Donnerstag, 8. November 2018

SABA '19 - Internationales Studentisches Archäologie-Symposium

Die AG SABA des Studentischen Arbeitskreises Archäologie Bamberg organisiert vom 25. – 27. April 2019 in der Weltkulturerbestadt Bamberg das vierte Internationale Studentische Archäologie-Symposium.

Dazu erging nun der Call for Papers. Er richtet sich an Studierende der Archäologischen Wissenschaften aus ganz Europa, insbesondere natürlich speziell an die am IADK der Uni Bamberg ansässigen Archäologien (Ur- und Frühgeschichte, Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Archäologie der Römischen Provinzen, Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie), aber gerne auch darüber hinaus. "Es soll angehenden Wissenschaftler_innen ermöglichen, ihre Bachelor- oder Masterarbeit zu präsentieren und sich an einem konstruktiven Diskurs zu beteiligen."
Nähere Infos und der Call for Papers (auch auf englisch) finden sich unter

Links

Interner Link

SABA '19 - International Students Conference on Archaeology

The project team AG SABA of the Students archaeological working group Bamberg organises the next, the 4th International Students Conference on Archaeology on 25th to 27th April 2019 in the world heritage city Bamberg.


Now the Call for Papers is out. He aims for papers by students of archaeological disciplines from all over Europe. It is open for all disciplines of archaeology, but refers especially to the disciplines present at the Institute of Archaeological Sciences, Heritage Sciences and Art History at Bamberg university (i.e. prehistoric, Roman, medieval and post-medieval archaeology, and geoarchaeology). "Prospective archaeologists will have the opportunity to present their theses (BA/MA) to a wider audience and participate in a constructive discourse."

More information and the call for papers (in German and English) can be found at

Links

Internal Link

Dienstag, 6. November 2018

Kulturgut in Syrien und Irak (September - Oktober 2018)

In der Region Idlib versuchen diplomatische Initiativen die brüchige Waffenruhe zu halten, doch handelt es sich hier um die letzte Region, in der sich Rebellen unterschiedlicher Ausrichtungen halten. Im Norden stehen türkische Truppen. Das Bergland ist reich an archäologischen Fundstellen, etwa der Welterbestätte der sog. "Toten Städte", spätantiker/byzantinischer Siedlungen.
Zur aktuellen Situation:

 Schadensmeldungen


Meldungen zu einzelnen Kulturstätten in Syrien und Irak

Irak

Mosul:

Eine Tagung der UNESCO am 10.9.2018 in Paris im Rahmen des Projektes  Revive the spirit of Mosul - https://en.unesco.org/projects/the-spirit-of-mosul brachte lokale und internationale Experten und Architekten zusammen, die bei dem Wiederaufbau der Stadt beraten sollen. Die Tagung wurde live übertragen, zahlreiche tweets unter  . Die UNESCO stellt 50 Millionen $ bereits, um den kulturellen und religiösen Geist der Stadt Mosul wieder herzustellen. Das sei der beste Weg, ISIS permanent zu besiegen, äußerte sich UNESCO-Direktorin to rebuild cultural & religious spirit of Mosul. “The best way to ensure permanent defeat of ISIS,” says director Audrey Azoulay.
Mehrere Videos auf YouTube:

Wiederauflebendes kulturelles Leben in Mosul

Sicherstellung von archäologischen Funden in Mosul:
3D-Modell der Zerstörungen in Mosul
Wiederaufbau Samara

Syrien

Palmyra
Dokumentarfilm
Kritik:
Sicherstellung von Funden aus Palmyra, die von Daesh geplündert worden sein sollen:


Idlib
Fahnung durch Interpol nach Funden, die 2015 aus dem Museum in Idlib geklaut wurden:
Damaskus
Währenddessen wird in Damaskus das Nationalmuseum wieder eröffnet, das nur kleinere Schäden zu erleiden hatte. Es war im April 2017 unter Beschuß geraten (vergl. Archaeologik [3.5.2017]). Die syrische Regierung versucht Normalität und Frieden zu suggerieren und einige Meldungen über die Sicherstellung von Kulturgütern sollen wohl auch suggerieren, die Zeit der Barbarei sei vorbei

Raubgrabungen und Antikenhehlerei

Monuments' Men
 3D-Dokumentation und Wiederaufbau

Tagungen

Das Kulturelle Erbe in der Krise, Berlin
INTERPOL's 10th International Symposium on the Theft of and Illicit Traffic in Works of Art, Cultural Property and Antiquities in Hanoi, Vietnam, 17-19 October 2018

Conference "Third All Art and Cultural Heritage Law"  10.11.2018, Genf, UNESCO


Links

frühere Posts zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak





  • Fünf Jahre Syrienberichte. Archaeologik (4.5.2017)
    - Stand April 2017


  • Wie immer geht mein Dank an diverse Kollegen für ihre Hinweise.  

