Mittwoch, 22. Februar 2017

Unterhaltsam, aber ernst

Constanze Röhl


"Tel HaEl ist eine imaginäre archäologische Stätte, die auf realen Ereignissen in der Welt der Archäologie und Politik im Westjordanland beruht. Während diese kurze Animation daher eine Parodie basierend auf einem fiktiven Platz darstellt, ist die Geschichte dennoch nicht allzuweit von der Wahrheit entfernt. Für Fans von Indiana Jones und diejenigen, die sich für die vielen Facetten der Archäologie in diesem Land interessieren."

So beschreibt Emek Shaveh einen gerade veröffentlichen animierten Kurzfilm, und in der Tat ist dieser Beschreibung wenig hinzuzufügen. Der Film informiert über die Problematik korrumpierter tendenziöser Wissenschaft in einer politisch hart umkämpften Region, ohne dabei selber in Gefahr zu kommen, anzuklagen statt den Dialog zu suchen.

Ich kann daher nur empfehlen, das Ganze anzuschauen:




https://www.youtube.com/watch?v=KzKbjfclNW0


interner Link

Fun to watch, serious undertones to pick up on

by Constanze Röhl


“Tel HaEl is an imaginary site. But it's based on real events in the world of archaeology and politics in the West Bank. Although this little animation is a parody featuring a fictional site, it is not so far from the truth. If you are a fan of Indiana Jones or perhaps care about many-faceted archaeological heritage of this land you're welcome to watch and share.”

This is how Emek Shaveh introduces their latest animation short, and actually there is little to add. Information on the pitfalls of science in a contested region and their consequences is being provided spot-on without falling itself into one of the former, namely simply accusing instead of seeking dialogue.

I highly recommend to watch it!



https://www.youtube.com/watch?v=KzKbjfclNW0


internal Link

Montag, 20. Februar 2017

Verlage täuschen ihre Autoren

Verlage versuchen ihre Autoren gegen die Neuregelungen im Urheberrechtsgesetz zu mobilisieren, die Wissenschaft und Lehre den angemessenen Zugang zu Fachliteratur ermöglichen sollen:
Die "Allianz der Wissenschaftsorganisationen" -  ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschafts- und Forschungsorganisationen in Deutschland, nämlich der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Leibniz-Gemeinschaft (LG), der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und des Wissenschaftsrats (WR) - hat den jüngst vorgelegten Referentenentwurf zu einem Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz ausdrücklich begrüßt, da dieses "einen angemessenen Interessenausgleich zwischen Urhebern und Wissenschaft" ermögliche, indem es eine" lückenlose Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Gedächtnisinstitution" und "eine stichprobenbasierte Pauschalvergütung für die Nutzung" vorsehe. Auf die bürokratisch aufwändige Einzeldokumentation jeder Nutzung, wie sie zuletzt eingeführt werden sollte, soll also verzichtet werden.
 
Verlage machen nun dagegen Stimmung und sprechen u.a. von einer Enteignung von Urhebern, was letztlich aber Unsinn ist, da eine Vergütung ja durchaus vorgesehen ist.  Mit der irreführenden Initiative „Publikationsfreiheit für eine starke Bildungsrepublik“ werden die Rechte der Autoren wie auch Freiheit und Bildung unserer Gesellschaft für die Verlagsinteressen gekapert, indem Unterschriften gesammelt werden, die den Gesetzentwurf als Bedrohung der Freiheit des Publizierens und als gegen die Autoren gerichtet ablehnen. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade Wissenschaftsautoren, die in der regel nicht einen Cent von den Verlagsgewinnen sehen, haben großes Interesse an der Verbreitung ihrer Werke in der Wissenschaftscommunity, die durch das neue Gesetz eher gestärkt würde.
 
Ich habe außerdem auch einen Brief eines Verlags erhalten, der einen Verzicht auf die Nachzahlungsansprüche aus der VG-Wort verlangt. Sie bestehen, weil die VG-Wort lange Jahre unberechtigt die Verlage an den Ausschüttungen zu 50% beteiligt hat. Die Verlage wollen so berechtugte Rückzahlungsforderungen umgehen. Dabei geht es für den Einzelnen z.T. um Tausende von Euro, die man einfach so mit seiner Unterschrift aufgeben soll.  Wisssenschaftsautoren, die ja sehr oft überhaupt keine Zahlungen aus ihren Publikationen sehen und auch nicht besonders gut verdienen, haben Anspruch auf Urheberrechtsvergütungen, die über die VG-Wort ausgeschüttet werden. Die vertritt aber weniger die Interessen ihrer Autoren, als vielmehr die der Verlage.
 
Am besten nichts von dem unterschreiben... 

Links

 

Mittwoch, 15. Februar 2017

Jetzt in Public Domain: Die Olifanten des Met

Am 7.2.2017 hat das Metropolitan Museum in New York alle seine Bilder in Public Domain gestellt.
Beispielsweise sind nun auch Bilder der früh- und hochmittelalterlichen Olifanten frei online, die das Met besitzt (vergl. Träumende Wächter - Lärmende Pilger).

Olifant, wohl aus Süditalien, um 1200, Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)


Bruchstück eines Olifanten, Ägypten oder Palästina, 720-970 [14C], Höhe noch 19,7 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Bruchstück eines Olifanten, Sizilien, 11./12. Jh., Höhe noch 22,2 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)



Olifanten, Süditalien, 11./12. Jh., Länge 58,6 cm mit Behältnis des 16. Jh.
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Amalfi in Süditalien, 13. Jh., Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Süditalien, 12./13.  Jh., Länge 43.5 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Sonntag, 12. Februar 2017

Die Maske fällt: Der kommerzielle Hintergrund von academia.edu

Es ist keine Überraschung, denn dass academia.edu kein gemeinnütziger Verein, sondern ein kommerzielles Unternehmen ist, war schon lange bekannt:
Mit der Einführung einer Premium-Version beginnt es nun, Geld aus den hochgeladenen Daten zu schlagen und verkauft eine Volltext-Suche, aber auch die Besucher-Daten. So kann man nun gegen Bezahlung die Namen seiner letzten Leser oder Zitate der eigenen Arbeiten erfahren. Ebenfalls in der Premium-Version ist die Möglichkeit zu "Sessions" enthalten, was im übrigen in der Frühzeit von academia schon einmal frei verfügbar war. Die Kritik richtet sich nun vor allem auch dagegen, dass die Ranking-Funktionen zur Schaffung einer Klassengesellschaft auf Academia.edu führen werde. "Are we supposed to somehow value that a full professor looked at our work over, say, an adjunct? The new feature is academic class politics to a new level--and it only promotes the further stratification of the academy." meint Sarah Bond in einem Beitrag auf Forbes. Hir würden zu viele Daten preis gegeben.
Im Frühjahr 2016 hat academia erstmals versucht, seine Nutzer zur Kasse zu bitten, indem man für eine höheres Ranking bezahlen konnte. Das wurde so sehr kritisiert, dass academia, die Idee schließlich verworfen hat. Jetzt versucht academia mit einem Premium-feature Informationen aus den Daten, die die Nutzer der Firma gespendet haben, direkt zu vermarkten.

