Montag, 3. Oktober 2011

Merkbuch, Alterthümer auszugraben und aufzubewahren 1888

In einem Nachlaß kam mir ein forschungsgeschichtlich interessantes Büchlein unter: "Merkbuch, Alterthümer auszugraben und aufzubewahren. Eine Anleitung für das Verfahren bei Ausgrabungen, sowie zum Konserviren vor- und frühgeschichtlicher Altertümer. Herausgegeben auf Veranlassung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten", Berlin 1888

(1888, PD [Urheberrechte erloschen])




In einer Zeit vor der Professionalisierung der Archäologie diente das Heft dazu, den Ausgräbern Kriterien an die Hand zu geben, welche Beobachtungen zur Beurteilung der Funde notwendig sind.
Zunächst wird ein kurzer chronologischer Überblick über die vorgeschichtlichen Perioden sowie über die "hauptsächlichen Arten der vorgeschichtlichen Alterthümer" gegeben. Der größte Teil des Buches gibt praktische "Unterweisung in Betreff der wichtigsten bei Auffindung und Beschreibung derselben zu berücksichtigenden Umstände", "Anweisung zur Untersuchung von Alterthümern" und eine Anleitung zu deren Konservierung. Im Anhang finden sich neben kurzgefassten Regeln und einem Fragebogen vor allem auch verschiedene Rezepte für Tinkturen und Lösungsmittel. Dabei wird auch Steinpappe als Material zur Ergänzung von Keramik beschrieben.

Bezüglich der Konservierung von Eisen wird insbesondere beim Vorliegen von Tauschierung angemerkt: "Das Römisch-Germanische Museum zu Mainz ist darauf eingerichtet, für andere Institute solche Arbeiten zu übernehmen."

Mein Exemplar gehörte einst Georg Burkhardt, Mitarbeiter der Reichslimeskommission und Ausgräber des Kastells Ehingen. Ein Exemplar findet sich auch online bei www.eifelkeramik.de.

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