Dienstag, 5. September 2023

DLF zur forensischen Archäologie

(Repost von AMANZnotizblog)

DLF aus Anlaß der Konferenz der EAA in Belfast:

Der Beitrag fokussiert auf die archäologischen Kompetenzen in der Prospektion und Grabungstechnik, doch sind in der Praxis des Umgangs mit neuzeitlichen Befunden auch die Erfahrungen der Neuzeitarchäologie im Umgang mit schriftlichen und kartographischen Quellen, sowie besonderen Erhaltungssituationen und modernen Materialien von Bedeutung

Für "normale" Archäolog*innen sind gut erhaltene organische Fundmaterialien die große Ausnahme, bei rezenten Situationen sind aber beispielsweise häufig Stoffreste oder auch Papiere erhalten, Leichen sind oft noch nicht vollständig skelettiert. Moderner Beton bringt besondere Herausforderungen für Prospektion und Ausgrabung mit sich (Stahlbeton und Spritzbeton). Besonders sind auch die Funde aus Kunsstoffen, bei denen die Bergung und Konservierung oft schwierig ist und die sich durch große materielle und typologische Vielfalt auszeichnen.

Die Archäologie der Moderne, die seit wenigen Jahren boomt - aufgrund der Arbeit in Kriegsgebieten, vor allem aber durch die, wegen des Wegsterbens der Zeiteug*innen,  steigende Bedeutung archäologischer Zeugnisse zur NS-Zeit und der kommerziellen Archäologie. 

Wie diese zusätzlichen und wachsenden Anforderungen und Aufgaben in Forschung und Lehre gemeistert werden können, ist noch unklar. Ohne neue interdisziplinäre Netzwerke, Forschungsressourcen und Studiengänge wird das jedoch nicht möglich sein. In Bamberg haben wir in der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit die Thematik zwar schon lange auf dem Schirm, aber eine gezielte Ausbildung für diesen Bereich fehlt in Deutschland bislang. Interessierte Studierende müssen sich die nötigen Zusatzqualifikationen individuell erwerben, was durch die modernen, angeblich so flexiblen Studienordnungen, jedoch eher erschwert als begünstigt wird. Aber wir unterstützen solches Interesse gerne!


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