Hier wird deutlich, wie wichtig es wäre, ein funktionierendes Portal zu haben, das von der akademischen Welt selbst getragen wird und vorrangig den Interessen der Wissenschaft und nicht des Datenhandels dient. Solche Dinge müssen die wissenschaftliche Community und ihre Forschungsförderungsorganisationen selbst erledigen.

Man muss jetzt sehen, welche Alternativen sich bieten. Es wird wohl eher nicht Research Gate sein, das ebenso kommerziell agiert. Es hat in den Naturwissenschaften einen hohen Stellenwert, war aber bisher bei den Geisteswissenschaften schon weniger populär, vielleicht auch wegen der unsinnigen, eher abstoßenden Ranking-Funktionen.
  • https://zenodo.org/ - auf den ersten Blick unüberischtlich, bietet aber für die hochgeladenen Dokumente bessere Exportfunktionen in Literaturverwaltungen als academia. Auch gibt es eine option der Rechteverwaltung, wobei die CC-Lizenzen eine zentrale Rolle spielen. Es scheint aber nicht möglich, Dokumente ohne eigentliche Datei anzulegen, die damit wenigstens die Literaturreferenz zur Verfügung stellen könnten.
  • http://www.scientilla.org/ - open source

Freitag, 10. Februar 2017

Die frühe spanische Kolonisation - eine globale Perspektive



Sandra Montón-Subías/ María Cruz Berrocal/ Apen Ruiz Martínez (Hrsg.)

Archaeologies of Early Modern Spanish Colonialism

Contributions to Global Historical Archaeology

(Cham, Heidelberg: Springer 2016)

ISBN 978-3-319-21884-7
106,99€


Die spanische Kolonisation der Neuen Welt war ein entscheidender Schritt hin auf unsere moderne Welt der Gegenwart.

12 Beiträge liefern in drei Kapiteln Fallstudien zu spezifischen Fragen der spanischen Kolonisation des 15. bis 17. Jahrhunderts in Amerika, Afrika und dem Pazifik. Damit stellt sich die Frage, wie ein komparatistischer Ansatz umzusetzen ist. Das erste einleitende Kapitel greift diese grundlegende Frage auf. Die drei Herausgeberinnen betonen, dass es in der spanisch-sprachigen Archäologie erst in den letzten Jahren zu einer Auseinandersetzung mit der 'historical archaeology' gekommen sei. Ziel des Buches sei es, durch eine globale vergleichende Perspektive gerade auch "bislang (un)beachtete Peripherien (abgelegene Fallstudien, Regionen, methodische Ansätze und Forschungstraditionen außerhalb der dominierenden Forschungszentren) zu integrieren. So ging es darum, jenseits der transatantischen Verbindungen auch bislang wenig beachtete Regionen in Afrika und im asiatischen Pazifikraum in die Diskussion einzubringen und so den globalen Charakter der spanischen Kolonisation deutlich zu machen. Dementsprechend stammen die meisten Fallstudien nicht aus den Kernbereichen des spanischen Kolonialreichs in Mittel- und Südamerika. Die Berücksichtigung dieser peripheren Beispiele ermögliche ein höheres Niveau an Erkenntnis und Verstehens des gesamten Prozesses (S. 4).
Obgleich der einführende Beitrag den komparatistischen Ansatz nicht genauer erklärt, nennt er einige methodisch bedeutende Punkte, teils allgemeiner, teils konkreter, auf die spanische Kolonissation bezogener Art.  
Als besondere Schwierigkeiten des Vergleichs wird die Notwendigkeit benannt, die lokale, regionale und globale Ebene gleichermaßen zu berücksichtigen. Gängige Narrative der Kolonialgeschichte beachten deren materiellen Aspekte nur in geringem Maße. Zudem seien die konkreten sozioökonomischen Ausgangsbedingungen der kolonisierten Gebiete sehr unterschiedlich, da sie sowohl einfache Fischergemeinschaften als auch hochkomplexe Staatsgebilde umfassen.
Deshalb verfolgen die herausgeber einen Vergleich unter den verschiedenen Aspekten der  Strategien und Taktiken kolonialer Interventionen, ihrer Veränderungen in der Zeit, des lokalen Handelns und der langfristigen Entwicklungen. Daraus ergeben sich für den komparatistischen Ansatz wenigstens ein paar Richtlinien.  Die Herausgeberinnen verweisen darauf, dass materielle Kultur hier nicht per se, sondern in ihren verschiedenen kulturellen Gebrauchskontexten betrachtet werden muss. Sie verweisen dabei auf die Bedeutung einer Haushalts-Perspektive, die globale und lokale Prozesse durch alltäglichen Konsum und Wissenstransfer mit einander verknüpfen könne. "When the local is explored in all its dimensions, global comparisons are enriched and codetermination between the different scales is better understood."

Europäische Kolonisation und materielle Kultur sind aber keineswegs immer eng miteinander verbunden. So findet sich im pazifischen Raum nur ein geringer Teil spanischer Sachkultur. In Äquatorial-Guinea hingegen haben europäische Güter die einheimischen Objekte weitgehend ersetzt, was Archäologen zu dem Fehlschluß verleiten könnte, dass dort Europäische Siedler ansässig waren.

Es folgen die Fallstudien in geographischer Anordnung, von Amerika über die spanischen Besitzungen in Afrika bis zu jenen im Pazifikraum. Sie behandeln höchst unterschiedliche Gemeinschaften: ein Jesuitenkonvent ebenso wie Fischerdörfer oder Städte.

