Sonntag, 7. August 2011

Kommandozentrale und Folterkammer: Das Ägyptische Museum und die ägyptische Revolution

Ägyptisches Museum Kairo
(Foto: jazzlog [CC BY-NC 2.0])
Der Verdacht, dass die Plünderungen des Ägyptischen Museums eine höcht politische Note haben, bestätigt sich auf die schlimmste Weise.
Soeben meldet n-tv unter Berufung auf eine Kairoer Zeitung, dass sich der ägyptische Geheimdienst während der Revolution im Ägyptischen Museum eingerichtet hatte - und auch nach der Absetzung von Mubarak hier gefoltert hätte. Das geht aus der Zeugenaussage des Museumsdirektors Tarik al-Awadi bei den Ermittlungen gegen Ex-Innenminister Habib al-Adli hervor.

Abgesehen davon, dass sich neue Fragen um die Rolle von Zahi Hawass ergeben, gefährdet diese Missachtung internationaler Konventionen Museen und Kulturerbe in künftigen Konflikten.

Nachtrag (8.Aug.)
Die Umstände der Plünderungen mit ´teils widersprüchlichen Angaben über Schäden und Ablauf hatten im Februar zu Spekulationen geführt, die Plünderungen seien inszeniert worden, um die Revolution zu diskreditieren.
vergl. z.B. Frankfurter Rundschau v. 2.2.2011
 
Nachtrag (8.10.2012)
Zu den Vorgängen im Ägyptischen Museum im vorigen Jahr findet sich auf der Seite Tahrirdocuments.org die Übersetzung des einer Aktivisten-Zeitung: Revolutionary Egypt, Vol. 4, Page 4: Torture: A Crime Before the Revolution and After It

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Gefoltert hätte" oder "gefoltert habe"? Unverständlich ist auch der erste Satz. Worin besteht der Verdacht, die Plünderungen hätten eine höchst politische Note gehabt?

Rainer Schreg hat gesagt…

siehe Nachtrag
sowie älterer Blog-Eintrag: http://archaeologik.blogspot.com/2011/01/zerstorungen-im-nationalmuseum-in-kairo.html