die Ähnliches widerspiegeln. Die Kriterien sind letztlich für die einzelnen Museen nicht verbindlich, fließen aber in eine interne Bewertung ein, die zu Qualität verführen soll. Hier nur eine Beobachtung: Angaben zur Provenienz sind leider kein Kriterium. Diese sind angesichts von NS-Raubkunst und Kolonialismus nicht Archäologie-spezifisch, sondern betreffen viele museale Sammlungen.
Fundkontexte hingegen sind mit konkreten Grabungsbefunden und Auffindungssituationen (was bei Altfunden auch nicht gegeben ist) in museum-digital durchaus hinterlegbar. Da Grabungsdaten aktuell kaum strukturiert digital und open access vorliegen und da die Berichte der zahlreichen Notgrabungen selten überhaupt publiziert werden (und damit der Wissenschaft auch nicht zur Verfügung stehen), besteht hier noch ein zentrales Handlungsfeld, das entscheidend sein wird, ob die Digitalisierung für die Archäologie tatsächlich klappt und Forschungspotentiale erschließt - oder uns konzeptionell nicht anderthalb Jahrhunderte in die Zeit bloßen Fundsammelns zurück wirft.
Hoffentlich stellt sich NFDI4Objects dieser Herausfordrrung.
Im Prinzip ist es ganz hervorragend, Münzen in einer Datenbank vorgelegt zu bekommen, die vielfältige Recherchemöglichkeiten erschließt.
Der DGUF-Newsletter vom 28.2.2023 nennt das Ganze aber ein Desaster (Spoiler: m.E. zu Recht):
Zu einem verschwindend geringen Anteil haben die Münzen Fundortangaben, obwohl man sich sicher sein kann, dass keine davon in einem Geldbeutel überlebt hat, sondern die Masse irgendwo als Bodenfund aufgetaucht ist - manche vielleicht zufällig, viele mit Sicherheit bei Raubgrabungen.
Die Diskussion um Provenienzen geht nun ja schon einige Jahre, wenn auch primär um NS-Raubkunst und koloniale Güter, aber auch die Diskussion um archäologische Raubgrabungen ist ja keinesfalls neu.
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| Screenshot der Karte aus NUMiDonline: kaum Fundorte (Map data@ OpenStreetView contributors CC BY SA map data: @MapBox/ Portal des NUMiD-Verbandes CC BY-SA 4.0) |
Selbst dort, wo ein Fundort bekannt ist, fehlen jegliche weiteren Angaben. Wenn man einmal gefunden hat, wo man den Fundort überhaupt recherchieren kann - zu den vorgesehenen Optionen gehört das offenbar gar nicht - und man sucht nach Mindelheim als einem der wenigen Fundorte, den die Übersichtskarte überhaupt anzeigt, findet man 28 Münzen der Zeit zwischen 260 und 270, die meisten von Kaiser Claudius Gothicus. Nur die Tatsache, dass alle Literaturangaben auf FMRD I-7 7244 verweisen, verrät, dass man es mit einem Münzhort aus der Zeit der sog. Alamanneneinfälle zu tun hat. Laut dem Band Fundmünzen im Römischen Deutschland wurde der Hort 1959 zwischen Mindelheim und Augsburg gefunden und geriet durch den Kunsthandel in eine Privatsammlung. Wie die Stücke dann in das Münzkabinett der Klassischen Archäologie der Universität Tübingen gelangten, erfährt man nicht. Der Fundort ist also auch kein gesicherter Fundort.
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| Münzen mit Abfrage Mindelheim (Bild: Portal des NUMiD-Verbandes CC BY-SA 4.0) |
Beim Fundort Tübingen stößt man auf ein republikanisches As (https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/object?id=ID1596), des 3, Jahrhunderts v.Chr., was gelinde gesagt sehr ungewöhnlich ist. Zur Provenienz findet sich nur: Accession Zugangsart Kauf.
Tatsächlich gibt es Stücke, bei denen man zurecht die Bezeichnung 'aus alter Sammlung' gebrauchen könnte. So ist eine Münze, angeblich aus Nagold auf (https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/object?id=ID11) auf Regierungsrat Carl Sigmund Tux zurück zu führen, der im Jahre 1798 durch seine testamentarische Schenkung an die Universität Tübingen die dortige Münzsammlung begründete.
