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Freitag, 10. Februar 2017

Die frühe spanische Kolonisation - eine globale Perspektive



Sandra Montón-Subías/ María Cruz Berrocal/ Apen Ruiz Martínez (Hrsg.)

Archaeologies of Early Modern Spanish Colonialism

Contributions to Global Historical Archaeology

(Cham, Heidelberg: Springer 2016)

ISBN 978-3-319-21884-7
106,99€


Die spanische Kolonisation der Neuen Welt war ein entscheidender Schritt hin auf unsere moderne Welt der Gegenwart.

12 Beiträge liefern in drei Kapiteln Fallstudien zu spezifischen Fragen der spanischen Kolonisation des 15. bis 17. Jahrhunderts in Amerika, Afrika und dem Pazifik. Damit stellt sich die Frage, wie ein komparatistischer Ansatz umzusetzen ist. Das erste einleitende Kapitel greift diese grundlegende Frage auf. Die drei Herausgeberinnen betonen, dass es in der spanisch-sprachigen Archäologie erst in den letzten Jahren zu einer Auseinandersetzung mit der 'historical archaeology' gekommen sei. Ziel des Buches sei es, durch eine globale vergleichende Perspektive gerade auch "bislang (un)beachtete Peripherien (abgelegene Fallstudien, Regionen, methodische Ansätze und Forschungstraditionen außerhalb der dominierenden Forschungszentren) zu integrieren. So ging es darum, jenseits der transatantischen Verbindungen auch bislang wenig beachtete Regionen in Afrika und im asiatischen Pazifikraum in die Diskussion einzubringen und so den globalen Charakter der spanischen Kolonisation deutlich zu machen. Dementsprechend stammen die meisten Fallstudien nicht aus den Kernbereichen des spanischen Kolonialreichs in Mittel- und Südamerika. Die Berücksichtigung dieser peripheren Beispiele ermögliche ein höheres Niveau an Erkenntnis und Verstehens des gesamten Prozesses (S. 4).
Obgleich der einführende Beitrag den komparatistischen Ansatz nicht genauer erklärt, nennt er einige methodisch bedeutende Punkte, teils allgemeiner, teils konkreter, auf die spanische Kolonissation bezogener Art.  
Als besondere Schwierigkeiten des Vergleichs wird die Notwendigkeit benannt, die lokale, regionale und globale Ebene gleichermaßen zu berücksichtigen. Gängige Narrative der Kolonialgeschichte beachten deren materiellen Aspekte nur in geringem Maße. Zudem seien die konkreten sozioökonomischen Ausgangsbedingungen der kolonisierten Gebiete sehr unterschiedlich, da sie sowohl einfache Fischergemeinschaften als auch hochkomplexe Staatsgebilde umfassen.
Deshalb verfolgen die herausgeber einen Vergleich unter den verschiedenen Aspekten der  Strategien und Taktiken kolonialer Interventionen, ihrer Veränderungen in der Zeit, des lokalen Handelns und der langfristigen Entwicklungen. Daraus ergeben sich für den komparatistischen Ansatz wenigstens ein paar Richtlinien.  Die Herausgeberinnen verweisen darauf, dass materielle Kultur hier nicht per se, sondern in ihren verschiedenen kulturellen Gebrauchskontexten betrachtet werden muss. Sie verweisen dabei auf die Bedeutung einer Haushalts-Perspektive, die globale und lokale Prozesse durch alltäglichen Konsum und Wissenstransfer mit einander verknüpfen könne. "When the local is explored in all its dimensions, global comparisons are enriched and codetermination between the different scales is better understood."

Europäische Kolonisation und materielle Kultur sind aber keineswegs immer eng miteinander verbunden. So findet sich im pazifischen Raum nur ein geringer Teil spanischer Sachkultur. In Äquatorial-Guinea hingegen haben europäische Güter die einheimischen Objekte weitgehend ersetzt, was Archäologen zu dem Fehlschluß verleiten könnte, dass dort Europäische Siedler ansässig waren.