Nur ein Beitrag sei hier exemplarisch herausgegriffen, der mir  persönlich deshalb aufgefallen ist, weil er für meine eigenen Forschungen unmittelbar relevant ist. Der Beitrag von Monika Therrien zu Kolumbien (S. 11 ff.) skizziert die problematische Forschungssituation der Historischen Archäologie in Lateinamerika: Während einerseits die präcolumbische Vergangenheit und andererseits die rezenten indigenen Stämme relativ viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit gefunden haben, fehlte lange Zeit eine historische Archäologie, die sich mit der Kolonialzeit befasst hätte. Für die Kulturkontakte greifen die meisten Studien auf Keramikfunde zurück - gerade so, wie ich das für Panama auch getan habe. Dabei zeigte sich auch in Panama, dass sehr häufig kolonialzeitliche indigene Fundstellen übersehen und präcolumbisch datiert wurden. Therrien beklagt die starre Trennung zwischen präcolumbischer und historischer Archäologie, die dazu führe, dass wir nur ein begrenztes Verständnis davon haben, wie Kulturkontakte erfahren wurden und in den unterschiedlichen Kontexten praktisch gelebt wurde. So fällt es auch in Kolumbien bisher schwer, die kolonialzeitliche Sachkultur der dort ansässigen Muisca-Indianer zu bestimmen. In einem Forschungsprogramm wurden daher sowohl kolonialzeitliche Indiosiedlungen und insbesondere deren Keramikproduktion als auch eine spanische Ansiedlung untersucht. Während in den Indio-Siedlungen die präcolumbischen Traditionen in der Keramik bis ins 18. Jahrhundert ungebrochen durchlaufen, entsteht in der spanischen Siedlung eine Keramik, die europäische und indigene Traditionen mischt. Insgesamt erweisen sich die Brüche für die Indios als weniger stark als in der Forschung bislang angenommen. Organisiert in neuen Siedlungen blieben viele Traditionen und Netzwerke vorerst bestehen.
Ein Programm zur historischen Archäologie in Bogotá untersucht deshalb die Art der Urbanisierung und des Alltags. "Contact spaces" und "common practice" sind zwei Begriffe, die dazu dienen sollen, den klassischen, von Gesetzen und Anordnungen der spanischen Krone bestimmten Blickwinkel aufzubrechen und einen stärker auf den Alltag orientierten Blick gegenüber zu stellen. Therrien ordnet diesen Ansatz in die "grounded theory" ein, einem Ansatz, der als "quellebasierte Theoriebildung" ins Deutsche übersetzt werden könnte. "Grounded Theory" stammt aus der Soziologie und  möchte soziale Phänomene sichtbar machen und soziale Prozesse erklären. Sie bedient sich dazu einer pragmatischen Handlungstheorie und durchläuft wiederholt Datenerhebung, - analyse und - interpretation. 
Mit diesem theoretischen Anspruch beleuchtet Therrien sodann die Gestaltung des städtischen Raumes wie die Handwerksproduktion, wobei die Keramik im Mittelpukt steht. Am Beispiel von Bogotá schildert sie die Entwicklung von Stadt und Keramikproduktion. Sie kommt zu dem wenig überraschenden Schluss, dass in Bogotá  Keramik bei der Darstellung von Wohlstand und Einfluß nur eine untergeordnete Rolle spielte, dass es vielmehr der öffentliche Raum - wie zum Beispiel die öffentlichen Brunnen -,  die Küchentische und Tafeln der privaten Haushalte, die Werkstätten und Läden sind, in denen Verhaltensweisen, Moden und  Ansichten ausgetauscht und populär wurden.
In der Entwicklung der historischen Archäologie beobachtet Therrien, dass Fragen von "discourse and domination", von "practice and resistance" durch solche nach sozialen Trennungslinien abgelöstt worden seien, die mit Themen wie 'gender' oder 'Identität' einhergehen. Zwischenzeitlich sei aber eine Hinwendung zu einem Verständnis Verstehen komplexer sozialer Dynamiken zu beobachten. Im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft ("crossculturalscenario") seien  Alltagshandlungen und agency grundlegend für die Konstruktion und Aushandlung von Bedeutungen.


Die sehr heterogenen Beispiele werden leider nicht in einer Synthese zusammengeführt. Sie wäre wichtig gewesen im Hinblick auf die eingangs formulierte methodische Frage des komparatistischen Ansatzes. Was lernen wir denn nun in der Zusammenschau über die Globalisierung? Dass sie in verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich verläuft - auch unter einer gemeinsamen politischen Vormacht? Ein weiterer Ansatz für eine Synthese wäre auch die Tatsache gewesen, dass die spanische Kolonialvergangenheit  für viele Staaten und Individuen bis heute von großer Bedeutung ist. Wie geht man in den verschiedenen Regionen mit diesem - häufig ja nicht unproblematischen Erbe - heute um? Zwar werden einige dieser Aspekte in der Einführung angesprochen, aber das Potential der Fallstudien scheint ohne Synthese am Ende nicht ausreichend genutzt. So bleibt leider unklar, wie ein komparatistischer Ansatz tatsächlich wissenschaftlich fruchtbar gemacht werden kann. Genaus dies ist aber das Spannende an dem Band, das ihn auch über die Expertenkreise für die angesprochenen abgelegenen Regionen interessant macht.




Inhaltsverzeichnis
  • Montón-Subías, Sandra (et al.): Towards a Comparative Approach to Archaeologies of Early Modern Spanish Colonialism, S. 1-8
Part I - Amerika
  • Therrien, Monika: Displacing Dominant Meanings in the Archaeology of Urban Policies and Emergence of Santafé de Bogotá (Colombia), S. 11-38
  • Rodríguez-Alegría, Enrique: The Material Worlds of Colonizers in New Spain, S. 39-59
  • Tarble de Scaramelli, Kay: Historical Archaeology and the Politics of Empowerment in Venezuela, S. 61-91
  • Azkarate, Agustín (et al.): Thoughts on Early Spanish Colonialism Through Two American Case Studies: Basque Fisheries (Canada) and Sancti Spiritus Settlement (Argentina), S. 93-115 
Part II- Afrika
  • Onrubia Pintado, Jorge (et al.): The Archaeology of the Early Castilian Colonialism in Atlantic Africa. The Canary Islands and Western Barbary (1478–1526), S. 119-151
  • Fernández, Victor M.: The Jesuit Mission to Ethiopia (1557–1632) and the Origins of Gondärine Architecture (Seventeenth–Eighteenth Centuries), S. 153-173
  • González-Ruibal, Alfredo (et al.): Colonial Encounters in Spanish Equatorial Africa (Eighteenth–Twentieth Centuries), S. 175-202
Part III- Pazfik
  • Flexner, James (et al.): Beginning Historical Archaeology in Vanuatu: Recent Projects on the Archaeology of Spanish, French, and Anglophone Colonialism, S. 205-227
  • Bayman, James M. (et al.): Spanish Colonial History and Archaeology in the Mariana Islands: Echoes from the Western Pacific, S. 229-252
  • Gibbs, Martin: The Failed Sixteenth Century Spanish Colonizing Expeditions to the Solomon Islands, Southwest Pacific: The Archaeologies of Settlement Process and Indigenous Agency, S. 253-279
  • Cruz Berrocal, María: Ilha Formosa, Seventeenth Century: Archaeology in Small Islands, History of Global Processes, S. 281-302

Ein Einblick in die Balkanroute des Kunstschmuggels: Objekte aus Raubgrabungen und Fälschungen in Ungarn sichergestellt

Beitrag von László Matthias Simon
Wie jetzt bekannt gegeben wurde, hat die Ungarische Polizei bereits im September 2016 im Komitat Bács-Kiskun bislang unbekannte vorderasiatische Kunstgegenstände im Wert von 160-200 Millionen Forint (520.000 – 650.000€) sichergestellt. Die Objekte fanden sich in einem LKW, der auf dem Weg von der Türkei nach Polen war.

