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Dienstag, 31. März 2026

Zusammen oder getrennt?

In Sachsen wird über eine Neuorganisation des smac in Chemnitz  nachgedacht. 

 

smac Chemnitz
(Foto: Derbrauni, CC BY 4.0, via WikimediaCommons)

Zwei Organisationsmodelle sind zu unterscheiden:

  1. das integrierte Museum, bei dem Denkmalpflege und Museum in einer Organisation vereint sind, so etwa in Halle oder auf Schloß Gottorf 
  2. das eigenständige Museum, das organisatorisch eigenständig ist, da aber natürlich kooperiert. Beispiel wäre die Archäologische Staatssammlung in München und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. 

In der Praxis gibt es Hybridformen, so im Saarland, wo Denkmalpflege und Staatliche Altertümersammlung organisatorisch verbunden sind, das Museum für Vor- und Frühgeschichte jedoch von einer Stiftung getragen wird. Hier wird bei den Museumsaufgaben zwischen Archiierung und Ausstellung getrennt. In Baden-Württemberg wurde eine Kompromisslösung installiert, indem der Präsident des Denkmalamtes und der Direktor des Archäologischen Landesmuseums in Personalunion besetzt wurden. Das trägt indes nur so lange, so lange der Präsident des Amtes aus der Archäologe und nicht etwa der Bau- und Kunstdenkmalpflege kommt. 

Welche Lösung hier tatsächlich von Vorteil ist, hängt wohl ganz wesentlich von den beteiligten Personen und den Budgets ab und lsst sich pauschal nicht so ohne weiteres beantworten. Ein Aspekt, der derzeit aktuell wird ist die Frage, wie Wissenschaftsvermittlung resilient organisiert werden kann, so dass denkbare populistische Regierungen keinen Zugriff auf die historischen Narrative erhalten und die Wissenschaftsfreiheit gewahrt bleibt. Hier bieten stiftungsbasierte Organisationsformen möglicheweise Vorteile.

Mittwoch, 30. April 2025

100 Tage Don. Trump: US-Wissenschaft ist abgetaucht

 

via WikimediaCommons


Nicht mal 100 Tage nach seinem Amtsantritt hat Don Trump die Welt systematisch mit Verunsicherung und Tabubrüchen überzogen. Wenig sicher Geglaubtes  hat noch Gültigkeit. Systematisch wird die Axt an Demokratie, sozialer Empathie und Wissenschaft zugunsten von Profit und Egoismus gelegt - und eine Opposition ist kaum erkennbar.

Die massiven Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit werden weitgehend hingenommen. Zwar zieht die Harvard University gegen die Finanzkürzungen vor Gericht, andere Universitäten sind aber gegenüber Trumps Forderungen eingeknickt und haben die Prinzipien der Wissenschaftlichkeit hintenangestellt.

Vordergründig geht es um die propalästinensischen Demonstrationen Studierender, tatsächlich verlangt die Trump-Regierung ein Mitbestimmungsrecht bei der Zulassung von Studierenden, bei der Berufung der Professoren und in der Auswahl der Forschungsthemen. Der Regierung unangenehme Themen sollen nicht mehr thematisiert werden. Dazu zählt auch eine seriösen Geschichtsforschung - der Begriff "cultural heritage" steht auf der Liste unerwünschter Themen und Worte, stört sie doch das konstruierte Eigenbild der MAGA-Bewegung.

Der Aufschrei jält sich auffallend in Grenzen. 1000 Demonstranten in Washington Anfang März unter dem Motto "Stand Up for Science" sind keineswegs viel, auch wenn es auch in anderen Städten Demos gab. Der March for Science im April 2017 hatte allein Washington 100.000 Teilnehmer. (lt. wikipedia) Damals war die Situation bei weitem nicht so ernst  Eine Initiative unter dem Label #DefendResearch hat am 15. Februar eine Erklärung veröffentlicht und sammelt international Unterstützer. Unter den 100 Institutionen sind nur wenige bemerkenswerte einflussreiche Gesellschaften. Nicht mal 5000 Unterschriften nach rund zwei Monaten sind ebenfalls keine beeindruckende Marke.