Nun sind Universitätssammlungen keine Regional- oder Landesmuseen, an die beispielsweise Grabungsfunde gehen. Insofern darf man die Erwartungen an Fundortangaben nicht zu hoch hängen. Interessanterweise sind aber auch die berüchtigten alten Sammlungen in NUMiDonline kaum aufzuspüren, vieles wurde über den Kunsthandel als Veräußerer erworben. Es finden sich auch fundortlose Stücke, deren Provenienz nicht vor 2020 zurück zu verfolgen ist (z.B. https://www.virtuelles-muenzkabinett.de/object?id=ID2148)
Ohne Kenntnis des Fundorts lassen sich nicht einmal einfachste Verbreitungskarten zeichnen, die für das Verständnis wirtschaftsgeschichtlicher Zusammenhänge von Bedeutung sind, auch alle siedlungsarchäologischen Erkenntnisse sind verloren. Ich wiederhole hier eine Tabelle, die den Quellenwert von Münze ohne und mit Kontext einander gegenüber stellt
Ohne Kontext
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Mit Kontext
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Anm.: Selbst schlecht erhaltene, nicht mehr exakt
bestimmbare Münzen liefern zumindest ein quellenkritisches Korrektiv
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Der Beurteilung im DGUF-Newsletter kann ich nur zustimmen:
Die nun öffentlich sichtbaren Kataloge vieler deutscher Münzkabinette verdeutlichen, was "Münzeln sammeln" unter dem Aspekt "Kulturelles Erbe" vorwiegend bedeutet: Das Archivieren von aus ihrem Fundkontext gerissenen Fundstücken, die nach Raubgrabung und Hehlerei in der Regel über Sammlungsschenkungen oder -ankauf in staatliche Hände geraten sind. Da man auch am Ende einer langen Besitzerkette kein rechtmäßiges Eigentum an Dingen erwerben kann, dessen Ursprung illegal ist, macht diese Recherche auch deutlich, dass ein hoher Anteil dieser mit staatlichem Aufwand erworbenen, gepflegten und nun digitalisierten Bestände "sehr fragwürdig" ist - um vorsichtshalber sich aufdrängende, klare juristische Termini zu vermeiden.
NUMiD verdeutlicht, dank Digitalisierung und Open Access nun weithin öffentlich, welch gewaltiger Schaden am Kulturellen Erbe durch Münzsammeln und die derzeitige staatliche bzw. museale Praxis entsteht.
Raubgrabungen lassen sich nicht unterbinden, indem man sie verbietet (das sind sie längst), man muss den Markt austrocknen. Keinesfalls sollten öffentlche Gelder in die Raubgräberei/ Antikenhehlerei fließen, die hier fast immer am Anfang der Provenienzketten steht, ehe über verschiedene Tricks eine Legalisierung erreicht wird. Die Münzen aus einem Zufallsfund, die man mit einem Ankauf "rettet", sind ja offenbar ebenfalls ohne Fundort und damit ihrer wichtigsten Aussagekraft ohnehin schon beraubt und ihr Geld nicht mehr wert. Die Sonderstellung von Münzen etwa im Kulturgutschutzgesetz ist durch nichts zu rechtfertigen. Ein Raubgrabungsloch ist ein Raubgrabungsloch, egal ob für eine Münze, eine Fibel oder einen Nagel.
Alle reden über ChatGPT.
Ich hab mir das also auch mal angeschaut. Als allerersten kleinen Test habe ich abgefragt: Wer war Hermann Stoll?
ChatGPT hat eine völlige Phantasiefigur geschaffen. Die von ChatGPT gegebenen Quellen laufen alle ins Leere, geben Fehlermeldungen oder keine Ergebnisse. Man erahnt, dass für seine Angaben Herbert Jankuhn und Hans Zeiss Pate gestanden haben.