Die ersten Objekte waren unter dem Fahrersitz verstaut, was zu einer umfangreichen Untersuchung des Fahrzeugs führte, bei der 101 Objekte sichergestellt werden konnten. Der 50 jährige Fahrer türkischer Herkunft wurde verhaftet. Die Befragung ergab, dass der Fahrer die Objekte in Istanbul übernommen hat, um sie gegen eine Bezahlung von 300€ in Polen abzuliefern.
Die Untersuchung der Objekte ergab, dass die mesopotamischen, urartäischen, und persischen Artefakte keiner registrierten Museums- oder Privatsammlung gehören. Es wird vermutet, dass es sich bei den urartäischen Stücken um Objekte aus einer einzigen Raubgrabung handelt, vielleicht aus einem Grab. Hierfür sprechen auch die homogenen Erdablagerungen auf den Objekten, so die ungarischen Behörden. Unter den Objekten fanden sich nach Angaben der Polizei auch zahlrieche Fälschungen von Rollsiegeln, Steingefäßen und Statuen. Begutachtet wurden die Stücke vom Historiker und Assyriologen Dr. Tamás Dezső von der Eötvös Lóránd Universität Budapest.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Der Kaugummi von Renate Künast - oder: Wann beginnt Archäologie?


Beitrag von Jutta Zerres


'Wappen' der Republik Freies Wendland
(PD, via WikimediaCommons)
Ein Artikel auf der Webseite „Wendland-net.de über das Dissertationsprojekt des Doktoranden Attila Dézsi vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Uni Hamburg löste in der Facebookgruppe „Archäologie in Deutschland“ eine heftige Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer Gegenwartsarchäologie aus. Sie zeigt ein breites Unverständnis ihrer Anliegen und Potentiale.
Dézsi möchte das Gelände des Anti-Atomkraft-Protestcamps „Freie Republik Wendland“ (Niedersachsen) im Verlauf der Jahre 2017 und 2018 untersuchen und im kommenden Sommer Ausgrabungen durchführen, um Aufschlüsse über die Topographie des Camps und das Alltagsleben der Bewohner zu gewinnen. Es handelt sich um das erste Forschungsvorhaben im deutschsprachigen Raum, das mit den Methoden der Archäologie die Alltagskultur des späten 20. Jahrhunderts untersucht.



Weitere Berichte:

Was war die Freie Republik Wendland?


Zur Erinnerung für alle, die diese Episode der jüngsten deutschen Geschichte schon vergessen haben oder zu jung sind, um etwas darüber zu wissen: Die Anti-Atomkraft-Bewegung hatte am 3. Mai 1980 die „Freie Republik Wendland“ (auch „Republik Freies Wendland“) ausgerufen als Mittel des Protestes gegen die geplante Probebohrstelle 1004. Auf einer Waldlichtung zwischen den Dörfern Gorleben und Trebel sollte der Salzstock Gorleben auf seine Tauglichkeit als Atommüllendlager untersucht werden. Einem Aufruf zur Besetzung des ca. 4 ha großen Geländes folgten insgesamt rund 5000 Umweltschützer aus der ganzen Bundesrepublik. Sie errichteten in den folgenden Tagen und Wochen über 100 provisorische Hütten von unterschiedlichsten Bauweisen. In diesem „Staat im Staat gegen Atomkraft“ entstand ein reges Alltagsleben. Nach 33 Tagen setzten Polizei und Grenzschutz dem Camp durch Auflösung, Abriss und Planierung ein Ende.


Warum gräbt man einen Schauplatz der Zeitgeschichte aus?

Für einige Diskussionsteilnehmer des Facebookforums ist es überraschend, dass ein Schauplatz der jüngsten Geschichte mit Hilfe von archäologischen Methoden erforscht wird. Archäologie ist offenbar grundsätzlich mit vergangenen Kulturen verknüpft. Allerdings ist kaum zu ermitteln, wo die Trennlinie zwischen „vergangen“ oder „lange genug her“, also „grabungswürdig“ und „gegenwärtig“, „noch nicht lange her“, also „nicht grabungswürdig“ verläuft. Aus theoretisch-archäologischer Sicht existiert eine solche Grenze auch gar nicht. Praktisch aber steckt die „Zeitgeschichtliche Archäologie“ in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Bislang beschäftigten sich solche Projekte mit der NS-Vergangenheit oder den Weltkriegen. Die Erforschung der Fluchttunnel unter der Berliner Mauer sind ein weiteres Beispiel.

Hier nun einige Auszüge. (Der ganze Threat kann hier nachgelesen werden: https://www.facebook.com/groups/archaelogie.in.deutschland/permalink/10154664667179336/?match=d2VuZGxhbmQ%3D64667179336/?match=d2VuZGxhbmQ%3D)


Die Einwände lassen sich in zwei Kategorien einteilen.
Einige Diskutanten zeigen völliges Unverständnis:

Günter: „Vielleicht findet er noch einen alten Kaugummi von der Künast !Aber jetzt mal ehrlich Leute, das tut schon weh!“

Rüdiger: „Ist das jetzt eine Satire-Meldung aus der "Titanic" oder bietet die Archäologie keinen Themen mehr?“

Herbert: „Auch ich halte es für Schwachsinn dort zu graben.“


Andere Diskussionsteilnehmer verstehen zwar den wissenschaftlichen Ansatz, halten das Vorhaben dennoch aus unterschiedlichen Gründen für fragwürdig bzw. überflüssig:

Thomas: „Mal ehrlich? In den Ortsarchiven liegen zum Teil noch unbearbeitete Fundkomplexe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts... Muss man dann für Kaugummipapier und Aktivistenmüll tatsächlich Kohle verballern?“
Herbert: “Archäologische Begleitung bei Baustellen wäre viel wichtiger. Der Archäologe betet, das man was findet, der Bauunternehmer betet das man nichts findet. Mehrfach auch erlebt, das Funde schnell auf der Ladefläche entsorgt wurden. Da wäre Geld und Promotion besser aufgehoben.“

Stefan: „Na jahhh. Zum Üben vielleicht ganz praktisch. Man könnte einen Lehrplan aufstellen wie man was zu suchen hat, wenn man nach was sucht! Immerhin weiß man hier ja noch, was einen erwartet... und vielleicht findet sich ja auch die Sensation? Vielleicht ein Hinweis, dass die damaligen Gegner kontraproduktiv gewirkt haben? „

Jochen: „Zeitzeugen befragt ???? Jetzt fühle ich mich alt. :-( Ach ja, und das soll ein Programm zur Erforschung der Alltagskultur des späten 20. Jahrhunderts werden? Dachte immer, dass dieses Protestcamp alles andere als Alltag war. Nichts desto trotz sicher ein interessantes Projekt, diese Geschichte nicht verschwinden zu lassen. Nur der beschriebene Aufwand erscheint mir doch etwas übertrieben.“