Dabei stehen die Chancen besser denn je, Protest zu organisieren und auszudrücken. Es gibt sogar wissenschaftliche Untersuchungen zum Wissenschaftsprotest, die immerhin auf Erfahrungen aus Trumo I aufbauen können (Fisher 2019).

Anscheinend geht das Kalkül der Verunsicherung und berechneten Unberechenbarkeit auf: Es herrscht bereits eine Atmosphäre der Verängstigung über die Sicherheit der eigenen Lebensmodelle und dubiose Deals erscheinen als die bessere Überlebensstrategie. Forscher an einer Universität arbeitet, sprach von einer in 30 Jahren Karriere "nie dagewesenen" Situation. Sein Arbeitgeber habe Angestellte angewiesen, sich mit öffentlicher Kritik an den Sparplänen zurückzuhalten - aus Furcht davor, die Bundesregierung könnte als Vergeltung Mittel kürzen. So zitiert der Stern (hier) einen US-Forscher, seine Universität habe aus Furcht vor einer Vergeltung mit weiteren Mittelkürzungen Angestellte angewiesen, sich mit öffentlicher Kritik an Trumps Sparplänen zurückzuhalten. Auch die Präsidentin der National Academy of Sciences Marcia McNutt spricht sich gegen starke Positionierungen aus (), denn diese hätten das große Risiko, dass sie andere, erfolgversprechendere Zugänge verhindere und langfristig zu schlimmeren Entscheidungen führe (hier). Angestellte der Environmental Protection Agency (EPA), die in der Mittagspause an einer Demonstration gegen die Mittelkürzungen teilgenommen hatten, erhielten per eMail die Information, dass ihre Gebäudezugangstransponder künftig getrackt würden (hier).

International - und eben auch in den deutschen Medien - findet das Thema ebenfalls wenig Aufmerksamkeit, da sich diese ganz dem Chaos widmet, das Trump mit seinen Zöllen und seiner Pro-Putin-Politik anrichtet. Es geht hier nicht mehr allein um die Freiheit der Wissenschaft, sondern angesichts der Methoden, die hier im Einsatz sind, geht es um Gleichschaltung und Unterbindung der Meinungsfreiheit und des Demonstrationsrechts.


Literatur

  • Fisher 2019: D. R. Fisher (Hrsg.), American resistance. From the Women's March to the blue wave (New York 2019).






Montag, 31. März 2025

Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte?

Ein neues POTUS Trump-Dekret „Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte“. will historische Wissenschaftsvermittlung durch das Regierungs-MAGA-Weltbild ersetzen und stellt dazu große Museen unter eine inhaltiche Regierungsaufsicht.

Hier heißt es:

"It is the policy of my Administration to restore Federal sites dedicated to history, including parks and museums, to solemn and uplifting public monuments that remind Americans of our extraordinary heritage, consistent progress toward becoming a more perfect Union, and unmatched record of advancing liberty, prosperity, and human flourishing. Museums in our Nation’s capital should be places where individuals go to learn — not to be subjected to ideological indoctrination or divisive narratives that distort our shared history."

"Es ist die Politik meiner Verwaltung, Bundesstätten wiederherzustellen, die der Geschichte gewidmet sind, einschließlich Parks und Museen, an feierliche und erhebende öffentliche Denkmäler, die die Amerikaner an unser außergewöhnliches Erbe erinnern, an konsequente Fortschritte in Richtung einer perfekteren Gemeinschaft, an unvergleichlich Zeugnisse der Weiterentwicklung von Freiheit, Wohlstand und menschlicher Blüte. Museen in der Hauptstadt unsere Hauptstadt sollen Stätten sein, die Einzelne  besuchen, um etwas zu lernen - nicht um sich ideologischer Indoktrination oder spalterischen Narrativen auszusetzen, die unsere gemeinsame Geschichte verzerren."

Angesprochen werden speziell die Smithsonian Institution mit ihren Einrichtungen des Smithsonian American Art Museum, das National Museum of African American History and Culture sowie das American Women’s History Museum. Trump passt es letztlich nich, dass alte weiße Männer nicht genügend gewürdigt, sondern kritisiert werden - und ihnen andere Perspektiven entgegengehalten werden.