Der Hermann Stoll, den ich meinte, hat übrigens einen Wikipedia-Artikel, den ChatGPT offenbar nicht herangezogen hat. Der echte Stoll war tatsächlich ein bedeutender Frühmittelalterarchäologe, der in den 1930er Jahren in vielfältiger Hinsicht Pionierarbeit geleistet hat - durch eine der ersten einigermaßen modernen Untersuchungen und Publikationen eines merowingerzeitlichen Reihengräberfelds (Hailfingen), durch seine damals vorbildlichen siedlungsarchäologische Forschungen im Oberen Gäu und durch eine der ersten Ausgrabungen in einer frühmittelalterlichen Siedlung (Neuwied-Gladbach).
Fazit: Erst mal völliger Quatsch.
Ich protokolliere hier mal meinen Chat mit ChatGPT
Es tut mir leid, aber ich konnte keine bekannte Persönlichkeit namens Hermann Stoll finden. Könnten Sie weitere Informationen oder Kontext zu dieser Person bereitstellen, damit ich Ihnen besser helfen kann?
Vielen Dank für die Zusatzinformationen. Hermann Stoll war ein deutscher Archäologe, der von 1897 bis 1965 lebte. Er war vor allem für seine Arbeit in der Archäologie des Römischen Reiches bekannt und hat bedeutende Beiträge zur Erforschung der römischen Architektur, Skulptur und Keramik geleistet.
Stoll studierte Archäologie, Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität München und promovierte dort im Jahr 1923. Er arbeitete zunächst als Assistent am Bayerischen Nationalmuseum in München und später als Kustos an der Antikensammlung in Berlin.
Während seiner Karriere führte Stoll zahlreiche Ausgrabungen durch, darunter in der antiken Stadt Ephesos in der heutigen Türkei und in der römischen Stadt Carnuntum in Österreich. Er veröffentlichte mehrere Bücher und Aufsätze über seine archäologischen Entdeckungen und war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Organisationen, darunter der Deutschen Archäologischen Institut und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Es tut mir leid für die Verwirrung. Könnten Sie mir bitte mehr Informationen über die Person Hermann Stoll geben, auf die Sie sich beziehen? Es gibt möglicherweise mehrere Personen mit diesem Namen, und ich möchte sicherstellen, dass ich die richtige Person identifiziere, über die Sie sprechen.
Vielen Dank für die Klarstellung. Es gibt einen Hermann Stoll, der ein deutscher Archäologe und Historiker war und sich auf die Forschung zum Frühmittelalter spezialisiert hat. Er wurde am 17. September 1895 in Karlsruhe geboren und starb am 4. Mai 1977 in Bonn.
Hermann Stoll studierte an der Universität Heidelberg und arbeitete später als Assistent an der Universität Gießen. Im Jahr 1922 wurde er mit einer Arbeit zur merowingischen Münzprägung promoviert. Er wurde später Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Bonn.
Stoll ist bekannt für seine Arbeit zur Archäologie und Geschichte des Frühmittelalters, insbesondere zur Archäologie des Rheinlandes und des Westfrankenreiches. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen über die Archäologie, Kunst und Geschichte dieser Zeit verfasst und war ein bedeutender Vertreter der "Bonner Schule" der Archäologie.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Die Franken" (1949), "Die Merowingerzeit" (1960) und "Grundzüge der Archäologie des Mittelalters" (1963). Stoll war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und erhielt viele Auszeichnungen für seine Arbeit, darunter die Ehrendoktorwürde der Universität Köln.
Ja, ich kann Ihnen eine Web-Quelle zur Verfügung stellen. Hier sind einige Links zu Websites, auf denen Sie weitere Informationen über Hermann Stoll und seine Arbeit finden können:
Ich hoffe, dass diese Quellen Ihnen weiterhelfen können.
Es tut mir leid, wenn die Quellen, die ich Ihnen zur Verfügung gestellt habe, nicht hilfreich waren. Ich werde gerne nach weiteren Quellen suchen, die Ihnen bei Ihrer Suche nach Informationen über Hermann Stoll helfen können. Hier sind einige weitere Links, die Sie ausprobieren können:
Ich hoffe, dass diese Quellen Ihnen weiterhelfen können. Bitte lassen Sie mich wissen, wenn Sie weitere Fragen haben oder weitere Hilfe benötigen.
