Sonntag, 11. Oktober 2026

Grabungen im alten Hamburger Hafen - Lob und Kritik des Hafenkonzerts

Sehr schöner Podcast zu einer aktuellen Grabung im  Hamburger Stadtzentrum
Weil der Beitrag gut ist, lohnt eine Kritik.
Er kommt im Titel gleich mit dem abgedroschenen Sensationsfund - aber es wird dann erklärt: unerwartet und überraschend einerseits und grosse Relevanz für Hamburger Selbstverständnis andererseits. Kein Schatz…
Wenn es aber um die Erkenntnisse der Archäologie geht, wird es schwach. Emotional punktet der Grabungsassistent, aber die Aussage, dass man unsicheres Wissen bestätigen könne, ist wohl wahr, aber doch nicht alles, was stadtarchäologische Ausgrabungen wie die in Hamburg leisten.
Die unerwartete Lage des Hafens, die Erkenntnis, dass der Hafen breiter war, bietet es doch geradezu an, darüber zu sprechen, dass wir hier viel über Mensch-Umweltbeziehungen lernen können. Ja, es bietet sich an, eine Hamburger Keramikbearbeitung nach Lübecker Vorbild anzugehen. Es wird aber nicht genauer erklärt, warum das all den Aufwand wert ist.  Hier kann man doch gut erklären,

So ist immer noch viel von den Objekten die Rede, von denen gesagt wird, dass es zu viele sind. Dennoch macht der Beitrag deutlicher als sonst, dass es hier um Quellen geht, die es auszuwerten gilt.

Das sind Dinge, die Journalisten erst mal nicht wissen können, die man als Archäolog*in interessant und mit Begeisterung erzählen muss….
Das ist uns im Alltagsgeschäft oft nicht präsent (und gelingt auch bei vielen SocialMedia-Aktivitäten archäologische Institutionen nur bedingt) -aber daher zählt die Reflektion über Fragestellungen und gesellschaftlicher Relevanz hier auf Archaeologik (und in meinen Bamberger Lehrveranstaltungen) zum Dauerbrenner. Viele Kolleg*innen legen das dummerweise unter Theorie ab. 

In Zeiten der Mittelkürzungen und Angriffe auf den Denkmalschutz müssen wir besser werden, zu erklären, was wir mit Archäologie rausfinden können.

Mehr solche Podcasts, aber gerne noch etwas genauer auf den Punkt.


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