Im Falle des National Museum of African American History and Culture hatte Trump jr. das Museum kritisiert, weil es „Aspekte und Annahmen zu Weißsein und weißer Kultur in den Vereinigten Staaten“ zusammen gesetllt hatte. Die aufgeführten Punkte sind nicht negativ -  unter anderem werden Individualismus, Objektivität, rationales, lineares Denken, Betonung der wissenschaftlichen Methode , protestantische Arbeitsethik ("harte Arbeit als Schlüssel zum Erfolg"), aufgeschobene Belohnung, die Familienstruktur (u.a. Kernfamilie), sowie Zukunftsorientierung und Zeitverständnis, aber auch Rechtsverständnis und Kommunikationspraxis als weißes Erbe aufgeführt. Die Graphik (im InternetArchive noch einsehbar) stand unter dem Oberbegriff "Talking about Race" und formulierte: "Die weiße dominante Kultur der "Whiteness" (übersetzt vielleicht it Weiß-Seins)  bezieht sich auf die Art und Weise, wie weiße Menschen und ihre Traditionen, Einstellungen und Lebensweisen im Laufe der Zeit normalisiert wurden und jetzt als Standardpraktiken in den Vereinigten Staaten gelten."

Ob das wissenschaftlich in dieser Pauschalität haltbar ist, sei hier dahingestellt, zumal es auch impliziert, dass die "afrikanische" Kultur hier genau das Gegenteil vertrete. 

Der Vorwurf, das sei Rassismus gegen Weiße ist abwegig. D. Trump Jr. hatte auf TwiX gepostet: "These aren't 'white' values. They're American values that built the world's greatest civilization. They help you succeed here, no matter your color. So make no mistake, Biden's radicals aren't coming for 'whites,' they're coming for the entire American way of life." Wenn D. Trump sen. dem Smithsonian ein ideologisches Weltbild vorwirft, so kommt hier vor allem die übliche Umkehrung der Tatsachen zum Tragen. Es ist Trumps MAGA-Weltbild, das von Vorurteilen und Ideologie getrieben ist.

Dass in den historischen Wissenschaften ein Bewusstsein dafür entstanden ist, dass die westlichen Fundamente“ ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden., ist nicht durch eine Ideologie bedingt, sondern durch eine wissenschaftliche historische Forschung. Sie hat an vielen Stellen die Lücken und Widersprüche der Überlieferung und der Geschichtsbilder aufgedeckt. Es sind Ewiggestrige, die aus dem hergebrachten Geschichtsbild ihre eigene Identität und ihren Stolz gewinnen und sich nun angegriffen fühlen, weil ihre Familien bigott und rassistisch waren. 

"Museum of African American History and Culture" und Washington Monument
(Foto: Georg Botz, CC BY-SA 3.0, via https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71853949)

 

2020 ist das Museum gegenüber dem Shitstorm in TwiX eingeknickt und hat die Graphik (InternetArchive 15.7.2020) von ihrer Website entfernt. "We have listened to public sentiment and have removed a chart that does not contribute to the productive discussion we had intended. The site's intent and purpose are to foster and cultivate conversations that are respectful and constructive and provide increased understanding. As an educational institution, we value meaningful dialogue and believe that we are stronger when we can pause, listen, and reflect—even when it challenges us to reconsider our approach. We hope that this portal will be an ever-evolving place that will continue to grow, develop, and ensure that we listen to one another in a spirit of civility and common cause." (InternetArchive 16.7.2020))

Die Executive Order zeigt das Geschichtsverständnis, das nichts mit Geschichtswissenschaft, sondern nur mit Glorifizierung zu tun hat. Ziel der Ausstellungen soll nicht Wissenschaftskommunikation sein, sondern "die Konzentration auf die Großartigkeit der Errungenschaften und Fortschritte des amerikanischen Volks oder, im Hinblick auf die Natur, auf die Schönheit, Üppigkeit und Erhabenheit der amerikanischen Landschaft."

