Der berühmte Halsschmuck der "Dame von Vix" wurde am helllichten Tag aus dem Museum in Châtillon-sur-Seine geraubt. Bereits früher gab es zwei erfolglose Einbrüche des Nachts, woraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden sind. Nun haben sich die Täter zwischen Touristen gemischt, haben die Vitrine eingeschlagen und sind mit dem Goldreif zur Vordertür geflohen. Erste Berichte in lokalen Medien:
- Une partie du trésor de Vix dérobée au musée de Châtillon-sur-Seine, en plein jour. Le bien public 24.7.2026. - https://www.bienpublic.com/culture-loisirs/2026/07/24/le-musee-de-chatillon-sur-seine-victime-d-un-vol-en-plein-jour
- Le Musée du pays Châtillonnais victime d'un vol en plein jour, le torque de la Dame de Vix dérobé. ici 24.7.2026. - https://www.ici.fr/bourgogne-franche-comte/cote-d-or-21/chatillon-sur-seine/le-musee-du-pays-chatillonnais-victime-d-un-vol-en-plein-jour-le-torque-de-la-dame-de-vix-derobe-2635625
Das Grab der Dame von Vix aus der Späthallstattzeit wurde 1953 ausgegraben. Neben dem Goldreif enthielt es einen riesigen über zwei zentner schweren griechischen Bronzekrater, der in der klassischen Debatte um die Südimporte eine zentrale Rolle spielte. In den 1980er Jahren hatte Konrad Spindler die reiche Grabausstattung mit seinem Reichtum den griechischen Importen und einem Wagen einem Mann zugeschrieben. Nach neuen anthropologischen Untersuchungen gilt dies heute als ein Musterbeispiel dafür, wie modernes Rollenverständnis in die Vergangenheit projeziert wird. Das Grab wird dem "Fürstensitz" auf dem Mont Lassois zugeordnet, wo in den 2000er Prospektionen und Grabungen wichtige Einblicke in die Siedlung ergeben haben.
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| Halsschmuck der Dame von Vix (Foto: GO69, CC BY-SA 4.0,via WikimediaCommons) |
Der Goldreif der Dame von Vix ist ein hochgradiges Kunstobjekt, doch dürfte es den Räubern wohl eher auf die 480 Gramm reines, 24-karätiges Gold ankommen, die aktuell einen reinen Materialwert von rund 55.030 Euro haben. Es steht zu befürchten, dass der Reif eingeschmolzen wird.
Literaturhinweise
- R. Pittioni, Grächwil und Vix handelsgeschichtlich gesehen. In: R. Degen / W. Drack / R. Wyss (Hrsg.), Helvetia Antiqua. Festschrift Emil Vogt. Beiträge zur Prähistorie und Archäologie der Schweiz (Zürich 1966) 123–128.
- F. Fischer, KEIMELIA. Bemerkungen zur kulturgeschichtlichen Interpretation des sogenannten Südimports in der späten Hallstatt- und frühen Latène-Kultur. Germania 51, 1973, 436–459.
- R. Joffroy, Vix et ses trèsors (Paris 1979).
- W. Gross, Zu Problemen des 'Fürstengrabes' in Vix. Hamburger Beitr. Arch. 7, 1980, 69–77.
- K. Spindler, Die frühen Kelten (Stuttgart 1983).
- B. Arnold, The Deposed Princess of Vix: The Need for an Engendered European Prehistory. In: D. Walde / N. D. Willows (Hrsg.), The archaeology of gender. Proceedings of the Twenty-second Annual Conference of the Archaeological Association of the University of Calgary (Calgary 1991) 366-374.
- C. J. Knusel, More Circe than Cassandra: The Princess of Vix in ritualized social context. European Journ. Arch. 5,3, 2002, 275–308.
- A. Mötsch / A. Haffner / U. Müller, Zu den Ausgrabungen des Kieler Instituts für Ur- und Frühgeschichte am Mont Lassois 2004-2006. In: D. Krauße / C. Steffen (Hrsg.), Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse. Zur Genese und Entwicklung frühkeltischer Fürstensitze und ihres territorialen Umlandes. Kolloquium des DFG-Schwerpunktprogramms 1171 in Blaubeuren, 9. Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 101 (Stuttgart 2008) 9–26.
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