Nur wenige halten dagegen,  jedoch wird im Laufe des Threats der wirkliche Nutzen dieses Projektes und die Frage, wo Archäologie eigentlich anfängt, nicht geklärt.
Eike: „Funde werden immer erst durch den Kontext relevant. (...) Was als Nebenprodukt von Baubegleitungen irrelevanter Müll ist, kann im Fall von Herrn Dezsis Projekt großen kulturgeschichtlichen Erkenntnisgewinn bedeuten. Oder, (…), methodologischen.“

Isa: „Es ist erstaunlich, dass Menschen, die sich Archäologen oder Archäologisch Interessierte Laien nennen, so engstirnig sein können, ihre eigene Zeitgeschichte zu ignorieren. Ist also KZ Archäologie, als Anstoßpunkt für die "neueste" Archäologie (…) auch bloße Zeitverschwendung? Sollen wir wiederholen, was Generationen von Forschern, die nicht in der Lage waren, über ihren Tellerrand zu blicken, getan haben und alles ignorieren, was nicht alt genug ist oder nicht genug glänzt? Ich denke, in dieser Diskussion zeigt sich, wer verstanden hat, was Archäologie ist und sein muss, um in der heutigen Zeit zu bestehen. Im Übrigen geht es bei diesen Projekt um die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit...wie auch in Projekten zur Berliner Mauer usw. (…).“

Der Nutzen des Projekts

Was ist also der Nutzen der archäologischen Erforschung eines Schauplatzes der jüngsten Geschichte? Dézsi möchte die Protestkultur des 20. Jahrhunderts erforschen. Wir kennen zwar die materielle Kultur dieser Epoche insgesamt, aber welche Objekte sind spezifisch für diese besondere Personengruppe, die Umweltschützer? Hier betritt Dezsi Neuland. Bei prähistorischen, römischen oder mittelalterlichen Fundplätzen ist bekannt, welches Spektrum von Fundmaterial und welche spezifischen Baubefunde der jeweiligen Epoche zu erwarten sind. Was das Grabungsteam auf dem Fundplatz der FRW konkret erwartet, weiß bisher so recht keiner. Fest steht nur, dass die Überreste nach dem Abriss nie weggeräumt wurden.


Mir persönlich fällt noch eine ganz andere Frage ein, nämlich die nach dem Umgang mit dem Müll: Dazu passt übrigens eine Äußerung eines anderen Diskutanten aus dem FB-Forum: „Wie jetzt? Diese Ökos haben MÜLL im Wald zurück gelassen?“. Gab es eine Müllentsorgung im Camp? Wenn ja, wie sah die aus? Noch konkreter gefragt: Haben die Umweltschützer ihre Kaugummis in die Gegend gespuckt oder doch gemäß des eigenen Anspruchs umweltgerecht entsorgt?
Hüttendorf Republik Freies Wendland heute
(Foto: Fatelessfear [CC BY SA 4.0] via Wikimedia Commons)

Ein weiterer Gewinn liegt im Bereich des Methodischen: Die Erforschung von Zeitgeschichte kann auf drei Kategorien von Quellenmaterial zurückgreifen: Klassischen Bild-, Text- und Tonquellen sowie Zeitzeugenberichten wird durch die Grabung eine dritte Quellengattung hinzugefügt: Die Sachquellen (oder archäologischen Quellen). Dieses können das Bild der RFW, das wir bisher haben, ergänzen, denn trotz der guten Überlieferungssituation ist diese dennoch lückenhaft. Beispielsweise ist die genaue Topographie des Camps unklar und lässt sich aus Bildmaterial und Augenzeugenberichten alleine nicht exakt und detailliert rekonstruieren.

Die archäologischen Quellen können aber nicht nur die anderen Quellengattungen ergänzen, sondern auch korrigieren. Fotos sind nur Momentaufnahmen, Augenzeugenberichte können subjektiv verunklärt oder auch im Laufe der Zeit verändert sein. Projekte in den USA, etwa am Protestcamp des Nevada Test Site haben gezeigt, wie unzuverlässig Augenzeugenberichte sein können und wie archäologische Beobachtungen helfen, genauer nachzufragen und die Berichte auch besser einzuordnen.

Dézsis Projekt wird die Ereignisse noch einmal ganz neu beleuchten und die Diskussionen zu dem noch nicht abgeschlossene Thema der Atommüllendlagerung neu aufrollen.

Dienstag, 7. Februar 2017

CfP EAA Maastricht 2017: Agglomerations: Towards a comparative understanding of settlement dynamics



Session 267
Agglomerations: Towards a comparative understanding of settlement dynamics

We are searching for papers, which can shed light on the circumstances of the development of settlement agglomerations from neolithic times up to modernity.


Content:

Ever since the early days of archaeology, the phenomenon of humans living together in large and continuously occupied sites and settlements has been a subject of intensive research. Such agglomerations – be they camp sites, villages, towns, or cities – must be understood as products of complex social, environmental and economic processes. Today, a vast number of case studies from a multitude of periods and regions exist that provide valuable data on settlement development and processes of social change. Thus, it is time to work with greater emphasis on a theoretical and methodical framework which would enable a comparative evaluation of these data, crossing the boundaries of research traditions. Such a comparative approach renders it possible to improve the understanding of the dynamics from a long-term perspective, going beyond traditional settlement archaeology. We invite speakers to present case studies dealing with changing forms of agglomerations for either prehistoric or historic periods. Participants should focus on aspects with potential for comparative studies. We particularly welcome contributions on methodical approaches with a strong theoretical emphasis.

Organizers

R. Schreg, Mainz
C. Bonsall, Edinburgh
St. Eichert, Wien

in cooperation with the research field Social Change and Dynamics at the RGZM  (D. Gronenborn, H. Baron, M. Steinborn)

Conference Program

http://www.eaa2017maastricht.nl/program
Überblick über die Sessions: https://www.klinkhamergroup.com/eaa2017/sessions/overview/

Submitting a paper

The call is open up until Wednesday 15 March 2017. To submit a paper you must register for the conference and log in.  https://www.klinkhamergroup.com/eaa2017/

Sonntag, 5. Februar 2017

Daesh in Palmyra (Syrien/ Irak im Januar 2017)

    Palmyra

    Das tetrapylon in Palmyra, 1993
    (Foto: M. scholz, m. freundl. Genehmigung)
    In der von Daesh zurückeroberten Stadt wurden Teile des Bühnenhauses des Theaters  (die deutschen Medien schreiben fälschlich Amphitheater) und des Tetrapylon zerstört. Dies wurde auf Luftbildern erkennbar, die Zerstörungen müssen zwischen dem 26. Dezember und dem 10. Januar stattgefunden haben. Am 18. Januar soll es im Theater und an anderen Plätzen der Stadt zu erneuten Hinrichtungen gekommen sein.