Es folgen die Fallstudien in geographischer Anordnung, von Amerika über die spanischen Besitzungen in Afrika bis zu jenen im Pazifikraum. Sie behandeln höchst unterschiedliche Gemeinschaften: ein Jesuitenkonvent ebenso wie Fischerdörfer oder Städte.

Nur ein Beitrag sei hier exemplarisch herausgegriffen, der mir  persönlich deshalb aufgefallen ist, weil er für meine eigenen Forschungen unmittelbar relevant ist. Der Beitrag von Monika Therrien zu Kolumbien (S. 11 ff.) skizziert die problematische Forschungssituation der Historischen Archäologie in Lateinamerika: Während einerseits die präcolumbische Vergangenheit und andererseits die rezenten indigenen Stämme relativ viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit gefunden haben, fehlte lange Zeit eine historische Archäologie, die sich mit der Kolonialzeit befasst hätte. Für die Kulturkontakte greifen die meisten Studien auf Keramikfunde zurück - gerade so, wie ich das für Panama auch getan habe. Dabei zeigte sich auch in Panama, dass sehr häufig kolonialzeitliche indigene Fundstellen übersehen und präcolumbisch datiert wurden. Therrien beklagt die starre Trennung zwischen präcolumbischer und historischer Archäologie, die dazu führe, dass wir nur ein begrenztes Verständnis davon haben, wie Kulturkontakte erfahren wurden und in den unterschiedlichen Kontexten praktisch gelebt wurde. So fällt es auch in Kolumbien bisher schwer, die kolonialzeitliche Sachkultur der dort ansässigen Muisca-Indianer zu bestimmen. In einem Forschungsprogramm wurden daher sowohl kolonialzeitliche Indiosiedlungen und insbesondere deren Keramikproduktion als auch eine spanische Ansiedlung untersucht. Während in den Indio-Siedlungen die präcolumbischen Traditionen in der Keramik bis ins 18. Jahrhundert ungebrochen durchlaufen, entsteht in der spanischen Siedlung eine Keramik, die europäische und indigene Traditionen mischt. Insgesamt erweisen sich die Brüche für die Indios als weniger stark als in der Forschung bislang angenommen. Organisiert in neuen Siedlungen blieben viele Traditionen und Netzwerke vorerst bestehen.
Ein Programm zur historischen Archäologie in Bogotá untersucht deshalb die Art der Urbanisierung und des Alltags. "Contact spaces" und "common practice" sind zwei Begriffe, die dazu dienen sollen, den klassischen, von Gesetzen und Anordnungen der spanischen Krone bestimmten Blickwinkel aufzubrechen und einen stärker auf den Alltag orientierten Blick gegenüber zu stellen. Therrien ordnet diesen Ansatz in die "grounded theory" ein, einem Ansatz, der als "quellebasierte Theoriebildung" ins Deutsche übersetzt werden könnte. "Grounded Theory" stammt aus der Soziologie und  möchte soziale Phänomene sichtbar machen und soziale Prozesse erklären. Sie bedient sich dazu einer pragmatischen Handlungstheorie und durchläuft wiederholt Datenerhebung, - analyse und - interpretation. 
Mit diesem theoretischen Anspruch beleuchtet Therrien sodann die Gestaltung des städtischen Raumes wie die Handwerksproduktion, wobei die Keramik im Mittelpukt steht. Am Beispiel von Bogotá schildert sie die Entwicklung von Stadt und Keramikproduktion. Sie kommt zu dem wenig überraschenden Schluss, dass in Bogotá  Keramik bei der Darstellung von Wohlstand und Einfluß nur eine untergeordnete Rolle spielte, dass es vielmehr der öffentliche Raum - wie zum Beispiel die öffentlichen Brunnen -,  die Küchentische und Tafeln der privaten Haushalte, die Werkstätten und Läden sind, in denen Verhaltensweisen, Moden und  Ansichten ausgetauscht und populär wurden.
In der Entwicklung der historischen Archäologie beobachtet Therrien, dass Fragen von "discourse and domination", von "practice and resistance" durch solche nach sozialen Trennungslinien abgelöstt worden seien, die mit Themen wie 'gender' oder 'Identität' einhergehen. Zwischenzeitlich sei aber eine Hinwendung zu einem Verständnis Verstehen komplexer sozialer Dynamiken zu beobachten. Im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft ("crossculturalscenario") seien  Alltagshandlungen und agency grundlegend für die Konstruktion und Aushandlung von Bedeutungen.


