Mittwoch, 22. Februar 2017

Unterhaltsam, aber ernst

Constanze Röhl


"Tel HaEl ist eine imaginäre archäologische Stätte, die auf realen Ereignissen in der Welt der Archäologie und Politik im Westjordanland beruht. Während diese kurze Animation daher eine Parodie basierend auf einem fiktiven Platz darstellt, ist die Geschichte dennoch nicht allzuweit von der Wahrheit entfernt. Für Fans von Indiana Jones und diejenigen, die sich für die vielen Facetten der Archäologie in diesem Land interessieren."

So beschreibt Emek Shaveh einen gerade veröffentlichen animierten Kurzfilm, und in der Tat ist dieser Beschreibung wenig hinzuzufügen. Der Film informiert über die Problematik korrumpierter tendenziöser Wissenschaft in einer politisch hart umkämpften Region, ohne dabei selber in Gefahr zu kommen, anzuklagen statt den Dialog zu suchen.

Ich kann daher nur empfehlen, das Ganze anzuschauen:




https://www.youtube.com/watch?v=KzKbjfclNW0


interner Link

Fun to watch, serious undertones to pick up on

by Constanze Röhl


“Tel HaEl is an imaginary site. But it's based on real events in the world of archaeology and politics in the West Bank. Although this little animation is a parody featuring a fictional site, it is not so far from the truth. If you are a fan of Indiana Jones or perhaps care about many-faceted archaeological heritage of this land you're welcome to watch and share.”

This is how Emek Shaveh introduces their latest animation short, and actually there is little to add. Information on the pitfalls of science in a contested region and their consequences is being provided spot-on without falling itself into one of the former, namely simply accusing instead of seeking dialogue.

I highly recommend to watch it!



https://www.youtube.com/watch?v=KzKbjfclNW0


internal Link

Montag, 20. Februar 2017

Verlage täuschen ihre Autoren

Verlage versuchen ihre Autoren gegen die Neuregelungen im Urheberrechtsgesetz zu mobilisieren, die Wissenschaft und Lehre den angemessenen Zugang zu Fachliteratur ermöglichen sollen:
Die "Allianz der Wissenschaftsorganisationen" -  ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschafts- und Forschungsorganisationen in Deutschland, nämlich der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Leibniz-Gemeinschaft (LG), der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und des Wissenschaftsrats (WR) - hat den jüngst vorgelegten Referentenentwurf zu einem Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz ausdrücklich begrüßt, da dieses "einen angemessenen Interessenausgleich zwischen Urhebern und Wissenschaft" ermögliche, indem es eine" lückenlose Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Gedächtnisinstitution" und "eine stichprobenbasierte Pauschalvergütung für die Nutzung" vorsehe. Auf die bürokratisch aufwändige Einzeldokumentation jeder Nutzung, wie sie zuletzt eingeführt werden sollte, soll also verzichtet werden.
 
Verlage machen nun dagegen Stimmung und sprechen u.a. von einer Enteignung von Urhebern, was letztlich aber Unsinn ist, da eine Vergütung ja durchaus vorgesehen ist.  Mit der irreführenden Initiative „Publikationsfreiheit für eine starke Bildungsrepublik“ werden die Rechte der Autoren wie auch Freiheit und Bildung unserer Gesellschaft für die Verlagsinteressen gekapert, indem Unterschriften gesammelt werden, die den Gesetzentwurf als Bedrohung der Freiheit des Publizierens und als gegen die Autoren gerichtet ablehnen. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade Wissenschaftsautoren, die in der regel nicht einen Cent von den Verlagsgewinnen sehen, haben großes Interesse an der Verbreitung ihrer Werke in der Wissenschaftscommunity, die durch das neue Gesetz eher gestärkt würde.
 
Ich habe außerdem auch einen Brief eines Verlags erhalten, der einen Verzicht auf die Nachzahlungsansprüche aus der VG-Wort verlangt. Sie bestehen, weil die VG-Wort lange Jahre unberechtigt die Verlage an den Ausschüttungen zu 50% beteiligt hat. Die Verlage wollen so berechtugte Rückzahlungsforderungen umgehen. Dabei geht es für den Einzelnen z.T. um Tausende von Euro, die man einfach so mit seiner Unterschrift aufgeben soll.  Wisssenschaftsautoren, die ja sehr oft überhaupt keine Zahlungen aus ihren Publikationen sehen und auch nicht besonders gut verdienen, haben Anspruch auf Urheberrechtsvergütungen, die über die VG-Wort ausgeschüttet werden. Die vertritt aber weniger die Interessen ihrer Autoren, als vielmehr die der Verlage.
 
Am besten nichts von dem unterschreiben... 

Links

 

Mittwoch, 15. Februar 2017

Jetzt in Public Domain: Die Olifanten des Met

Am 7.2.2017 hat das Metropolitan Museum in New York alle seine Bilder in Public Domain gestellt.
Beispielsweise sind nun auch Bilder der früh- und hochmittelalterlichen Olifanten frei online, die das Met besitzt (vergl. Träumende Wächter - Lärmende Pilger).

Olifant, wohl aus Süditalien, um 1200, Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)


Bruchstück eines Olifanten, Ägypten oder Palästina, 720-970 [14C], Höhe noch 19,7 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Bruchstück eines Olifanten, Sizilien, 11./12. Jh., Höhe noch 22,2 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)



Olifanten, Süditalien, 11./12. Jh., Länge 58,6 cm mit Behältnis des 16. Jh.
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Amalfi in Süditalien, 13. Jh., Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Süditalien, 12./13.  Jh., Länge 43.5 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)