Es tut mir leid, dass Sie keine hilfreichen Informationen gefunden haben. Ich werde mein Bestes tun, um Ihnen bei Ihrer Suche nach Informationen über Hermann Stoll zu helfen. Bitte erlauben Sie mir, Ihnen einige Fakten über Hermann Stoll zu präsentieren:
Hermann Stoll wurde am 17. September 1895 in Karlsruhe geboren und starb am 4. Mai 1977 in Bonn. Er war ein deutscher Archäologe und Historiker, der sich auf die Forschung zum Frühmittelalter spezialisiert hatte. Er studierte an der Universität Heidelberg und arbeitete später als Assistent an der Universität Gießen. Er wurde Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Bonn.
Stoll ist bekannt für seine Arbeit zur Archäologie und Geschichte des Frühmittelalters, insbesondere zur Archäologie des Rheinlandes und des Westfrankenreiches. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen über die Archäologie, Kunst und Geschichte dieser Zeit verfasst und war ein bedeutender Vertreter der "Bonner Schule" der Archäologie.
Ich hoffe, dass diese Fakten Ihnen weiterhelfen können. Wenn Sie weitere Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Es tut mir leid, dass ich Ihnen nicht helfen konnte. Wenn Sie weitere Fragen haben oder weitere Hilfe benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung. Gute Nacht.
Wenn ein Museum auf seine Urheberrechte (?) pocht, so ist das erst mal seine Entscheidung. Aber die Frage stellt sich, ob man sich dann die Digitalisierung auch hätte ganz sparen können, wenn man vor lauter © noch nicht mal erkennt, ob das Bild interessant ist.
"Die Besonderheit des Archivs - vor allem geschlossene Negativbestände zu sammeln - führte zu der Entscheidung, nicht eine Auswahl an Einzelbildern, sondern die kompletten Filmstreifen als Kontaktbögen ins Netz zu stellen. Der Betrachter hat damit die Möglichkeit, Fotos in ihrem Entstehungszusammenhang zu betrachten und Motivvarianten zu vergleichen."
(https://ruhrmuseum.faust-iserver.de/ruhrimages/Ruhrinfos.htm)
Theoretisch ja, praktisch mit diesen Wasserzeichen aber erfolgreich verhindert.
Digitalisierung ist halt modern - ob's grade mal Sinn macht oder nicht. (Richtig gemacht, macht es sehr viel Sinn, so aber nicht).
Sorry - ärgere mich gerade...
Heute benötigt das Management in der Landwirtschaft ein eigenes Büro - so könnte man "Bauerhofbüro" verstehen. Aber darum geht es nicht.
Das Bauerhofbüro war eine 1934 gegründete Einrichtung der Fachgruppe Bauwesen im NS-Bund Deutscher Technik. Das deutsche Bauertum und das klassische Dorf waren ein wichtiger Bestandteil der NS-Ideologie. "Blut und Boden", "Erbbauernhöfe" aber auch der "Generalplan Ost" verweisen auf ein idealisiertes Bild bodenständigen deutschen Bauerntums, das weit in "germanische" Zeit zurückreichen sollte.
Das Bauernhofbüro verfolgte ein groß angelegtes Projekt. E sollte im gesamten damaligen Deutschen Reich typische Bauernhöfe dokumentieren. Dazu wurden Lagepläne, Ansichten, Grundrisse, Schnitte und unterschiedlichste Detailzeichnungen angefertigt, die allerdings nicht wie die moderne Bauforschung als verformungsgetreue Aufmessungen, sondern als Idealpläne angefertigt sind. Die Materialsammlung erfolgte 1934-1944, wobei ein erster Band des geplanten Werkes durch den Leiter des Bauernhofbüros Gustav Wolf 1940 zu den Höfen in Schleswig-Holstein publiziert wurde (Wolf 1940). In der Nachkriegszeit erschienen auf dieser Grundlage noch weitere Publikationen (Folkers 1961; Schepers 1961).
Das Bauernhofbüro hat in der Forschung verschiedentlich Aufmerksamkeit gefunden, einerseits wegen der Fortführung mancher alter, zum Teil problematischer Traditionen der Hausforschung, andererseits weil sich alte Hausdokumentationen angesichts eines masiven Verlustes historischer Bausubstanz mittlerweile als eine wichtige Quelle der Forschung erwiesen haben.
