Montag, 22. August 2016

Die Böblinger Pirschgänge - für den Bund nur "Kulturmüll"

Südwestlich von Böblingen liegen im Wald die Böblinger Pirschgänge, ein Denkmal höfischer Jagdkultur, für die es deutschlandweit Vergleichbares nur noch bei Jena und Ilmenau gibt. Sie wurden 1736/37 vom württembergischen Herzog Carl Alexander erbaut. Heute gehört das Gelände als Militärgelände der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten. Nur mit Anmeldung und Führer kann das Gelände besichtigt werden.
Die Gänge stürzen ein, notdürftige Stützen sind längst verrottet. Im aktuellen Heft der Schwäbischen Heimat wirft der Schwäbische Heimatbund dem Bund eine Verzögerungstatktik vor und weisst auf die Erhaltungspflicht hin. "Würden die Pirschgänge auf Privatgrund oder dem Boden einer Kommune liegen, wären schon längst behördliche Auflagen zumindest zur Sicherung des Bestandes, wahrscheinlich auch zur Renovierung noch erkennbarer Reste ergangen! Vielleicht hätte der Eigentümer sogar schon Bußgeldbescheide erhalten."

Literatur:

  • J. Wilhelm: Die Pirschgänge im Böblinger Stadtwald. Ein Denkmal landesherrlicher Jagdkultur. Denkmalpflege in Baden-Württemberg 17/3, 1988, 134-137 -  DOI: http://dx.doi.org/10.11588/nbdpfbw.1988.3.13832 
  • D. Kapff / R. Wolf: Steinkreuze, Grenzsteine, Wegweiser... Kleindenkmale in Baden-Württemberg (Stuttgart: Theiss 2000) S. 51-54


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