"focus on the greatness of the achievements and progress of the American people or, with respect to natural features, the beauty, abundance, and grandeur of the American landscape"

POTUS Trump "verbietet Ausgaben für Exponate oder Programme, die gemeinsame amerikanische Werte beeinträchtigen, Amerikaner auf der Grundlage von Rassen spalten. Programme oder  Ideologien fördern."

(I, POTUS Trump "prohibit expenditure on exhibits or programs that degrade shared American values, divide Americans based on race, or promote programs or ideologies inconsistent with Federal law and policy."

Das sind massive Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit, nicht nur auf der Ebene der Wissenschaftsvermittlung, sondern noch tiefer greifend, indem Trump und seine Administration auch inhaltlich in Begriffsdefinitionen eingreifen. Besonders deutlich wird das am Umgang mit dem Begriff der Rasse. Zu Recht vertritt das Smithsonian American Art Museum „die Ansicht, dass Rasse keine biologische Realität, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt“ ist (vgl. Archaeologik 7.5.2016).


Angriffe der konservativen alten weißen Männer auf die Geschichte sind in den USA sind nicht neu. 2014 stellte Lamar S. Smith (dt. wikipedia), Trump-Fan und damals republikanischer Kongressabgeordneter in seiner Rolle als Vorsitzender des Kongress-Ausschusses für Wissenschaft, Weltraum und Technologie  inhaltliche Entscheidungen der NSF in Frage. Er forderte, dass nur noch national bedeutende Projekte sollten und dass das Verfahren des peer review zwar unangetastet bleiben, aber unter politischer Aufsicht stehen sollte (Archaeologik 9.10.2014). Vor allem kennt man solche Attacken schon aus Trumps erster Amtszeit (Archaeologik 5.6.2018).

Geschichtspolitik in dieser direkten Form der Eimischung der Politik in die Geschichte und deren Instrumentalisierung für den Erhalt der eigenen Machtstellung kennt man ansonsten vor allem aus faschistischen, und autoritären Regimen - aktuell liefet Vladimir Putin ein Beispiel aktiver Geschichtspolitik mit Umdeutungen und einer darauf ausgerichteten Ausstellungspolitik (Archaeologik 4.8.2024).


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Sonntag, 9. März 2025

#StandUpForScience

Die Schockstarre scheint langsam überwunden. Endlich werden Stimmen laut, die sich gegen die wahnsinnige Zerschlagung der Wissenschaftsstrukturenbin den USA wenden.

Trumps Taktik, Chaos zu veranstalten und  - offensichtlich illegal - terrorartig Gelder zu kürzen und Angestellte zu entlassen, dient  der Einschüchterung und Überrumpelung. Bislang war sie erfolgreich. Ob Gerichte etwas wirkungsvoll unternehmen werden, wird zu sehen sein.


(Symbolbild, KI-generiert mit ideogram.ai)

Am 7. März kam es in vielen Städten der USA, allen voran in Washington DC zu Demonstrationen gegen die systematische Wissenschaftszerschlagung von Trump & Musk, die selbst auf lebensrettende Medizin losgehen, aber prinzipiell alle kritische Stimmen gegen ihr beschränktes Weltbild dominieren möchten.

Zwei Folgen im Podcast des Deutschlandfunk berichten über die aktuelle Situation der Wissenschaft unter POTUS Trump in den USA:

Die zentrale Demonstrationen von StandUpForScience fand in Washington vor dem ;incoln Monument statt, in zahlreichen weiteren Städten der USA gab es ebenfalls Demonstrationen, auch in Kanada, Frankreich und Österrreich (Wien und Salzburg). Die jetzigen Demos sollen erst der Anfang sein, denen es um die Wiederherstellung der staatlichen Wissenschaftsförderung und Wissenschaftsfreiheit geht, die Wiedereinstellung der willkürlich Gefeuerten und die Erneuerung der Bedeutung von Gleichheit, gleichberechtigter Teilhabe und der allgemeinen Verfügbarkeit in der Wíssenschaft. 