    Zerstörungen in Palmyra durch Daesh (rot) und frühere Zerstörungen durch militärische Aktivitäten der syrischen Armee
    Destruction in Palmyra by Daesh (red) and earlier destruction by military activities probably of the Syrian army (yellow), damage during military campaign against Daesh (light yellow)

    Reaktionen


    Offensive

    Am 14.1. meldeten russische Medien den Beginn einer Militäroffensive gegen Palmyra

    Antikenhehlerei

    In einem Haus des Daesh in Mosul sichergestellte Keramikfunde
    (Quelle: قناة الموصلية الفضائية)
    In Mosul wurden bei der militärischen Sicherung des rückeroberten Stadtviertels auf dem östlichen Ufer des Euphrat in einem Haus des Daesh mehr als hundert assyrische und frühislamische Objekte sicher gestellt. Sie sollen aus Niniveh und Nimrud stammen. Ein Video zeigt die Funde,  die in einem Innenhof ausgebreitet wurden. Explizit wird Gebrauchskeramik genannt. Zudem wurden schriftliche Dokumente sicher gestellt, die zu jeden der Objekte einen Preis aufführen..

    Bei Hausdurchsuchungen in Bulgarien wurden nicht nur heimische Raubgrabungsgüter, sondern auch ein sumerisches Grabrelief, wohl aus dem Süden des Irak sicher gestellt. Jetzt kam es zu einer Gerichtsverhandlung.
    Interpol fahndet nach Objekten, die aus den Museen in Palmyra (2014-2015, also wohl noch vor der ersten Daesh-Eroberung) und Mosul entwendet wirden:
    Die dänische Polizei deckte in Nord-Seeland einen Fall auf, in dem versucht wurde, syrische Altertümer zu verkaufen.

      Schadensberichte

      Mossul/ Nimrud

      Aleppo

      UN-Mission in Aleppo

        Maßnahmen

        Digitale Rekonstruktion der Museumsbestände von Raqqa - Centre for Global Heritage and Development
        Ausstellung zu Palmyra in Hannover
        Syrische Geisteswissenschaftler in Deutschland: der Direktor des Museums von Aleppo lebt in Gomaringen

            Weitere Berichte aus Syrien und Irak

            Links

            frühere Posts zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (u.a. monatliche Reports, insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak

            Dank an diverse Kollegen für Hinweise und Übersetzungen.

            Mittwoch, 1. Februar 2017

            Träumende Wächter - Lärmende Pilger

            begleitende Materialien zur Vorlesung "Träumende Burgwächter – lärmende Pilger. Tonhörner als Quelle der Alltagsgeschichte: Objekte – Bilder – Texte ", Bamberg 1.2.2017


            Abstract

            Funde von keramischen Hörnern sind in Süddeutschland oft recht unscheinbare, aber doch nicht seltene Funde. Basierend v.a. auf Arbeiten Anfang der 1990er Jahre hat die Forschungen mehrere grundlegende Ergebnise erzielt:
            1. Datierung:
              überwiegend 12.-15. Jh.
            2. Typologie:
              verschiedene Hornformen, größte Gruppe sind die gebogenen Hörner
              facettierte und helle Hörner als dominierende Form und Farbe
            3. Fundstatistik:
              Dominanz von Funden von Burgen
            4. Klassifikation:
              Aach(en)horn
              • Zusammenhang mit der Aachenfahrt
              • nach Sebastian Virdung 1511
              • aber auch Hinweise auf verschiedene Produktionszenten und Verbreitungsschwerpunkte
            5. verchiedene Funktionen:
              z.B. Funktion als Wetterhörnerr (volkskundl. Quellen, Bildquellen)
            6. Vorbild:
              elfenbeinerne Olifanten 

            Dieser Forschungsstand wirft weitergehende Fragen auf:
            • Lassen sich die Bedeutungszuschreibungen präzisieren?
            • Was bedeutet konkret das Vorbild der Olifanten?
            • Welche Aussagen lassen die Tonhörner über ihre Funktionalität hinaus über die Alltagswelt ihrer Nutzer zu?
            Anhand eines Abgleichs mit literarischen Texten und Bildquellen lässt sich die wichtige Rolle des Rolandsliedes erkennen. Die Bedeutungszuschreibungen an den Olifanten Rolands betreffen dessen Wunderkräfte, die Herrschaftsbelehnung und generell ein höfisches/ ritterliches Leben. Es zeigt sich eine Interanktion von Objekt, Bild und sinnstiftendem Text, der uns erahnen lässt, warum die Tonhörner bevorzugt facettiert und hell gebrannt wurden - in Anlehnung an den Olifanten. Die Funde belegen die breite Kenntnis der Texte und ggf. auch der elfenbeinernen Olifanten, von denen viele in Kirchen zu sehen waren und von denen mehrere Roland zugeschrieben wurden. Zunächst unscheinbare archäologische Funde erzählen im interdisziplinären Kontext auch von Glaube, Mentalität und Herrschaft.


            Archäologische Funde

            Ausgewählte Beispiele

            Köln
            Köln, ca. 30 cm lang
            (Foto: Bullenwächter [CC BY SA 3.0] via WikimediaCommons, freigestellt)

            Geislingen, Burg Helfenstein
            Geislingen, Helfenstein: Hornfragment aus den Grabungen der 1930er Jahre
            (Heimatmuseum Geislingen, Foto: Kreisarchäologie Göppingen, m. freundl. Genehmigung)



            Hohenwart
            Markt Hohenwart
            (Foto: Markt Hohenwart, m. freundl. Genehmigung B. & B. Rödig)



            Mansfeld
            Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle: https://sketchfab.com/models/3a671319f1c94b4f8f60494a747c0565




            Karten

            • Fundpunkte als shp zum Download
              Liste nach Literaturlage zusammengestellt von R. Schreg, Stand 27.1.2017. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Fehlende Angaben beruhen zumeist auf fehlenden Angaben in den Publikationen.
              Von Zeit zu Zeit werden Korrekturen und Ergänzungen eingepflegt werden - Hinweise sind willkommen. - Die Liste steht unter CC BY SA 4.0

            Gesamtverbreitung der Tonhörner
            (Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

            Chronologie der Tonhörner
            (Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

            Farbe der Tonhörner
            (Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

            Form (Querschnitt) der Tonhörner
            (Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

            Fundkontext der Tonhörner
            (Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

            Töpfereien mit Produktinsnachweisen von Tonhörnern und ihre bekannten Exporte
            (Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)