Die sehr heterogenen Beispiele werden leider nicht in einer Synthese zusammengeführt. Sie wäre wichtig gewesen im Hinblick auf die eingangs formulierte methodische Frage des komparatistischen Ansatzes. Was lernen wir denn nun in der Zusammenschau über die Globalisierung? Dass sie in verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich verläuft - auch unter einer gemeinsamen politischen Vormacht? Ein weiterer Ansatz für eine Synthese wäre auch die Tatsache gewesen, dass die spanische Kolonialvergangenheit  für viele Staaten und Individuen bis heute von großer Bedeutung ist. Wie geht man in den verschiedenen Regionen mit diesem - häufig ja nicht unproblematischen Erbe - heute um? Zwar werden einige dieser Aspekte in der Einführung angesprochen, aber das Potential der Fallstudien scheint ohne Synthese am Ende nicht ausreichend genutzt. So bleibt leider unklar, wie ein komparatistischer Ansatz tatsächlich wissenschaftlich fruchtbar gemacht werden kann. Genaus dies ist aber das Spannende an dem Band, das ihn auch über die Expertenkreise für die angesprochenen abgelegenen Regionen interessant macht.




Inhaltsverzeichnis
  • Montón-Subías, Sandra (et al.): Towards a Comparative Approach to Archaeologies of Early Modern Spanish Colonialism, S. 1-8
Part I - Amerika
  • Therrien, Monika: Displacing Dominant Meanings in the Archaeology of Urban Policies and Emergence of Santafé de Bogotá (Colombia), S. 11-38
  • Rodríguez-Alegría, Enrique: The Material Worlds of Colonizers in New Spain, S. 39-59
  • Tarble de Scaramelli, Kay: Historical Archaeology and the Politics of Empowerment in Venezuela, S. 61-91
  • Azkarate, Agustín (et al.): Thoughts on Early Spanish Colonialism Through Two American Case Studies: Basque Fisheries (Canada) and Sancti Spiritus Settlement (Argentina), S. 93-115 
Part II- Afrika
  • Onrubia Pintado, Jorge (et al.): The Archaeology of the Early Castilian Colonialism in Atlantic Africa. The Canary Islands and Western Barbary (1478–1526), S. 119-151
  • Fernández, Victor M.: The Jesuit Mission to Ethiopia (1557–1632) and the Origins of Gondärine Architecture (Seventeenth–Eighteenth Centuries), S. 153-173
  • González-Ruibal, Alfredo (et al.): Colonial Encounters in Spanish Equatorial Africa (Eighteenth–Twentieth Centuries), S. 175-202
Part III- Pazfik
  • Flexner, James (et al.): Beginning Historical Archaeology in Vanuatu: Recent Projects on the Archaeology of Spanish, French, and Anglophone Colonialism, S. 205-227
  • Bayman, James M. (et al.): Spanish Colonial History and Archaeology in the Mariana Islands: Echoes from the Western Pacific, S. 229-252
  • Gibbs, Martin: The Failed Sixteenth Century Spanish Colonizing Expeditions to the Solomon Islands, Southwest Pacific: The Archaeologies of Settlement Process and Indigenous Agency, S. 253-279
  • Cruz Berrocal, María: Ilha Formosa, Seventeenth Century: Archaeology in Small Islands, History of Global Processes, S. 281-302