Ob die Proteste direkt etwas bewirken, scheint fraglich, denn Trump & his Admins sind schon Menschen egal - sie nehmen Kranken die Hoffnung, liefern in der Ukraine Zivilisten den russischen Angriffen aus, indem sie nun auch keine Fernerkundungsdaten mehr zur Verfügung stellen, die zur Raketenabwehr nötig sind oder im Gaza-Streifen Vertreibungen vorschlagen. Trump wird wegen Protesten also sicher nicht zurückrudern und eher als gekränkter Egomane aus Rache neue Schikanen ersinnen. Wichtig an den Protesten ist aber, dass seine Strategie nicht aufgeht, die Gesellschaft gleichzuschalten und die kritische Wissenschaft als Kontrollinstanz für frei erfundene schwachsinnige Behauptungen auszuschalten.

Moderne Wissenschaft lebt vom internationalen Austausch. Und Wissenschaft ist nicht nur in den USA von politisch motivierter Wissenschaftsfeindlichkeit betroffen. Unliebsame Themen möchte so manche rechts-konservative Partei regulieren. Ungarn war hier auf dem Blog schon Thema, aber man muss dazu nicht ins Ausland schauen. Unter dem Deckmantel der Wiederherstellung von Meinung-, Rede- und Wissenschaftsfreiheit sollen vermeintlich politische Themen wie die Frage non-binärer Geschlechtlichkeiten oder des Klimawandels nicht mehr beforscht werden. Vielmehr soll so getan werden, als gäbe es das alles nicht. Deshalb ist hier auch internationale Solidarität gefragt. Frankreich und Österreich sind schon dabei...


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 Interne Links

:

Dienstag, 18. Februar 2025

Trumps Kampf gegen die Wissenschaft

vertiefte Info bei der Tagesschau:

Hier ist auch der Silencing Science Tracker verlinkt, der seit November 2016, also seit der ersten Wahl von Donald Trump die Versuche staatlicher Stellen verzeichnet, die Unabhängigkeit der Wissenschaft auszuhebeln. 


Links
Donald Trump und die
geschlachteten Hunde und Katzen:
KI-generiertes Symbolbild
(Craiyon)


 

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Mehr Geld für Bildung und Forschung in Sachsen: Archäologie in Leipzig gerettet

Die Universitäten in Sachsen sollen eine Steigerung ihres Etats um 16% erhalten, erklärte der sächsiche Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow der Leipziger Volksstimme . Damit wäre auch die Archäologie an der Universität Leipzig gerettet, deren Schicksal seit Jahren in der Schwebe liegt.
Protestschaufenster Leipzig 2023

 
Sachsens Regierung hat am Mittwoch mit der Universität Leipzig eine Zielvereinbarung geschlossen, die unter anderem der Sicherung der klenen Fächer dienen solle. Laut Leipziger Volszeitung betrifft das insbesondere den Fortbestand der Klassischen Archäologie. Die News der Universität sagen dazu allerdings nichts.
 
Aktuell ist die Landesregierung jedoch noch ein Provisorium, denn erst am 18. Dezember steht die Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen an. Die wird jedoch eine Minderheitsregierung aus SPD und CDU sein. Ihr Koalitionsvertrag sieht eine Förderung der Universitäten und eben neue Zielvereinbarungen mit den Universitäten vor, die nun schon vor der Regierungsbildung abgearbeitet werden. Der bisherige Wissenschaftsminister soll auch der künftige sein, aber das Land hat aktuell nur eine provisorische Haushaltsführung. Der Haushalt 2025/26 soll aber erst im nächsten Sommer verabschiedet werden und muss auch Stimmen aus der Opposition erhalten.
Noch bleibt eine gewisse Unsicherheit, doch ist der künftigen Landesregierung, ein positiver Schritt zu bescheinigen. In Zeiten angespannter Haushalte ist eine Förderung von Wissenschaft, ganz grundlegend – und dabei ist es wichtig, auch die Geistes- und Sozialwissenschaften nicht zu vergessen. Sie mögen wenig, Patente und Einkommen generieren, aber sie legen die Grundlage, um gesellschaftliche Entwicklung zu verstehen und damit auch sinnvoll, in die Zukunft zu steuern.