Dienstag, 4. Mai 2021

Archäologie, Öffentlichkeit, Politik & Wissenschaft

Archäologie kann nicht unabhängig von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrieben werden. Sie findet großes Interesse in der Öffentlichkeit, hat aber, wenn es darauf ankommt, eher keine Lobby. Archäologie wird offenbar als interessant, aber letztlich nicht als relevant wahrgenommen. - Warum? Was können wir dagegen tun?

Wer Archaeologik liest, weiß, dass ich die Themen Archäologie und Gesellschaft und Archäologie und Politik für wichtig halte und kennt vielleicht auch meine Positionen bzw. Überlegungen oder auch nur Gedankensplitter dazu. In Zeiten, in denen sich Wissenschaft in der Krise befindet, will Wissenschaftskommunikation genau überlegt sein und auch die Praxis der Denkmalpflege muss immer wieder neu gedacht werden. Die Kommerzialisierung hat die Rolle der Ehrenamtlichen in der Denkmalpflege reduziert, dafür explodiert die Zahl der Sondengänger, die zunehmend ein Problem wird, selbst wenn sich nicht alle der gezielten Raubgrabung hingeben. Tourismus und der Status als UNESCO-Welterbestätte sind stehen zunehmend im Spannungsfeld von Archäologie und Kommerz. - Das Verhältnis der Öffentlichkeit zur Vergangenheit scheint mir einem Wandel unterworfen zu sein, auf den wir reagieren müssen, damit eine gesellschaftliche Bedeutung der Archäologie erhalten oder auch erst geschaffen bzw. klar kommuniziert werden kann.

Für die Archäologischen Informationen der DGUF habe ich meine Position als Meinungsbeitrag zusammengefasst und ausformuliert. Er ist eben im Early View erschienen:

  • R. Schreg, Was bieten wir der Gesellschaft? Was ist sie bereit, uns zu bieten? – ein Meinungsbeitrag. Archäologische Informationen 44, 2021. Early View, online publiziert 4. Mai 2021. [PDF]

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