Dienstag, 7. Oktober 2014

Erst mal abbrechen - der Fall Schwyz

In Schwyz wurden - wieder mal - die ältesten Gebäude abgerissen.
Allerdings: Mittlerweile ist man ja prinzipiell vorgewarnt und weiß, dass die ältesten Bauten oft hinter ganz unscheinbaren Fassaden stecken, die über das wahre Alter hinweg täuschen können. Konkret für Schwyz hätte man auf alle Fälle damit rechnen müssen, denn das ist ja nicht der erste Skandal dieser Art. Immerhin wurden von dort schon lange noch ältere Gebäude bearbeitet und publiziert - und abgebrochen. Das Haus Niederöst, dendrodatiert 1176, war als Denkmal eingetragen und hat 2001 dennoch eine Abbruchgenehmigung erhalten.

Das generelle Problem - ungenügende Untersuchung vor der Abbruchgenehmigung - kennt man auch anderswo: So lange die Gebäude bewohnt sind, ist es schwer, die nötigen Untersuchungen durchzuführen - problematisch ist da eben das Betretungsrecht für Denkmalpfleger, das ja bei der Gesetzesnovellierung in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr ein wichtiger Diskussionspunkt war. Bei Fachwerkhäusern können entscheidende Detail in der Regel auch erst erkannt werden, wenn der Putz abgeschlagen und die Tapeten heruntergerissen sind, was im bewohnten Zustand wohl kaum jemals erlaubt wird. Eine richtige Untersuchung ist meist erst dann möglich, wenn die denkmalrechtliche Genehmigung für Umbau oder Abriss schon längst erteilt ist.

Sonntag, 5. Oktober 2014

When Interdisciplinarity works: Cultures of Stone, Dublin, September 18th-20th 2014

A contribution by Michelle Beghelli

The international conference “Cultures of Stone. Interdisciplinary Research on the Materiality of Stone” took place at University College Dublin (UCD) and National Museum of Ireland on September 18th-20th 2014.

Cultures of Stone
(Graphics M. Beghelli, photos by M. Beghelli and via Wikimedia Commons
[PD, by Arheo, Locutus Borg, and unknown author])
With the main focus on stone as a material, the papers were organized in five sessions: 
1. Engagements with Monuments, Sculptures, and Structures; 
2. Interactions with Stone Surfaces; 
3. The Movement, Trade and Exchange of Stone; 
4. The Meaning and Experience of Stone in Ritual Practice; 
5. The Quarrying and Transformation of Stone. 
A poster session completed the general frame of the conference. It is particularly noteworthy that the program was truly interdisciplinary, just as announced in the title. Chronologies ranged from the Palaeolithic to the 19th century, and the papers dealt with areas in all the five Continents.

Archaeology was the main academic discipline of many speakers, but remarkably interesting viewpoints were provided by researchers in Geosciences, History of Art, Design, Architecture, Anthropology, Ethno-Sciences and even Psychiatry. As a whole, thus, the papers and the keynote lectures given at the Conference were characterised by a huge variety of subjects and academic fields. Their grouping in the above-mentioned five sessions (according to their subject) gave the opportunity to detect resemblances and differences in stone’s manufacturing and trade, perception, symbolic and ritual meanings across very different chronologies and locations. Besides this, however, methodological approaches and structures within the various fields of science represented often another common feature which allows us to cluster them.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Aleppo: Omayaden-Moschee in Flammen

Während Kämpfen in Aleppo ging am 1.10.2014 die Omayaden-Moschee in Flammen auf.
Ein Video, das APSA2011 auf ihrer Website und in den Social Media verbreitet, zeigt Feuer, das zumindest einen großen Raum der Moschee ergriffen hat. Im Hintergrund sind Schüsse zu hören.

Feuer in der Omayaden-Moschee, 1.10.2014
(Foto: APSA2011)


Nachtrag (4.10.2014)
zum Hintergrund der aktuellen Kämpfe in Aleppo:

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Bomben und Kulturgüter - Syrien und Irak im September 2014

Mit dem amerikanischen Militärengagement gegen den Islamischen Staat in Syrien und dem Irak, hat die Plünderung archäologischer Fundstellen im Gebiet der IS etwas breitere Medienaufmerksamkeit gefunden. Allerdings werden aktuell nicht-militärische Maßnahmen gegen IS nur sehr zögerlich diskutiert. Man hört kaum davon, dass versucht würde, die IS von ihren Finanzquellen abzuschneiden, in dem etwa effektiv der Schmuggel von Öl und Antiken unterbunden würde. Stattdessen wird bombardiert - mit dem Risiko auch Kulturdenkmale zu treffen, deren Zerstörung durch IS als ein Argument für den Militäreinsatz herhalten muss.
Abdulkarim Maamou
Abdulkarim Maamou

Kultur'liebhaber' finanzieren IS-Terror
Seit längerem ist bekannt, dass IS in Raubgrabungen involviert ist und viel Geld mit dem Handel von Antiken macht. Mit dem Vordringen des IS findet das Thema vermehrt Aufmerksamkeit in der amerikanischen Presse - kaum indes in Deutschland.
    Der naheliegende Schritt, im Kampf gegen den Terror den Antikenhandel endlich besser zu kontrollieren und den illegalen Handel und die Finanzquellen der Terroristen auszutrocken, wird auffallenderweise nur selten angesprochen. Genau das ist aber die Forderung von Fachwissenschaftlern, die sich mit einem offenen Brief an die UN wenden.