    Montag, 29. Oktober 2018

    Kulturgüterschutz: Aktuelles aus Ägypten

    Beitrag von Jutta Zerres


    Informationen über die Situation der ägyptischen Kulturgüter sind im Netz in der letzten Zeit deutlich seltener zu finden, während Syrien und der Irak weiterhin im Fokus der Berichterstattung stehen. Besonders Meldungen über Raubgrabungen, wie sie .im Zuge des "Arabischen Frühlings" 2011 erschienen sind, sind rarer geworden. Leider haben auch die Aktivitäten der Gruppe „Egypt‘s Heritage Task Force“, die eine zeitlang mit Vehemenz auf Raubgrabungen und illegalen Bauaktivitäten im Bereich von archäologischen Fundstellen in den sozialen Netzwerken hingewiesen hatten, sehr deutlich nachgelassen. Die Berichterstattung wird vielmehr von Meldungen zu Neufunden und zum Aufbau des „Grand Egyptian Museum“ (Teileröffnung 2019) dominiert. Es ist aber kaum anzunehmen, dass Raubgrabungen und illegaler Handel nachgelassen haben; vielmehr wird hier die Tendenz sichtbar, möglichst positive Nachrichten zu lancieren, um wieder mehr Touristen anzulocken. 
    Hier die Meldungen zum Kulturgüterschutz aus den vergangenen drei Monaten:

    Ein Artikel in ABC News nimmt den Fund von 200 kleinen Artefakten und 20000 Münzen in einem Diplomatengepäck in Neapel aus dem vergangenen Jahre zum Anlass, um über einige länger zurückliegende Fälle zu berichten. Besonders interessant ist ein Video von Google Earth-Satellitenbildern, das die Entwicklung von Raubgrabungsaktivitäten am Gräberfeld von Abusir-al-Malaq zwischen 2010 und 2017 zeigt. 

    Aktuellere Meldungen zu Raubgrabungen und Schmuggel:

    Der ägyptische Zoll und eine Kulturgutschutzeinheit (Egypt’s Antiquity Unit) haben die illegale Ausfuhr eines historischen Manuskripts aus dem 10. Jh. nach islamischer Zeitrechnung (17. Jh. unser Zeit) verhindert. 

    Die Polizei stellte 121 antike Objekte in einem Kairoer Privathaus sicher. 

    Elf Personen wurden von der ägyptischen Polizei festgenommen und 22 Artefakte sichergestellt. 

    Bei einer Hausdurchsuchung in Beni Suef fand die Polizei eine Sammlung von antiken Objekten vor. Die beiden Verdächtigen werden noch gesucht. 

    Drei Personen wegen illegaler Ausgrabungen an pharaonischen Gräbern in Sohag festgenommen.

      Restitutionen:

      Der Botschafter Ägyptens in London nahm ein illegal ausgeführtes Relief mit der Namenskartusche des Pharao Amenemhat I entgegen. 

      Ein hölzerner Sarkophagdeckel, der im März dieses Jahres als Schmuggelgut in einem Sofa versteckt nach Kuwait verbracht werden sollte, ist nun nach Ägypten zurückgekehrt.

      Ein Statuenfragmentes des Pharao Djedefre, das illegal in die Schweiz verbracht worden war und im Freihafen von Genf sichergestellt wurde, soll an Ägypten restituiert werden. Die Rückgabe wird derzeit vorbereitet: 

      Antikenhandel:

      Ein gut erhaltenes Totenbuch aus dem 6. Jh. v. Chr. wurde in Monaco für 1,3 Mio € versteigert. Die Herkunft dieses Stückes scheint für den Berichterstatter keine besondere Rolle zu spielen. Lapidar heißt es: „The Book of the Dead was put up for auction from the private collection of an amateur French collector of Egyptology, who had acquired it in the 1960s“. Es wurde von einem privaten Sammler erworben. 

      Zerstörungen:

      Nach dem großen Brand im Nationalmuseum von Rio de Janeiro ist das Schicksal von ca. 700 ägyptischen Artefakten ungewiss.

      Schutzmassnahmen:

      Die US-amerikanische Botschaft richtete in Zusammenarbeit mit dem ägyptischen Antikenministerium einen Workshop zum Kulturgüterschutz und zur Verhinderung von illegalem Handel aus. Mitarbeiter des Zolls, der Touristenpolizei und anderer Institutionen berieten über eine verbesserte Zusammenarbeit der beiden Länder.



      Sobek-Tempel von Kom Ombo im Januar 2013
      (Foto: J. Zerres)

      Grundwasser hat jahrzehntelang dem Tempel von Kom Ombo zugesetzt. Ein Drainage-Graben, dessen Baukosten von 9 Mio. $ von den USA übernommen werden, soll nun Abhilfe schaffen. 
      Laufende Restaurierungen an der mittelalterlichen Lehmziegelsiedlung Shali in der Oase Siwa sollen 2020 abgeschlossen werden.