            Literarische Texte




            La Chanson de Roland

            (11./12. Jh.)
            1761 Mit Mühe und Qual, unter großem Schmerz,
            Bläst Graf Roland seinen Olifant.
            1765 Der Schall des Horns, das er hält, trägt sehr weit:
            Karl, der über die Pässe zieht, hört ihn.
            2287 Er hält den Olifant, den er nie aus der Hand geben wollte,
            Und schlägt ihm auf den Helm, der mit Gold und Edelsteinen verziert war ….
            „Nun ist dadurch mein Olifant an der Öffnung gespalten,
            Kristall und Gold sind abgefallen.
            3683 Mit großer Heeresmacht ziehen sie durch Narbonne.
            Er kam nach Bordeaux, in die mächtige Stadt.
            Auf den Altar des edlen heiligen Severin
            Legt er Olifant, der mit Gold und Goldmünzen aufgefüllt ist.
            Die Pilger, die sich dorthin begeben, können ihn sehen.
            (Übersetzung W. Steinsiek)



            Pfaffe Konrad: Rolandslied

            um 1170


            v. 305ff.
            Der Held Roland nahm
            sein Horn zur Hand.
            Er blies es mit voller Kraft,
            dass dem Gott Apollo
            und seinem Gefährten Mahomet
            der Mut schwand.
            Die Stimme versagte ihnen,
            Furcht breitete sich aus.
            Die Steinhäuser zitterten,
            die Heiden verzagten.
            Die Erde bebte.
            Die Fische wurden unruhig.
            Die Vögel erhoben ihre Stimmen.
            Die Berge hallten alle wider.
            Viele lagen vor Schreck wie tot.
            Ein großes Wehklagen erhob sich.
            (Übertragung D. Kartschoke)

            Der Stricker, Karl der Große

            1. H. 13. Jh.

            364ff.

            du solt diz swert und diz horn
            dîme neven Ruolande geben.
            der sol daz êwige leben
            verdienen an der hervart.
            daz swert heizet Durndart:
            ich sage dir wærlîche,
            ez sante dir got der rîche,
            der hât ez selbe alsô genant.
            daz horn heizet Olivant:

            die namen gaber in beiden,
            ich sage dir swelh heiden
            375 mit dem swerte wirt wunt,
            dem wirt niemer mê gesunt.
            als Ruolant blæset daz horn,
            sô wirt den heiden sô zorn,
            daz si verliesent ir sin.

             

            Bildquellen


            Aachener Heiligtumsfahrt in der frühen Neuzeit


            Zeigung der Aachener Heiligtümer auf der Heiligtumsfahrt 1622, unbekannter Künstler.
            Am Dom im Hintergrund wird das weiße Kleid Mariens gezeigt,
            rechts unterhalb der Bildmitte sind mehrere Pilger
            mit gebogenen und gewundenen Hörnern zu erkennen.
            via Wikimedia Commons (PD)

            Zur Bedeutung des Olifanten

            Minaturen aus einer St. Galler Handschrift des Stricker um 1300.


            St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 302, f. II_3v – Rudolf von Ems, Weltchronik. Der Stricker, Karl der Grosse.
            Karl der Grosse erhält Schwert und Horn von einem Engel überreicht und verleiht beide dann an Roland.
            http://www.e-codices.unifr.ch/de/sendPage/vad-0302_214_003v/II_3v
            CC BY NC 4.0

            St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 302, f. II_50v – Rudolf von Ems, Weltchronik. Der Stricker, Karl der Grosse.
            Roland mit dem Olifanten in der Schlacht von Roncesvalles
            http://www.e-codices.unifr.ch/de/sendPage/vad-0302_214_050v/II_50v
            CC BY NC 4.0

            St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 302, f. II_52v – Rudolf von Ems, Weltchronik. Der Stricker, Karl der Grosse.
            Der Tod des Roland
            http://www.e-codices.unifr.ch/de/sendPage/vad-0302_214_052v/II_52v
            CC BY NC 4.0


            grundlegende Literatur





          • L. Dieu, Olifants, cors et trompes dans les fouilles médiévales et la sculpture romane, Pages d'archéologie médiévale en Rhône-Alpes 5/6, 2003, 133–142.



          • P. Fojtík, Keramický cášský roh ze zaniklé středověké vsi na k. ú. Kralice na Hané, okr. Prostějov, střední Morava. (Ceramic Aachenhorn from a deserted medieval village in the cadastre of Kralice na Hane, Prostejov district, central Moravia), Arch. rozhl. 67, 2015, 287–298.




          • A. Haasis-Berner, Hörner aus Keramik - Wallfahrtsdevotionalien oder Signalhörner? Zeitschr. Arch. Mittelalter 22, 1994, 15–38.- Liste, Darstellung der volkskundlichen Belege




          • C. Homo-Lechner, Cors et trompettes en céramique: objets domestiques, instruments de pelerin, ex-votos, ERAUL 61, 1994, 207–217.



          • C. Homo-Lechner, Sons et instruments de musique au Moyen Age. Archéologie musicale dans l'Europe du VIIe au XIVe siècle, Collection des Hespérides (Paris 1996).



          • L. Jansen, Aachenpilger in Oberfranken. Zu einem bemerkenswerten Keramikfund des späten Mittelalters aus Bamberg, Arch. Korrbl. 25, 1995, 421–434.



          • L. Jansen, Pilgerhörner aus Bergheim: Zeugnis der Aachener Heiltumsfahrt, Geschichte in Bergheim 22, 2013, 40–70.



          • E. Kühnel, Die Sarazenischen Olifanthörner, Jahrb. Berliner Mus. 1, 1959, 33–50.



          • H. E. J. Le Patourel, Ceramic Horns, in: D. R. M. Gaimster – M. Redknap (Hrsg.), Everyday and Exotic Pottery from Europe. Studies in honour of John G. Hurst (Oxford 1992) 157–166.



          • G. Mangelsdorf, Das Aachhorn von Greifswald - ein Beitrag zur mittelalterlichen Devotionalienkunde, Jahrb. Bodendenkmalpfl. Mecklenburg-Vorpommern 39, 1991, 219–225.



          • J. I. Padilla Lapuente – M. K. Álvaro Rueda, El sonido de la guerra: las trompas de la fortaleza medieval de Ausa (Zaldibia, Gipuzkoa), Acta historica et archaeologica mediaevalia 30, 2010, 453–485.



          • H. Schiffers, Aachener Heiligtumsfahrt. Reliquien-Geschichte-Brauchtum (1937)



          • A. Shalem, The oliphant. Islamic objects in historical context, Islamic history and civilization. Studies and texts v. 54 (Leiden, Boston 2004)



          • A. Shalem – M. Glaser – A. Goldschmidt, Die Elfenbeinskulpturen (Berlin 2014)



          • D. Zoller, Der Fund von drei 'Aachenhörnern' bei Dringenburg, Gemeinde Wiefelstede, Ldkr. Ammerland, Arch. Mitt. Nordwestdeutschland 4, 1981, 73–74.