Die Unterlagen des Bauernhofbüros (>5000 Pläne) befunden sich heute im Archiv LWL in Münster. Die Pläne sind heute vollständig erschlossen und digitalisiert, wenn aus Urheberrechtsgründen auch nicht alle online zur Verfügung stehen:
Das Bauernhausbüro hat Süddeutschland nicht so intensiv bearbeitet wie den Norden, zu dem dann ja auch Publikationen vorgelegt wurden. Dennoch finden sich auch hier einige Gebäudedokumentationen. Exemplarisch genannt sei die Obere Roggenmühle im Eybtal, heute regional vor allem als Ausflugslokal bekannt. 1939 wurden hier verschiedene Ansichten und Schnitte der Mühle und ihrer Nebengebäude aufgenommen, aber auch Teile der Inneneinrichtung dokumentiert. Die Bauzeichnungen sind als technische Zeichnungen angelegt, d.h. mit dem Lineal gezeichnet. Umbaumahmen sind hier nicht zuverlässig zu erkennen.
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| Aufnahme der Oberen Roggenmühle im Eybtal 1939 (Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe 846 / Kartensammlung, Nr. 846/3988 via DFG-Viewer:) |
Folkers 1961: U. Folkers, Haus und Hof deutscher Bauern, Bd. 3: Mecklenburg (Münster 1961)
Freckmann 1982: Klaus Freckmann, Hausforschung im Dritten Reich. In: Zeitschrift für Volkskunde 1982/II, 169-186
Freckmann 1985: Klaus Freckmann, Zur Foto- und Plandokumentation in der Hausforschung der 30er und 40er Jahre. Das Beispiel des ehemaligen "Bauernhofbüros" Berlin/Münster. Zeitschrift für Volkskunde 1985/I, 40-50
Freckmann 2000: K. Freckmann, 50 Jahre Arbeitskreis für Hausforschung. AHF. - http://www.arbeitskreisfuerhausforschung.de/files/Freckmann_50Jahre_AHF.pdf
Grossmann 2008: G.U. Großmann, Völkisch und national- Der "Beitrag" der Hausforschung zum Wiederaufleben der Runenkunde des SS-Ahnenerbes. In: U. Puschner / G. U. Großmann (Hrsg.), Völkisch und national. Zur Aktualität alter Denkmuster im 21. Jahrhundert. (Darmstadt 2009,) 31-64. - https://d-nb.info/1210742500/34
Hoppe 2015: Elisa Hoppe, Das westfälische Bauernhaus als Kulturgut. Zur Bauernhausforschung in nationalsozialistischer Zeit am Beispiel des „Bauernhofbüros“ in Münster. Denkmalpflege in Westfalen-Lippe 2015/1, 18-23
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Selheim 2015: Claudia Selheim, Erich Kulke (1908–1997): Wandervogel, Volkskundler, Siedlungsplaner und VJL-Vorsitzender. In: E. Conze/ S. Rappe-Weber (Hrsgg.), Ludwigstein: Annäherungen an die Geschichte der Burg. Jahrb. Jugendbewegung und Jugendkulturen. 11 (Göttingen 2015) 253–272. - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/6859/1/Selheim_Erich_Kulke_2015.pdf
Wolf 1940: G. Wolf, Haus und Hof deutscher Bauern, Bd. 1: Schleswig-Holstein (Berlin 1940.)
Sammlung „Bauernhofforschung“ in Bayern von 1935 bis 1945. bavarikon. - https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000001010
3.154 Digitalisate online. Projektabschluss im Archiv LWL: Digitalisierung der Plan-Sammlung „Bauernhofbüro“. Bauaufmaße agrarische Haustypen auf dem Gebiet des Deutschen Reichs (1934 bis 1944). Archivamt blog (25.10.2022). - https://archivamt.hypotheses.org/17640
Homepage der Oberen Roggenmühle: https://www.obereroggenmuehle.de/?page_id=58
https://archaeologik.blogspot.com/2020/07/mittelalterarchaologie-im.html