Montag, 22. Oktober 2012

Arguin 1443 - ein portugiesischer Stützpunkt zwischen Sand und Meer

Um 1442 begannen die portugiesischen Vorstöße entlang der westafrikanischen Küste. Nuno Tristão erreichte 1443 die Insel Arguin, wo 1445 auf Veranlassung von Heinrich dem Seefahrer ein erster Stützpunkt angelegt wurde. Zuvor waren europäische Niederlassungen in nordafrikanischen Städten sowie auf den Kanaren entstanden. Arguin liegt auf einer Insel im heutigen Mauritanien südlich von Capo Blanco. In dieser Region stößt die Sahara direkt an die Atlantikküste, so dass stets ein landwärts gerichteter Wind weht. Für die Schifffahrt war dies eine gefährliche Zone, da das Risiko groß war, in der rund 30 Meilen tiefen Flachwasserzone auf Grund zu laufen (wie z.B. 1810 die Méduse, deren Unglück in zahlreichen Gemälden festgehalten wurde und die vor allem wegen des Kannibalismus auf einem Floß mit Überlebenden berühmt geworden ist). Trotz dieser Schwierigkeit etablierte sich bei Arguin der Handel mit Sklaven, Fellen, Ambra, sowie Straußenfedern und Gummi. Seit dem 17. Jahrhundert kam es zu einem laufenden Wechsel der Kolonialherren: Niederländer, Franzosen, Brandenburger und Engländer. Als 1685 die offenbar vernachlässigte Festung von den Brandenburgern genommen wurde, wurde sie wiederhergestellt und wenige Jahre nach der französischen Eroberung 1721 endgültig geschleift.

Arguin-Sandbank (Foto: Bruno Monginoux 2010 [CC BY-NC-ND 4.0], via Landscape-Photo.net)

Von der portugiesischen Festung, beziehungsweise von ihren späteren Ausbauten sind einige Beschreibungen und Karten überliefert.
Olfert Dappert:
Umbstaendliche und eigentliche
Beschreibung von Africa
(Meurs 1670)
(Google books

Die Beschreibungen der Insel charakterisieren diese als heiß und kahl, allenfalls ein Busch sei zur Versorgung mit Brennholz vorhanden. Für die Wasserversorgung stand Süßwasser zur Verfügung, das mittels eines Brunnens erschlossen wurde.
Fort d'Arguin, Johannes Vingboons 1665 (Nationaal Archief [Public domain], via Wikimedia Commons)

Zur Festung selbst scheint archäologisch bislang wenig bekannt. Luftbilder lassen einige Geländerelikte, unter anderem einen Graben, erkennen sowie ein vorgelagertes Ruinenfeld. Die Überdeckung mit Sand macht es schwierig, Details zu erkennen. 1939 fand jedoch nahe der Festung eine kleinere Grabung statt, die einen Brunnen freigelegt hat.

Arguin auf einer größeren Karte anzeigen

bei Bing
Plan der Festung Arguin, Jean-Baptist Labat 1721.
(Public Domain, via Wikimedia Commons)

Mehrere Karten und Darstellungen zeigen eine Eingeborenen-Siedlung vor der Festung. Ansonsten sind Reste der indigenen Siedlung aus zwei Sondagen 1987 und 2000 bekannt, die sich gegenüber zeitgleichen Siedlungen auf dem Festland durch Importfunde auszeichnet, jedoch ansonsten keine kulturellen Einflüsse der Kolonialherren erkennen lässt. Die Siedlung ist mit einem Muschelhaufen verbunden, wie sie für die Küstenregion charakteristisch sind (Descamps/ Vernet 2005).