          • Weitere Literaturnachweise


            • G. Baccabére, Trompe d'appel, in: D. Baudis (Hrsg.), Archéologie et vie quotidienne aux XIIIe et XIVe siècles en Midi-Pyrénées. Musée des Augustins, 7 mars - 31 mai 1990 (Toulouse 1990) 251
              Bayer. Vorgeschbl. Beih. 16, 2004
            • G. Benker, Klanggeräte aus Ton, Bildführer d. Bayer. Nationalmus. 17 (München 1989)
            • Berichte zur Archäologie an Mittelrhein und Mosel 3 (Trierer Zeitschr., Beih. 14), 1993.
            • C. Bizer, Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung, Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 26 (Stuttgart 2006)
            • V. Boidard, Loisy. Une motte castrale de l'An mil : fouilles de Georges Berthoud et Georges Hurou, Bourgogne archéologique 19 ([Mâcon] 2002)
            • G. Démians d'Archimbaud, Rougiers : village médiéval de Provence; approches archéologiques d'une société rurale méditerranéenne (Lille 1980)
            • P. Dervieu, La poterie au moyen âge, Bulletin monumental 1909, 40–79
            • C Fabry, Die Ausgrabungen in der ehemaligen Pfarrkirche St. Martin in Jöhlingen, Gem. Walzbachtal, Kr. Karlsruhe (Magisterarbeit Bonn 1990).
            • Fundber. Bad. Württ. 22, 1998
            • U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung, Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991)
            • U. Gross, Die Keramikfunde aus der Burg Wersau. Kraichgau. Beitrõge zur Landschafts- und Heimatforschung 15, 1997, 142 Taf. 3,32-33.
            • R. Guadagnin, Fosses, Vallee de l'Ysieux. Mille ans de production céramique en Îe-de-France: Volume 2: Catalogue typochronologique des productions, Publications du Centre de Recherches Archéologiques et Historiques (Turnhout 2007)
            • J. O. Guilhot – A. Richard (Hrsg.), Ex pots. Céramiques médiévales et modernes en Franche- Comté (Montbéliard 1995)
            • H. Hagn, Altbayerische Töpfer. Keramikfunde vom 15. bis 19. Jahrhundert. Ausstellung der Prähistorischen Staatssammlung München in ihren Zweigmuseen ; Erstpräsentation im Burgmuseum Grünwald, 28. März bis 30. November 1990, Ausstellungskat. Prähist. Staatssamml. 18 (München 1990)
            • J. G. Hurst – D. S. Neal – H. van Beuningen (Hrsg.), Pottery produced and traded in north-west Europe 1350-1650. Rotterdam Papers 6 (Rotterdam 1986)
            • R. J. Ivens, Medieval Pottery from the 1978 excavations at Temple Farm, Brill, Records of Buckinghamshire 24, 1982, 144–172
            • C. Jigan, Les instruments à vent en terre cuite du XVIII siècle trouvés au Mont Saint-Michel (Manche), Revue archéologique de l'Ouest 7, 1990, 131–136
            • J. J. Jully, Deux trompettes en terre cuite du Mont Ventoux, Ogam 15, 1961, 427–430
            • A. Kottmann – R. Schreg, Archäologie und Geschichte der Burg Spitzenberg (Gemeinde Kuchen, Kreis Göppingen). Resumée einer Altgrabung von 1913, Hohenstaufen/Helfenstein. Historisches Jahrbuch für den Kreis Göppingen 8, 1998, 9–54
            • C. Krauskopf – U. Knefelkamp (Hrsg.), … davon nur noch wenige rutera zu sehen seyn sollen. Archäologische Ausgrabungen in der Burgruine Schnellerts. Zugl.: Bamberg, Univ., Magisterarbeit, 1994, Kultur- und Lebensformen in Mittelalter und Neuzeit 1 (Bamberg 1995)
            • Lassure/Villeval 1990
            • D. Mouton (Hrsg.), La Moutte d'Allemagne-en-Provence. Un castrum précoce du moyen âge provençal, Bibliothèque d'archéologie méditerranéenne et africaine 19 (Arles 2015)
            • Neujahrsgruß 2007
            • J. I. Padilla Lapuente – M. K. Álvaro Rueda, El sonido de la guerra: las trompas de la fortaleza medieval de Ausa (Zaldibia, Gipuzkoa), Acta historica et archaeologica mediaevalia 30, 2010, 453–485
            • G. Paolucci (Hrsg.), Musica e archeologia. Reperti, immagini e suoni dal mondo antico (Roma 2012)
            • Papinot et al. Merpins. Gallia informations 1989/2, 249-250.
            • A. Querrien (Hrsg.), Un village médiéval en Bas-Berry: Moulins-sur-Céphons (Moulins-sur-Céphons 1988)
            • D. Rippmann, Die Untersuchungen auf dem Tannenfels bei Baiersbronn-Obertal. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Baden- W³rttemberg 7 (1981) 399 Abb.21,38
            • M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie, Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002)
            • A. Schmitt, Burg Tannenberg bei Seeheim-Jugenheim, Lkr. Darmstadt-Dieburg. Eine spätmittelalterliche Ganerbenburg im Licht der archäologischen Funde, Univforsch. Prähist. Arch. 151 (Bonn 2008)
            • W. Schäfke – M. C. Trier – B. Mosler (Hrsg.), Mittelalter in Köln. Eine Auswahl aus den Beständen des Kölnischen Stadtmuseums (Köln 2010)
            • B. Scholkmann, Sindelfingen, obere Vorstadt. Eine Siedlung des hohen und späten Mittelalters, Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 3 (Stuttgart 1978)
            • H.-G. Stephan, Keramische Funde aus Luthers Elternhaus, in: H. Meller (Hrsg.), Luther in Mansfeld. Forschungen am Elternhaus des Reformators, Archäologie in Sachsen-Anhalt. Sonderband 6 (Halle/Saale 2007) 139–158
            • K. Tarcsay, Frühneuzeitliche Glasproduktion in der Herrschaft Reichenau am Freiwald, Niederösterreich, Fundber. Österreich Materialh. A 19 (Wien 2009)
            • C. Wieczorek, Ausgrabungen im ehemaligen Schloß Dallau, Gemeinde Elztal, Neckar-Odenwald-Kreis, Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1990, 292–295
            • M. Wintergerst, Ein Signalhorn aus Staffelstein, Landkreis Lichtenfels, Oberfranken, Arch. Jahr Bayern 2000, 135–136

            Danksagung

            Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Esslingen: U. Gross  Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, München: R. Obst Université de Tours: Ph. Husi Stadtmuseum Ingolstadt: G. Riedel RGZM, Mainz / Mayen: A. Frey, M. Steinborn, L. Grunwald, St. Wenzel Kreisarchäologie Göppingen: R. Rademacher, M. Weidenbacher Universidad del Pais Vasco: J.A. Quirós Castillo, J. M. Tejado Sebastián Eberhard-Karls-Universität Tübingen: S. Hirbodian Universität Wien: S. Eichert K. Kühtreiber (Wien) B. & B. Rödig (Hohenwart) den Mitgliedern der facebook-Gruppen ‚Mittelalter selbstgemacht“ und ‚Mittelalter‘