Arguin auf einer größeren Karte anzeigen


Literatur
Descamps/Vernet 2004
C. Descamps/R. Vernet, Kjokkenmodding ou sambaqui ? Le site Aramad sur l’île d’Arguin (Mauritanie). In: S. Sanogo/T. Togola (Hrsg.), Proceedings of the 11th Congress of the PanAfrican Association for Prehistory and Related Fields 2001 (Bamako 2004) 141–152. [online]

Gronenborn 2011
D. Gronenborn, Die europäische Expansion nach Westafrika. In: D. Gronenborn (Hrsg.), Gold, Sklaven, Elfenbein. Mittelalterliche Reiche im Norden Nigerias / Gold, Slaves, Ivory. Medieval empires in Northern Nigeria). Mosaiksteine 8 (Mainz 2011) 16–25.

van der Heyden 2001
U. van der Heyden, Rote Adler an Afrikas Küste. Die brandenburgisch-preußische Kolonie Großfriedrichsburg in Westafrika. 2. Aufl. (Berlin 2001).

Monod 1983
T. Monod, L’île d’Arguin, Mauritanie: essai historique. Série separatas - Centro de Estudos de História e Cartografia Antiga 23 (1983).

Nixon 2011
S. Nixon, The rising trade with Africa. In: M. Carver/J. Klápště (Hrsg.), The Archaeology of Medieval Europe Vol. 2: Twelfth to Sixteenth Centuries (Aarhus 2011) 361–369.

Schreg 2011
R. Schreg, Zur Afrikarezeption im europäischen Mittelalter / Considerations on Africa in medieval Europe. In: D. Gronenborn (Hrsg.), Gold, Sklaven, Elfenbein. Mittelalterliche Reiche im Norden Nigerias / Gold, Slaves, Ivory. Medieval empires in Northern Nigeria). Mosaiksteine 8 (Mainz 2011) 10–15.

Vernet 2007
R. Vernet, Le golfe d'Arguin de la préhistoire à l'histoire : littoral et plaines intérieures (2007) [online bei academia.edu].

Links


Änderungsvermerk
Detailluftbild Arguin ausgetauscht (7.7.2013)
Ansicht Arguin ausgetauscht (27.1.2018)

Donnerstag, 24. November 2011

Warenarten, Traditionen und Identitäten

"Keramik als Identitätsmarker. Möglichkeiten und Grenzen der Interpretation" war das Thema einer Tagung von topoi und DAI in Berlin vom  21-24.11.
Häufig werden Keramikstile mit spezifischen sozialen oder gar ethnischen Gruppen gleichgesetzt - auch bei der Tagung versuchten sich einige Beiträge am archäologischen Nachweis von Identitäten, wie sie aufgrund schriftlicher Quellen vermutet wurden. Zumeist wurde "Identität" (ein Begriff, der in der Archäologie aus soziologischer Sicht nur ungenügend definiert wird - und meist immer noch Herkunftsgruppen impliziert) aber nur bedingt als ein geeignetes Konzept zur Interpretation archäologischer Daten gesehen - wohl aber als eine interessante Fragestellung, die vor allem in der Prozesshaftigkeit des Kulturwandels zu analysieren ist.
  
Ich stelle hier eine Kurzfassung meines Beitrags zur Tagung ein, der auf einer inzwischen publizierten  Bearbeitung der handgemachten Keramik aus Panamá la Vieja (Panamanian Coarse Handmade Earthenware - PCHEW) aufbaut (Schreg 2010).

handgemachte Keramik aus Panama la Vieja
(Foto R. Schreg; Patronato Panama Viejo)
Warenarten, Traditionen und Identitäten – eine Fallstudie der historischen Archäologie in der spanischen Kolonialstadt Panamá la Vieja

Die Bearbeitung von Keramikfunden aus der spanischen Kolonialstadt Panamá la Vieja erwies sich als interessante Fallstudie, um Prozesse des Kulturwandels zu erfassen. Hier zeigt sich, dass Interpretationsmuster der archäologischen Keramikforschung, wie sie etwa in der frühgeschichtlichen Archäologie oder der mittelalterlichen Stadtarchäologie üblich sind, zu kurz greifen, um den komplexen sozialen Entwicklungen gerecht zu werden.